mini|Eine Rotte Bf 109 der I. Gruppe des Jagdgeschwaders 27 über Nordafrika

Die Liste der Ritterkreuzträger der Jagdflieger der Luftwaffe beinhaltet alle 569 Jagdflieger der deutschen Luftwaffe, die während des Luftkrieges im Zweiten Weltkrieg mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurden. 101 Piloten erhielten später zusätzlich noch das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Weitere 25 erhielten die Schwerter und 9 auch noch die Brillanten zum Ritterkreuz. Insgesamt 300 Piloten fielen nach der Verleihung bis Kriegsende im Kampf oder erhielten das Ritterkreuz postum.

Der letzte noch lebende Ritterkreuzträger unter den Jagdfliegern war Hugo Broch.

Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg mini|Die Focke-Wulf Fw 190 war neben der Bf 109 das bekannteste deutsche Jagdflugzeug im Zweiten Weltkrieg und wurde von mehreren „Jagdflieger-Assen“ geflogen

Unter dem Begriff Jagdflieger verstand man im Zweiten Weltkrieg solche Flugzeugführer, die einen Tag- oder Nachtjäger oder auch einen Zerstörer im Jagdeinsatz flogen. Während die deutsche Jagdwaffe bei Kriegsbeginn vor allem als Offensivwaffe eingesetzt wurde, wurde sie mit fortschreitender Kriegsdauer und zunehmender materieller Überlegenheit der alliierten Kriegsgegner zunehmend in eine Defensivrolle zum Schutz der Truppen und der deutschen Zivilbevölkerung und Industrie gegen feindliche Bomberangriffe gedrängt.

Insgesamt meldeten die deutschen Jagdflieger von September 1939 bis Mai 1945 den Abschuss von insgesamt etwa 45.000 sowjetischen sowie 25.000 westalliierten Flugzeugen. Davon entfielen etwa 15.400 Abschüsse auf Jagdflieger, welche im Kriegsverlauf mehr als 100 Luftsiege errangen. Etwa 21.000 Luftsiege wurden Flugzeugführern zuerkannt, die insgesamt zwischen 40 und 100 Luftsiege erreichten und weitere etwa 15.000 Abschüsse werden Flugzeugführern mit 20 bis 40 Luftsiegen zugerechnet. Die im Vergleich zu anderen kriegführenden Ländern hohe Anzahl an Flugzeugführern mit vielen Luftsiegen ist darauf zurückzuführen, dass deutsche Flugzeugführer länger und intensiver an der Front eingesetzt wurden während in vielen anderen Ländern eine Rotation stattfand, um die Piloten zu schonen.

Die genaue Zahl der Flugzeugführer, welche im Zweiten Weltkrieg für die deutsche Luftwaffe als Jagdpiloten eingesetzt wurden, ist nicht mehr exakt ermittelbar.Ernst Obermaier: Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe 1939–1945. Band I Jagdflieger, Dieter Hoffmann Verlag 1966, S. 245.

Verluste Eine exakte Darstellung der Verlustzahlen der Jagdfliegerwaffe ist nicht möglich. Geschätzt wird, dass etwa 8500 Tagjägerflugzeugführer bis Kriegsende im Luftkampf ihr Leben verloren. Dazu kamen rund 2700 als vermisst gemeldete Flugzeugführer, von denen ein Teil in Kriegsgefangenschaft geraten war. Die Zerstörer und Nachtjagdverbände verloren bis Kriegsende etwa 2800 Flugzeugführer und führten etwa 900 als vermisst oder in Kriegsgefangenschaft geraten. An Tagjagdflugzeugen gingen während des gesamten Krieges etwa 44.000 Flugzeuge verloren, 22.500 davon durch unmittelbare Feindeinwirkung. An Zerstörern und Nachtjägern verlor die Luftwaffe etwa 11.000 Flugzeuge, davon 4.800 durch Feindeinwirkung.Ernst Obermaier: Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe 1939–1945. Band I Jagdflieger, Dieter Hoffmann Verlag 1966, S. 245–246.

Maßstäbe zur Verleihung des Ritterkreuzes mini|Konrad Bauer im September 1944 vor der Kabine seiner Fw 190 „Kornjark“, hier als Angehöriger der II. Gruppe des Jagdgeschwaders 300 (Wilde Sau), die zur Reichsluftverteidigung eingesetzt war

