Der General Pulaski Skyway ist eine Reihe von Gerberträger-Fachwerk-Brücken im nordöstlichen Teil des US-Bundesstaates New Jersey. Diese Hochstraße führt vier Fahrstreifen von U.S. Highway 1/9 auf einer Länge von fünfeinhalb Kilometern zwischen dem östlichen Ende von Newark und dem Tonnele Circle in Jersey City über Kearny hinweg. Seinen Namen – in etwa Weg in den Wolken – hat dieser Abschnitt aufgrund seiner Lage hoch über dem umliegenden Terrain, was dazu diente, den Bau von Zugbrücken über sowohl Passaic als auch Hackensack River zu vermeiden, die jeweils in einer Höhe von 40 m überbrückt werden. Die Hochstraße überquert auch den New Jersey Turnpike, zahlreiche örtliche Straßen und mehrere Bahnstrecken. Namensgeber der Hochstraße ist der polnische General Kazimierz Pułaski, der im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bei der Ausbildung und Kommandierung von Truppen der Continental Army assistierte.
Wegen seiner veralteten Auslegung ist aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit das Befahren des Pulaski Skyway mit großen Lastwagen verboten. Diese müssen eine Nebenstrecke verwenden, die als U.S. Highway 1/9 Truck eine Reihe von östlichen Straßen in Jersey City, Kearny und Newark umfasst. Auf diesen Straßen floss der Verkehr vor dem Bau der Hochstraße. Auch Fußgängern und Radfahrern ist die Nutzung nicht erlaubt, da die Straße eine Autobahn ist und keine Gehwege vorhanden sind.
Der Pulaski Skyway wurde 1932 eröffnet und war der letzte Abschnitt der Route 1 Extension, eines der ersten „superhighways“ in den Vereinigten Staaten,Hart, S. 1–5 die Vorläufer des heutigen Interstate-Autobahnnetzes waren. Das Bauwerk wurde seitdem nur geringfügig verändert und als Teil der Route 1 Extension am 12. August 2005 in das National Register of Historic Places aufgenommen. Eine wesentliche Bedeutung hatte der Bau auch durch den Arbeitskonflikt zwischen organisierten Arbeitern und Jersey Citys Bürgermeister Frank Hague, der sich gegen die Gewerkschaften wandte.
Beschreibung Heute führen die sich überlappenden Fernstraßen US 1/9 über die Hochstraße, die zwar von Newark nach Jersey City ostwärts führt, doch jeweils als Nord- und Südrichtung ausgeschildert sind, weil sowohl U.S. Highway 1 als auch U.S. Highway 9 als Ganzes jeweils Nord-Süd-Verbindungen sind, US 1/9 führt in südwestlicher Richtung weiter zur Newark Airport Interchange, doch der Verkehr zur Downtown Newark zweigt üblicherweise an der Ausfahrt Raymond Boulevard ab. Das östliche Ende befindet sich am Tonnele Circle, wo US 1/9 die Erdoberfläche erreichen und dann der Tonnele Avenue in Richtung Lincoln Tunnel und George Washington Bridge folgen. Die vierstreifige überdeckelte Route 139 führt ostwärts über den Tonnele Circle und durch die New Jersey Palisades zum Holland Tunnel. Auf dem Skyway gilt ein Tempolimit von 45 mph (72 km/h). Es wird aber oft überschritten, da es keine geeignete Stelle für die Polizei gibt, Raser anzuhalten.Hart, S. 55.
