Hudson ist eine Kleinstadt im Middlesex County im Bundesstaat der Vereinigten Staaten Massachusetts in den Vereinigten Staaten. Das U.S. Census Bureau hat bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 20.092 ermittelt. Die Stadt liegt zentral in Massachusetts und ist etwa 40 Minuten (ca. 48 km) von BostonFahrtroute Hudson – Boston bzw. 20 Minuten (ca. 26,6 km) von WorcesterFahrtroute Hudson – Worcester entfernt.

Bevor Hudson im Jahr 1866 Stadtrechte erhielt, war es unter dem Namen Feltonville ein Vorort des benachbarten Marlborough. Von 1850 bis zur Vernichtung der letzten Schuhfabrik durch einen Brand im Jahr 1968Lewis Halprin, The Hudson Historical Society: Images of America – Hudson. Arcadia Publishing, Charleston, SC 2001, ISBN 0-7385-0073-9, S. 7. war Hudson auch als bekannt, in der auf ihrem Höhepunkt bis zu 17 Schuhfabriken angesiedelt waren.Lewis Halprin, The Hudson Historical Society: Postcard History Series – Hudson. Charleston 2008, ISBN 978-0-7385-6284-1, S. 7–10. Viele von ihnen bezogen die benötigte Energie aus dem Assabet River, der durch die Stadt fließt. Die Fabriken zogen viele Immigranten an, was sich auch heute noch in der Zusammensetzung der Stadtbevölkerung widerspiegelt. Die meisten Einwohner stammen ursprünglich entweder aus Portugal oder Irland, ein kleinerer Anteil aus Frankreich, Italien, England oder Schottland.

Geografie Geografische Lage Durch das Stadtgebiet fließt der Assabet River. An der Grenze zu Stow liegt der Lake Boon, der früher ein beliebtes Ausflugsziel war, heute jedoch vorwiegend Wohnbebauung aufweist. An der Grenze zu Marlborough liegt das Fort Meadow Reservoir, das früher Trinkwasser für Hudson und Marlborough lieferte.

Ausdehnung des Stadtgebiets Nach Angaben des United States Census Bureau hat die Stadt eine Gesamtausdehnung von 11,8 Quadratmeilen (30,7 km²), davon 11,5 Quadratmeilen (29,8 km²) Land und 0,3 Quadratmeilen (0,9 km²) (2,87 %) Wasser.

Nachbargemeinden Hudson wird durch fünf Städte begrenzt: Bolton und Stow im Norden, Marlborough im Süden, Sudbury im Osten und Berlin im Westen.

Stadtgliederung Das Village Gleasondale liegt sowohl auf dem Gebiet von Hudson als auch von Stow.

Geschichte Im Jahr 1650 war das Gebiet, in dem das heutige Hudson liegt, Teil einer Gebetsstadt. Die Indianer wurden von ihrem Grund und Boden im Laufe des King Philip’s War vertrieben, und die meisten kehrten auch nach dem Ende des Kriegs nicht dorthin zurück.

Die erste europäische Siedlung in der Umgegend datiert auf 1699, als der Siedler John Barnes, der ein Jahr zuvor einen acre des Gebiets der Ockookangansett-Indianer zugesprochen bekommen hatte, dort am Fluss eine Getreidemühle errichtete. Die Mühle stand auf dem Gebiet, das heute zu Hudson gehört. Um 1701 hatte Barnes ebenfalls ein Sägewerk am Fluss sowie eine Brücke über diesen gebaut. Diese Strukturen dienten der jungen Stadt als Zentrum und Fixpunkte. Im Verlauf des nächsten Jahrhunderts wuchs Hudson langsam, aber beständig.

Hudson war zunächst Teil von Marlborough und hieß bis zu der Erteilung von Stadtrechten im Jahre 1866 Feltonville. Bereits im Juni 1743 strebten die Einwohner der Gegend des heutigen Hudson nach Unabhängigkeit von Marlborough, jedoch wurde eine entsprechende Petition durch den Massachusetts General Court abgelehnt.

Am 19. April 1775 kam es zu Kämpfen zwischen Männern aus Hudson und den minutemen.

In den 1850er Jahren erhielt das damalige Feltonville die erste Eisenbahnanbindung. Hudson wurde durch zwei Haltepunkte bedient, die bis zu ihrer Schließung im Jahre 1965 zunächst von der Central Massachusetts Railroad Company und später durch die Boston and Maine Railroad Company betrieben wurden. Die Anbindung an die Eisenbahn erlaubte die Entwicklung größerer Fabriken, von denen einige landesweit erstmals mit Dampfmaschinen und Nähmaschinen ausgestattet waren. Um 1860 hatten sich in Feltonville 17 Fabriken rund um die Schuhherstellung angesiedelt, die Immigranten unter anderem aus Irland und Kanada anzogen.

