mini|Corinna Harfouch auf der Berlinale 2024 rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.6|Unterschrift Corinna Harfouch Corinna Harfouch ['haʁfu:χ], ursprünglich [ḥar'fu:ʃ], geb. Meffert (* 16. Oktober 1954 in Suhl), ist eine deutsche Schauspielerin. In ihrer Karriere spielte sie in zahlreichen Theater-Inszenierungen und in mehr als 100 Film- und Fernseh-Produktionen mit. Für zahlreiche Rollen, die sie verkörperte, wurde sie ausgezeichnet.

Herkunft und Ausbildung Corinna Harfouch wurde als Tochter der Horterzieherin Marianne Meffert, geb. Kleber, und des Lehrers Wolfgang Meffert in Suhl in der DDR geboren. Sie wuchs in Großenhain in Sachsen auf und besuchte dort von 1961 bis 1973 die Schule. Ihre Abiturprüfungen legte sie an der Erweiterten Oberschule ab. Ihre Bewerbung an einer Schauspielschule wurde abgelehnt. Nach einer Ausbildung zur Krankenschwester begann sie 1975 an der Technischen Universität Dresden ein Studium zur Textilingenieurin. Am Pioniertheater Natalia Saz erwarb sie erste schauspielerische Fertigkeiten. Sie studierte von 1978 bis 1981 Schauspiel an der Staatlichen Schauspielschule Berlin und war Meisterschülerin bei Vera Oelschlegel im Theater im Palast (TiP).

Privates Corinna Harfouch war in erster Ehe mit dem syrischen Informatiker Nabil Harfouch (geboren 1949 in Damaskus) verheiratet, der in den 1970er Jahren im Bereich Informationstechnik an der Technischen Universität Dresden forschte. Mit ihm hat sie eine gemeinsame Tochter. Aus ihrer Beziehung mit dem Musiker Stefan Maaß entstammt ein Sohn (geboren 1980), der Komponist und Schauspieler Johannes Gwisdek.CORINNA HARFOUCH. In: welt.de vom 22. Januar 2008. Abgerufen am 22. Oktober 2020.Michael Schacht: Erstmals spricht der Kino-Star Michael Gwisdek über sein größtes Familiengeheimnis: Ich bin nicht der Vater unseres Sohnes. In: bild.de vom 4. Februar 2011. Abgerufen am 22. Oktober 2020. Von 1985 bis 2007 war Corinna Harfouch mit dem Schauspieler Michael Gwisdek verheiratet. Aus dieser Ehe ging ein weiterer Sohn (geboren 1984) hervor, der Schauspieler und Musiker Robert Gwisdek. Zwischenzeitlich war Harfouch mit Bernd Eichinger liiert und lebte in München; heute lebt sie mit dem Schauspieler Wolfgang Krause Zwieback zusammen in der Schorfheide in Brandenburg.Exklusiv in der B.Z. erklärt der neue Freund von Corinna Harfouch ihr neues Glück. In: B.Z., 16. Dezember 2004.Schön spröde: Die Schauspielerin Corinna Harfouch. In: Brigitte Woman, 21. Juni 2012.Ich bin nicht der Vater unseres Sohnes. In: Bild, 4. Februar 2011.Michael Kötz: , 11. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein 2015, 1. Juli 2015 Ihre Schwester ist die Schauspielerin Catherine Stoyan.

Karriere Theater Harfouch spielte noch während ihrer Schauspielausbildung am Theater. 1982/83 Engagement am Städtischen Theater Karl-Marx-Stadt (Chemnitz). Ihren größten Bühnenerfolg in der DDR hatte sie als Lady Macbeth unter der Regie von Heiner Müller an der Volksbühne Berlin. Nach der Wende war sie zunächst am Deutschen Theater in Berlin, wechselte aber zur Volksbühne Berlin zurück, wo sie eine der wichtigsten Protagonistinnen des Intendanten Frank Castorf wurde. Ein festes Engagement am Theater ging sie nach 1990 nicht mehr ein. Aufsehenerregend war ihre Interpretation des Generals Harras in Des Teufels General von Carl Zuckmayer. Für diese Rolle wurde sie 1997 von den deutschen Kritikern zur Schauspielerin des Jahres gewählt.

An der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz spielte sie die Titelrolle in Phaidras Liebe von Sarah Kane unter der Regie von Christina Paulhofer. Außerdem spielte sie von November 2004 an zusammen mit Ulrich Matthes am Deutschen Theater (DT) Berlin die Rolle der Martha in Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf? unter der Regie von Jürgen Gosch. Am Maxim-Gorki-Theater in Berlin stand sie ab Februar 2022 in der Titelrolle in Queen Lear unter der Regie von Christian Weise auf der Bühne.

