Der Naturpark Pfälzerwald war ein deutscher Naturpark, der von 1958 bis 2020 existierte. Er lag mit seiner Fläche von 179.800 HektarNaturpark Pfälzerwald e. V. (Hrsg.): Pflege- und Entwicklungsplan. Lambrecht 2002 (PDF; 838 kB). Abgerufen am 19. Oktober 2011. im Süden von Rheinland-Pfalz, wo er an Frankreich grenzte. 76 Prozent des Naturparks, der das Zentrum der Region Pfalz darstellt, bildet der Pfälzerwald, das möglicherweise größte zusammenhängende Waldgebiet der Bundesrepublik Deutschland. Der Naturpark verfügte über eine Landschaft, in der hauptsächlich Buntsandstein-Felsen vorkommen. Zusammen mit dem Regionalen Naturpark Nordvogesen (frz. Vosges du Nord), seiner französischen Fortsetzung, bildete er ab 1998 das bis in die Gegenwart bestehende Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen.

Geographie Teilgebiete Aufgrund seiner landschaftlichen Struktur wird der Naturpark Pfälzerwald in drei Gebiete eingeteilt: den Nördlichen beziehungsweise Unteren Pfälzerwald, der im Norden durch das Nordpfälzer Bergland begrenzt wird und nach Süden bis etwa an die Autobahn 6 reicht den Mittleren Pfälzerwald, der von dort aus bis zur Linie Pirmasens–Landau reicht den Südlichen Pfälzerwald, der von der Linie Pirmasens–Landau bis zur französischen Grenze im Süden reicht. Dieser Teil des Naturparks Pfälzerwald wird zusammen mit seiner Fortsetzung auf französischem Boden auch als Wasgau bezeichnet. Rein geographisch betrachtet wird der französische Teil des Wasgaus dabei in Deutschland ebenfalls noch zum Pfälzerwald gezählt, in Frankreich bezeichnet man dieses Gebiet hingegen als „Nordvogesen“.

Hinzu kommt das ehemalige Landschaftsschutzgebiet Deutsche Weinstraße, das sich am Ostrand des Naturparks am Übergang zur Rheinebene erstreckt und Teil des Haardtrandes ist.

Kernzonen

Nach der aktuellen Landesverordnung, gültig ab 20. August 2020,Landesverordnung über das Biosphärenreservat Pfälzerwald als deutscher Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen vom 23. Juli 2020. Hrsg.: Ministerium der Justiz Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 2. Oktober 2022 sind im Naturpark Pfälzerwald, laut Karte im Anhang, 23 Kernzonen ausgewiesen, die unter besonderem Schutz stehen:POLLICHIA - Verein für Naturforschung, Naturschutz und Umweltbildung e. V. (Hrsg.): POLLICHIA-Kurier 34/4, Seite 40: Neue Landesverordnung zum Biosphärenreservat Pfälzerwald, Heiko Himmler 2018 (PDF; 2,22 MB). Abgerufen am 12. Oktober 2022.

Geschichte

mini|Hinweisschild auf den Naturpark Pfälzerwald bei Hauenstein

1958 wurde der Pfälzerwald unter Einbeziehung der Landschaftsschutzgebiete Pfälzerwald, Deutsche Weinstraße sowie Eistal und Eckbachtal zum Naturpark erklärt und 1967 mit einer Landesverordnung als Landschaftsschutzgebiet Naturpark Pfälzerwald offiziell unter Schutz gestellt. 1984 wurde dieser Staus in Form einer Landesverordnung erneuert.

1992 wurde der Naturpark Pfälzerwald als zwölftes deutsches Biosphärenreservat von der UNESCO anerkannt. Seit 1998 bildet er zusammen mit dem französischen Naturpark Nordvogesen das erste grenzübergreifende Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen (frz. Vosges du Nord-Forêt palatine).

Das Bundesland Rheinland-Pfalz verabschiedete eine ab August 2020 gültige neue Verordnung, wonach der Naturpark als Körperschaft aufgelöst wurde und seine Aufgaben auf das 1998 gebildete Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord überging. Damit einher ging die Erweiterung der bisherigen Kernzonen von 3900 auf 5360 Hektar, um den höheren Anforderungen eines Biosphärenreservates gegenüber einem Naturpark Rechnung zu tragen.

Trägerschaft Zunächst oblag die Trägerschaft dem Pfälzerwald-Verein, der diese Funktion jedoch mit dem zunehmenden damit verbundenen Aufwand 1965 an die Bezirksregierung Pfalz beziehungsweise ab 1968 Rheinhessen-Pfalz abgab. Bedingt durch das Fehlen von finanziellen Mitteln von Seiten des Bundes, der ausbleibenden Beteiligung der kommunalen Gebietseinheiten sowie den Anforderungen an ein neu verabschiedetes Landesgesetz musste die Verantwortlichkeit für den Naturpark jedoch neu geregelt werden.

Die Trägerschaft des Naturparks oblag daraufhin für die Dauer von rund drei Jahrzehnten dem Trägerverein Naturpark Pfälzerwald e. V., der am 20. Juli 1982 gegründet worden war. Vereinsmitglieder waren die Landkreise und kreisfreien Städte, die am Naturpark flächenmäßig Anteil haben, ferner der Bezirksverband Pfalz sowie verschiedene Wander-, Sportvereine und Umweltverbände. So wurden viele gesellschaftliche Kräfte in die Naturparkarbeit miteinbezogen, um größtmögliche Unabhängigkeit von fachlichen und regionalen Einzelinteressen zu gewährleisten. Ziel des Vereins war es, den Naturpark und das gleichnamige Biosphärenreservat einheitlich zu entwickeln und seine Eigenart und Schönheit sowie seinen überregionalen Erholungswert zu pflegen und zu erhalten.

Der Trägerverein wurde auf Beschluss seiner Mitgliederversammlung vom 4. Dezember 2013 zum Jahresende 2013 aufgelöst, und seine Aufgaben wurden auf den Bezirksverband Pfalz übertragen. In einer Sitzung des Bezirkstags Pfalz auf dem Hambacher Schloss am 20. Dezember 2013 erfolgte die formelle Beschlussfassung zur Übernahme, so dass seit dem 1. Januar 2014 der Bezirksverband Pfalz die alleinige Trägerschaft wahrnimmt. Im Rahmen der organisatorischen Neustrukturierung wurde ein Ausschuss mit 22 Mitgliedern gebildet, der in erster Linie für die vielfältigen Belange des Naturparks verantwortlich ist. Er umfasst neben Repräsentanten politischer Organisationen auch fünf Mitglieder, die bisher dem Naturpark-Vorstand angehörten. Es handelt sich um Vertreter des Pfälzerwald-Vereins (PWV), des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), des Pollichia-Vereins für Naturforschung und Landespflege, des Vereins der Naturfreunde sowie der Natursportverbände.

Die Geschäftsstelle des Naturparks hatte seit 1997 ihren Sitz in Lambrecht.

Weblinks

Website des Naturparks Pfälzerwald Regionaler Naturpark Vosges Nord (französisch) Landesverordnung über den “Naturpark Pfälzerwald”

Einzelnachweise

Pfalzerwald Kategorie:Geographie (Pfälzerwald) Kategorie:Bezirksverband Pfalz Pfalzerwald