Bliedersdorf () ist eine Gemeinde im niedersächsischen Landkreis Stade.
Geografie mini|Die Aue im Frühjahr Lage Bliedersdorf ist Anrainerdorf an die Aue, einem Unterlauf des ab Horneburg Lühe genannten Flusses, der sich schon ab vor dem Ort Harsefeld erstreckt und bei Grünendeich in die Elbe mündet.
Die Auenbereiche entlang des Flusses sind im Gebiet in Pacht des Bliedersdorfer Angelvereins „Forelle“, doch werden sie von den Bliedersdorfern und auch Besuchern gerne als Erholungsgebiet genutzt. Seit den späten 1990er Jahren wurde dem Tribut gezollt: Das Auetal ist nun Naturschutzgebiet. Da die Auewiesen im Winter bei Überflutung oft überfrieren, bilden sich daraus ideale Eislaufflächen, wobei die Flächen von Gräben durchzogen sind, die erst bei längerem Frost sicher sind.
Verwaltungsgliederung Die Gemeinde Bliedersdorf gehört zur Samtgemeinde Horneburg und umfasst die folgenden angrenzenden Ortsteile (Dörfer): Bliedersdorf (Hauptort) Postmoor Rutenbeck
Postmoor und Rutenbeck tragen jedoch nur gering zur Einwohnerzahl bei. Postmoor ist darüber hinaus zwischenzeitlich dem Flecken Horneburg zugerechnet gewesen und deshalb als Ortsteil immer noch umstritten.
Geschichte Ortsname Frühere Ortsnamen von Bliedersdorf waren 1236: de Blytherstorpe, 1238 de Blitherestrope, 1257 de Blidersdorp und 1257 de Blitherstorp. Niederdeutsch -dorp; im ersten Teil alter Personenname mit dem Erstglied Blid-, das auf althochdeutsch und altniederdeutsch blidi, blide „froh, heiter“ zurückgeht, wie zum Beispiel Blidger, Blidgard, Blidfrid, Blithard, Blither, Blidhild, Blidram oder Blidmar.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1820 365 1910 520 1925 561 1933 514 1939 541 1950 881 1956 820 1961 814 ¹ 1970 901 ² 1973 969 Jahr Einwohner Quelle 1975 1053 ³ 1980 1182 ³ 1985 1296 ³ 1990 1325 ³ 1995 1522 ³ 2000 1650 ³ 2005 1657 ³ 2010 1711 ³ 2015 1717 ³ 2019 1781 ³ ¹ Volkszählung vom 6. Juni ² Volkszählung vom 27. Mai ³ jeweils zum 31. Dezember
Religion Bliedersdorf ist eine eigene evangelisch-lutherische Kirchengemeinde, die zum Kirchenkreis Buxtehude gehört. Sie ist mit Horneburg in einem gemeinsamen Pfarramt verbunden.
Politik Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Bliedersdorf besteht aus 11 Mitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1.001 und 2.000. Der Rat wird bei den Kommunalwahlen für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.Die letzten Kommunalwahlen ergaben direkt nach der Wahl die folgende Sitzverteilung: Kommunalwahl CDU SPD FWGBGrüne Gesamt2021542111 Sitze 2016 6 3 2 - 11 Sitze 2011 5 3 3 - 11 Sitze
Bürgermeister Der Bürgermeister der Gemeinde Bliedersdorf ist Tobias Terne (CDU). Sein Stellvertreter ist Heinrich Klensang (CDU).