Film und Fernsehen Ihr Filmdebüt gab Harfouch unter der Regie von Klaus Gendries als Schwester Erika in dem Fernsehfilm Verlobung in Hullerbusch. Es folgten weitere kleinere Rollen in Film und Fernsehen wie etwa 1987 in Hark Bohms Der kleine Staatsanwalt, wo sie an der Seite von Michael Gwisdek spielte. Ihre erste größere Rolle hatte sie 1988 in der Titelrolle der Maria Rheine in dem Spielfilm Die Schauspielerin, in dem sie eine Theaterschauspielerin darstellte, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus als Jüdin verkleidet, um ihren Geliebten nicht zu verlieren. Im selben Jahr war sie unter der Regie von Michael Gwisdek an der Seite von Hermann Beyer in Treffen in Travers als Gattin eines Revolutionärs zu sehen. Ihre Kinder, Johannes und Robert Gwisdek, spielen in dem Film zwei Dorfjungen. Für beide letztgenannten Rollen wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Im wiedervereinigten Deutschland spielte sie u. a. in Joseph Vilsmaiers Charlie & Louise – Das doppelte Lottchen. In Sherry Hormanns Filmkomödie Irren ist männlich war sie 1996 als Ehefrau des zeugungsunfähigen Anwalts Thomas Neumann an der Seite von Herbert Knaup und Natalia Wörner zu sehen. Einem breiten Publikum wurde sie 2002 durch den Fernsehfilm Vera Brühne bekannt, in dem sie die in den 1960er Jahren wegen Doppelmordes verurteilte Vera Brühne verkörperte. Ihre Darstellung der Hexe Rabia von Katzenstein in dem Kinderfilm Bibi Blocksberg brachte ihr 2003 den Deutschen Filmpreis ein. Im Jahre 2004 übernahm sie die Rolle erneut in Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen. Auch 2004 spielte sie in Bernd Eichingers Kinofilm Der Untergang über die letzten Tage des Dritten Reichs die historische Rolle der Magda Goebbels, die ihre eigenen Kinder vergiftete. Im Jahre 2005 verkörperte sie in Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern die tschechische Schriftstellerin Božena Němcová. Im Jahre 2006 war sie in Tom Tykwers Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders in der Rolle der Madame Arnulfi zu sehen. Für ihre Rolle der bei ihrer alkoholkranken Mutter lebenden Iris in dem Spielfilm Frei nach Plan wurde sie gemeinsam mit Dagmar Manzel, Christine Schorn und Kirsten Block auf dem Internationalen Filmfestival Shanghai ausgezeichnet.

Im Jahre 2012 stand Harfouch für die Krimikomödie Schmidt & Schwarz als Kriminalkommissarin Carolin Schwarz gemeinsam mit ihrem ehemaligen Mann Michael Gwisdek vor der Kamera. In dem deutsch-tschechischen Fernsehfilm Kranke Geschäfte übernahm sie 2020 die Rolle der Ärztin Dr. Sigurd, die sich an Medikamentenstudien, die von westlichen Pharmafirmen mit DDR-Bürgern als Probanden gegen erhebliche Devisen-Zahlungen an den DDR-Staat durchgeführt wurden, beteiligt.

Seit Ostern 2023 bis Anfang 2026 gehörte sie als Nachfolgerin von Meret Becker zur festen Besetzung des ARD-Tatorts aus Berlin.

Im Jahre 2024 wurde Harfouch für ihre Hauptrolle in dem Spielfilm Sterben von Matthias Glasner mit dem Deutschen Filmpreis geehrt.

Corinna Harfouch gehörte 2003 zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie. Im Jahre 2019 gründete Harfouch gemeinsam mit dem deutschen Literaturwissenschaftler Erdmut Wizisla in Klandorf, einem Ortsteil der Gemeinde Schorfheide, einen Theaterverein; dessen Räumlichkeiten sind in einer einstigen Dorfgaststätte und sollen den Ort in kultureller Hinsicht bereichern.

Filmografie Kino

Fernsehen Fernsehfilme

Fernsehserien und -reihen

Synchronrollen 2001: Die Klavierspielerin als Erika Kohut für Isabelle Huppert 2009: Wüstenblume als Lucinda für Juliet Stevenson 2016: Der Mondmann als Conquista

