Die Stammliste der Montmorency bezieht sich auf das Haus Montmorency vom 9. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert.
Die Ursprünge NN Gautier (Galterus), 869–um 892 Bischof von OrléansErzbischof Gautier von Sens wird als Neffe von Bischof Gautier von Orléans bezeichnet, nach: Honoré Fisquet, La France Pontificale, Gallia Christiana, Métropole de Sens (Paris), S. 30 NN Gautier I (Galterus); † 893, 867 Erzbischof von Sens Bouchard, um 909/14 bezeugt, Bruder von Gautier IBocardo fratre Gauterii archipresulis verkauft Eigentum super Belcam fluviolum Cevernum (Chevannes-sur-la-Baulche, Kanton Auxerre-Sud) an Géran, der von 909 bis 914 als Bischof von Auxerre bezeugt ist ? Bouchard de Bray (Bray-sur-Seine), 958 als Stifter der Kirche von Saint-Sauveur-lès-Bray bezeugtIn einem auf 958 datierten Dokument wird Bouchard nicht nur als Stifter der Kirche bezeichnet (die Stiftung durch ihn ist auch anderweitig dokumentiert), sondern auch als Sohn eines Herzogs Alberich und Neffe (über die Mutter) des englischen Königs Eadred (Haus Wessex): „Lotharius…Francorum Rex“ bestätigt, dass „Burchardus miles, filius Alberici Ducis“ die Kirche von Saint-Sauveur-lès-Bray mit Zustimmung von „Hildegardis uxoris eius“ und auf Anraten von „Theobaldi domini de Centumliis fratris eius“ gegründet habe, wobei er die Körper der Heiligen Pari und Pavace „de cœnobio de Persora“ mit Einverständnis von „avunculus eius Rex Ædredus“ überführt habe; Lot hält das Dokument für gefälscht, Ferdinand Lot, Les derniers Carolingiens (Paris 1891), Seite 59, Fußnote 2 ⚭ Ildegardis, 958 bezeugtDuchesne (S. 57ff) vermutet Ildegard als Tochter von „Thibaud Comte de Chartres“, also Theobald I. von Blois aus dem Haus Blois, und seiner Ehefrau Ledgard von Vermandois, einer Karolingerin; in seinen Augen sind die Montmorency somit Nachkommen sowohl Karls des Großen als auch des Königs Robert I. Dokumente dazu liegen nicht vor, zur Begründung dienen unter anderem lediglich: 1. Ledgard sei vermutlich der gleiche Name wie Ildegard, 2. Die Montmorency hätten lange Zeit Besitz in der Grafschaft Chartres gehabt (Verneuil, Marly etc.), der wohl aus der Mitgift Ildegards stamme. Die Auffassung Duchesnes wird auch heute noch häufig vertreten (z. B. [fr: Liste_des_seigneurs_de_Montmorency]), wurde allerdings von den Montmorency selbst nicht behauptet ? Bouchard, 975 Gefolgsmann Hugo Capets, aus dem Pagus Sens vertrieben Bouchard I. de Montmorency (de Montmorenciaco), genannt le Barbu, 1005/09 bezeugt; † vor 1012; ⚭ Ildelinde, Dame de Château-Basset auf der Île Saint-Denis, 1009/12 bezeugt, Witwe von Huges Basset, Ritter – Nachkommen siehe Abschnitt Die Herren von Montmorency (11.–12. Jahrhundert) ? Aubry, 975 bezeugt, Consanguineus von Graf Geoffroy Grisegonelle von Anjou, erhält von ihm Vihiers; ⚭ Adèle Aubry Eremburge; ⚭ I Hubert d’Arnay (Mathefelon). ⚭ II Hervé de Sablé ? Thibaut genannt Fille-Estoupe (Wergfaser, Rotschopf), Seigneur de Bray et de Montlhéry etc.Duchesne, S. 62, vor allem S. 687ff: „Zur Zeit der Könige Hugo Capet und Robert lebte Thibaud Herr von Bray, der ein Sohn von Bouchard I. Herr von Montmorency und Bray, und seiner Ehefrau Ildegarde, Tochter von Thibaud dem Alten Graf von Chartres und Blois, … gewesen zu sein scheint, aus Gründen, die am Anfang von Buch II dieser Geschichte erwähnt wurden.“ („Av temps des Roys Hugues Capet & Robert viuoit THIBAVD Seigneur de Bray, lequel ſemble auoir eſté fils de BOVCHARD I. du nom Seigneur de MONTMORENCY & de Bray, & d’ILDEGARDE ſon eſpouſe fille de Thibaud le vieil Comte de Chartres & de Blois, … pour les coniectures et raiſons remarquées au commencement du Liure II. de cette Hiſtoire.