Die Einwohner des damaligen Feltonville kämpften im Amerikanischen Bürgerkrieg auf der Seite der Unionstruppen. Viele Häuser der Stadt, darunter das Goodale House in der Chestnut Street als ältestes Gebäude (Baujahr 1702), waren Stationen der Underground Railroad.

Im Jahr 1865 reichten die Anwohner erneut eine Petition zur Loslösung von Feltonville als eigenständige Stadt ein. Diesem Anliegen stimmte der Massachusetts General Court am 19. März 1866 zu. Die neue Stadt Hudson wurde nach Charles Hudson benannt, der seine Kindheit in der Stadt verbracht hatte und 500 US-Dollar spendete, um eine neue Bibliothek zu errichten. Die Spende war an die Bedingung verknüpft, die neugegründete Stadt nach ihm zu benennen.Lewis Halprin, The Hudson Historical Society: Images of America – Hudson. Charleston, SC 2001, ISBN 0-7385-0073-9, S. 8.

In den darauf folgenden 20 Jahren wuchs Hudson mit der Ansiedlung von Industriebetrieben. Zwei Wollfabriken, eine Gummibandfabrik, eine Piano-Manufaktur und eine Fabrik zur Herstellung von mittels Aufbringen einer Gummischicht imprägnierten Stoffen wurden gebaut, ebenso Banken, Schulen, ein Armenhaus und das Rathaus, das noch heute existiert und auch weiterhin als solches genutzt wird. Die Einwohnerzahl bewegte sich um 5500, von denen die meisten in kleinen Häusern mit Gärten auf der Rückseite lebten. Die Stadt unterhielt fünf Freiwillige Feuerwehren, von denen eine die Eureka Hand Pump besaß, eine für die damalige Zeit spektakuläre Pumpe, die einen 38 mm Wasserstrahl 70 m weit schießen konnte.

Als am 4. Juli 1894 zwei Jungs mit Feuerwerkskörpern spielten, lösten sie ein Feuer und damit eine Katastrophe aus: 40 Häuser und 20.000 m² Fläche im Zentrum von Hudson fielen den Flammen zum Opfer. Zwar wurde niemand verletzt, aber die Schadenshöhe belief sich auf geschätzte 400.000 US-Dollar. Die Stadt wurde jedoch innerhalb eines Jahres wieder aufgebaut.

Um 1900 wohnten 7500 Einwohner in Hudson, und die Stadt hatte bereits ihr eigenes Kraftwerk errichtet, so dass einige Häuser mit Elektrizität versorgt werden konnten. Elektrisch betriebene Straßenbahnlinien wurden gebaut, um Hudson mit Leominster, Concord und Marlborough zu verbinden. Die Fabriken der Stadt wuchsen beständig und zogen Immigranten aus England, Deutschland, Portugal, Litauen, Polen, Griechenland, Albanien und Italien an. Diese lebten üblicherweise in Serviced Apartments in der Nähe ihrer Arbeitsstätte. 1928 wurden von den Arbeitern der Firestone-Apsley Rubber Company 19 verschiedene Sprachen gesprochen. Heute haben die meisten Einwohner von Hudson irische oder portugiesische Vorfahren, kleinere Anteile bilden Italiener, Franzosen, Engländer, Schotten und Griechen. Etwa ein Drittel der Einwohner sind portugiesischer Abstammung. Von diesen stammen die meisten von den Azoren bzw. genauer von der Insel Santa Maria, zu einem geringeren Anteil von der Insel São Miguel sowie aus der Region Trás-os-Montes e Alto Douro auf dem portugiesischen Festland. Die portugiesische Gemeinschaft in Hudson unterhält den Hudson Portuguese ClubWebsite des Hudson Portuguese Club mit einem frisch renovierten Clubhaus. Der Club wurde in der Mitte der 1910er Jahre gegründet und hat andere ethnische Treffpunkte wie den früheren italienischen Club überlebt. Heutige Immigranten kommen vorwiegend aus Mexiko, Zentralamerika, Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern, aus Asien und aus Europa.

Die Einwohnerzahl veränderte sich spürbar erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als Stadtentwickler damit begannen, Farmen am Stadtrand aufzukaufen. Auf den neuen Grundstücken wurden Häuser gebaut, was die Zahl der Einwohner mehr als verdoppelte. In der jüngeren Vergangenheit haben sich High-Tech-Unternehmen in der Stadt angesiedelt, darunter die Digital Equipment Corporation, die zwischenzeitlich von Intel übernommen wurde. Obwohl mittlerweile etwa 20.000 Einwohner in Hudson leben, verwaltet sich die Stadt immer noch mittels einer Volksversammlung (Open Town Meeting).

