Hell on Wheels ist eine US-amerikanische Western-Fernsehserie, erschaffen von Joe Gayton und Tony Gayton. Entwickelt wurde sie von Endemol und produziert von Entertainment One und Nomadic Pictures. Gedreht wurde sie in der kanadischen Provinz Alberta.

Die Serie beginnt kurz nach dem Sezessionskrieg im Jahre 1865 und behandelt den Bau der Ersten transkontinentalen Eisenbahn. Sie folgt dem ehemaligen Sklavenhalter und konföderierten Soldaten Cullen Bohannon, der nach dem Ende des Krieges die Mörder von Frau und Kind sucht.

In den USA wurde die Serie ab dem 6. November 2011 auf dem Kabelsender AMC ausgestrahlt. Bei ihrer Premiere wurde die Serie von 4,4 Millionen Zuschauern gesehen und stellt damit den bis dato zweitbesten Serienstart auf dem Sender dar, nur übertroffen von der Serie The Walking Dead. Die fünfte und letzte Staffel wurde zweigeteilt zu je sieben Episoden im Sommer 2015 und Sommer 2016 ausgestrahlt.

Handlung Staffel 1 Die Handlung beginnt 1865, kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg im Zuge der Reconstruction. Der ehemalige konföderierte Soldat Cullen Bohannon jagt die Mörder seiner Familie, marodierende Unionssoldaten, die im Krieg seine Frau vergewaltigten und sie und seinen Sohn ermordeten. Ihn verschlägt es nach Hell on Wheels, die mobile Zeltstadt, die den Bau der ersten transkontinentalen Eisenbahn der Union Pacific nach Westen begleitet. Dort vermutet er einen der Mörder.

Gleichzeitig sucht im Osten des Landes Thomas Durant, der die Eisenbahn im Auftrag der Union Pacific erbauen soll, nach Investoren. Bohannon nimmt vom Vorarbeiter eine Stelle an, der ihm zutraut, als ehemaliger Sklavenhalter die schwarze Arbeiterschaft im Zaum halten zu können. Denn unter der Arbeiterschaft, die vor allem aus irischen und deutschen Einwanderern und ehemaligen schwarzen Sklaven besteht, kommt es ständig zu Konflikten. So lernt Bohannon den schwarzen Gleisarbeiter Elam Ferguson kennen. Trotz anfänglicher Widrigkeiten und gewalttätigen Auseinandersetzungen entwickeln beide Respekt füreinander. Dennoch bleibt Elam wegen der Vergangenheit Cullens als Sklavenhalter misstrauisch, obwohl Bohannon versichert, seine Sklaven gut behandelt und diesen vor dem Krieg die Freiheit geschenkt zu haben (was sich später jedoch als Lüge herausstellt). Ferguson entwickelt Zuneigung zur Prostituierten Eva, die einst von Indianern als Sklavin gehalten und mit einer markanten Tätowierung am Kinn gezeichnet wurde.

Durch Gespräche mit dem Vorarbeiter Johnson erfährt Bohannon von dessen Beteiligung an der Ermordung seiner Familie. Bevor er sich rächen kann, wird Johnson zu Cullens Verdruss von Elam erstochen, bevor er den vollen Namen eines weiteren Beteiligten nennen kann. Für den Mord an Johnson wird dann Bohannon verantwortlich gemacht und inhaftiert. Treibende Kraft dahinter ist Thor Gundersen, Chef der Eisenbahnpolizei und „Der Schwede“ genannt, obwohl er aus Norwegen stammt. Gundersen nutzt seine Stellung aus, um die Händler von Hell on Wheels zu erpressen.

Bohannon entkommt seiner Einkerkerung und Hinrichtung und kann Durant überzeugen, ihn fortan als Vorarbeiter zu beschäftigen. Durant überzeugt Bohannons Erfahrung aus dem Krieg und dessen Einstellung, dass der Streckenbau im Grunde auch eine Art Krieg darstellt. Mit seiner rauen, aber gerechten Art verschafft sich Bohannon rasch Respekt unter den Arbeitern.

Im weiteren Verlauf der Handlung kommt es zu gewalttätigen Konflikten mit einem Stamm der Cheyenne, deren Lebensraum von der Eisenbahn durchschnitten wird, und die dies nicht hinnehmen wollen. Zwischen diesem Konflikt steht Joseph Black Moon, ein Cheyenne, der sich vom fanatischen Reverend Cole taufen ließ und nun zwischen den Kulturen steht. Joseph rettete Lily Bell, die Frau des im Auftrag der Union Pacific tätigen Landvermessers, vor Angehörigen seines eigenen Stammes. Deren Mann überlebte diesen Angriff nicht, weshalb sie nun dessen Arbeit weiter führen möchte.