“) Zur Begründung verweist er auf den Besitz von Bray-sur-Seine sowohl bei Bouchard als auch Thibaut sowie auf den Namen Thibaut seines von ihm (Duchesne) angenommenen Großvaters (In diesem Artikel wird chronologischen Gründen zwischen Bouchard I. (um 975) und Bouchard, dem Ehemann Ildegards (958) unterschieden und Thibaut folglich als (vermuteter) Enkel Ildegards aufgeführt). Guy I de Montlhéry, 1043–1067 bezeugt (siehe Haus Montlhéry). ⚭ Hodierne de Gometz, 1043–1060 bezeugt, Erbin von Gometz und La Ferté, Tochter von GuillaumeDuchesne S. 688 Thibaut de Montlhéry, 1053 bezeugt ? Thibaut, dominus de Centumliis 958Nach dem wohl gefälschten Dokument aus 958, zudem als Bruder Bouchard de Brays; der genannte Ort ist nicht identifiziert NN (vielleicht Aubry, Vicomte d’Orléans, siehe unten) Gautier II (Galterus); † 928, Erzbischof von SensDer Chronicon archiepiscoporum Senonensium nennt „Galterus II, nepos prioris“, berichtet von seinem Tod im Jahr 928 und seiner Beerdigung „in cœnobio B. Petri juxta avunculum suum“, in: Joseph Depoin, La Légende des premiers Bouchards de Montmorency (Pontoise 1908), S. 24, zitierend Chronicon. archiep. Senonensium, Kopie von Urbain Reversy (unveröffentlicht), ms. lat. 5, 202, fol. 130-1. ? Aubry (Albericus), Vicomte d’Orléans 886, wohl aus Sens in Burgund stammendBei der Wahl Bettos als Bischof von Auxerre wird dieser als „Betto…natione…Burgundie…Senonice urbis indigena“, sein Vater Aubry als „patre Alberico eque Burgundione editus, matre…Angela Francigena“ bezeichnet, Louis Maximilien Duru, Bibliothèque Historique de l’Yonne, Band I (Paris 1850), Gesta Episcoporum Autissiodorensium, S. 371Maurice Chaume sieht Aubry als Vater von Erzbischof Gautier II von Sens; Maurice Chaume, Les origines du duché de Bourgogne (Dijon 1925), Band I, S. 523, zitiert in Brigitte Bedos, Les origines de la famille de Montmorency, Société d’Histoire et d’Archéologie de Senlis, Comptes Rendus et Mémoires, Jahrgang 1976 (1978), S. 7 ⚭ Angela, Fränkin ? Geoffroy (Gaufredus), Vicomte d’Orléans 933/942Schwennicke bezeichnet ihn und seinen Sohn als „Comte de Gâtinais“; Geoffroy unterzeichnet 939 jedoch als „Gaufredi Aurelianensium Vicecomitis“, RHGF IX, S: 723, analog: „Alberici Aurelianensium vicecomitis“ in einer Urkunde von 957, in: Émile Mabille, Chroniques des comtes d’Anjou par Marchegay et Salmon, Introduction, (Paris), Pièces justificatives (1871), X, S. cix, und „Alberici Aurelianensis vicecomitis“ (10. Juni 966), in: Bertrand de Broussillon (Hg.) (1903) Cartulaire de l’abbaye de Saint-Aubin d’Angers, Band II (1903), S. 4 ? Aubry (Albericus), Vicomte d’Orléans 957/966Édouard de Saint-Phalle sieht Vicomte Aubry als identisch mit Graf Aubry II. von Mâcon an, dessen Tochter Beatrix Geoffroy, den ersten bekannten Grafen des Gâtinais heiratete (siehe Haus Mâcon) und der anscheinend der Erbe der Güter der Vizegrafen von Orléans war. Diese These wird allerdings von keinem zeitnahen Beleg gestützt. Édouard de Saint-Phalle, Les comtes de Gâtinais, S. 238 ? Gerberge; † vor 952; ⚭ 937 Foulques II. le Bon, um 942 Graf von Anjou; † 11. November wohl 958 (Erstes Haus Anjou)Maurice Chaume reiht Fulko Ehefrau hier ein, um das Auftreten des Namens Geoffroy im Ersten Haus Anjou zu erklären, Édouard de Saint-Phalle, Les comtes de Gâtinais, S. 239, zitiert Maurice Chaume, Les origines du duché de Bourgogne (Dijon 1925) Band I, S. 534 Betton (Betto); † 24. Februar wohl 918, 915 Bischof von AuxerreDie Annales Sanctæ Columbæ Senonensis berichten, dass „Betto monachus sanctæ Columbæ“ am „IV Id Mar“ 915 zum Bischof von Auxerre gewählt wurde, in: Annales Sanctæ Columbæ Senonensis, MGH SS I, S. 104; Die Gesta Episcoporum Autissiodorensium vermelden seinen Tod am „VI Kal Mar“ und seine Beerdigung „in cripta ecclesiæ Sancti Germani“ nach „annos II, menses XI, dies XIV“ als Bischof, in: Duru (1850), Gesta Episcoporum Autissiodorensium, S. 373