Zum Skyway gibt es vier Zufahrten, zwei an den Enden und zwei dazwischen. An den beiden mittleren Anschlussstellen ist die Zu- und Abfahrt nur in eine Richtung möglich; sie bestehen aus einer einzelnen Rampe in der Mitte der Strecke, die auf der linken Seite den Verkehr ein- oder ausfädelt, wodurch er den schnelleren Verkehr auf der Überholspur schneiden muss. Solche Konstruktionsweisen werden bei neuen Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen aus Sicherheitsgründen vermieden. Die Anschlussstellen im Einzelnen sind: CountyLageMeileRichtung(en)AnmerkungenEssexNewark51,43Südende des Pulaski Skyway; US 1/9 führen südwärts auf einer achtstreifigen Trasse weiterRaymond Boulevard – Newarksüdwärts Ausfahrt zum Raymond Boulevard; nordwärts Einfahrt von der Roanoke Avenue51,85Brücke über den Passaic RiverHudsonKearny52,33South KearnyAusfahrt nach Süden und Einfahrt nach Norden; die Rampe zwischen den Fahrbahnen führt von und zur Adams Street53,04Brücke über den Hackensack RiverJersey City54,00Broadway (US 1/9 Truck)nordwärts Ausfahrt und südwärts Einfahrt; die Rampe zwischen den Fahrbahn verbindet zur Halleck Avenue bzw. vom Broadway54,612px|verweis=|alt=20px|verweis=|alt=3px|verweis=|alt=25px|verweis=|alt=x20px|verweis=|alt=x20px|verweis=|alt= U.S. Route 1/9 Truck südwärts zur I-280 – Jersey City, Kearnysüdwärts Ausfahrt und nordwärts Einfahrt (Letztere über den Tonnele Circle)x20px|verweis=|alt= U.S. Route 1/9 nordwärts (Tonnele Avenue) – Meadowlands Sports Complex, Lincoln TunnelTonnele Circle; Einfahrt nach Norden auf der linken SeiteNordende des Pulaski Skyway; NJ 139 führt ostwärts zum Holland Tunnel und nach Hoboken, New Jersey
Der Skyway erscheint zwar nicht häufig in der populären Kultur, hat jedoch einige prominente Auftritte zu verzeichnen. In dem 1938 erstmals ausgestrahlten Hörspiel Der Krieg der Welten landete auf ihm eines der Raumschiffe der Marsmenschen. Alfred Hitchcocks Film Shadow of a Doubt (1943) und die Fernsehserien The Sopranos (1999–2007) begannen jeweils mit Aufnahmen der Brücke.Hart, S. 51–52
Design und Konstruktion Mit Ausnahme der Querungen der beiden Flüsse ist der Hauptteil der Hochstraße, die westlich des Raymond Boulevard beginnt, eine Gerberträgerbrücke, die von Betonpfeilern getragen wird. Bei beiden Flussübergängen handelt es sich um eine 1250 Fuß (377 m) lange Kombination aus zwei 350 Fuß (105 m) langen durchgehenden, parallelgürtigen Pratt-Trägern und einem K-förmigen, 550 m Fuß (166 m) langen parallelgürtigen durchgehenden Pratt-Träger dazwischen.Carl W. Condit, American Building Art: The Twentieth Century, zitiert in: Hart, S. 50–51 An dem Jersey City zugewandten Ende befinden sich noch drei kurze Pratt-Träger-Spannen, welche die Straße über Eisenbahnstrecken führen. Die westlichste ist die Strecke, auf der die Schnellbahn der Port Authority Trans-Hudson und die Passaic and Harsimus Line von Conrail verkehren. Direkt anschließend stehen sind die beiden östlichsten Trägerspannen, dann verläuft die Hochstraße schon niedrig genug, um eine Bauweise mit einfachen vertikalen Stützen zu ermöglichen. Ein Paar benachbarter durchgehender Trägerbrücken überquert Conrails Northern Branch und eine nun leere Fläche daneben. Schließlich, nachdem der Highway über den Tonnele Circle hinweggeführt hat, senkt sich das Straßenniveau auf den Boden ab, und die Hochstraße geht in die Route 139 über.
Die Planungen für den Holland Tunnel, der ersten festen Verbindung zwischen New Jersey und New York City, begannen 1919; der Bau begann 1922, und Ende 1927 wurde der Tunnel eröffnet.Hart, S. 10, 22 Um eine durchgehende Landstraßenverbindung auf der Seite von New Jersey zu schaffen, so dass die Kraftfahrer sich nicht durch die engen Straßen von Jersey City und Newark zu schlängeln brauchten, verabschiedete die New Jersey Legislature 1922 ein Gesetz, mit dem die Erweiterung der Route 1 von ihrem damaligen Ende in Elizabeth durch Newark und Jersey City zum Portal des künftigen Tunnels genehmigt wurde. Der Chefingenieur für die Highways des Bundesstaates bestimmte seinen langjährigen Bekannten Fred Lavis, einen Bauingenieur, der vor allem beim Bau ausländischer Eisenbahnstrecken und des Panamakanals beteiligt war und vier Bücher über Trassierung und Planung von Bahnstrecken geschrieben hatte, mit dem Entwurf dieser Route 1 Extension.Hart, S. 57–73
Lavis griff bei seinem Entwurf auf Prinzipien zurück, die er sich beim Bau von Bahnstrecken über Jahre hinweg erarbeitet hatte, und berücksichtigte dabei die Notwendigkeit, nicht nur den Holland Tunnel anzubinden, sondern auch den geplanten Übergang der George Washington Bridge bei Fort Lee. Frank Hague, der Bürgermeister von Jersey City und Chef der von ihm kontrollierten Political Machine, hatte angewiesen, dass der Staat offene Einschnitte zu vermeiden hat, wie es bereits bei der Durchquerung von Bergen Hill durch die Eisenbahn üblich war, und dass ein Anschluss in Kearny zu bauen war, um ein Industriegebiet anzubinden.Hart, S. 188. Der Bau der Straße, die größtenteils auf einem Damm verlief und Bergen Hill in einem Einschnitt durchquerte, der von einer örtlichen Straße überdeckelt wurde, begann Mitte 1925. Der größte Teil der Strecke in Jersey City und Newark – einschließlich der überdeckelten Route 139 und des Dammes im Osten Newarks – wurde Ende 1928 freigegeben, etwa ein Jahr nach der Eröffnung des Tunnels. Der Verkehr war immer noch gezwungen, Hackensack und Passaic River auf dem alten Lincoln Highway zu überqueren und dabei die beiden Zugbrücken zu nutzen, an denen der Verkehr häufig angehalten wurde, um Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen.
