Die Technische Hochschule Köln (TH Köln) ist mit über 21.000 Studierenden und 440 Professoren eine der größten Fachhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland. Die TH Köln bietet insgesamt rund 100 Bachelor- und Masterstudiengänge in Voll-, Teilzeit und als duales Studium an.

Geschichte mini|Ehemaliges Logo mini|TH Köln – Campus Südstadt mini|Zentrales Treppenhaus im Campus Südstadt

Einige Vorgänger-Einrichtungen lassen sich bis zur 1833 gegründeten „Königlichen Provinzial-Gewerbeschule“ zurückverfolgen.

Die Hochschule wurde am 1. August 1971 unter dem Namen Fachhochschule Köln (FH Köln) gegründet und gehört somit zu den Fachhochschulen der ersten Gründungswelle in Deutschland und zu den ersten Hochschulen in Nordrhein-Westfalen. Gründungsrektor war Johann Atrops. Wie damals üblich, wurden vorhandene Ausbildungseinrichtungen zu einer Fachhochschule verbunden. Dies waren:

Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Köln I und Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Köln II Staatliche Ingenieurschule für Bauwesen Köln (vormalige Baugewerkschule Köln) Kölner Werkschulen Höhere Fachschule für Sozialarbeit Köln Höhere Wirtschaftsfachschule der Stadt Köln Höhere Fachschule für Dolmetscher und Übersetzer Köln Deutsche Versicherungsakademie Köln Staatliche Höhere Fachschule für Photographie Köln

Am 31. März 1995 wurde die Fachhochschule für Bibliotheks- und Dokumentationswesen (bis 1981 „Bibliothekar-Lehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen“) als 22. Fachbereich „Bibliotheks- und Dokumentationswesen“ eingegliedert (heute in der „Fakultät 03“ integriert).

Am 8. Oktober 2014 bestätigte Christian Averkamp, Dekan am Campus Gummersbach, die Namensänderung von Fachhochschule Köln in TH Köln, welche bereits im Februar 2014 im Gespräch war. Der Name wurde im September 2014 durch eine Bekanntmachung in Technische Hochschule Köln geändert; genutzt wird der Name offiziell seit dem Wintersemester 2015/16, das am 1. September 2015 begann. Neben der Umbenennung erhielt auch das Corporate Design der Hochschule eine Überarbeitung und ein neues Logo. Den Status einer Fachhochschule behält die Hochschule weiterhin.§ 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen.

Campus Südstadt Die TH Köln hat ihren Hauptsitz am Römerpark in der Kölner Südstadt. Zum Hauptgebäude und Sitz der Verwaltung wurde das repräsentative 1907 für die damalige Handelshochschule Köln errichtete Gebäude bestimmt, die 1919 in die Universität zu Köln aufging. Diese nutzte das Gebäude bis 1934. Danach zog hier die Gauleitung des Gaus Köln-Aachen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, ein. Nach dem Kriege hatte u. a. die Lufthansa hier bis 1969 ihren Deutschlandsitz. Das Gebäude steht seit 1985 unter Denkmalschutz.

Am Eingang der TH Köln in der Claudiusstraße (Campus Südstadt, GWZ) befindet sich seit 2001 das Denkmal Namen der Autoren, eine Erinnerung an die Bücherverbrennung im Mai 1933 vor dem damaligen Universitätshauptgebäude, mit Namen von den Nazis verfemter Autoren, die mit Schrifteisen in Basaltlavaquader eingelassen sind und werden, eine Idee des Kunstkritikers Walter Vitt.

Campus Deutz mini|Campus Deutz

Das Hauptgebäude des Campus Deutz ist grundsanierungsbedürftig. Eine Sanierung im laufenden Studienbetrieb ist nach den Erfahrungen des Altbaus (dieser wurde in den Jahren 2005–2008 kernsaniert) nur mit erheblichen Einschränkungen möglich. Aufgrund der Umstellung des Abiturs von 13 auf 12 Jahre gibt es seit dem Jahr 2013 mehr Studienanfänger. Diese übersteigen die aktuellen Kapazitäten des Campus. Aus diesem Grund wurde über einen Neubau auf dem ehemaligen Gelände der Dom-Brauerei im Kölner Süden diskutiert. Dieser wäre dann in unmittelbarer Nachbarschaft zum Campus Südstadt, so dass ein einziger Campus in Köln entstehen würde. Diese Pläne wurden jedoch verworfen. Stattdessen wurde beschlossen, das alte Hauptgebäude des Campus Deutz abzureißen, jedoch in unmittelbarer Nähe auf einem noch freiwerdenden Grundstück neu zu errichten.

