Die Österreichische Kunsttopographie (ÖKT) ist eine in den Jahren 1907 bis 2013Rechnungshof Österreich: Bundesdenkmalamt – Follow–up–Überprüfung – Bericht des Rechnungshofes, Reihe BUND 2020/32. erschienene Buchreihe des österreichischen Bundesdenkmalamts, die das Inventar der Kunstdenkmäler in Österreich darstellt. Seit 2018 wird sie als Österreichische Denkmaltopographie fortgesetzt.

Geschichte Auf der Grundlage einer „Allerhöchsten Entschließung“, die am 1. Jänner 1850 von Kaiser Franz Joseph I. unterzeichnet wurde, wurde die „k.k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale“ gegründet, die 1853 ihre Arbeit aufnahm.

1906 begannen unter Max Dvořák die Vorarbeiten für die Buchreihe der Österreichischen Kunsttopographie, deren erster Band (Die Denkmale des politischen Bezirkes Krems) im Jahr 1907 erschien.

Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Este übernahm 1910 das Protektorat über die unterdessen in „k.k. Zentralkommission für Denkmalpflege“ umbenannte Institution. Sein Berater Carl von Bardolff kritisierte die Abfassung der Kunsttopographie als zu langsam (1913 waren laut seinen Angaben sieben von geschätzten 370 Bänden fertig), zu teuer in der Herstellung (bei rund 25.000 Kronen pro Band waren Gesamtkosten von rund neun Millionen Kronen zu erwarten gewesen) und zu unhandlich für den praktischen Einsatz der einzelnen Bände.

Bardolffs Argumentation war allerdings nicht korrekt. Bis 1913 waren bereits zehn Bände erschienen und auch eine flächendeckende Erfassung der cisleithanischen Reichshälfte war nicht geplant. Vorgesehen war eine schwerpunktmäßige Aufarbeitung von Regionen, welche aus der Sicht der Denkmalpflege besonders interessant waren.

Da Franz Ferdinand besonders am damaligen Kronland Salzburg interessiert war, wurde auf seinen Wunsch hin zwischen 1911 und 1914 das Herzogtum Salzburg in sieben Bänden kunsttopographisch beschrieben. 1940 erschien der bis jetzt letzte Salzburg betreffende Band.

Wie im Vorwort einzelner Bände immer wieder dankend erwähnt wird, wurden manche Bände von Städten, Klöstern oder Gönnern subventioniert, um vor allem eine reichere Illustrierung zu ermöglichen. So bedankt sich etwa Max Dvořák im Vorwort zu Band XIV (Baugeschichte der k.k. Hofburg in Wien bis zum XIX. Jahrhunderte) für eine munifizente Subventionierung durch Kaiser Franz Joseph I. Auch in der Gegenwart wird das Bundesdenkmalamt immer wieder von den jeweiligen Bundesländern und/oder Städten unterstützt.

Eine gleichartige Buchreihe war sowohl für die böhmischen Länder als auch Galizien vorgesehen; sie wurde für Südtirol in den Jahren 1923–30 durch Josef Weingartner realisiert.Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Südtirols, 4 Bände, Augsburg 1923–1930; weitere 7 Auflagen bis 1990, jeweils in 2 Bänden, Bozen/Innsbruck/Wien.

Die beiden während der NS-Herrschaft in Österreich aufgelegten Bände 28 und 29 erschienen unter dem Titel Ostmärkische Kunsttopographie.

Mit dem 1039 Seiten und 1185 Abbildungen umfassenden Band Die Kunstdenkmäler der Stadt Graz. Die Profanbauten des II., III. und VI. Bezirkes erschien im Jahr 2013 der 60. und letzte Band der Österreichischen Kunsttopographie. Damit ist die kunsttopographische Inventarisierung der Profanbauten des historischen Kerns der Stadt Graz abgeschlossen.

Seit 2018 wird die bisherige Österreichische Kunsttopographie gemeinsam mit den Materialheften zu den Fundberichten aus Österreich unter dem Namen Österreichische Denkmaltopographie fortgesetztÖsterreichische Denkmaltopographie in bda.gv.at, abgerufen am 19. Februar 2026. und erscheint im Verlag Ferdinand Berger & Söhne.Bundesdenkmalamt ÖDT auf verlag-berger.at, abgerufen am 3. Jänner 2023.

Bedeutung Die Österreichische Kunsttopographie stellt ein auf wissenschaftlicher Basis erarbeitetes Inventar der Kunstdenkmäler in Österreich dar. Sie ist dadurch eine Grundlage für Aktivitäten auf den Gebieten Denkmalpflege, Stadtplanung und Altstadterhaltung, ist aber auch für die Kunstgeschichte von Bedeutung.

Bände Aufstellung der 1907–2013 erschienenen Bände der Österreichischen Kunsttopographie: