Meckenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Deidesheim an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die zweitgrößte Ortsgemeinde darstellt.
Geographische Lage Die Gemeinde liegt am Rande der Region Weinstraße in der Oberrheinischen Tiefebene und ist ein Teil der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Marlach streift den nördlichen Siedlungsrand. Zu Meckenheim gehört außerdem der Sandhof. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Rödersheim-Gronau, Hochdorf-Assenheim, Böhl-Iggelheim, Haßloch, Neustadt an der Weinstraße, Ruppertsberg, Deidesheim und Niederkirchen bei Deidesheim.
Geschichte Das fränkische Dorf Meckenheim ist vermutlich im 5. Jahrhundert entstanden. Im Jahr 768 wurde eine erste Schenkung aus Meckenheim an das Kloster Lorsch dokumentiert, weitere Schenkungen folgten.Ortsliste zum Lorscher Codex, Meckenheim, Archivum Laureshamense – digital, Universitätsbibliothek Heidelberg. Anno 991 fielen einige Meckenheimer Güter an Otto I., Herzog von Kärnten, genannt „Otto von Worms“. Im 12. Jahrhundert wurde die Ägidiuskirche erbaut.
Im Jahr 1287 wurde Meckenheim von Pfalzgraf Ludwig II. gekauft; es gehörte von da an zur Kurpfalz. 1459/60 wurde Meckenheim von den Leiningern (Emich VII.) niedergebrannt. Mit der Einführung der Reformation in der Kurpfalz wurde Meckenheim protestantisch. Im Jahr 1585 wurde die Ägidiuskirche neu aufgebaut.
Nach massiven Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg war Meckenheim 1641 von seinen Einwohnern verlassen. Die Meckenheimer Kirche fiel 1707 den Katholiken zu; 1747/48 wurde die protestantische Kirche erbaut. Während des Ersten Koalitionskrieges Ende des 18. Jahrhunderts erlitt Meckenheim große Schäden. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Meckenheim in den Kanton Neustadt (Donnersberg) eingegliedert und bildete eine eigene Mairie. 1815 hatte der Ort 1484 Einwohner. Im selben Jahr wurde er infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde dem Landkommissariat Neustadt an; aus diesem ging das Bezirksamt Neustadt hervor.
Im Jahr 1824 wurde das Schul- und Gemeindehaus (Hauptstraße 98) gebaut, 1872 das heutige Rathaus (Hauptstraße 58). 1894 wurden die landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft und die Raiffeisenkasse gegründet, die 1938 zusammengelegt wurden.
1913 erhielt Meckenheim Anschluss an eine allgemeine Stromleitung, 1928 an eine allgemeine Wasserleitung. 1922 wurde der Meckenheimer Winzerverein gegründet, 1936 die Obstmarkthalle gebaut. Ab 1939 war Meckenheim Bestandteil des Landkreises Neustadt an der Weinstraße. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. 1952/55 wurde der Sportplatz mit dem Sportheim angelegt. 1956 erhielt Meckenheim Anschluss an eine allgemeine Gasleitung, 1961 eine neue Volksschule und 1964 Anschluss an eine Kanalisation. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim. Drei Jahre später wurde Meckenheim Bestandteil der ebenfalls neu entstandenen Verbandsgemeinde Deidesheim.
Konfessionsstatistik 2005 waren 47,3 % der Einwohner evangelisch und 29,0 % katholisch. Die übrigen 24,7 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik Meckenheim Stand Juni 2005. Der Anteil der Katholiken und Protestanten an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um 1 Prozentpunkt gesunken. Derzeit (Stand 30. April 2025) sind von den Einwohnern 31,0 % evangelisch, 25,1 % katholisch und 43,9 % sind konfessionslos oder gehören einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik Meckenheim, abgerufen am 7. Mai 2025.
Politik mini|Die Hauptstraße Gemeinderat Der Gemeinderat in Meckenheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU WGM Gesamt 2024 5 8 7 20 Sitze 2019 4 7 9 20 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2014 4 5 11 20 Sitze 2009 5 4 11 20 Sitze 2004 6 4 10 20 Sitze WGM = Wählergruppe Meckenheim e. V. (bis 2023: Freie Wählergruppe Meckenheim e. V.)
