Elmstein ist die am weitesten westlich gelegene Ortsgemeinde im pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim und in der Metropolregion Rhein-Neckar. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lambrecht (Pfalz) an, innerhalb derer sie gemessen an der Fläche die größte und gemessen an der Einwohnerzahl die zweitgrößte Ortsgemeinde ist. Ihrer Fläche nach ist sie nach Bad Dürkheim die zweitgrößte Ortsgemeinde des Landkreises.

Geographie Lage Die Ortsgemeinde liegt zentral im mittleren Pfälzerwald; der Westen der Gemarkung gehört zu dessen Teilbereich Frankenweide, im Osten liegt das nach der Gemeinde benannte Elmsteiner Tal. Ihr Waldanteil ist mit 95,2 % so groß wie bei keiner anderen Kommune in Rheinland-Pfalz.

Gemeindegliederung

mini|Ortsbild von Elmstein

Neben dem namensgebenden Kernort Elmstein besteht die Ortsgemeinde aus zahlreichen angegliederten Orten, die gemeindeintern als „Annexen“ bezeichnet werden. Unmittelbar östlich und baulich mit Elmstein zusammengewachsen erstreckt sich Appenthal, nördlich davon – von Süden nach Norden – liegen die deutlich kleineren Siedlungen Harzofen, Schwabenbach und Wolfsgrube. Ganz im Osten liegt Helmbach mit Oppauer Siedlung, südwestlich von diesem die Hornesselwiese und das Stille Tal.

Wenige hundert Meter südsüdwestlich des Kernortes liegt verstreckt der Schafhof, weiter südwestlich Röderthal und Iggelbach. Im Westen der Gemarkung sind es – von Osten nach Westen – Mückenwiese, Speyerbrunn, Erlenbach und Schwarzbach.

Nachbargemeinden Benachbarte Gemeinden – einschließlich kursiv gesetzter Exklaven – sind im Uhrzeigersinn Waldleiningen, Weidenthal, Esthal, Kirrweiler (Pfalz), Venningen, Rhodt unter Rietburg, Edesheim, Landau in der Pfalz, Wilgartswiesen, Trippstadt und Kaiserslautern.

Die Entfernung zum Mittelzentrum Neustadt an der Weinstraße beträgt 25 km, nach Westen sind es 32 km bis zum Oberzentrum Kaiserslautern.

Erhebungen

mini|hochkant|Waldlandschaft auf der Gemarkung von Elmstein

Auf der Gemarkung von Elmstein erheben sich zahlreiche Berge des Pfälzerwalds. Unmittelbar am Nordwesthang des Kernortes ist es der hohe Schloßberg. Nordöstlich von Appenthal erstrecken sich die Ehscheid und die Kleine Ehscheid sowie südöstlich der Grünberg. Weiter südwestlich abseits des Siedlungsgebiets liegt die hohe Bloskülb und südlich von ihr der Bragberg (). Südöstlich von Iggelbach erstreckt sich der hohe Bierenberg und weiter östlich der Große Schweinsberg (); zwischen dem Kernort Elmstein und Iggelbach liegen der Möllberg (), das Kurze Eck und der Mönchberg. Unmittelbar südwestlich von Speyerbrunn erstreckt sich das Speyerbrunner Eck und ganz im Westen der Gemarkung das Schwarzeneck, das Große Schneidtaler Eck und das Kleine Schneidtaler Eck.

Ganz im Südwesten der Gemarkung erhebt sich der hohe Schindhübel, der zugleich den höchsten Punkt im Gemeindegebiet bildet, südöstlich von ihm befindet sich sein Ausläufer Blattberg (). Ganz im Süden der Gemarkung erstrecken sich der Hofberg () und unmittelbar an der Gemarkungsgrenze zum Landauer Stadtwald der Geiskopf () sowie der Miedersberg ().

Im nordwestlichen Bereich der Gemarkung erstrecken sich das Grundwieser Eck (), der Legelberg, das Legeleck, der Krottenbuckel (), der Steigberg (), der Hohe Oselkopf (), der Niedere Oselkopf (), der hohe Mückenberg, der hohe Weltersberg, der Hofberg () sowie unmittelbar an der Grenze zu Waldleiningen der hohe Riesenberg. Ganz im Nordosten erstrecken sich das Bremeneck und der Erdbeerenkopf.