Ritterkreuz Jagdflieger: Bis zum Beginn des Ostfeldzuges musste ein Jagdpilot, gleich wo er eingesetzt war, 20 Feindabschüsse erzielen, um das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen zu bekommen. Mit Beginn des Ostfeldzuges im Juni 1941 wurde diese Zahl auf 25 Abschüsse heraufgesetzt. Im September 1941 stieg sie auf 30, im November 1941 weiter auf 40 Abschüsse. Im Mai 1942 wurde die Zahl auf 50 Abschüsse erhöht. Im Frühjahr 1943 wurde sie auf 75 Abschüsse angehoben und erreichte im November desselben Jahres ihre Spitze mit 100 geforderten, nachgewiesenen Feindabschüssen. Da diese Zahl nur von wenigen Piloten erreicht, der Verleihung hoher Orden jedoch eine moralsteigernde Wirkung zugesprochen wurde und sie somit erwünscht war, wurde die Zahl nötiger Abschüsse später wieder auf 75 gesenkt, um mehr Ritterkreuze verleihen zu können. Nachtjäger: Nachtjägerpiloten erhielten in den Jahren 1939 und 1940 das Ritterkreuz für 10 beziehungsweise 15 Abschüsse. 1942 wurde dieser Wert auf 20 festgelegt und änderte sich bis Kriegsende nicht mehr. Diese im Vergleich zu den Tagjägern relativ niedrige Zahl war dadurch begründet, dass es für einen Nachtjäger aufgrund der sehr schlechten Sichtbedingungen ungleich schwieriger war, ein feindliches Flugzeug finden, stellen und abschießen zu können. Zerstörer: Für Piloten von Zerstörern existierten keine genau festgelegten Abschusszahlen, welche automatisch zu einer Verleihung des Ritterkreuzes geführt hätten. Dies ist damit begründet, dass Zerstörer im Kriegsverlauf in zunehmendem Maße zur Unterstützung von Bodentruppen eingesetzt wurden und Luftkämpfe nach Möglichkeit vermieden. Bis zur Eingliederung der Zerstörerverbände in die Nachtjagd- und Schlachtfliegerverbände im Jahr 1943 erhielten deshalb nur insgesamt sechs Piloten für Feindabschüsse das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen.Ernst Obermaier: Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe 1939–1945. Band I Jagdflieger, Dieter Hoffmann Verlag 1966, S. 19.

Eichenlaub zum Ritterkreuz Das Eichenlaub wurde bis zu Beginn des Ostfeldzuges für 40 Luftsiege verliehen. Danach stiegen die Verleihungskriterien von 60 über 80 auf dann 100 Abschüsse. Ab 1944 wurde es für reine Ostjäger ab etwa 125 Luftsiegen verliehen. Jagdflieger, die hauptsächlich im Westen und im Mittelmeerraum eingesetzt wurden, erhielten das Eichenlaub meist zwischen dem 60. und dem 70. Luftsieg.Ernst Obermaier: Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe 1939–1945. Band I Jagdflieger, Dieter Hoffmann Verlag 1966, S. 20.

Schwerter zum Eichenlaub Die Schwerter zum Eichenlaub wurden bis 1940/41 für etwa 70 Luftsiege verliehen. Ab 1942 stieg diese Zahl auf 100, 1943 dann auf 200 und ab 1944 auf 250 Luftsiege. Reine Ostjäger erhielten die Schwerter zum Eichenlaub meist zwischen dem 200. und dem 220. Luftsieg. Jagdflieger mit bisher gemischten Abschüssen (Ost- und Westfront) erhielten es meist bei 150 Abschüssen, reine Westjäger hingegen oft schon bei 100 Luftsiegen.

Liste

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Name Dienstgrad Lebensdaten Luftsiege Feindflüge Ritterkreuz Eichenlaub Schwerter Brillanten Bemerkungen BildHorst Ademeit †Hans-Ekkehard Bob: Jagdgeschwader 54 Grünherzjäger. Die Geschichte eines berühmten Geschwaders von 1939 bis 1945 mit großer Bilddokumentation. Aachen 2009, ISBN 978-3-86933-014-3.Hauptmann 1912–1944 166 > 600 16. April 1943 2. März 1944 Am 7. August 1944 errang Ademeit seinen 166. Luftsieg über Dünaburg; anschließend kehrte er jedoch nicht mehr zu seiner Einheit zurück und gilt seitdem als vermisst. 85px|zentriertWalter Adolph †Ernst Obermaier: Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe 1939–1945. Band I: Jagdflieger. Dieter Hoffmann Verlag, 1966, S. 89. Hauptmann 1913–1941 28 79 13. November 1940 Galt seit 18. September 1941 nach einem Luftkampf über Ostende als vermisst. Vier Wochen später wurde seine Leiche an die belgische Küste angetrieben. 85px|zentriertHeinz-Wilhelm Ahnert † Oberfeldwebel 1915–1942 57 unbekannt 23. August 1942 Am 23. August 1942 bei Koptewo (Russland) abgeschossen. Tod durch Aufschlagbrand. Das Ritterkreuz wurde postum verliehen. Egon Albrecht †Mike Spick: Luftwaffe Fighter Aces. New York: Ivy Books, ISBN 0-8041-1696-2. Hauptmann 1918–1944 > 25 unbekannt 22. Mai 1943 Am 25. August 1944 in der Normandie abgeschossen. Tod durch Aufschlagbrand. 85px|zentriertErnst Andres †Ernst Obermaier: Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe 1939–1945. Band I: Jagdflieger. Dieter Hoffmann Verlag, 1966, S. 90. Hauptmann 1921–1945 > 25 unbekannt 20. April 1944 Am 11. Februar 1945 beim Flugplatz Gütersloh abgefangen und abgeschossen. Tod durch Aufschlagbrand. Hans-Heinz Augenstein † Hauptmann 1921–1944 46 unbekannt 9. Juni 1944 Am 6. Dezember 1944 bei Münster-Handorf abgeschossen. Tod durch Aufschlagbrand. Augenstein erzielte alle seine Luftsiege als Nachtjäger.

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