Die Dienstgrade der Wehrmacht wurden, wie bei allen modernen deutschen Armeen, in Laufbahnen unterteilt. Die deutsche Wehrmacht kannte in allen drei Teilstreitkräften (Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine) drei Laufbahnen Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften.

Heer Offiziere Traditionell trugen deutsche Offiziere Schulterstücke mit Unterlage in der Waffenfarbe. Die Schulterstücke waren aus Aluminiumgespinst, bei Leutnanten und Hauptleuten nebeneinander genähte Schnüre (Plattschnüre), bei Stabsoffizieren fünffach geflochten, bei Generalen vierfach, jedoch etwas dicker als beim Stabsoffizier und aus goldenem Gespinst mit aluminiumfarbener Einlage geflochten. Dazu wurden ggf. vierzackige goldene oder silberne Sterne getragen. Die Offizier-Kragenspiegel waren am hochgeschlossenen anthrazitfarbenen Kragen angebracht, etwas größer und silberfarben mit Vorstößen in den Farben der Truppengattung. Die Regimentsnummer oder Sonderverwendungsabkürzungen wurden als silberne oder goldene Aluminiumaufstecker getragen. Viele Offiziere, die aktiv an Kampfhandlungen teilnahmen, trugen jedoch ihre Rangabzeichen nicht. Damit wollten sie verhindern, von feindlichen Scharfschützen als Offiziere ausgemacht und getötet zu werden.

Generale Generalfeldmarschall: zwei gekreuzte silberne Marschallstäbe 1 Ausführungen ab 1942 ganz aus goldfarbenem Gespinst 2 Ausführung vor 1942 3 Generaloberst: drei silberne Sterne 4 General: zwei silberne Sterne General der Artillerie, der Gebirgstruppe, der Infanterie, der Kavallerie, der Nachrichtentruppe, der Panzertruppe, der Pioniere Generaloberstabsarzt: zwei silberne Sterne mit Äskulapstab in der Mitte Generaloberstabsveterinär: zwei silberne Sterne mit Schlange, aber ohne Äskulapstab in der Mitte 5 Generalleutnant: ein silberner Stern Generalstabsarzt: ein silberner Stern mit Äskulapstab in der Mitte Generalstabsveterinär: ein silberner Stern mit Schlange, aber ohne Äskulapstab in der Mitte 6 Generalmajor: kein Stern Generalarzt: kein Stern, aber Äskulapstab in der Mitte Generalveterinär: kein Stern, aber Schlange ohne Äskulapstab in der Mitte

mini|550px|ohne|1 Generalfeldmarschall (ab 1942), 2 Generalfeldmarschall (bis 1942), 3 Generaloberst, 4 General (mit Zusatz der Waffengattung), 5 Generalleutnant und 6 Generalmajor

Stabsoffiziere 7 Oberst, Oberstarzt, Oberstveterinär: zwei goldene Sterne 8 Oberstleutnant, Oberfeldarzt, Oberfeldveterinär: ein goldener Stern 9 Major, Oberstabsarzt, Oberstabsveterinär: kein Stern, Medizinerdienstgrade jeweils mit Aesculap-Symbol (Schlange um Stab)

Hauptleute und Rittmeister 10 Hauptmann, Kavallerie: Rittmeister, Stabsarzt: zwei goldene Sterne, Stabsveterinär

Leutnante 11 Oberleutnant, Oberarzt, Oberveterinär: ein goldener Stern (OLt.) 12 Leutnant, Assistenzarzt, Veterinär: kein Stern (Lt.)

mini|500px|ohne|7 Oberst, 8 Oberstleutnant, hier Oberfeldveterinär, 9 Major, 10 Hauptmann, 11 Oberleutnant und 12 Leutnant

