mini|hochkant|Markgrafenkirche Seibelsdorf mini|hochkant|Friedenseiche am Vogtsplatz in Seibelsdorf
Seibelsdorf ist ein Gemeindeteil des Marktes Marktrodach im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern. In der 10,6 km² großen Gemarkung Seibelsdorf liegen die Orte Mittelberg, Waldbuch und Wurbach. 2005 gab es dort 495 Einwohner.Markt Marktrodach: Ortsteile des Marktes 08/2005
Lage Seibelsdorf liegt sieben Kilometer östlich der Kreisstadt Kronach an der Fränkischen Linie beim Übergang des Frankenwalds in das Obermainische Hügelland. Mit fast 300 m Höhenunterschied zwischen Seibelsdorf und der Radspitze ist die Reliefenergie dort die höchste im Frankenwald. Am südlichen Ortsrand fließt der Bach Losnitz nordwestlich zur Rodach. Durch den Ort führt die Bundesstraße 303. Sie verläuft nach Rugendorf (3,8 km südöstlich) bzw. an Waldbuch und Großvichtach vorbei nach Marktrodach (3,8 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Fischbach zur Kreisstraße KC 12 (2,9 km westlich). An Naturdenkmälern gibt es eine Kellerlinde am Ortsausgang nach Fischbach, die Pfarrhauslinde vor dem Pfarrhaus und eine Friedenseiche auf dem Kriegerdenkmalplatz.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland. Sp. 616.
Geschichte Seibelsdorf wurde erstmals 1126 als „Sigiboltestorff“ erwähnt. Später wurde daraus „Seyboltstorff“, danach nannte man es „Seibelsdorf“. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Sigibolt.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 206.
Seibelsdorf ist ein alter Pfarrort und war mit der oberhalb des Ortes gelegenen Burg Mittelberg seit dem 13. Jahrhundert Mittelpunkt einer kleineren Herrschaft. Sie fiel 1340 an die Burggrafen von Nürnberg, die dort das Amt Mittelberg einrichteten. Das Marktrecht soll 1523 verliehen worden sein.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Seibelsdorf aus 33 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das bayreuthische Vogteiamt Seibelsdorf aus. Grundherren waren das Kastenamt Kulmbach (14 Anwesen: Amtshaus, 1 Hof, 1 Gut, 2 Sölden, 4 Tropfhäuser, 1 Haus, Schenkstatt, Schmiede, Badstube, Hirtenhaus), die Pfarrei Seibelsdorf (4 Anwesen: Pfarrhaus, Schulhaus, 1 Sölde, 1 Haus), das Rittergut Seibelsdorf (8 Anwesen: Schlösslein, 1 Gut, 3 Sölden, 1 Tropfgütlein, 2 Tropfhäuser), das Rittergut Küps (6 Anwesen: 5 Söldengüter, 1 Haus), das bambergische Kastenamt Stadtsteinach (1 Gütlein).
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1802 gehört der Ort zu Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Seibelsdorf gebildet, zu dem Mittelberg, Waldbuch und Wurbach gehörten. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Seibelsdorf, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Stadtsteinach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Stadtsteinach (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörten einige Anwesen bis 1833 bzw. 1836 Patrimonialgerichten an, die aus den ehemaligen Rittergütern entstanden. Ab 1862 gehörte Seibelsdorf zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt). Die Gemeinde hatte eine Fläche von 10,443 km². Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die neugebildete Gemeinde Marktrodach eingegliedert. Das Marktrecht ging auf die gesamte Gemeinde über.
Wappen Blasonierung: „Geviert; eins und vier wieder geviert von Silber und Schwarz; zwei und drei in Silber auf grünem Boden ein grüner Laubbaum.“
Sehenswürdigkeiten Markgrafenkirche Kriegerdenkmal mit Friedenseiche Schlossgut Böhm Radspitzturm
Einwohnerentwicklung Gemeinde Seibelsdorf Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 400 571 588 615 566 597 607 600 654 657 636 594 544 541 589 584 561 556 467 799 769 712 536 525HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 92 97 100 97 102 107 114 Quelle Für die Gemeinde zuzüglich der Einwohnerzahlen von Mittelberg (S. 77), Waldbuch (S. 133) und Wurbach (S. 141).
Ort Seibelsdorf Jahr 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 275 402 431 473 417 416 590 402 405 354Häuser 51 72 73 79 80 86 101Quelle
Religion Seibelsdorf ist Sitz einer Pfarrei und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.
Partnerschaft Seibelsdorf verbindet eine Freundschaft mit dem Gemeindeteil Seibelsdorf der Gemeinde Antrifttal im Vogelsbergkreis in Hessen. Die örtlichen Feuerwehren veranstalten regelmäßig Fahrten.
Vereine FC Bayern Fan-Club Seibelsdorf Chorgemeinschaft Seibelsdorf 1979 Deutscher Pfadfinderbund Mosaik-Stamm König Artus Waldbuch/Seibelsdorf Frankenwaldverein Ortsgruppe Seibelsdorf Freiwillige Feuerwehr Seibelsdorf Freundeskreis der Pfadfinder Seibelsdorf e. V. Fußballclub Seibelsdorf e. V. Jagdgenossenschaft Seibelsdorf Kleintierzuchtverein Seibelsdorf e. V. Musikkapelle Seibelsdorf 1962 e. V.
Söhne und Töchter des Ortes Erich Kolb (1927–2004), Tierarzt und Biochemiker Theodor Schmidt-Kaler (1930–2017), Astronom und Demographie-Experte
Literatur Stefan Peetz: Geschichte(n) rund um Seibelsdorf anläßlich des 875-jährigen Dorfjubiläums im Jahr 2001. Seibelsdorf 2001.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Marktrodach) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ersterwähnung 1126 Kategorie:Ehemaliger Markt in Bayern Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978