Die Herren von Montmorency (11.–12. Jahrhundert) Bouchard I. de Montmorency (de Montmorenciaco), genannt le Barbu, 1005/09 bezeugt; † vor 1012. ⚭ Ildelinde, Dame de Château-Basset auf der Île Saint-Denis, 1009/12 bezeugt, Witwe von Hugues Basset, Ritter – Vorfahren siehe Abschnitt Die Ursprünge Bouchard II., Sire de Montmorency et de Marly, Seigneur de Feuillarde et de Château-Basset 1028/31 rechts|150px Thibaud I., 1048/71 bezeugt; † 1071 vor 2. November, Connétable von Frankreich Hervé, 1060/um 1100 bezeugt; † vor 1110, 1074 Bouteiller de France, 1081 pincerna (échanson, Mundschenk). ⚭ Agnès, um 1087/um 1100 bezeugt; † vor 1124 Bouchard III., 1096/1124 bezeugt; † 2. Januar 1130/32, Sire de Montmorency, de Marly, de Feuillarde, de Saint-Brice, d’Épinay et d’Hérouville. ⚭ I Agnès de Beaumont, Dame de Conflans-Sainte-Honorine, Tochter von Yves III, Comte de Beaumont-sur-Oise (Haus Beaumont-sur-Oise). ⚭ II vor 1105 Agnès de Pontoise, Tochter von Raoul Deliès, Co-Seigneur de Pontoise, und Havise, bestattet in Saint-Martin-des-Champs (I) Söhne, 1124 bezeugt rechts|150px (I) Mathieu I., 1102 bezeugt; † 1160, 1138/60 Connétable von Frankreich, 1148/60 Sire de Montmorency, de Marly, de Conflans-Sainte-Honorine et d’Attichy. ⚭I Alice, uneheliche Tochter von Heinrich I., König von England (Haus Plantagenet); ⚭II 1141 Adelheid oder Alice von Savoyen; † 1154, stiftet 1134 die Abtei Montmartre, Tochter von Humbert II., Graf von Savoyen, (Haus Savoyen), Witwe von Ludwig VI. der Dicke, König von Frankreich (Stammliste der Kapetinger) – Nachkommen siehe Abschnitt Die Herren von Montmorency (12.–13. Jahrhundert) (I) Thibaut, 1147 Kreuzritter (Zweiter Kreuzzug) (I) Adeline oder Helvide, genannt Machanie; ⚭ Guy, Seigneur de Guise et de Lescières (II) Hervé, 1172 Constable of Ireland, als Witwer Mönch in Trinity (Canterbury) ⚭ I Elisabeth, Tochter von Robert I., Earl of Leicester (Haus Beaumont), Witwe von Gilbert de Clare, 1. Earl of Pembroke (siehe Clare (Familie); Hervé war somit der Stiefvater von Richard de Clare, 2. Earl of Pembroke, der die Invasion Irlands 1170 leitete) (II) Hermer; † 24. Juli eines unbekannten Jahres Geoffroy, um 1087 bezeugt Hervé, 1081/1116 bezeugt Albéric, um 1118 bezeugt; † 29. April eines unbekannten Jahres Geoffroy, Kastellan von Burg Gisors – vermutete Nachkommen siehe Abschnitt Die Kastellane von Gisors Tochter, 1067/95 geistlich Albéric (Aubry), 1028–1059/60 bezeugt, Connétable von Frankreich unter König Heinrich I. Foucaud I – Nachkommen siehe Abschnitt Die Banthelu Gelduin, 1028 bezeugt
Die Herren von Montmorency (12.–13. Jahrhundert) Mathieu I., 1102 bezeugt; † 1160, 1138/60 Connétable von Frankreich, 1148/60 Sire de Montmorency, de Marly, de Conflans-Sainte-Honorine et d’Attichy. ⚭I Alice, uneheliche Tochter von Heinrich I., König von England (Haus Plantagenet); ⚭II 1141 Adelheid oder Alice von Savoyen; † 1154, stiftet 1134 die Abtei Montmartre, Tochter von Humbert II., Graf von Savoyen, (Haus Savoyen), Witwe von Ludwig VI. der Dicke, König von Frankreich (Stammliste der Kapetinger) – Vorfahren siehe Abschnitt Die Herren von Montmorency (11.–12. Jahrhundert) (I) Henri; † 24. Juli vor 1160 (I) Bouchard IV., 1151 bezeugt; † 1189Der Nekrolog der Abtei Notre-Dame du Val berichtet, dass „Bucardus avus, Bucardus, Theobaldus de Montemorenciaco“ in Jerusalem starb; aus der Notiz geht nicht hervor, wer der genannten Personen damit gemeint ist, nach Schwennicke starb er in Frankreich, Obituaires de Sens Band I.1, Abbaye du Val, S. 630, Sire de Montmorency, Seigneur de Conflans-Sainte-Honorine, d'Hérouville etc., 1183 Seigneur d’Écouen, gründet 1169 die Prieuré du MeynelLe prieuré grandmontain de Notre-Dame des Bonshommes du Meynel im Wald von L’Isle-Adam auf dem Gebiet der Gemeinde Maffliers, 1189 Kreuzritter (Dritter Kreuzzug), bestattet im Kloster Le Val. ⚭ 1173 Laurette von Hennegau; † 9. August 1181, Tochter von Balduin IV., Graf von Hennegau (Haus Flandern) und Alice de Namur, Witwe von Dietrich von Aalst, bestattet im Kloster Le Val