Unteroffiziere Festungswerkmeister und Hufbeschlaglehrmeister Die Festungswerkmeister und Hufbeschlaglehrmeister bildeten eine eigenständige Rangklasse oberhalb der Unteroffiziere mit Portepee. Die Hufbeschlaglehrmeister hatten bis Ende September 1937 zu den Feldwebeln bzw. Oberfeldwebeln gezählt und waren nur durch ihr auf dem rechten Unterärmel getragenes Laufbahnabzeichen (gelb gesticktes Hufeisen mit Stern) gekennzeichnet gewesen. 1938 wurde die Gruppe der Festungswerkmeister für die Festungspionierfeldwebel neu eingerichtet und ebenfalls in die neue Rangklasse eingereiht. Laufbahnabzeichen war ein gelb gesticktes Zahnrad.

Beide Gruppen trugen zunächst Schulterklappen, ab Januar 1939 (Festungswerkmeister) bzw. September 1939 (Hufbeschlaglehrmeister) aber amtlich „Schulterlitzen“ genannte geflochtene Schulterstücke. Diese bestanden aus dreifacher farbiger Schnur, die Mittelschnur war weißseiden. Die Kantschnur bei Festungswerkmeistern war zunächst schwarz, die Wollschnur der Hufbeschlaglehrmeister war goldgelb. Die Unterlage der Schulterlitzen in Waffenfarbe (Festungswerkmeister schwarz; Hufbeschlaglehrmeister goldgelb, seit September 1939 karmesinrot). Die gestickten Laufbahnabzeichen auf den Ärmeln verschwanden und rückten als Weißmetall-Ausführungen in die Mitte der Schulterlitzen. Das Zahnrad der Festungswerkmeister wurde jedoch im Juni 1939 durch die gotischen Buchstaben „Fp“ (für Festungspioniere) ersetzt.

Seit Mai 1942 Schulterlitzen „neuer Probe“ (heute unbekannten Aussehens). Bei Festungswerkmeistern die Kantschnüre nun mutmaßlich orange, die Mittelschnur aluminiumfarben. Die Ausführung „neuer Probe“ für die Hufbeschlaglehrmeister ist gänzlich unbekannt. Indes trugen nun die Obermeister beider Ranggruppen ab sofort zwei Rangsterne, ober- und unterhalb des Laufbahnabzeichens (vorher ein Stern). Die Meister hatten unterhalb des Laufbahnabzeichens jetzt einen Stern (vorher keinen).

Schulterlitzen dieser Rangklasse (bei Festungswerkmeistern in der mutmaßlichen Ausführung ab 1942, bei Hufbeschlaglehrmeistern 1939 bis 1942. Die Rangsterne wie 1939 bis 1942 vorgeschrieben) zentriert|160px zentriert|160px zentriert|160px zentriert|160px Festungsoberwerkmeister Festungswerkmeister Oberhufbeschlaglehrmeister Hufbeschlaglehrmeister

Unteroffiziere mit Portepee 13 Stabsfeldwebel (Artillerie und Kavallerie: Stabswachtmeister); (Dienstgrad 1939 in den drei Waffengattungen eingeführt): wie Unterfeldwebel, aber drei Sterne 14 Oberfeldwebel (Artillerie und Kavallerie: Oberwachtmeister): wie Unterfeldwebel, aber zwei Sterne, dem Oberfeldwebel gleichgestellt war der Oberfähnrich, wie Oberfeldwebel, nur mit einer einfachen Offiziertresse 15 Feldwebel: (Artillerie und Kavallerie: Wachtmeister): wie Unterfeldwebel, aber zusätzlich ein vierzackiger mattsilberner Aluminiumstern

Unteroffiziere ohne Portepee Unteroffiziere trugen ihre Abzeichen auf Schulterklappen, und zwar als mattsilberne Tresse als Umrandung. Ihre Kragenspiegel entsprachen denen der Mannschaften. Zusätzlich waren die Kragen der Uniformröcke mit einer silbernen Tresse besetzt. Nummern der Regimenter oder Abkürzungen der Sonderverwendungen wurden als Aluminiumaufstecker getragen.

