mini|San Lorenzo von Norden mit dem Glockenturm und der Cappella della Madonna delle Grazie (weiß) mini|Portalfassade (Ostseite)
Die Kathedrale San Lorenzo ist die Bischofskirche des römisch-katholischen Bistums Lugano in Lugano im Schweizer Kanton Tessin. Sie ist ein Schweizer Kulturgut von nationaler Bedeutung und steht daher unter Denkmalschutz.
Geschichte Die Kirche mit dem Patrozinium des heiligen Laurentius wurde im Jahr 818 als Pfarrkirche errichtet. 1078 wurde sie Kollegiatstifts-Kirche. Seit 1884 war San Lorenzo Sitz der Apostolischen Administratur für das Tessin, aus der 1971 das Bistum Lugano entstand. Zwischen 2010 und 2017 wurde die Kathedrale renoviert.
Architektur und Ausstattung mini|hochkant|links|Inneres der Cappella della Madonna delle Grazie mini|Inneres Der ursprünglich romanische Bau war geostet. Reste der Apsis wurden bei Ausgrabungen unter dem Kirchplatz gefunden. Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche im gotischen Stil erweitert und mit Kreuzgratgewölben versehen. Die Ausrichtung wurde gedreht; der neue Chor wurde im Westen in den Felshang gebaut. 1517 entstand die Renaissance-Fassade mit reichem Figurenschmuck: Reliefs, die dem Stil des Bildhauers Pace Gaggini aus Bissone, einem Schüler von Giovanni Antonio Amadeo, zugeschrieben werden können. Der Turm auf der Nordseite, im Unterbau romanisch, erhielt im 17. Jahrhundert zwei barocke Obergeschosse und eine achteckige Laterne.
Das Innere ist von verschiedenen Stilepochen geprägt. Die Säulen und Bögen des Mittelschiffs sind noch romanisch, der Chor, die Seitenschiffe und Gewölbe gotisch. Barock ist der Hauptaltar und weitere Ausstattungsstücke. Die kuppelbekrönte Cappella della Madonna delle Grazie wurde im 18. Jahrhundert angebaut und enthält reichen spätbarocken Bild- und Figurenschmuck. Eine tiefgreifende Umgestaltung erfolgte in den Jahren 1905 bis 1910. Aus dieser Zeit stammen die neuromanischen Wand- und Gewölbemalereien. Absatz Orgel Die Orgel wurde 1910 von dem Orgelbauer Mascioni erbaut. Das Instrument hat 27 Register (ca. 2.300 Pfeifen) auf zwei Manualen und Pedal. Die Trakturen sind pneumatisch.Nähere Informationen zur (italienisch) mini|Empore mit Orgelprospekt
I Hauptwerk C–a3 1. Principale 16′ 2. Principale 8′ 3. Principale II 8′ 4. Flauto 8′ 5. Dolce 8′ 6. Ottava 4′ 7. Flauto 4′ 8. Nazardo ′ 10. Cornetto IV 4′ 11. Ripieno IV 2′ 12. Ripieno V ′ 13. Tromba 8′ II Schwellwerk C–a3 14. Principale 8′ 15. Corno Camoscio 8′ 16. Bordone 8′ 17. Viola 8′ 18. Flauto 4′ 19. Fugara 4′ 20. Sesquialtera II ′ 21. Flautino 2′ 22. Ripieno V 1′ 23. Oboe 8′ Tremolo Pedalwerk C–d1 24. Contrabbasso 16′ 25. Subbasso 16′ 26. Armonico 8′ 27. Ottava 4′ 28. Flautino 2′
Glocken Im Turm der Kathedrale hängt ein neunstimmiges Glockengeläut. Es besteht aus fünf historischen Glocken (16. bis 18. Jahrhundert) und vier als Erweiterung hinzu gegossenen Glocken aus dem Jahr 1909. Campanæ Helveticæ Nr. 20 / 2016: Lugano (PDF, / )
GlockeSchlagtonDurchmesserGiesser, GussortGussjahr 1 H° 1512 mm Fratelli Barigozzi, Mailand 1909 2 cis′ 1369 mm Nicoló Bonavilla e Nicolô Sottile, Lugano 1628 3 dis′ 1193 mm Fratelli Barigozzi, Mailand 19094 e′ 1170 mm Giovanni Battista Sottile, Lugano 17165 fis′ 1016 mm Lothringische Wandergiesser, Lugano ? 15936 gis′ 885 mm Fratelli Barigozzi, Mailand 19097 ais′ 814 mm Pierre Bonneville, Lugano ? 15888 h′ 739 mm Fratelli Barigozzi, Mailand 19099 d″ 661 mmLothringische Wandergiesser, Lugano ? 1612
Siehe auch Liste der Kulturgüter in Lugano
Weblinks
Kathedrale San Lorenzo (Lugano) auf luganoregion.com
Einzelnachweise
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