Königsbach-Stein ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg.

Geographie Geographische Lage Königsbach-Stein liegt etwa zwölf Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Pforzheim und etwa 20 km östlich von Karlsruhe zwischen Kraichgau und Nordschwarzwald in 177 bis 330 Metern Höhe.

Nachbargemeinden Als Nachbargemeinden sind (von Norden aus im Uhrzeigersinn beginnend) Pfinztal, Walzbachtal, Bretten, Neulingen, Eisingen, Kämpfelbach und Remchingen zu nennen.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Königsbach-Stein besteht aus den beiden ehemaligen Gemeinden Stein und Königsbach. Zur ehemaligen Gemeinde Stein gehört das Dorf Stein und das Gehöft Heimbronner Hof, kurz Heimbronn. Zur ehemaligen Gemeinde Königsbach gehören das Dorf Königsbach, der Johannesthaler Hof sowie der Weiler Trais.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 545–546.

Geschichte mini|ohne|hochkant|Altes Rathaus in Stein mini|ohne|hochkant|Altes Rathaus in Königsbach Anfänge Das heutige Gemeindegebiet war seit ca. 500 v. Chr. gesichert besiedelt. Sowohl im Ortsteil Stein als auch auf Königsbacher Gemarkung finden sich Spuren römischer Besiedlung.

Stein 55px|links|Wappen Stein Der Ort Stein wurde im Jahre 1150 erstmals urkundlich erwähnt. Die Markgrafen von Baden, denen der Ort unterstand, bauten ihn 1350 zu einer Festung (Burg Stein) aus. Örtlicher Adel waren die Herren vom Stein. 1490 erhielt Stein das Marktrecht. 1783 hob Markgraf Karl Friedrich in ganz Baden und damit auch in Stein die Leibeigenschaft auf.

Königsbach 60px|links|Wappen Königsbach Königsbach wurde im Jahre 1252 erstmals urkundlich erwähnt.siehe Eintrag Königsbach - Altgemeinde~Teilort auf Landeskunde entdecken online - leobw 1429 erhielten die Herren von Venningen Königsbach als Lehen vom Markgrafen Friedrich von Brandenburg. Im Juli 1622 wurde Königsbach während des Dreißigjährigen Krieges von kaiserlichen Truppen niedergebrannt. Die in die Kirche geflohenen Bewohner wurden dort ermordet. Um 1650 kam ein Teil des Ortes unter die Herrschaft der Markgrafen von Baden-Durlach.

1756 hob Markgraf Karl Friedrich durch einen Gnadenbrief die Leibeigenschaft auf. 1806 fiel auch der edelmännische Teil Königsbachs an das neu errichtete Großherzogtum Baden. 1863 erhielt Königsbach einen Bahnhof an der Bahnstrecke Karlsruhe–Mühlacker.

Der badische Revolutionär Friedrich Wilhelm Henninger war von 1872 bis zu seinem Tod 1881 Pfarrer in Königsbach.

Königsbach-Stein 60px|links|Wappen Königsbach-Stein Seit dem 25. Juni 1939 waren Stein und Königsbach dem neuen Landkreis Pforzheim zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die beiden Orte 1945 Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörten somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. 1973 erfolgte die Kreisreform in Baden-Württemberg, bei der die Gemeinden zum Enzkreis kamen. Die Gemeinde Königsbach-Stein entstand am 1. Juli 1974 im Zuge der Verwaltungsreform durch Vereinigung der beiden Gemeinden Königsbach und Stein.

Religion Erasmus von Venningen führte die Reformation nach Martin Luther 1554 in Königsbach ein. Markgraf Karl führte in Stein die Reformation zwei Jahre später ein. Von 1699 bis 1938 existierte in Königsbach eine zeitweise große jüdische Gemeinde. Im Jahr 1875 waren mehr als 10 % der Bevölkerung jüdischen Glaubens. Bis zur Zerstörung in der Reichspogromnacht 1938 befanden sich in Königsbach eine Synagoge, eine jüdische Elementarschule sowie ein rituelles Bad. Den jüdischen Friedhof gibt es immer noch.Geschichte der jüdischen Gemeinde Königsbachs, abgerufen am 9. Oktober 2013. 1957 wurde in Stein eine römisch-katholische Kirche gebaut, die insbesondere der geistlichen Versorgung der im Ort angesiedelten Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten dient. In beiden Ortsteilen gibt es jeweils eine neuapostolische Gemeinde.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Königsbach-Stein besteht aus den 18 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart

Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019FWFreie Wählervereinigung39,79737,687GrüneBündnis 90/Die Grünen15,39321,384SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands13,64213,542CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands10,78216,343BL-KSBürgerliste Königsbach-Stein20,394––FDPFreie Demokratische Partei––11,072gesamt100,018100,018Wahlbeteiligung60,64 %59,96 %

Bürgermeister Bürgermeister ist seit 1. September 2012 Heiko Genthner.