Mit einer Hochschulbaumodernisierungsvereinbarung über 280 Millionen Euro zwischen dem Land NRW, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und der TH wurde im Jahr 2016 die Finanzierung des IWZ-Neubaus zugesagt.

Ende 2016 gab die Hochschule bekannt, bis 2030 den Campus Deutz komplett neubauen zu wollen, hierfür sollen rund 80 Prozent der bisherigen Gebäude abgerissen werden. Erhalten bleiben sollen die Campusbibliothek sowie das Fakultätsgebäude für die Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen, inklusive des angrenzenden Wasserbaulabors.

Hierfür wurden im Jahr 2016 Kosten in Höhe von 320 Millionen Euro veranschlagt. Das Gelände soll nach einem städtebaulichen Entwurf von 2012 (Kister Scheidhauer Gross) rund 100.000 Quadratmeter umfassen. Längere Verhandlungen mit den – z. T. öffentlichen – Eigentümern von Nachbargrundstücken, die hinzugekauft werden sollten, wurden bis 2016 abgeschlossen.

Da die Um- und Neubauten des Campus’ im laufenden Betrieb erfolgen sollen, wurde das Vorhaben in drei große Bauabschnitte aufgeteilt worden. Nach einem Architektenwettbewerb für die ersten beiden Neubauten im Jahr 2018 wurde Wulf Architekten mit „Gebäude A“ beauftragt, das Fakultäten, Hochschulverwaltung, Campus IT, Bibliotheksarchiv und die Technikzentrale beherbergen soll. Der Entwurf von Staab Architekten wurde für das neue Hörsaalzentrum ausgewählt. Grundsätzlich sollen alle neuen Gebäude vier- bis sechsgeschossig ausgeführt werden, um die Hochschule besser in den umliegenden Stadtteil zu vernetzen, als das mit dem denkmalgeschützten IWZ – einer „im Stadtteil Deutz thronenden Festung“ der Fall sei.

Im Jahr 2022 wurde mit dem Abriss der ersten Gebäude für den ersten Planungsabschnitt begonnen. Gemäß dem Zeitplan von 2022 soll erste Bauabschnitt bis 2028 dauern, der zweite bis 2036 und der dritte bis ins Jahr 2041.

Campus Gummersbach Der Campus Gummersbach wurde ursprünglich als „Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen“ unabhängig von der TH Köln im April 1963 gegründet und war seit 1971 ein Teil der Fachhochschule Siegen-Gummersbach (später Universität/Gesamthochschule Siegen, heute Universität Siegen).

Erst Juni 1983 wurde daraus der Campus Gummersbach der TH Köln.

Im August 2007 fand schließlich der Umzug in einen Neubau auf dem Gummersbacher Steinmüller-Gelände unweit des Bahnhofs statt. Im direkten Umfeld des Hauptgebäudes entstanden auch eine neue Mensa, eine Bibliothek und ein Studierendenwohnheim.

Campus Leverkusen Die TH Köln, die IHK Köln und die Stadt Leverkusen haben einen Antrag auf Errichtung eines neuen Campus in Leverkusen bei der Landesregierung NRW gestellt. Diesem Antrag hat das nordrhein-westfälische Kabinett zugestimmt.

Damit entstanden zum Wintersemester 2009/2010 in den Studiengängen Technische und Pharmazeutischen Chemie neue Studienplätze. Diese Studiengänge waren bisher nicht im Angebot der TH Köln. Der neue Campus wird auf dem Gelände der neuen bahn stadt :opladen entstehen. Am 21. Juni 2014 übergab Minister Walter-Borjans den Förderbescheid, sodass mit dem Bau begonnen werden kann. Bis zur Fertigstellung finden die Studienveranstaltungen im Chempark Leverkusen statt.

Zur Gründungsdekanin für die Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften (F11) wurde Astrid Rehorek bestellt. Ihr folgte zum Wintersemester 2012/13 als erster gewählter Dekan Matthias Hochgürtel.

Zum Wintersemester 2022/23 startete der Hochschulbetrieb am neuen Campus Leverkusen.

Struktur Präsidium Die TH Köln wird von einem hauptamtlichen Präsidium geleitet. Präsidentin seit 1. Mai 2024: Sylvia Heuchemer Vizepräsidenten Vizepräsident für Lehre und Studium: Axel Faßbender Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer: Matthias Hochgürtel Vizepräsident für Wirtschafts- und Personalverwaltung: Marion Steffen Vizepräsident für Digitalität und Nachhaltigkeit: Christian Wolf

Hochschulrat Dem Hochschulrat der TH Köln gehören sechs externe Persönlichkeiten und zwei Hochschulangehörige an. Der Hochschulrat berät das Präsidium in strategischen Fragen und übt die Aufsicht über dessen Geschäftsführung aus. Die Mitglieder des Hochschulrats werden vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes NRW für die Dauer von fünf Jahren ernannt. Sie üben ihre Arbeit ehrenamtlich aus.