Liste der Bürgermeister 2018–Dato: Tobias Terne (CDU) 2016–2017: Rainer Schulz (CDU) 2011–2016: Hans-Wilhelm Glüsen (FWGB) 2001–2011: Rainer Schulz (CDU) 1996–2001: Hans-Wilhelm Glüsen (SPD) 1994–1996: Heiko Staats (CDU) 1991–1994: Rainer Schulz (FWGB) 1986–1991: Hans-Wilhelm Glüsen (SPD) 1968–1985: Herbert Feindt (SPD) 1959–1968: Ernst Steffens (DP, CDU) 1953–1959: Heinrich Höper (DP) 1952–1953: August Weseloh (DP) 1951–1952: Erich Gründer (SPD) 1948–1951: Hermann Schmidt (SPD) 1946–1948: Wilhelm Brunkhorst (NLP) 1941–1945: August Weseloh 1924–1940: Johann Steffens 1923–1924: Heinrich Moje 1919–1923: Hein Steffen Höper 1917–1919: Johannes Elmers 1914–1917: Hinrich Gerken 1909–1914: Hein Steffen Höper 1878–1909: Hermann Ropers 1860–1878: Lütje Mehrkens 1852–1860: Diedrich Ropers (Quelle:)
Wappen Im Jahre 1978 suchte die Gemeinde Bliedersdorf ein eigenes Kommunalwappen. Der damalige Bürgermeister Herbert Feindt stieß dabei auf ein altes Familienwappen der „Herren von Bliedersdorf.“ Daraufhin wurde das Wappen am 26. Februar 1979 vom Gemeinderat beschlossen und am 2. August 1979 vom Oberkreisdirektor des Landkreises Stade genehmigt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Feldsteinkirche St. Katharinen
Katharinenkirche Bliedersdorf, die romanische Saalkirche aus Feldsteinmauerwerk wurde im Jahr 1240 errichtet. Bliedersdorfer Dorfbrunnen, mehr als 200 Jahre alt und wurde nach ca. 70 Jahren wiederentdeckt Im Besitz des Vereines „Bäuerliches Hauswesen Bliedersdorf e. V.“ (BHB) befinden sich sechs historische Gebäude: Ein aus Dollern, Landkreis Stade im Mai 2000 transloziertes Dorfgemeinschafts-Backhaus (Fachwerk mit Ziegeleindeckung). Einweihung 2002. Ein aus Helmste, Landkreis Stade im September 2002 translozierter Schafstall (Fachwerk mit Reeteindeckung). Einweihung 2004. Eine aus Lengenbostel-Freetz, Landkreis Rotenburg (Wümme) im August 2008 translozierte Durchfahrtscheune (Fachwerk mit Reeteindeckung). Einweihung 2010. Eine aus Rahmstorf, Landkreis Harburg im Dezember 2008 translozierte „Kleine Dorfschmiede“ (Fachwerk mit Ziegeleindeckung). Einweihung im Frühjahr 2010. Ein aus Hagen-Börsten, Landkreis Cuxhaven Ende 1993 demontiertes und in Hagen eingelagertes niederdeutsches Hallenhaus. Es wurde 2003 vom Verein „BHB“ aufgekauft (Fachwerk) und in Bliedersdorf eingelagert. 2010 wurde mit der Restauration des Fachwerks begonnen und 2012 waren die Arbeiten abgeschlossen. Der Wiederaufbau erfolgte am 2013 und die Baumaßnahme wurde 2014 abgeschlossen. Vorausgegangen für den Wiederaufbau des Hallenhauses war der Kauf eines 3500 m² großen angrenzenden Grundstückes von der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bliedersdorf. Ein aus Himmelpforten, Landkreis Stade im September 2010 demontiertes und in Bliedersdorf eingelagertes Horizontalgatter-Sägewerk. Der Wiederaufbau begann 2016. Neubauten mini|Neubaugebiet „Unterer Daudiecker Weg“ In Bliedersdorf gibt es seit Anfang 2008 ein Neubaugebiet.
Sport und Vereine Bliedersdorfer Sportverein 66 e. V. Im Ort besteht der Bliedersdorfer Sportverein 66 e. V., auch SV Bliedersdorf genannt, mit 750 Mitgliedern (Stand: 2010). Sparten sind Turnen, Gymnastik und Leichtathletik, Tischtennis und Taekwon-Do-Mannschaft.
FSV Bliedersdorf/Nottensdorf Bis zur Saison 2018/19 war die Hauptsparte Fußball unter dem Namen SV Bliedersdorf aktiv, wobei der Verein in der Kreisliga Stade aktiv war, zwischenzeitlich auch in der Bezirksliga Lüneburg 4. Ab der Saison 2019/20 spielt der Fußballverein nach Neugründung mit dem FC Nottensdorf 03 aus dem Nachbarort Nottensdorf zusammen als FSV Bliedersdorf/Nottensdorf in der Kreisliga Stade.
