Guderhandviertel (plattdeutsch Gauderhandviddel) ist eine Gemeinde im Landkreis Stade in Niedersachsen. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Lühe an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Steinkirchen hat.
Geschichte Wissenschaftler vermuten, dass die Eindeichung des Sietlandes in Guderhandviertel von Steinkirchen aus zuerst, das heißt kurz vor 1150, nur bis zum Nessbogen erfolgte und dass erst später Anfang des 13. Jahrhunderts das schmalere Sietland entlang der Lühe bis kurz vor Horneburg kultiviert wurde. Deshalb liegen die älteren Häuser des Deichhufendorfs Guderhandviertel meistens auf dem Sietland neben der Lühe. Erst als später das restliche Marschland westlich der Lühe kultiviert wurde, entstanden hier Neubausiedlungen.
Rittergut Bergfried Fünf Jahrhunderte war das Rittergut Bergfried im Besitz der Adelsfamilie von Zesterfleth. Der Neffe des Verdener Bischofs Johann von Zesterfleth, Marquard IV., kaufte im Jahr 1377 den Hof Bergfried. Dieses blieb bis zum Ende der Stammlinie in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Stammsitz der Familie. Nach einem Brand und Wiederaufbau wurde das Gut an verschiedene Käufer veräußert. 1863 wurde anstelle des Gutshauses ein Armenhaus errichtet. Seit 1952 betreibt der Landkreis Stade ein Alten- und Kinderheim auf der Anlage, die heute ein Seniorenheim an der Straße Bergfried ist.
Namensherkunft mini|Zweisprachiges Ortsschild Der Name Guderhandviertel wurde erstmals 1524 erwähnt: Im Ghuderhandeverndeil. Aus dem Spätmittelalter wurde die Einteilung der großen Siedlungsgemeinde Lu (auch to der Lu und bi der Lu) in vier Viertel überliefert. Es gab drei Kirchviertel (Im Kerckverndeil): Steinkirchen, Mittelnkirchen und Neuenkirchen sowie ein Viertel ohne Kirche, das Guderhandviertel. Die Namensherkunft ist unklar, es gibt jedoch verschiedene Theorien:
Das Guderhandviertel liegt – von Steinkirchen aus betrachtet – zur guten rechten Hand Die Siedlung ist – ohne Kirche mit Pfarrer – der guten Hand Gottes anvertraut „Verendeel der Gudemannen“ – ein „Viertel“ oft adliger Hofbesitzer, die von bestimmten Abgaben befreit waren
Einwohnerentwicklung +JahrBevölkerung1995 (Schätzung)1.2712001 (Schätzung)1.2652011 (Zählung)1.1402019 (Schätzung)1.0942021 (Zählung)1.107
Geografische Lage Die Gemeinde liegt westlich von Hamburg im Zentrum des Alten Landes, eines der größten Obstanbaugebiete in Europa. Die Lühe begrenzt das Gemeindegebiet zu den östlich gelegenen Nachbargemeinden Mittelnkirchen und Neuenkirchen. Die weiteren Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn): Horneburg, Dollern, Agathenburg und Steinkirchen mit dem Verwaltungszentrum.
Politik Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Guderhandviertel besteht aus elf Mitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl einer Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1001 und 2000, die einer Samtgemeinde angehört. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026. Der Gemeinderat setzt sich ab November 2026 wie folgt zusammen: CDU 6 Sitze SPD 4 Sitze FDP 1 Sitz (Stand: Kommunalwahl am 13. September 2026)
Wappen In abweichender Darstellung der Messer führt die Gemeinde Guderhandviertel das Wappen ab 1950. Ein blaues Schild mit drei übereinander liegenden silbernen Messern mit goldenen Griffen. Auf den Messern sind oben rechts kleine blaue Kreuze.Hauptsatzung der Gemeinde Guderhandviertel in der Fassung vom 10. Juli 1990
Infrastruktur
Grundschule Guderhandviertel Freiwillige Feuerwehr Guderhandviertel Die Gemeinde Guderhandviertel ist die einzige in Niedersachsen ohne direkten Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel. Die Busanbindung erfolgt über die Nachbargemeinden.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke
Weblinks
Website der Samtgemeinde Lühe
Deichhufendorf Guderhandviertel im Denkmalatlas Niedersachsen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Stade Kategorie:Altes Land Kategorie:Ersterwähnung 1524