Gewässer mini|hochkant|Speyerbach in Elmstein

Zentrales Fließgewässer ist der Speyerbach, der die Kerngemeinde und mehrere Ortsteile wie Speyerbrunn, Mückenwiese und Appenthal durchfließt. Sein hydrologischer Quellfluss Erlenbach entspringt auf der zu Wilgartswiesen gehörenden Exklave Hofstätten, passiert danach den nach ihm benannten Weiler und nimmt anschließend von rechts den Schüllermannsbrunnenbach auf, um auf Höhe von Speyerbrunn von links auf den Schwarzbach zu treffen, wo der Speyerbach nominell in einem Quellteich entspringt. Im weiteren Verlauf nimmt der Speyerbach von links den Enkenbach, den Weltersbach, den Oselbach und den Großen Legelbach auf. Letzterer besitzt mit dem Kleinen Legelbach einen Zufluss. Am nordwestlichen Rand des Kernortes mündet von rechts im Bereich des Möllbachweihers der Möllbach und an seinem südlichen Rand der Haselbach in den Speyerbach.

Weiter östlich nimmt der Speyerbach von rechts mit dem Helmbach seinen stärksten Zufluss auf, der weitgehend auch die südöstliche Gemarkungsgrenze von Elmstein bildet. Nachdem dessen Quellfluss Teufelsbach zunächst eine zu Landau gehörende Waldexklave durchflossen hat, mündet von links der Blattbach, der von rechts den Miedersbach aufgenommen hat. Danach mündet von rechts der Grobsbach, der auf den letzten 2 km seines Laufs die Grenze zu einer Waldexklave von Edesheim bildet. 2,5 km östlich nimmt der Helmbach von links den Iggelbach auf, der die gleichnamige Ortschaft durchfließt. Lediglich ein kurzes Stück vor seiner Mündung in den Helmbach fließt der Kohlbach auf der Gemarkung von Elmstein. Zu Letzterer gehört das Westufer des kurz zuvor vom Kohlbach durchflossenen Helmbachweihers. Im Osten bildet der Breitenbach größtenteils die Grenze zu Esthal; er mündet bereits jenseits der Elmsteiner Gemarkung in den Speyerbach. Vorher nimmt der Speyerbach von rechts den Finster-Breitenbach und den Großen Schwabenbach auf.

Geologie

Geologisch dominiert der Buntsandstein vor allem in Form der Trifels-Schichten. Bedeutsam für den mittleren Pfälzerwald ist die sogenannte Elmsteiner Verwerfung.

Geschichte

Entwicklung bis 1900 Ein Beil aus der Jungsteinzeit, dessen Feuersteinklinge im Oktober 1968 bei Wegebauarbeiten im Blattbachtal in der Nähe von Iggelbach gefunden wurde, deutet darauf hin, dass auf dem Gebiet der Ortsgemeinde bereits vor 5000 Jahren Menschen gelebt und Holz bearbeitet haben.

mini|Burgruine Elmstein, Keimzelle des Ortes

Der Hauptort geht auf die mittelalterliche Burg Elmstein zurück, die oberhalb am Südwesthang des Schloßbergs im 12. und 13. Jahrhundert von den Pfalzgrafen bei Rhein errichtet wurde. Nach der Zerstörung während der frühen Neuzeit und der Nutzung als Steinbruch für den Häuserbau hat sie jedoch lediglich als Ruine überdauert. Das Kloster Otterberg besaß am Ort landwirtschaftliche Flächen und das Triftrecht.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015, ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (538). Die Ortsteile entstanden später meist als Ausbausiedlungen für Waldarbeiter, als Standort eines Sägewerks oder, wie Röderthal, als Bergarbeitersiedlung.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts war die Gemeinde, zu der schon damals der Nachbarort Iggelbach gehörte, Teil der Kurpfalz. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Napoleonischen Kaiserreichs war, waren Elmstein und Iggelbach in den Kanton Neustadt (Donnersberg) eingegliedert und zugleich Sitz einer Mairie. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte er wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde dem Landkommissariat Neustadt an; aus dem das Bezirksamt Neustadt hervorging.

Seit dem 20. Jahrhundert

mini|Elmstein im Jahr 1926

Ab 1939 war Elmstein ein Bestandteil des Landkreises Neustadt an der Weinstraße. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone ein Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Elmstein 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim. Drei Jahre später wurde die Gemeinde ein Bestandteil der ebenfalls neu entstandenen Verbandsgemeinde Lambrecht (Pfalz). Am 1. Januar 1976 wurden die bis dahin zu Wilgartswiesen gehörenden Orte Erlenbach, Schwarzbach und Speyerbrunn nach Elmstein umgemeindet.