Neben dem alten Sportplatz in der Ortsmitte, dem Hexenkessel, gibt es mit dem Sportplatz Dohrenblick einen weiteren Sportplatz sowie einen dritten Sportplatz. Durch den Neubau der Sportanlage Dohrenblick war es möglich, einen Teil des alten Platzes Hexenkessel in der Ortsmitte für die Errichtung eines Skateplatzes zu nutzen.
Weitere Vereine Im Dorfgemeinschaftshaus und in der Sporthalle des Ortes Horneburg werden außerdem verschiedene Kurse abgehalten.
Mit dem Anglerverein Forelle e. V. Bliedersdorf von 1948 bietet die Ortschaft auch einen Angelverein. Hier befischen circa 350 Mitglieder seit 1948 unter heutigem Vorsitz von Heino Wiemann die Gewässer im Umland. Unter anderem die Aue und die Lühe.
Den Verein Bäuerliches Hauswesen Bliedersdorf e. V. (BHB) haben 13 Gründungsmitglieder im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Inzwischen zählt der Verein 223 Mitglieder. Der Verein hat das Ziel, alte Wohn- und Zweckhäuser zu erhalten und zu pflegen. Das alte Backhaus wird bei öffentlichen Zusammenkünften mehrmals jährlich betrieben. Daneben wird der Platz um die restaurierten Bauten für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Der Zweck des Vereins ist die Darstellung historischer bäuerlicher Lebensart und Arbeitsweise. Hierfür ist im Sinne des Denkmalschutzes die Errichtung einer Fachwerkhaus-Gemeinschaftsanlage, bestehend aus translozierten Bauernhäusern auf dem Gelände des Hochzeitswaldes zu Bliedersdorf in der Dohrenstraße vorgesehen. Die Fachwerkhaus-Gemeinschaftsanlage soll als bäuerliches Kulturgut eine ortsbildprägende öffentlich zugängliche „lebende Bauernhaus-Gruppe“ mit kultureller Nutzung der Räumlichkeiten sein.
Theater Seit 1967 besteht die Bliedersdorfer-Theatergruppe, die aus der damaligen Dorfjugend entstanden ist. Seither führte die Theatergruppe ein bis zwei plattdeutsche Theaterstücke pro Jahr auf. Seit Bestehen des Dorfgemeinschaftshauses finden die Vorstellungen vorwiegend in der Winterzeit darin statt. Die Gruppe besteht aus ca. 30 Mitgliedern. Sie will das Volkstheater und die plattdeutsche Sprache am Leben zu erhalten.
Kulinarische Spezialitäten mini|Bliedersdorfer Spargelfeld In Bliedersdorf wird Spargelanbau betrieben. Geerntet auf Feldern in und um Bliedersdorf wird er in einem Fachwerkhof verkauft.
Wirtschaft und Infrastruktur
Öffentliche Einrichtungen
Kindergarten „Ratz und Rübe“ Dorfgemeinschaftshaus mit Gaststätte, Saal und Kegelbahn Sportplatz am Dorfgemeinschaftshaus, auch „Hexenkessel“ genannt, mit Skateranlage Sportanlage Dohrenblick (zwei Sportplätze) Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Feuerwehrhaus Heimatstube in einem niedersächsischen Dreiständerhaus
Bildung
Grundschule
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Christian Fuhst (* 1939), Pfarrer und Schriftsteller, bis 2004 Pfarrer in Bliedersdorf Silke Meyer verh. Schmitt (* 1968), Volleyball- und Beachvolleyball-Nationalspielerin Klaas Nuttbohm (* 1984), American-Football-Spieler in der 1. Bundesliga und der NationalmannschaftFootball – Drei Teufel für Deutschland. Website Hamburger Morgenpost, 15. Juli 2005. Nele Schmitt (* 2001), Beachvolleyballspielerin
Literatur
Weblinks
Website der Gemeinde Bliedersdorf Chronik des Ortsteils Postmoor
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Stade