miniatur|Die US 1/9 verläuft im Osten von Newark erhöht. Der Pulaski Skyway im Hintergrund erhebt sich noch höher, um die beiden Flüsse zu überqueren
Lavis' Entwurf für diesen Abschnitt über die New Jersey Meadowlands, der auf Betonpfeilern verlaufen sollte, sah zwei Zugbrücken in einer Höhe von 35 Fuß (10,5 m) über der Wasseroberfläche vor, was ausreichend hoch für den größten Teil der darunter hindurchfahrenden Schiffe war. 1928 gab er sein Amt auf, weil er glaubte, dass seine Arbeit abgeschlossen war, doch im Januar 1929 erhob das Kriegsministerium Einspruch gegen den Fortbestand der Zugbrücken am Lincoln Highway nach der Fertigstellung der neuen Highwayverbindung. Weil die Planung der Route 1 Extension nicht die Aufnahme des örtlichen Verkehrs vorgesehen hatte und die Ersetzung der Zugbrücken durch Tunnels teuer gewesen wäre, wurde Ende 1929 ein Kompromiss erarbeitet, bei dem die Brücken auf eine Höhe von 135 Fuß (40,5 m) angehoben wurden. Dadurch erhöhte sich die Steigung der Zufahrten deutlich. Die Betonumhüllung der Stahlteile wurde von den Plänen entfernt, weil die höheren Brücken schwerer waren; dies führte zu umfangreicherer Unterhaltung in der Zukunft.
Vier Bauunternehmen – American Bridge Company, McClintic-Marshall Company, Phoenix Bridge Company und Taylor-Fichter Steel Construction Company – erhielten Aufträge für den Bau des sogenannten Diagonal Highway, und die Bauarbeiten begannen im April 1930. Die beiden Flussbrücken im Abschnitt von McClintic-Marshall wurden zuerst fertiggestellt.Hart, S. 103.Hart, S. 123. Der für 21 Millionen US-DollarHart, S. 4. gebaute Abschnitt wurde am 24. November 1932, dem Thanksgiving Day, um 8:00 Uhr für den Verkehr freigegeben, nachdem bereits einen Tag zuvor eine Zeremonie auf der Zufahrt in Kearny abgehalten worden war.Hart, S. 132–136 Wegen der Weltwirtschaftskrise und Problemen bei der Finanzierung wies der Gouverneur Mew Jerseys, A. Harry Moore, die Highway Commission am 25. Oktober 1932 an, einen förmlichen Antrag an das U.S. Bureau of Public Roads zu stellen, um die Berechnung einer Maut auf dem Diagonal Highway einzuführen. Man ging zwar davon aus, dass eine Maut ungesetzlich sei, weil Bundesfinanzmittel verwendet wurden, dass man aber die eingeplanten 600.000 Dollar aus Bundesmitteln für ein anderes Projekt nutzen könnte. Am 1. Mai 1933 wurde ein Gesetzentwurf des Bundesstaates auf den Weg gebracht, um auf dem inzwischen als Sky way bekannten Highway eine Maut einzuführen, die für Autos 10 Cent und für Lastwagen 20 Cents betragen sollte. Auch der gesetzliche Hinderungsgrund hinsichtlich der Bundesmittel wurde umgangen, indem man die Genehmigung erhielt, diese Mittel für ein anderes Projekt zu verwenden, doch eingeführt wurden die Mautgebühren nie.
Außer der Zugehörigkeit zu US 1/9 war vor der Neunummerierung von 1953 die Hochstraße auch Teil der Route 25;Rand McNally Road Atlas, 1946, diese Bezeichnung taucht deswegen in zeitgenössischen Dokumenten auf. Die ursprüngliche Nummerierung als Teil der Route 1 Extension bezog sich auf die vor 1927 gültige Trassierung der Route 1, die bei der Neunummerierung der State Routes in New Jersey 1927 weitgehend in der Route 25 aufging.Rand McNally Auto Road Atlas, 1926, US 1/9 wurde nach der Fertigstellung vom alten Lincoln Highway auf den Skyway verlegt, und der vorherige Verlauf wurde zur US 1/9 Truck.
miniatur|Eine Gedenktafel zu Ehren Pulaskis