Der Gulden, auf Ungarisch Forint genannt, war die Währung des Kaisertums Österreich und ab 1867 von Österreich-Ungarn. Er wurde 1858 aufgrund des Wiener Münzvertrages statt des Talers eingeführt, der im Gegensatz zum Gulden nicht im Dezimalsystem gerechnet wurde. Der Gulden war in Österreich noch bis 1900 im Umlauf, obwohl er 1892 durch die Krone ersetzt wurde.
Geschichte Kaisertum Österreich Aufgrund des Wiener Münzvertrages wurde 1858 im Deutschen Zollverein die Währung umgestellt, sodass sie in alle beteiligten Landeswährungen umgerechnet werden konnte. Ein Vereinstaler war somit gleichbedeutend mit den nord- und mitteldeutschen Talern, Gulden oder 105 Kreuzer der süddeutschen Vereinswährung, oder Gulden (150 Neukreuzer) der österreichischen Währung. Im Gegensatz zum Taler, der vor dem Gulden in Österreich verwendet wurde, wurde der Gulden im Dezimalsystem gerechnet. Der Konventionstaler wurde in einem Verhältnis von 1:2 zum Gulden gewechselt.
Österreich-Ungarn 1867 wurde der Einheitsstaat Österreich in die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn umgegliedert. Ungarn hatte das Recht auf eine eigene Währung, Österreich und Ungarn kamen jedoch überein, die gemeinsame Währung beizubehalten. Für die Länder der Ungarischen Krone wurden jedoch ab 1868 eigene Guldenmünzen mit der Bezeichnung Forint geprägt.
1892 wurde der Gulden in einem Verhältnis von 1:2 zur Krone gewechselt, blieb aber noch bis 1900 im Umlauf. Auch als Recheneinheit blieb der Gulden noch Jahre nach der Umstellung auf die Krone in Gebrauch, beispielsweise 1896 im Gesetz über die Erwerbsteuer (RGBl 220/1896).
Münzen Münzen der österreichischen Reichshälfte Kupfermünzen wurden anfangs in Werten von einem Heller (= Kreuzer) bis zu einem Kreuzer verwendet. Weiters gab es Silbermünzen in den Werten von 3 Kreuzern bis zu einem Konventionstaler. Die türkischen und napoleonischen Kriege führten zu einer Änderung dieser anfänglich verwendeten Werte. Die neuen Werte enthielten eine Münze mit dem Wert von 12 Kreuzern, die jedoch nur einen Silberwert von 6 Kreuzer hatte. Sie wurde später als 7-Kreuzer-Münze geprägt. 1807 wurden die Münzen in Werten von 15 und 30 Kreuzern geprägt. Diese Werte wurden in Geldscheine ausgegeben, doch 1814 wurden die Münzen wieder auf die Vorkriegswerte geändert.
1857 wurde der Gulden dezimalisiert, die neu eingeführten Münzen waren 0,5 Kreuzer (geschrieben ), 1 Kreuzer und 4 Kreuzer in Kupfer. Die Silbermünzen waren 5, 10 und 20 Kreuzer und , 1 und 2 Gulden sowie 1 und 2 Vereinstaler. Die Goldmünzen waren 4 und 8 Gulden und 10 und 20 Franken. Die Prägung des Vereinstalers wurde jedoch 1867 eingestellt. Ein Vereinstaler war Gulden.