Kerstin von der Decken (* 22. November 1968 in Hamburg als Kerstin Brandt; während ihrer ersten Ehe Kerstin Odendahl) ist eine deutsche Juristin, Professorin für Völkerrecht und Europarecht sowie Politikerin (CDU). Sie ist seit dem 29. Juni 2022 Ministerin für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein im Kabinett Günther II.
Leben und Wirken Kerstin von der Decken wurde als Tochter des Biologen Ulrich Brandt und seiner Frau Gerlinde, geb. Groß, in Hamburg geboren. Bis 1982 lebte sie in Mexiko-Stadt, wo ihre Eltern für den Bayer-Konzern tätig waren. Sie wuchs zweisprachig auf und besuchte die deutsche Schule „Alexander von Humboldt“.
Nach dem Abitur 1988 am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Leverkusen studierte sie Rechtswissenschaften und Internationale Beziehungen an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, dem und der Universität Trier. Dem Erwerb des in 1991 folgte 1994 das Erste Juristische Staatsexamen in Trier.
Im Anschluss arbeitete sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin von Udo Di Fabio und Gerhard Robbers. 1997 wurde sie mit der Dissertation Reichweite und Schranken territorialer Souveränitätsrechte über die Umwelt an der Universität Trier promoviert.Datensatz der Dissertation auf d-nb.info, abgerufen am 29. Oktober 2020.
Von 1996 bis 1998 absolvierte sie den Juristischen Vorbereitungsdienst in Cottbus und absolvierte dort 1998 das Zweite Juristische Staatsexamen. Zwischen 1998 und 2000 arbeitete sie in Berlin, wo sie im Auftrag der drei Berliner Universitäten (Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin) den interdisziplinären Postgraduiertenstudiengang „Europawissenschaften“Website „Europawissenschaften Berlin“, abgerufen am 6. Oktober 2012. aufbaute und koordinierte.Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und Auswärtiges Amt (Hrsg.): Aufbaustudiengang „Europawissenschaften“ – Studienjahr 1999/2000. (PDF-Dokument, 1,1 MB) beim Informations- und Dokumentationssystem Hochschule, abgerufen am 6. Oktober 2012.
Im Jahr 2000 wechselte von der Decken nach Trier, um sich als Leiterin eines Projekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft für Nachwuchswissenschaftler der Habilitation zu widmen. Diese erfolgte im Februar 2004 auf Grundlage der Schrift Kulturgüterschutz. Entwicklung, Struktur und Dogmatik eines ebenenübergreifenden Normensystems. Ihr wurde die für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht verliehen.
2004 wurde von der Decken an den Lehrstuhl für Völker- und Europarecht an der Universität St. Gallen berufen. Dort wurde sie 2007 zur Vize-Dekanin und 2009 zur Dekanin der Juristischen Fakultät gewählt. 2011 folgte sie dem Ruf an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Dort war sie bis 2022 Inhaberin des Lehrstuhls für Öffentliches Recht mit Schwerpunkt Völkerrecht, Europarecht und Allgemeine Staatslehre sowie Ko-Direktorin des Walther-Schücking-Instituts für Internationales Recht.
Gastprofessuren führten von der Decken an die (2005), das (2007), die (2008) und die Karl-Franzens-Universität Graz (2010). Seit 2009 hat sie eine ständige Gastprofessur für Völkerrecht an der inne. 2016 wurde sie in die Akademie der Wissenschaften in Hamburg gewählt.
Die Forschungsschwerpunkte liegen bei den Grundlagen des Völkerrechts und des Europarechts sowie beim internationalen Umweltrecht, dem Kultur- und dem Sicherheitsrecht.
Von der Decken wurde am 29. Juni 2022 von Ministerpräsident Daniel Günther zur Ministerin für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein ernannt.
Auszeichnungen 1990/1991: für den besten -Abschluss des Studienjahres 1990/1991 in 1997: Ethik-Preis des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblattes, für die in der Dissertation entwickelte Idee einer Umweltpflichtigkeit der Souveränität 2006: der Studentenschaft der Universität St. Gallen (HSG) 2010: 3. Preis beim Wettbewerb „Grenzen fließen“ der Johanna-von-Pfirt-Gesellschaft. Für die mit Hans Martin Tschudi herausgegebenen Schriften zur Grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. auf der Website der Johanna von Pfirt-Gesellschaft, abgerufen am 6. Oktober 2012. 2011: Ruf zurück nach Deutschland mit Unterstützung des Programms „Rückkehr deutscher Wissenschaftler aus dem Ausland“ der auftrags der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Werke (Auswahl) Autorschaft Die Umweltpflichtigkeit der Souveränität. Reichweite und Schranken territorialer Souveränitätsrechte über die Umwelt und die Notwendigkeit eines veränderten Verständnisses staatlicher Souveränität. Dissertation. Schriften zum Umweltrecht, Band 88. Duncker & Humblot, Berlin 1998, ISBN 3-428-09364-X. Kulturgüterschutz – Entwicklung, Struktur und Dogmatik eines ebenenübergreifenden Normensystems. Habilitationsschrift. Mohr Siebeck, Tübingen 2005, ISBN 978-3-16-148643-2. Gottvertrauen als Kraft zur Veränderung – Der Aufstand in der arabischen Welt im Spiegel der Bachkantate „In allen meinen Taten.“ In: Neue Zürcher Zeitung vom 2. April 2011. (online)Reflexion anlässlich der Aufführung durch die J. S. Bach-Stiftung am 18. März 2011. Als DVD: Johann Sebastian Bach: In allen meinen Taten. Kantate BWV 97. Monika Mauch (Sopran), Ruth Sandhoff (Alt), Daniel Johannsen (Tenor), Klaus Mertens (Bass), Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung mit Norbert Zeilberger (Orgel), Rudolf Lutz (Leitung). Samt Einführungsworkshop sowie Reflexion. Gallus Media, St. Gallen 2012. Herausgeberschaft Kerstin Odendahl und Peter Johannes Weber (Hrsg.): Kulturgüterschutz – Kunstrecht – Kulturrecht. Festschrift für Kurt Siehr zum 75. Geburtstag. Schriften zum Kunst- und Kulturrecht Band 8. Dike, Zürich 2010, ISBN 978-3-03751-293-7. Kerstin Odendahl, Benjamin Schindler, Hans Martin Tschudi (Hrsg.): Schriften zur Grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Dike Verlag, Zürich/St. Gallen, 2009 ff.Beschreibungen auf der Verlags-Website, abgerufen am 6. Oktober 2012.
Weblinks
Kerstin von der Decken auf der Website der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Kerstin von der Decken (Kerstin Odendahl) auf der Website der Universität St. Gallen „Hier bleibe ich, dachte ich.“ Kerstin von der Decken im Interview mit Philippe Reichen, St. Galler Tagblatt vom 19. Januar 2011, abgerufen am 31. Dezember 2017. Neue CDU-Minister: Wer sind von der Decken, Schwarz und Madsen? Kurzvorstellung des NDRs vom 28. Juni 2022, abgerufen am 28. Juli 2022 Seite der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.
Einzelnachweise
Kategorie:Justizminister (Schleswig-Holstein) Kategorie:CDU-Mitglied Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Völkerrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Völkerrechtler (21. Jahrhundert) Kategorie:Europarechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Europarechtler (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität St. Gallen) Kategorie:Hochschullehrer (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) Kategorie:Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg ⚭Kerstin Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1968 Kategorie:Frau