Kesslers Expedition ist eine Sendereihe des rbb Fernsehen mit Michael Kessler. Die gegenwärtig siebzehn Staffeln umfassende Reisereportage wurde erstmals im August 2010 ausgestrahlt. Die Dreharbeiten können parallel über das Internet begleitet werden. Das Projekt stellt nach der von 2006 bis 2009 produzierten Berliner Nacht-Taxe die zweite Zusammenarbeit zwischen Michael Kessler und dem rbb dar.
Idee und Konzept Die Idee zu Kesslers Expedition, die stark an Gernstl unterwegs erinnert, stammt von Thorsten Klauschke, der im Wechsel mit Peter Scholl zugleich als Regisseur der Sendereihe fungiert, sowie von Stefan Wieduwilt, dessen Firma mit der Produktion des Formats beauftragt ist. Klauschke und Wieduwilt hatten zuvor bereits das Konzept zur Berliner Nacht-Taxe entwickelt.
Michael Kesslers Hoffnung, in Kürze seine eigene Samstagabendshow moderieren zu dürfen, bildet den fiktiven Rahmen der Sendung. Seine Erwartungen werden enttäuscht, als er von rbb-Intendantin Dagmar Reim wiederkehrend für neue Expeditionen verpflichtet wird. Um seine vermeintliche Popularität zu untergraben, sprechen ihn reale und imaginäre Mitarbeiter zudem regelmäßig mit dem falschen Namen Michael Keller an. Regelmäßig werden auch vom Sender hinterlegte Fahr- und Eintrittskarten auf den falschen Namen hinterlegt. Während seiner Reisen, die schwerpunktmäßig durch die neuen Bundesländer führen, legt er auf atypische Weise Wegstrecken zurück, die zuvor von seinem Fernsehteam festgelegt worden sind. Kessler selbst ist nicht in die Vorbereitungen involviert und wird nur in begrenztem Maße über den Ablauf der Expeditionen in Kenntnis gesetzt. Auf ein Drehbuch mit vorausgewählten Darstellern, arrangierten Szenen und Dialogen wird verzichtet. Stattdessen ergeben sich entlang der Route spontane Begegnungen und Gespräche mit Einwohnern und Urlaubern unterschiedlicher Generationen und beruflicher Hintergründe. Während der Filmaufnahmen kommuniziert er ferner mit seinem Kameramann Sören Meyer, der selten spricht und meist nur mit dem Kopf nickt oder ihn schüttelt, was an der Kamerabewegung sichtbar wird. Am Ende des Tages resümiert der Schauspieler die Erlebnisse und Gedanken des Tages, indem er sich selbst filmt. Über die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter interagiert er während seiner Touren mit Zuschauern und Fans. In Form von Fotos, Videos und Blogs dokumentiert der rbb zudem die Dreharbeiten online.
Staffelübersicht
Nr. ges.Nr.Erstausstrahlung Titel Fortbewegungsmittel Begleittier Strecke Dauer Länge (km) Staffel 1 01 01 23. August 2010 Auf der Spree nach Berlin Boot – Ebersbach – Berlin 12 Tage 400 km 02 02 30. August 2010 03 03 6. September 2010 Staffel 2 04 01 6. Juni 2011 Mit dem Esel an die Ostsee zu Fuß Esel Elias Berlin – Seebad Ahlbeck 14 Tage 200 km 05 02 13. Juni 2011 06 03 20. Juni 2011 07 04 27. Juni 2011 Staffel 3 08 01 19. August 2011 Mit dem Floß auf der Havel Floß Papagei Lori Wesenberg – Havelberg 13 Tage 309 km 09 02 26. August 2011 10 03 2. September 2011 11 04 9. September 2011 12 05 16. September 2011 Staffel 4 13 01 17. Februar 2012 So weit die Huskys laufen Hundeschlitten Huskys Kiran, Taisto, Tahvo und Jarkko Potsdam – Senftenberg 12 Tage 307,3 km 14 02 24. Februar 2012 15 03 2. März 2012 16 04 9. März 2012 Staffel 5 17 01 17. August 2012 Mit dem Klapprad von Kopenhagen nach Berlin Fahrrad – Kopenhagen – Berlin 12 Tage 630 km 18 02 24. August 2012 19 03 31. August 2012 20 04 7. Oktober 2012 Staffel 6 21 01 30. November 2012 Mit dem Rasenmäher auf den Brocken Rasenmäher – Berlin – Brocken 13 Tage 250 km 22 02 7. Dezember 2012 23 03 14. Dezember 2012 24 04 21. Dezember 2012 25 05 21. Dezember 2012 Staffel 7 26 01 24. Mai 2013 Unterwegs auf der Schiene Bahn – Potsdam – Cottbus 11 Tage ca. 4.000 km 27 02 31. Mai 2013 Cottbus – Lindau 28 03 14. Juni 2013 Lindau – Amsterdam 29 04 21. Juni 2013 Amsterdam – Rom Staffel 8 30 01 16. August 2013 Mit dem Roller an der Donau Roller – Wien – Möhringen 13 Tage nicht bekannt 31 02 16. August 2013 32 03 23. August 2013 33 04 23. August 2013 Staffel 9 34 01 10. Januar 2014 Mit vier Hufen an der Neiße Pferdegespann Pony