Name Partei Amtszeit Erich Hörrle CDU 1975–1990 Bernd Kielburger SPD 1990–2012 Heiko Genthner parteilos seit 2012

Als Nachfolger von Bernd Kielburger wurde am 22. Juli 2012 im zweiten Wahlgang Heiko Genthner gewählt, der sich gegen Oliver Deiß durchsetzte., abgerufen am 23. Juli 2012. Am 19. Juli 2020 wurde Heiko Genthner mit 56,93 % im Amt bestätigtBürgermeisterwahl Königsbach-Stein 2020.

Wappen Das neue Wappen der Gemeinde Königsbach-Stein wurde am 16. November 1992 verliehen. Das 1. Feld enthält den badischen Schrägbalken auf goldenem Grund und erinnert an die jahrhundertelange Zugehörigkeit Steins und eines Teils von Königsbach zur Markgrafschaft Baden. Feld 2 und 4 sind „redende“ Bilder für den Ortsnamen Königsbach, während Feld 3 sich ebenfalls „redend“ auf den Ortsnamen Stein bezieht. Der Wellenbalken kann auch als Symbol für den die Gemeinde durchfließenden Kämpfelbach angesehen werden.

Partnerschaften Die Gemeinde hat die Patenschaft für die Heimatvertriebenen aus der donauschwäbischen Gemeinde Batsch-Brestowatz übernommen.

Gemeindeverwaltungsverband Kämpfelbachtal Königsbach-Stein gehört dem Gemeindeverwaltungsverband Kämpfelbachtal an.

Wirtschaft und Infrastruktur Königsbach-Stein ist im Landesentwicklungsplan zusammen mit Remchingen als Unterzentrum ausgewiesen.

Verkehr Autobahnanbindung Bundesautobahn 8 Pforzheim-Nord und Pforzheim-West sind jeweils ca. 10 km entfernt. Bundesautobahn 5 Karlsruhe-Nord ist ca. 16 km, Bruchsal ca. 28 km entfernt.

Bahn- und Busanbindung Im Ortsteil Königsbach hält die Stadtbahnlinie S5 der Stadtbahn Karlsruhe nach Wörth beziehungsweise Pforzheim im 30-Minuten-Takt. Die Gemeinde ist hingegen in den Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis integriert. Der Haltepunkt liegt an der Bahnstrecke Karlsruhe–Pforzheim–Mühlacker. Das Bahnhofsgebäude von 1865 wurde im Juli 2012 abgerissen, nachdem die zuständige Denkmalschutzbehörde zustimmte., Pforzheimer Zeitung, Artikel vom 3. August 2012. Busanbindung in Richtung Pforzheim

Radverkehr Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist Königsbach über Remchingen und Pfinztal mit Karlsruhe und in der anderen Richtung über Kämpfelbach (Bilfingen und Ersingen) und Ispringen mit Pforzheim verbunden.

Der Stromberg-Murrtal-Radweg führt als Landes-Radfernweg von Karlsruhe nach Gaildorf und verbindet damit den Rheinradweg mit dem Kocher-Jagst-Radweg. Er kommt über Pfinztal nach Königsbach-Stein, führt dort durch beide Teilorte und verläuft weiter über Neulingen (Göbrichen und Bauschlott) nach Maulbronn.

Medien Einmal wöchentlich (donnerstags) erscheint das „Mitteilungsblatt der Gemeinde Königsbach-Stein“ Der Internetauftritt der Gemeinde wurde im Landeswettbewerb „Internetdorf“ 2006 unter den „Top Ten“ ausgezeichnet. Pforzheimer Zeitung

Ansässige Unternehmen Königsbach-Stein ist im Landesentwicklungsplan von Baden-Württemberg als Unterzentrum ausgewiesen und bietet Platz für viele mittelständische Unternehmen. Die von der Mitarbeiterzahl größten sind: Härter Werkzeugbau (Teil der Härter-Gruppe) Härter Stanztechnik (Teil der Härter-Gruppe) FELSS Maschinenbau FELSOMAT GmbH & Co. KG (Teil der Reishauer-Gruppe) IMO Oberflächentechnik RYBU GmbH – Blechverarbeitung, CNC-Laser-, Stanz- und Biegetechnik

Behörden und Einrichtungen Königsbach-Stein ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbandes Kämpfelbachtal.

