Johann Adrian Hermann Graf von Hoverden, Freiherr von Plencken (* 12. August 1819 in Heyden, Landkreis Ohlau; † 30. August 1900 in Hünern, Landkreis Ohlau) war ein deutscher Altertumsforscher und Politiker.

Leben Hoverden wurde als ältestes von drei Kindern des preußischen Justizrates und Mitglied des Preußischen Herrenhauses Johann Adrian Eduard Graf von Hoverden († 1872),Museum-Digital Deutschland (Hrsg.): Bildnis des Grafen von Hoverden. welcher unter anderem unter Vollnamen oder unter dem Pseudonym Eduard Plenken veröffentlichte, und dessen Ehefrau Henriette Freiin von Falkenhausen geboren.Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon, Band 2, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1836, (S. 445.) Den Zusatz der Freiherren von Plencken verlief genealogisch durch den Stiefbruder Oberamtskanzler Johann Adrian Freiherr von Plencken († 1719),Vgl. Hermann Wagener (Hrsg.): Staats- und Gesellschafts-Lexicon. Band 9 (Haag bis Illuminaten), F. Heinicke, Berlin 1862, S. 653. mit Wappen und Besitz. Johann Adrian Philipp Anton von Hoverden war sein Urgroßvater.

Er selbst studierte an der Universität Breslau und wurde 1838 im Corps Silesia recipiert.Kösener Corpslisten 1930. Eine Zusammenstellung der Mitglieder der bestehenden und der nach dem Jahre 1867 suspendierten Corps mit Angabe von Jahrgang, Chargen und Personalien. Hrsg. Otto Gerlach, Verlag der Deutschen Corpszeitung, Frankfurt a. M. 1930, 21/135. 1848 heiratete er Aglaja Gräfin von Strachwitz.(Gothaisches) Genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser auf das Jahr 1849, 32. Jg., Justus Perthes, Gotha 1848, (S. 384.) Das Ehepaar hatte Sohn Petrus und Tochter Magdalena.

Hoverden war Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog 1900, G. Reimer, Berlin 1900, (S. 50.) Er vertrat als Abgeordneter den Wahlkreis Oppeln 4 (Tost, Gleiwitz), gehörte zunächst zur konservativen Fraktion und schloss sich 1873 der Fraktion der Zentrumspartei an.Bernhard Mann (Bearb.) unter Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh, Thomas Kühne: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918, In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3, Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7, S. 191.Zu den Wahlergebnissen siehe Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten, In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 6, Droste, Düsseldorf 1994, S. 352–354. ISBN 3-7700-5182-3. 1894 fand Hoverden Erwähnung im Deutschen Millionärs-Adressbuch. Hermann Graf Hoverden war Ehrenritter des Souveränen Malteserordens. Hermann war ebenso wie sein Vater an Familienkunde und Geschichte interessiert. Die Veränderung seines Wappens fand dagegen keine landesherrliche Anerkennung, er wurde aber in der heraldischen Fachwelt immer wieder zitiert und konsultiert.

Hünern übernahm später der Petrus Graf von Hoverden, Freiherr von Plencken († 1907), als Fideikommissherr, verheiratet mit der ältesten Tochter des Generals Fritz von Niesewand, Franziska von Niesewand, seit 1905 Adoptivtochter des Otto Freiherrn von Tettau, ohne Nachfahren. Mit ihnen starben die Grafen von Hoverden im eigenen Stamm aus. Franziska Gräfin von Hoverden legte als Witwe in Dresden-Neustadt.

Sein Onkel Joseph Graf von Hoverden, Kammerherr, Direktor des Kreditinstituts für Schlesien und ebenfalls Malteser, war in erster Ehe mit Bertha († 1819), Tochter des Ludwig Yorck von Wartenburg, verheiratet.

Werke Zur Wappen-Symbolik. Ueber die Bedeutung der Herold-Stücke, Vortrag, Dr. C. Wolf & Sohn, München 1870. Digitalisat Ueber die Wappenlilie, In: Ludwig A. Clericus: Der Deutsche Herold 1874. Vierteljahresschrift, Hrsg. Herold Verein, Mitscher & Röstell, Berlin 1874. Digitalisat Versuch einer Heraldik der Minnesinger, In: Der Deutsche Herold 1877, Hrsg. Herold (Verein), Berlin 1877. Digitalisat

Literatur Elisabeth Friedrichs: Literarische Lokalgrößen: 1700–1900. In: Repertorien zur deutschen Literaturgeschichte, Band 3, Metzler, Stuttgart 1967. DNB Fritz Maywald: Gesamt-Mitgliederverzeichnis des Corps Silesia 1821–1961. Teil I, Köln 1961, lfd. Nr. 139. Katalog, in: Martin-Opitz-Bibliothek Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1937. Jahrgang 110, Justus Perthes, Gotha Herbst 1936. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser 1894. Jahrgang 67, Justus Perthes, Gotha Herbst 1893, S. 463. Digitalisat

Weblinks Wappen Grafen von Hoverden, Freiherren von Plencken (Preussen). Kgl. Preuss. Grf. d. d. Berlin 15. October 1786

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Person (Schlesien) Kategorie:Titulargraf Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1819 Kategorie:Gestorben 1900 Kategorie:Mann