Kassandra Neuzelle – Zittau 14 Tage 250 km 35 02 10. Januar 2014 36 03 17. Januar 2014 37 04 17. Januar 2014 Staffel 10 38 01 31. Oktober 2014 Auf drei Rädern von Bayern an die Ostsee Tuk-Tuk – Dreiländereck – Priwall 26 Tage 1400 km 39 02 7. November 2014 40 03 14. November 2014 41 04 21. November 2014 Staffel 11 42 01 26. Juni 2015 Mit Mops ans Meer diverse Mops Frida Berlin – Pellworm 12 Tage 800 km 43 02 3. Juli 2015Pellworm – Sylt Staffel 12 44 01 21. August 2015 Mit dem Postrad über die Alpen Postfahrrad – Garmisch-Partenkirchen – Riva del Garda 14 Tage 450 km 45 02 28. August 2015 Staffel 13 46 01 4. Dezember 2015 Mit der Droschke nach Neuschwanstein Droschke – Würzburg – Schloss Neuschwanstein – 450 km 47 02 11. Dezember 2015 Staffel 14 48 01 29. Juli 2016 Mit Schwein am Rhein Elektromobil Schwein Eberhard Konstanz – Straßburg 12 Tage 300 km 49 02 5. August 2016 Staffel 15 50 01 14. Oktober 2016 Auf Schwimmkufen rund um Berlin Fahrrad und Schwimmkufen – Von Grünheide aus rund um Berlin 12 Tage 300 km 51 02 21. Oktober 2016 Staffel 16 52 01 25. November 2016 Mit der Seifenkiste an der Oder Kreidler F-Kart mit GFK-HotRod-Karosserie – Ratzdorf (Neißemünde) – Swinemünde 12 Tage 460 km 53 02 2. Dezember 2016 Staffel 17 54 01 20. Januar 2017 Mit dem Schlitten durchs Gebirge Schlitten, zu Fuß und Pistenbully – Samnaun – Langen am Arlberg – 200 km 55 02 27. Januar 2017
Episodenliste Staffel 1: Auf der Spree nach Berlin In der dreiteiligen Auftaktstaffel der erstmals ab dem 23. August 2010 ausgestrahlten Sendereihe startete Michael Kessler in einem Schlauchboot an der Spreequelle auf dem Kottmar im Lausitzer Bergland und bewältigte innerhalb von zwölf Tagen die 400 km lange Strecke durch Sachsen und Brandenburg nach Berlin mithilfe eines Paddels. Seine Ausrüstung beschränkte sich auf eine Angel, ein Zelt und ein Smartphone zur Kommunikation mit der Netz- und Außenwelt. Das vierköpfige Team mit Kameramann, Tonmeister, Realisator und Producer begleitete ihn in einem motorisierten Beiboot. Zur Überwindung riskanter Flussabschnitte und zum Transport des Equipments folgte zu Lande ein Kleinbus. Die Dreharbeiten fanden während hochsommerlicher Temperaturen statt. Die Nächte verbrachte Kessler in seinem Zelt auf verschiedenen Campingplätzen. Am vierten Tag taufte er das Schlauchboot auf den Namen Kenterprise. Zu einem Kentern des Boots kam es während der Reise jedoch nicht. In Berlin-Brandenburg erreichte die Pilotstaffel einen Marktanteil von durchschnittlich 8,6 %.Erfolgreichste Expedition: Floß-Abenteuer bei rbb-Zuschauern gefragt quotenmeter.de, 20. September 2011, aufgerufen am 30. Dezember 2011.
Staffel 2: Mit dem Esel an die Ostsee Mit Ausstrahlungsbeginn am 6. Juni 2011 folgte mit vier Episoden die zweite Staffel, in der Michael Kessler mit einem Esel von der Masurenallee in Berlin aus knapp 200 km durch die historische Landschaft Uckermark bis zum Seeheilbad Ahlbeck an der Ostsee wanderte. Der siebenjährige Wallach Elias entstammte einem auf Eselwanderungen spezialisierten Betrieb in Flieth-Stegelitz. In zwei Satteltaschen beförderte das Tier mehrere Reiseutensilien. Zur Bewältigung riskanter oder untauglicher Strecken wurde Kessler erneut von einem Fahrzeug samt Transportanhänger begleitet. Die Übernachtungen erfolgten in der Regel in Gast- und Bauernhöfen. Während eines Interviews auf einem Parkplatz in Altenhof wurde das Fernsehteam am fünften Tag der Reise Opfer eines Diebstahls. Aus den Satteltaschen, die dem Esel in der Pause abgenommen worden waren, hatte man unter anderem Kamerazubehör entwendet. Ein weiterer Zwischenfall ergab sich in der Nacht vom zehnten auf den elften Reisetag, als der Esel trotz Sicherung durch einen elektrischen Weidezaun aus seinem Gehege entwich. Mithilfe eines Anwohners und der Polizei gelang es jedoch, das Tier wieder in die Obhut der Verantwortlichen zurückzugeben. Michael Kessler und Elias erreichten das Ziel nach vierzehn Tagen. Mit rund 450 000 Zuschauern und einem durchschnittlichen Marktanteil von 8,4 % konnte das Format an den Erfolg der Auftaktstaffel anknüpfen. nachrichten.de, aufgerufen am 30. Dezember 2011.