Bürgermeister Silke Hoos wurde am 9. September 2024 Ortsbürgermeisterin von Meckenheim. Bei der Stichwahl am 23. Juni 2024 war sie mit 54,5 % der Stimmen gewählt worden, nachdem im ersten Wahlgang am 9. Juni keiner der ursprünglich vier Bewerber einen ausreichenden Stimmenanteil erreicht hatte. Ihre Vorgänger waren Julia Kren (2019–2024), Heiner Dopp (1999–2019) und Edwin Ettinger (1994–1999).
Wappen
Partnerschaften Seit 1980 ist die Gemeinde mit Lugny in Frankreich partnerschaftlich verbunden.
Seit 1967 ist die Gemeinde mit Grabenstätt am Chiemsee freundschaftlich verbunden.
Kultur 17 Objekte in Meckenheim stehen unter Denkmalschutz, darunter sowohl die 1748 gebaute und 1964 erweiterte katholische Kirche St. Ägidius wie auch die ebenfalls 1748 erbaute evangelische Kirche. Hinzu kommen etliche Wohnhäuser, die ältesten aus der Zeit um 1700, Torbögen usw. Zudem existieren in Meckenheim fünf Naturdenkmale, unter anderem verschiedene Nussbäume.
Infrastruktur Weinbau mini|Weinfass auf dem Dorfplatz Die Meckenheimer Weinlagen gehören zum Weinbaugebiet Pfalz und hier wiederum zum Anbaubereich Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße. Zu Meckenheim gehören drei Einzellagen, nämlich Linsenbusch (261,1 ha)Ruppertsberger Linsenbusch - Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 17. Februar 2024., Neuberg (249,2 ha)Meckenheimer Neuberg - Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 19. Februar 2024. und Spielberg (55,9 ha)Meckenheimer Spielberg - Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 19. Februar 2024., die alle zur Großlage Hofstück gehören.
In Meckenheim gibt es 35 Weinbaubetriebe, welche 0,5 Hektar (ha) oder mehr bestockte Rebfläche bewirtschaften; die durchschnittliche Rebfläche pro Betrieb beträgt 8 ha. Die gesamte Rebfläche auf Meckenheimer Areal beträgt 271 ha. 57,9 % der von Meckenheimer Weinbaubetrieben produzierten Weine sind Weißweine und 42,1 % sind Rotweine (Stand: 2010).infothek.statistik.rlp.de – Mein Dorf, meine Stadt: Regionaldaten zur Agrarstruktur auf der Website des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 3. Mai 2014.
Verkehr Meckenheim war einst südlicher Endpunkt einer Heerstraße, die bis nach Mühlheim an der Eis führte. 1911 wurde die 1890 eröffnete Lokalbahn Ludwigshafen–Dannstadt bis Meckenheim weitergeführt; der Betrieb wurde bis 1955 aufrechterhalten, ab dann durch Autobuslinien ersetzt.
Die Landesstraße 519, die nach Mußbach führt, bildete früher die Bundesstraße 38 und wurde in Zusammenhang mit Eröffnung der nahen Bundesautobahn 65, die den Südosten der Gemeindegemarkung streift, zur Landesstraße heruntergestuft. Die Landesstraße 530 verbindet den Ort unter anderem mit Haßloch und Mutterstadt. Die Kreisstraße 10 verbindet ihn mit Ruppertsberg. Durch den Westen der Gemarkung verläuft für wenige hundert Meter die Bundesstraße 271.
Durch Meckenheim verläuft außerdem der Salier-Radweg.
Das Ultraleichtfluggelände Meckenheim liegt etwa 3,5 km südwestlich der Ortsmitte.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Jakob Rieger (1754–1811), Maler, Zeichner und Grafiker Georg Friedrich Dürk (1788–1877), napoleonischer Soldat, Ritter der französischen Ehrenlegion Eduard Faber (1853–1930), Wasserbauingenieur Ludwig Scharf (1864–1939), Lyriker und Übersetzer Jakob Müller (1883–1969), Politiker (FDP) Paul Ohler (1887–1968), Kriminalbeamter Rudolf Hammann (1898–1971), Jurist und Politiker Norbert Meder (1947–2026), Pädagoge
Personen, die mit Meckenheim verbunden sind Johannes Kriebitzsch (1857–1938), Glasmaler, stattete 1905 die Fenster der katholischen Kirche St. Aegidius aus. Armin Otto Huber (1904–1977), Schriftsteller, starb in Meckenheim. Fritz Seitz (1905–1949), Priester, war zeitweise Kaplan in Meckenheim. Heiner Dopp (* 1956), Hockeyspieler, Ortsbürgermeister von 1999 bis 2019
Weblinks
Internetpräsenz der Ortsgemeinde Meckenheim
Einzelnachweise
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