Frühere Namen der Stadt Feltonville: Dies ist der Name der Stadt vor ihrer Selbständigkeit und Umbenennung in Hudson, als Feltonville noch ein Vorort von Marlborough war. Der Name rührt vom Felton Store, einem von Silas Felton betriebenen Geschäft her, das in dem Vorort im frühen 19. Jahrhundert gebaut worden war. Der Name Feltonville wurde von 1828 bis zur Gründung von Hudson im Jahr 1866 genutzt. Noch heute gibt es in der Stadt zwei Straßen, die daran erinnern: Die Felton Street und die Feltonville Road.

In den Jahren vor 1828 wurde das heutige Hudson bereits mehrfach umbenannt: Von 1656 bis 1700 wurde das heutige Hudson sowie die umgebenden Gebiete als Indian Plantation oder auch Cow Commons bezeichnet.The Hudson Historical Society: Hudson Bicentennial Scrapbook. 1976. Von 1700 bis 1800 war die Siedlung als The Mills bekannt. Von 1800 bis 1828 wurde die Siedlung New City genannt.

Religionen mini|Unitarische Kirche, gebaut im Jahr 1861 mini|Bischöfliche Methodistenkirche nach einem Brand 1911; der Neubau erfolgte 1913. Ein sehr kleiner Teil der Einwohner von Hudson sind Juden und christlich-orthodox, aber es gibt keine Synagoge oder orthodoxe Kirche. Dennoch spielt Hudson eine wichtige Rolle in der Entwicklung der albanisch-orthodoxen Kirche, da im Jahr 1906 einem Albaner ein Begräbnis durch einen griechisch-orthodoxen Priester aus Hudson verweigert wurde und die Stadt seitdem die albanische Gemeinschaft unterstützt.

Tempel, Kirchen, Gotteshäuser Saint Michael’s Roman Catholic Church.Website der Saint Michael’s Roman Catholic Church Die St. Michael’s Church oder auch kurz St. Mike’s besteht seit 1869;Lewis Halprin, The Hudson Historical Society: Images of America – Hudson. Arcadia Publishing, Charleston, SC 2001, ISBN 0-7385-0073-9, S. 76–84. das noch heute genutzte Gebäude stammt aus dem Jahr 1889. Saint Luke’s Episcopal Church.Website der St. Luke’s Church Die St. Luke’s Church wurde 1913 vollendet. First United Methodist Church of Hudson.Website der First United Methodist Church of Hudson Das Gebäude wurde 1913 fertiggestellt, nachdem das Vorgängergebäude 1911 niedergebrannt war. Unitarian Church of Marlborough and Hudson.Website der Unitarian Church of Marlborough and Hudson Die Kirche ist technisch gesehen älter als die Stadt selbst, da sie bereits 1861 errichtet wurde. Grace Baptist Church.Website der Grace Baptist Church Die Kirche wurde 1986 gebaut und wuchs von 25 auf aktuell 1200 Mitglieder an. Carmel Marthoma Church. Die jüngste Kirche in Hudson wurde 2001 errichtet, jedoch können die Aktivitäten der Gemeinschaft bis in die frühen 1970er Jahre zurückverfolgt werden. First Federated Church (Baptistisch/Kongregationalistisch).Website der First Federated Church Die First Federated Church wurde in den 1960er Jahren erbaut. Hudson Seventh-day Adventist Church.Website der Hudson Seventh-day Adventist Church Das Gebäude wurde in den 1960er Jahren erbaut. Hudson verfügt darüber hinaus über eine große buddhistische Gemeinde, die mit dem Sōka Gakkai verbunden ist.

Nicht mehr genutzte Gebäude Christ the King Roman Catholic Church. Die Kirche fusionierte 1994 mit der Saint Michael’s Church, um eine gemeinsame Kirchengemeinde zu gründen. Im Zuge der Fusionierung wurde das Kirchengebäude stillgelegt und nicht mehr für kirchliche Zwecke verwendet. Dies geschah im Zuge einer ganzen Reihe von Kirchenschließungen in der Erzdiözese Boston aufgrund von Nachwuchsmangel. Union Church of All Faiths, wahrscheinlich die kleinste Kirche in den Vereinigten Staaten, gebaut von Rev. Louis W. West.

Einwohnerentwicklung

Auf der Basis der Volkszählung im Jahr 2000 hatte Hudson 18.113 Einwohner verteilt auf 6.990 Haushalte und 4.844 Familien. Die Bevölkerungsdichte betrug 1.574,4 Personen pro Quadratmeile bzw. 608,1 Personen pro Quadratkilometer. Es gab 7.168 Wohneinheiten mit einer Dichte von 623 Einheiten pro Quadratmeile (240,7 Einheiten pro Quadratkilometer).