Unter der Führung der beiden ehrgeizigen irischen Brüder Sean und Mickey McGinnes stehen die ansässigen Händler gegen den Schweden auf, teeren und federn ihn, und verjagen ihn anschließend aus Hell on Wheels. Cullen spürt einen Mann namens Harper auf und tötet ihn, muss jedoch feststellen, dass es sich dabei um einen Unschuldigen handelte, der mit dem Tod seiner Familie nichts zu tun hatte. Bevor Bohannon von US-Marshals verhaftet werden kann, flieht er.

Staffel 2 Bohannon schließt sich einer Bande ehemaliger Südstaatensoldaten an, die als Outlaws die Gegend unsicher machen. Zunächst glaubt er, diesen ginge es wie ihm darum, den Krieg weiter zu führen und dafür durch Überfälle die nötigen finanziellen Mittel zu sammeln. Doch bald erkennt er, dass es sich nur um eine gewöhnliche Räuberbande handelt, denen es allein um persönliche Bereicherung geht. Elam arbeitet inzwischen als neuer Chef der Eisenbahnpolizei und es gelingt ihm, Bohannon festzunehmen, als dieser mit seiner Bande versucht, einen der Züge zu überfallen. Durant jedoch stellt sich schützend vor Cullen, da er in ihm einen fähigen Leiter für die Bautrupps sieht.

Der Schwede arbeitet inzwischen als Latrinenreiniger und Totengräber, womit er auf der untersten Stufe der sozialen Leiter steht. Morde an einer Prostituierten und einem deutschen Gleisarbeiter nutzt der Schwede jedoch geschickt, um die Iren und Deutschen gegeneinander aufzuhetzen.

Die Eisenbahn erreicht inzwischen Gebiete der Sioux. Als „weißer Geist“ und mit Hilfe von Reverend Cole stachelt der Schwede die Indianer gegen die Eisenbahn auf und versorgt sie mit Feuerwaffen. Ein Angriff der Sioux auf Hell on Wheels kann unter schweren Verlusten zurückgeschlagen werden.

Weitere Probleme bestehen zwischen Hannah Durant und Lily Bell. Thomas Durants Ehefrau ärgert sich über Lily Bells Engagement und der Begeisterung, die ihr Mann dieser entgegenbringt. Cullen und Lily beginnen zaghaft ein Verhältnis, doch am Ende der Staffel wird sie vom Schweden erwürgt. Cullen beabsichtigt, diesen auf einer Bahnbrücke zu hängen, doch im letzten Moment schafft es der Schwede, von der Brücke in den Fluss zu springen.

Staffel 3 Durant hat massive Probleme, den Bau der Eisenbahn weiterhin zu finanzieren und die Kontrolle darüber zu behalten. Er wird nach der Länge der gebauten Strecke bezahlt. Cullen wird zu Durants Missvergnügen mit dem weiteren Bau der Bahn betraut. Cullen ist sich dabei der Sympathie des Präsidentschaftskandidaten Ulysses S. Grant sicher, der Bohannon, obwohl ehemaliger Kriegsgegner, sehr schätzt. Auf dem Gebiet der Kiowa überzeugen Cullen und Elam den Stamm, ihnen Holz für den Weiterbau zur Verfügung zu stellen.

Elam und Eva sind Eltern geworden. Obwohl Eva auch ein Verhältnis mit Toole hatte, der sich aus Verzweiflung umbrachte, und das Kind weiß ist, sieht Elam das Mädchen als sein Kind an. Von der Ostküste aber trifft Declan Toole ein, der Bruder des Vaters, um die Tochter mit sich zu nehmen, um ihr ein besseres Leben zu ermöglichen. Nach langem Zaudern willigt Eva ein und gibt ihm ihr Kind mit. Dies stürzt Elam in tiefe Depression, da er sich eine gemeinsame Zukunft ausmalte und es erschüttert ihre Beziehung schwer.

Jasper Prescott taucht in Hell on Wheels auf, um den Tod seines Bruders zu rächen. Dieser war am Massaker an Bohannons Familie beteiligt und wurde von Cullen zu Beginn der ersten Staffel im Beichtstuhl einer Kirche erschossen. Da Cullen Jasper nicht von seinem Vorhaben abbringen kann, erschießt er ihn.