Bildung Königsbach-Stein besitzt in jedem Ortsteil Kindergärten und eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. In Königsbach ist dies die Johannes-Schoch-Schule und in Stein die Heynlinschule. Bekannt ist auch das Bildungszentrum Westlicher Enzkreis mit dem Lise-Meitner-Gymnasium, der Willy-Brandt-Realschule und der Comenius-Förderschule. Zudem gibt es noch eine große Mehrzweck-Sporthalle.

Kultur

Sehenswürdigkeiten Königsbach und Stein liegen an der Bertha Benz Memorial Route, von Mannheim nach Pforzheim.

Ortsteil Stein Altes Rathaus, ein Fachwerkbau aus dem 16. Jahrhundert Ortskern Stein mit vielen Fachwerkhäusern, darunter das Siglingensche Haus und das Gasthaus zum Sternen Stephanuskirche (erbaut zwischen 1460 und 1474) Storchenturm, Burgturm aus dem 16. Jahrhundert, der später als Gefängnisturm genutzt wurde Römischer Viergötterstein, um 100 n. Chr.; ca. 70 cm hohes Relief aus rotem Sandstein

Ortsteil Königsbach Altes Rathaus, ein Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundertmini|Königsbach Epona Relief an der Nordwand der ehem. Kirchenburg Evangelische Kirche in Königsbach (ehemalige Wehrkirche) die an der Stelle eines früheren römischen Kastells errichtet wurde. In der Nordwand befindet sich eine Reliefdarstellung der keltisch-römischen Pferdegöttin Epona. Archäologen sehen als Entstehungszeit des Reliefs das Ende des 2. oder Anfang des 3. Jahrhunderts an.mini|Evangelische Kirche in Königsbach mit Epitaphien in lebensgroßen Darstellungen der Patronatsherren Nordwand derer von St. André mit Blattmaske Schloss Königsbach der Freiherren von Saint-André Xerém do Erlon Jüdischer Friedhof von 1850 am Ende der Neubausiedlung in der Rhönstraße, mit Gedenkstein für die Opfer der NS-DiktaturGedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 52, ISBN 3-89331-208-0.

Museen Im Ortsteil Stein wurde 1984 anlässlich der zehnjährigen Patenschaft der Gemeinde Königsbach-Stein über die Gemeinde Batsch-Brestowatz die Batsch-Brestowatzer Heimatstube eröffnet.Heimatmuseum auf LEO-BW, abgerufen am 26. April 2023. Mittlerweile befindet sich das Heimatmuseum im Weinbrenner-Haus, Marktplatz 12. In den renovierten Räumlichkeiten sind zahlreiche Trachten, Werke Batsch-Brestowatzer Kunstmaler (u. a. Sebastian Leicht, Paul Lepold, Matthias Vogl und Schwester Antonia Moullion), Bücher, Dokumente, ein Original-Fluchtwagen sowie diverse Gerätschaften aus dem Alltag der Donauschwaben zu sehen. Öffnungszeiten: Erster Sonntag im Monat von 11:00 bis 16:00 Uhr und nach Vereinbarung

Sport

Schießsport Sportlich bekannt ist Königsbach durch die Kleinkaliberschützen des KKS Königsbach, die in der Saison 1997/98 in die 2. Bundesliga Luftgewehr Süd aufgestiegen sind. Bis zur Saison 2013/14 startet der KKS Königsbach durchgehend in der 2. Bundesliga Luftgewehr Süd und gewann mehrfach die Meisterschaft. Bis zur Saison 2013/14 scheiterte die Mannschaft mehrfach in der Relegation zur 1. Bundesliga Luftgewehr. In der Saison 2013/14 gewann die Mannschaft des KKS Königsbach die Relegation und stieg in die 1. Bundesliga Luftgewehr auf. In der Saison 2014 starten 3 Olympiateilnehmer für den KKS Königsbach, u. a. Beate Gauss.

Der KKS Königsbach ist zudem für die intensive Jugendarbeit bekannt. Seit dem Jahr 2000 sicherten sich die Nachwuchsschützen des KKS Königsbach zahlreiche Titel bei den deutschen Meisterschaften. Zudem schafften es mehrere Nachwuchssportler in die Nationalmannschaft des Deutschen Schützenbunds und gewannen bei Europameisterschaften zahlreiche Titel.

Fußball