Staffel 3: Mit dem Floß auf der Havel Bereits zwei Monate später schloss sich am 19. August 2011 mit fünf Folgen die dritte Staffel an. Nachdem die Sendung zuvor um 21:00 Uhr ausgestrahlt worden war, verlegte sie der rbb auf die Hauptsendezeit um 20:15 Uhr. In seiner dritten Expedition bewegte sich Kessler auf einem mit fünf PS motorisierten Floß von 17 m² Größe entlang der Havel fort. Das Gefährt verfügte unter anderem über eine Schlafkoje und eine Bordtoilette. Aufgrund der mit den jeweils vierzehnstündigen Drehtagen verbundenen Unannehmlichkeiten verbrachte Kessler jedoch nur wenige Nächte auf dem Floß. Die 309 km lange Route erstreckte sich vom Wesenberger Hafen inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte bis zur Mündung des Stroms in die Elbe. Mit an Deck befand sich eine 10-jährige Papageiendame namens Lori, die sowohl mit bayerischem Dialekt sprechen als auch den Klingelton eines Mobiltelefons imitieren konnte. Kessler taufte das Floß auf den Namen MF Schuhkarton. Während seiner Reise hielt er unter anderem in Himmelpfort und besuchte dort die Stube des Weihnachtspostamts. Die Staffel erzielte in Berlin einen Marktanteil von 8,8 %, in Brandenburg von 9,7 %. Der rbb kündigte daraufhin eine vierte Staffel an.
Staffel 4: So weit die Huskys laufen Auf der Suche nach dem kältesten Punkt Brandenburgs startete Michael Kessler im Januar 2012 in seine erste Winterexpedition, indem er sich auf einem mit Rädern ausgestatteten Hundeschlitten von vier Siberian Huskies ziehen ließ. Sein 200 km langer Weg führte ihn von Potsdam über das Nuthetal, die Parforceheide und den Großbeerener Graben in den Naturpark Dahme-Heideseen sowie vom Spreewald in die Nieder- und Oberlausitz. Die Tiere entstammten einem Betrieb in Storbeck-Frankendorf, ein Hundeausbilder begleitete die Tour auf seinem Mountainbike. Märkische Allgemeine, 13. Februar 2012, aufgerufen am 17. Februar 2012. Entlang der Route unterhielt sich Michael Kessler unter anderem mit einer Schwester des Klosters Alexanderdorf. Da während der Dreharbeiten zu keinem Zeitpunkt Schnee lag, ermittelte er eine Skihalle in Senftenberg als kältesten Punkt Brandenburgs. Die vierteilige Staffel wurde ab dem 17. Februar 2012 ausgestrahlt.
Staffel 5: Mit dem Klapprad von Kopenhagen nach Berlin Am 20. Juli 2012 begannen die Dreharbeiten zur fünften Expedition, in der Michael Kessler erstmals außerhalb Deutschlands startete. Sein Ziel war es, innerhalb von zwei Wochen den 630 Kilometer langen Radweg von Kopenhagen nach Berlin mit einem original 1970er-Jahre-Klapprad zurückzulegen. In Kopenhagen kam er unter anderem mit einem Bewohner der autonomen Kommune Freistadt Christiania ins Gespräch. In Gedser setzte er mit der Fähre nach Rostock über. Im dortigen Ostseebad Warnemünde besuchte Michael Kessler unter anderem das Robben-Forschungszentrum der Universität Rostock. Die Ausstrahlung der vier Episoden begann am 17. August 2012.
Staffel 6: Mit dem Rasenmäher auf den Brocken Vom 5. bis zum 18. Oktober 2012 war Michael Kessler für die Dreharbeiten zur sechsten Staffel unterwegs. Diesmal fuhr er von Berlin aus mit einem akkubetriebenen Aufsitzmäher von Husqvarna in einer Geschwindigkeit von 6 km/h bis auf den Brocken im Harz. Diesen taufte Kessler auf den Namen Gabor. Namensgeber ist ein ihm auf der Tour begegnender Rollstuhlfahrer, dessen Schicksal Michael Kessler beeindruckte. Ausstrahlungsbeginn der fünf Folgen war der 30. November 2012.
Staffel 7: Unterwegs auf der Schiene