Fähnrich: Tresse rund um die Schulterklappe mit einer einfachen Offiziertresse

16 Unterfeldwebel: (Artillerie und Kavallerie: Unterwachtmeister): Tresse rund um die Schulterklappe 17 Unteroffizier: (Gebirgstruppen: Oberjäger): U-förmige Tresse

mini|500px|ohne|13 Stabsfeldwebel, 14 Oberfeldwebel, 15 Feldwebel, 16 Unterfeldwebel und 17 Unteroffizier

Offizieranwärter im Unteroffizier- und Mannschaftsrang In der Wehrmacht führten Offizieranwärter im Unteroffizier- oder Mannschaftsrang die Bezeichnung Fahnenjunker (kurz: Fhj, in Listen Fj). Dies galt bis Anfang 1940 und wieder ab Mitte/Ende 1943. In der Zwischenzeit wurden Offizieranwärter nur mit ihrem jeweiligen Dienstgrad benannt, in Listen dahinter die Abkürzungen OA (für aktives Personal) oder ROA (für Reservedienstgrade): Fahnenjunker-Stabsfeldwebel (Fhj-StFw.), Fahnenjunker-Oberfeldwebel (Fhj-OFw.), Fahnenjunker-Feldwebel (Fhj-Fw.), Fahnenjunker-Unterfeldwebel (Fhj-UFw.), Fahnenjunker-Unteroffizier (Fhj-Uffz.), Fahnenjunker-Gefreiter (Fhj-Gefr.).

Tabelle Rangabzeichen Nachstehend sind Rangabzeichen, die an Uniformjacke, Uniformmantel und Tarnkleidung bzw. Spezialbekleidung getragen wurden, beispielhaft dargestellt.

Bezeichnung Offizieranwärter (OA) Schulterklappe 60px 60px 60px 60px 60px 60px 60px RangabzeichenSpezialbekleidung(Ärmelstreifen) 80px 80px 80px 80px 80pxDienstgrad(Kurzbezeichnung)1 Fahnenjunker-Unteroffizier(Fhj-Uffz)2 Fahnenjunker-Unterfeldwebel(Fhj-Ufw)3 Fahnenjunker-Feldwebel(Fhj-Fw)4 Fahnenjunker-Oberfeldwebel(Fhj-OFw)5 Feldunterarzt6 Unterarzt7 Fahnenjunker-Stabsfeldwebel(Fhj-StFw)

Schulterklappen: 1 Fahnenjunker-Unteroffizier: wie Unteroffizier, dazu eine doppelte Unteroffiziertresse quer über das untere Ende der Schulterklappe. 2 Fahnenjunker-Unterfeldwebel: wie Unterfeldwebel, dazu eine doppelte Unteroffiziertresse quer über das untere Ende der Schulterklappe. 3 Fahnenjunker-Feldwebel: wie Feldwebel, dazu eine doppelte Unteroffiziertresse quer über das untere Ende der Schulterklappe. 4 Fahnenjunker-Oberfeldwebel: wie Oberfeldwebel, dazu doppelte Unteroffiziertresse quer über das untere Ende der Schulterklappe. 5 Feldunterarzt (Sanitätsdienst Heer): wie Oberfeldwebel Heer, jedoch ohne doppelte Unteroffizierstresse, und mit einem gotischen „A“ (für „Militärärztliche Akademie Berlin“) zwischen beiden aluminiumfarbenen Sternen. Die Beförderung zum Feldunterarzt erfolgte nach dem 1. Klinischen Semester. 6 Unterarzt (Sanitätsdienst Heer/Luftwaffe): wie Oberfeldwebel Heer/Luftwaffe, jedoch ohne doppelte Unteroffizierstresse, aber jeweils mit Äskulapzeichen zwischen beiden aluminiumfarbenen Sternen. Die Beförderung zum Unterarzt erfolgte nach bestandener ärztlicher Prüfung und Bestallung als Arzt. 7 Fahnenjunker-Stabsfeldwebel: wie Stabsfeldwebel, dazu eine doppelte Unteroffiziertresse quer über das untere Ende der Schulterklappe. ab Fahnenjunker-Oberfeldwebel, Feldunterarzt und Unterarzt aufwärts trugen OA bereits Offiziersuniform mit braunem Offiziers-Koppelzeug, Schirmmütze (mit Silberkordel) und Offiziers-Kragenspiegel.