Der Bau der Eisenbahn stockt erneut, da diese nun durch ein Gebiet militanter Mormonen führen soll, die ihr Gebiet verbissen verteidigen. Bei Verhandlungen zwischen Vertretern der Eisenbahn und Mormonen vor der Mormonensiedlung Fort Smith wird ein Sheriff der Eisenbahn erschossen. Cullen sieht sich genötigt, für Gerechtigkeit zu sorgen. Die Mormonen stehen vor der Bedrohung, ihre Siedlung durch eine Zwangsräumung durch die US-Army zu verlieren. Daher liefert der Sprecher der Mormonen, Aaron Hatch, seinen Sohn aus, obwohl dessen Schuld mehr als zweifelhaft erscheint. Cullen erhängt den Jugendlichen, um für Gerechtigkeit zu sorgen, doch sorgt dieses Opfer bei den Mormonen für Verbitterung.

Der Schwede überlebte den hohen Sprung von der Brücke am Ende der vorherigen Staffel. Er wird von einer reisenden Mormonenfamilie aufgefunden und freundlich behandelt. Mit seiner charismatischen, manipulativen Art gewinnt der Schwede das Vertrauen der Familie, doch bei seiner Konversion und Taufe in einem Fluss ertränkt er sie. Nur der Sohn Ezra kann entkommen. Der Schwede nimmt die Identität des ermordeten Bischofs Dutson an und reist nach Fort Smith.

Nun wird der wahre Grund bekannt, weshalb die McGinnes-Brüder nach Osten zur Eisenbahn reisten: In Boston wurde Sean als Frauenmörder gesucht, was zu seiner Flucht führte. Mit Misstrauen beäugt Mickey seinen Bruder Sean, der davor steht, erneut in solch psychopathische Verhaltensmuster zurückzufallen, da seine Zuneigung von der Predigerin Ruth nicht erwidert wird. Mickey sieht sich gezwungen, seinen eigenen Bruder zu töten.

Die Schienen erreichen nun die neu gegründete Siedlung Cheyenne. Diese wurde von Durant, der die Stadt zuerst nach sich selbst benannte, als künftiger Knotenpunkt gegründet. Grant jedoch änderte den Namen wieder. In Cheyenne erscheint eine Gruppe Maskierter und es kommt zu einer Schießerei. Cullen wird von der Bande – Mormonen unter der Führung von Aaron Hatch –, entführt und nach Fort Smith gebracht. Obwohl viele seinen Tod wünschen, soll dort der Bischof, als geistliches Oberhaupt, über Bohannons Schicksal entscheiden. Dass es sich dabei um den Schweden handelt, erkennt nur Cullen, doch niemand glaubt ihm. Zu seiner Verwunderung und dem Verdruss der Mormonen verschont dieser sein Leben, stattdessen soll er in der Siedlung leben und Naomi heiraten, die Tochter von Hatch, die Cullen bei einem früheren Besuch geschwängert hatte.

Elam macht sich auf die Suche nach seinem entführten Freund und wird dabei von einem Bären angegriffen. Nur mit einem Messer tötet er diesen, bleibt aber schwer verletzt zurück. Sein weiteres Schicksal bleibt unklar.

Staffel 4 Cullen lebt weiterhin bei den Mormonen in Fort Smith. Seinem Schwiegervater verspricht er, so lange zu bleiben, bis seine Frau Naomi das gemeinsame Kind geboren hat. Dennoch weiß er, dass der Schwede, der immer noch als Bischof überzeugend seine Rolle spielt, damit droht, ihn erschießen zu lassen, sollte er versuchen zu fliehen. Bei den Mormonen trifft Cullen auf ein zwiespältiges Echo. Manche beginnen ihn zu respektieren, andere verachten ihn weiterhin.

Da Bohannon seit Monaten als verschollen gilt und für tot gehalten wird, leitet inzwischen wieder Durant den Bau der Eisenbahn. Doch der Weiterbau stockt. Einerseits sorgen dafür ein langer Winter, andererseits ein Berg, der kaum zu überqueren oder zu durchbrechen scheint. Die Siedlung Cheyenne floriert und Wyoming wird von der Regierung nun offiziell als Territorium anerkannt. Daher schickt diese Staatsvertreter unter der Leitung von Gouverneur John Campbell, um ihren Einfluss zu festigen. Eva versucht, ohne Elam zurechtzukommen. Daher kümmert sie sich um die Prostituierten, obwohl sie selbst nicht mehr als solche tätig ist.

Naomi gebar inzwischen einen Jungen, der nach Cullens Vater William genannt wird. Zu ihrer Freude erkennt sie, dass Cullen ihnen echte Zuneigung schenkt und sich nicht bloß als Gefangener sieht. Cullen begreift, dass der Schwede seine Rolle inzwischen so verinnerlicht hat, dass dieser tatsächlich glaubt, der Bischof zu sein. Als Bischof redet er Bohannon ins Gewissen, Frau und Kind nicht im Stich zu lassen. Durch gespielte Reue und einen Trick schafft er es, den Schweden vor der Gemeinde zu entlarven.