Mitglieder des Hochschulrates sind seit dem 30. Januar 2023:

Ulrich Radtke, Vorsitzender (Univ-Rektor i. R. und Seniorprofessor Universität Duisburg-Essen) Ulrike Lubek, Stellvertretende Vorsitzende (Direktorin des Landschaftsverbands Rheinland) Doris Aebi (Direktorin aebi+kuehni AG) Manfred Fischedick (Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH) Simone Fühles-Ubach (Institut für Informationswissenschaft, TH Köln) Sophie von Preysing (Landes- und Regionalgeschäftsführerin NRW, Malteser Hilfsdienst e. V.) Josef Steinhoff (Bauingenieurwesen, TH Köln) Marco Zingler (Geschäftsführender Gesellschafter, denkwerk GmbH)

Senat Der Senat setzt sich aus Mitgliedern der Hochschule (Professoren, Mitarbeiter, Studierende) zusammen und unterstützt das Präsidium bei seinen Aufgaben. Er kommt regelmäßig zu öffentlichen Senatssitzungen zusammen.

Fakultäten Die organisatorischen Grundeinheiten der TH Köln bilden die zwölf Fakultäten mit ihren zahlreichen Instituten. Die Fakultäten werden jeweils durch einen Fakultätsrat sowie einen Dekan oder ein Dekanat geleitet. Die Fakultäten bieten zurzeit insgesamt rund 100 Studiengänge an.

Institute Die Fakultäten bestehen wiederum aus Instituten, die nach fachlichen Gesichtspunkten gebildet wurden und jeweils von einer kleinen, mittleren oder auch großen Zahl von Professoren getragen werden. Dort sind auch bedarfsabhängig Mitarbeiter in Forschung und Lehre, Techniker und weiteres Fachpersonal angesiedelt. Jedes Institut wird von einem Gremium (Institutsvorstand mit Direktor) geleitet. Besonders die großen Institute – wie etwa das Institut für Informatik mit fast 30 Professuren – sind in der Regel noch in Labore unterteilt, die einzelne Kompetenzschwerpunkte repräsentieren und entsprechende Lehr- und Forschungsaktivitäten verantworten.

Verwaltung und zentrale Einrichtungen Die Verwaltung unterstützt alle Bereiche der Hochschule in der Erfüllung ihrer Aufgaben in Forschung und Lehre. Schwerpunktaufgaben sind hier etwa Studium und Lehre, beispielsweise Studierendensekretariat, Immatrikulation, Prüfungsordnungen, Forschungs- und Wissenstransfer, Kommunikation und Marketing, Internationale Angelegenheiten, Qualitätsmanagement, Personalservice, Finanzen, Planung und Controlling, Justiziariat, Bau- und Gebäudemanagement.

Zentrale Einrichtungen ergänzen das interne Dienstleistungsangebot der Hochschule. Dazu gehören etwa die „Campus IT“ zur Bereitstellung von Informationstechniken und -diensten, verschiedene technische Werkstätten sowie die Hochschulbibliothek.

Fakultäten Das Lehrangebot der TH Köln wird in den Fakultäten realisiert. Hier sind auch vielfältige Forschungsaktivitäten angesiedelt. Die Fakultäten sind zunächst im September 2002 aus den früheren Fachbereichen hervorgegangen. Damals wurden zehn Fakultäten gebildet. 2009 und 2019 kam zwei weitere Fakultäten hinzu.

Fakultäten (Stand 06/2024):

Angewandte Naturwissenschaften Angewandte Sozialwissenschaften Anlagen, Energie- und Maschinensysteme Architektur Bauingenieurwesen und Umwelttechnik Fahrzeugsysteme und Produktion Informatik und Ingenieurwissenschaften Informations- und Kommunikationswissenschaften Informations-, Medien- und Elektrotechnik Kulturwissenschaften Raumentwicklung und Infrastruktursysteme Wirtschafts- und Rechtswissenschaften

Institute und Einrichtungen rahmenlos|x120px|rechts

Köln International School of Design (KISD)

Die KISD ist eine mehrfach ausgezeichnete Einrichtung der TH Köln, die Studiengänge im Design-Bereich anbietet.

Cologne Institute for Architectural Design (CIAD)