Mannschaften Wehrpflichtige Mannschaften trugen vom Zeitpunkt der Einberufung zum Wehrdienst bis zum Ende der Grundausbildung die jeweils niedrigsten Rangabzeichen der betreffenden Teilstreitkraft oder Waffengattung, wie beispielsweise Soldat, und führten die Dienststellungsbezeichnung Rekrut.

Uniformierung: Mannschaften trugen graue beziehungsweise dunkelgrüne Schulterklappen (Abb. unten A, B. u. C) mit der Nummer des Regiments oder eines entsprechenden Verbands mit einer Paspelierung in der Waffenfarbe ohne Rangabzeichen. Die Rangabzeichen wurden am linken oberen Ärmel als Aufnäher getragen. Darüber hinaus trugen Mannschaften Kragenspiegel in den Waffenfarben.

Mannschaftsdienstgrade als Ärmelaufnäher (linker Oberarm) auf dunkler Unterlage: 18 Stabsgefreiter (keine Neubeförderungen 1.10.1934–1.5.1942): zwei graue ineinandergeschobene Winkel, darüber ein grauer Stern 19 Obergefreiter mit mindestens 6-jähriger Gesamtdienstzeit (seit 1.10.1936, Dienstgrad entfallen zum 1.5.1942 mit Schaffung des Stabsgefreiten n. A.): ein grauer Winkel, darüber ein grauer Stern 20 Obergefreiter: zwei graue ineinandergeschobene Winkel (bis 1.10.1936 drei Winkel) 21 Gefreiter: ein grauer Winkel (bis 1.10.1936 zwei Winkel) 22 Obersoldat: ein grauer viereckiger Stern (bis 1.10.1936 ein Winkel); Bezeichnung nach Truppengattung und Waffengattung verschieden (also Oberschütze, Oberkanonier, Oberreiter, Oberpionier, Obergrenadier, Oberfunker, Sanitätsobersoldat usw.) A, B u. C Schulterklappen der Mannschaftsdienstgrade; im Dienstgrad Soldat ohne Rangabzeichen und, je nach Truppen- oder Waffengattung, genannt Schütze, Kanonier, Reiter, Pionier, Grenadier, Funker, Sanitätssoldat usw.

mini|500px|ohne|Oberarmabzeichen (in der Version ab dem 1.10.1936): 18 Stabsgefreiter, 19 Obergefreiter (mit mindestens 6-jähriger Gesamtdienstzeit, entfallen zum 1.5.1942), 20 Obergefreiter, 21 Gefreiter, 22 OberschützeSchulterklappen: A, B und C Stabsgefreiter bis Soldat; C = Angehöriger des Regiments Großdeutschland

Rangabzeichen an Spezialbekleidung Ab dem Jahre 1942 wurden für Wehrmacht (Heer) und Waffen-SS Rangabzeichen für die Spezialbekleidung, Einsatzbekleidung oder Sonderbekleidung eingeführt. Die entsprechenden Insigne wurden als Ärmelabzeichen oder Ärmelaufnäher getragen.

mini|320px|Rechts, Offizier mit Rangabzeichen Oberleutnant als Ärmelaufnäher, Russland 1944.

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Luftwaffe

Offiziere Die Schulterstücke der Luftwaffe entsprachen bei allen Offizieren denen des Heeres, wobei die Unterlage in den Waffenfarben der Luftwaffe ausgeführt war. Die Kragenspiegel zeigten zusätzlich den jeweiligen Dienstgrad.

Generale