Theatrografie 1980: William Shakespeare: Romeo und Julia (Julia) – Regie: Christoph Schroth (Theater im Palast) 1984: Johann Wolfgang von Goethe: Faust-Szenen (Gretchen) – Regie: Horst Sagert (Berliner Ensemble) 1986: William Shakespeare: Troilus und Cressida (Cressida) – Regie: Manfred Wekwerth (Berliner Ensemble) 1987: Marieluise Fleißer: Fegefeuer in Ingolstadt (Gervasius) – Regie: Axel Richter (Berliner Ensemble) 1989: Heiner Müller: Germania Tod in Berlin (mehrere Rollen) – Regie: Fritz Marquardt (Berliner Ensemble) 1996: Carl Zuckmayer: Des Teufels General (General Harras) – Regie: Frank Castorf (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz) 1999: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (Deutsche Oper Berlin) Tochter der Luft (Burgtheater Wien) 2001: Szene Penthesilea Ein Traum (Oper von Christian Ofenbauer, Wiener Festwochen) 2002: Stella (Deutsches Theater Berlin) 2005: Wer hat Angst vor Virginia Woolf? als Martha (Deutsches Theater Berlin; Einladung zum Berliner Theatertreffen und zu den Wiener Festwochen) 2007–2008: Ein Sommernachtstraum (Deutsches Theater Berlin) 2006: Im Schlitten Arthur Schopenhauers (Deutsches Theater Berlin) 2008/2009: Die Möwe als Irina Arkadina (Deutsches Theater Berlin – Einladung zum Berliner Theatertreffen) 2010: Der Schmerz nach Marguerite Duras (Staatstheater Stuttgart, Hauptrolle und Regie) 2011: Meister & Margarita (Staatstheater Stuttgart) 2012: Yasmina Reza: Ihre Version des Spiels (Deutsches Theater Berlin) 2013: Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker (Schauspielhaus Zürich) 2015: Heiner Müller: Der Auftrag (Schauspiel Hannover) 2019: Virginia Woolf: Orlando (Schauspiel Hannover) 2022: William Shakespeare, in einer Bearbeitung von Soeren Voima: Queen Lear (Maxim-Gorki-Theater Berlin), Regie: Christian Weise 2022: Birthday Candles von Noah Haidle (Deutsches Theater Berlin) 2024: Einfach das Ende der Welt nach Jean-Luc Lagarce (Deutsches Theater Berlin) 2024: Der zerbrochne Krug von Heinrich von Kleist (Volksschauspiele Telfs)

2026: Spirit And The Dust. Musical von Noah Haidle (Deutsches Theater Berlin)

Hörspiele 1984: Thomas Heise: Schweigendes Dorf (Rosemarie) – Regie: Thomas Heise (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1986: Karin Lange nach Jacob Grimm/Wilhelm Grimm: Der Krautesel (Das Mädchen) – Regie: Karin Lorenz (Kinderhörspiel – Litera) 1986: Jacob Grimm/Wilhelm Grimm: Schneeweißchen und Rosenrot (Schneeweißchen) – Regie: Maritta Hübner (Kinderhörspiel – Litera) 1986: Walter Jens nach Euripides: Der Untergang (Helena) – Regie: Barbara Plensat (Hörspiel nach der Tragödie: Die Troerinnen – Rundfunk der DDR) 1987: Manfred Müller: Die wunderbare Ziege (Surani) – Regie: Manfred Täubert (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1996: Ákos Németh: Julia und ihr Leutnant (Julia) – Regie Peter Groeger (Deutschlandradio) 1997: Arno Schmidt: Schwarze Spiegel – Regie: Klaus Buhlert (Bayerischer Rundfunk). Als Podcast/Download im BR Hörspiel Pool.Schwarze Spiegel. BR Hörspiel Pool 1999: Walter Serner: Die Tigerin (Bichette) – Regie: Klaus Buhlert (Bayerischer Rundfunk) 1999: Christa Wolf: Im Stein – Regie: Jörg Jannings (Deutschlandradio) 2008: Ricarda Bethke: Meine liebste Änne! – Regie: Thomas Zenke (Hörspiel – Deutschlandfunk (DLF)) 2012: Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe – Regie: Beate Andres (Hörspiel – DLF) 2013: Lothar Trolle: Judith – Regie: Walter Adler (Hörspiel – DLF/HR) 2016: Franz Kafka, Das Schloss. Hörspiel in 12 Teilen. Rolle: Wirtin vom „Brückenhof“, Regie: Klaus Buhlert (BR Hörspiel und Medienkunst) 2017: Michael Farin: Nr. 989, Aichach – Vera Brühne Mitschnitte (Vera Brühne) – Produktion: Bayerischer Rundfunk. Als Podcast/Download im BR Hörspiel Pool.Farin, Nr. 989, Aichach - Vera Brühne Mitschnitte. BR Hörspiel Pool

Hörbücher 2003: Pablo de Santis: Die Übersetzung, Der Audio-Verlag, ISBN 3-89813-237-4. 2005: Kassandra von Christa Wolf, Random House Audio, ISBN 3-89830-975-4. 2005: Schlumperwald von Martin Auer, Ic! Berlin, ISBN 3-9809758-1-9. 2012: Ulysses nach James Joyce, Der Hörverlag, ISBN 978-3-86717-846-4. 2024: Freiheit von Angela Merkel, gelesen zusammen mit Angela Merkel, Argon Verlag, ISBN 978-3-46200-513-4, (DE: ).Auszeichnungen für Musikverkäufe: DE

Auszeichnungen mini|Stern von Harfouch auf dem Boulevard der Stars in Berlin 1988: Internationales Filmfestival Karlovy Vary, Beste Darstellerin, für Die Schauspielerin