2002 geriet die Gemeinde in die Schlagzeilen, als die NPD versuchte, den Elmsteiner Hof am nordwestlichen Ortsrand zu erwerben, der im Oktober selben Jahres schließlich abbrannte.

2011 wurde der Ort als eine von 20 Kommunen in Rheinland-Pfalz in das Dorferneuerungs­programm aufgenommen. Zudem wurde zwischenzeitlich das vorher zu Rhodt unter Rietburg gehörende Forsthaus Frechental zu Elmstein umgemeindet.

Einwohnerentwicklung Im September 1801 hatte die Gemeinde 806 Einwohner. Bereits 1815 war diese Zahl auf 1040 gestiegen. In den folgenden anderthalb Jahrhunderten verdoppelte sich die Einwohnerzahl. 1925 war die Einwohnerzahl auf 2311 gestiegen, die seinerzeit in 378 Wohngebäuden lebten. Unter anderem durch den Gebietszuwachs im Westen der Gemarkung stieg sie nochmals um insgesamt 207 Einwohner aus den Orten Erlenbach, Schwarzbach und Speyerbrunn an. In den 1970er-Jahren hatte Elmstein zeitweise über 3000 Einwohner.Geschichte der Gemeinde Elmstein Bedingt durch die periphere Lage innerhalb der Metropolregion Rhein-Neckar ist seit Anfang der 1990er-Jahre ein Rückgang zu beobachten, etwa 2010 sank die Einwohnerzahl auf unter 2500. Zum 31. Dezember 2024 hatte die Gemeinde laut Fortschreibung des Statistischen Landesamts 2446 Einwohner (Hauptwohnsitz).

Religion Im Jahr 2011 waren laut Volkszählung 49,1 % der Einwohner evangelisch und 30,6 % römisch-katholisch, 20,3 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe., Zensus 2011. Der Anteil der Katholiken und Protestanten an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Derzeit (Stand 31. Dezember 2024) sind von den Einwohnern 36,3 % evangelisch, 22,9 % katholisch und 40,8 % sind konfessionslos oder gehören einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik Ortsgemeinde Elmstein, abgerufen am 18. Januar 2025.

Christentum

mini|hochkant|Protestantische Pfarrkirche

Ab dem Spätmittelalter existierte in Elmstein die 1841 abgerissene Kirche St. Simon und Judas, die 1707 dem Protestanten zugeschlagen wurde. Seit 1843 besteht die protestantische Pfarrkirche der Protestantischen Kirchengemeinde Elmsteiner Tal, zu der ebenso das seit 1931 existierende Gotteshaus in Iggelbach sowie die in Esthal und Frankeneck lebenden Protestanten gehören.

Die Katholiken gehören zum Dekanat Bad Dürkheim des Bistums Speyer. Bis Ende 2015 existierte im Kernort und in Speyerbrunn jeweils eine eigene Pfarrei, die zur Pfarrgemeinschaft Neustadt gehörten. Seit 2016 ist Elmstein ein Bestandteil der in Lambrecht ansässigen Pfarrei Heiliger Johannes XXIII., welche die Verbandsgemeinde Lambrecht umfasst; die örtlichen katholischen Kirchen bilden seither deren Filialen. Mit der Kapelle zur Mutter Gottes im Ortsteil Appenthal befand sich im Gemeindegebiet ein weiteres Kirchengebäude. Die Evangelischen gehören zur Protestantischen Landeskirche der Pfalz.

Eine Besonderheit war die 1921 gegründete Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz. Teilweise war sie mit etwa 5 % der örtlichen Bevölkerung die zweitgrößte freireligiöse Gemeinde in der Pfalz, hatte 2020 jedoch lediglich noch 23 Mitglieder (nach 26 im Jahr 2019), dies entsprach 0,9 % der Bevölkerung. Die übrigen Einwohner gehörten anderen Religionen an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik Ortsgemeinde Elmstein, abgerufen am 7. November 2020.KommWis

Der Friedhof im Kernort besteht seit 1820; weitere Friedhöfe gibt es in Appenthal, Iggelbach und Speyerbrunn.

Politik Gemeinderat mini|Rathaus

Der Gemeinderat besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: