Als Obermainisches Hügelland (auch: Obermainisches Hügel- und Bergland; seltener, aber geologisch korrekter, Obermainisches Bruchschollenland) wird die abwechslungsreiche Senkenlandschaft des Einzugsgebietes des Main-Oberlaufes bis zur Einmündung der Rodach zwischen den größeren Naturräumen der Fränkischen Alb im Westen und des Frankenwalds bzw. des Fichtelgebirges im Osten bezeichnet. Die Geländehöhen reichen von 250 m im Maintal bis zu über 550 m in den Hochlagen.

Das in Nordwest–Südostrichtung 80 km lange und rund 20 km breite Gebiet wird nach Nordosten entlang der Fränkischen Linie durch das Thüringisch-Fränkische Mittelgebirge vom Frankenwald bis zum Fichtelgebirge begrenzt, nach Südwesten von der Fränkischen Alb.E. Meynen und J. Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands – Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960) Die Landschaft liegt in der Hauptsache im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken, zu kleinen Teilen auch im thüringischen Landkreis Sonneberg. Bekannteste Orte im Inneren sind (von Nordwest nach Südost) Kronach, Kulmbach und Bayreuth; am äußersten Nordrand liegt Sonneberg, am äußersten Westrand Lichtenfels.

Historisch wird die Landschaft in ähnlichen Grenzen auch als Obermainland bezeichnet, jedoch wird dieser unschärfere Begriff heute oft auf die deutlich größere Landschaft der Senken entlang des Obermains bis zur Regnitz-Mündung bzw. sogar bis zum Austritt aus Oberfranken angewendet.

Lage und Grenzen Die vergleichsweise scharfe Nordostgrenze des Obermainischen Hügellandes zu Frankenwald, Münchberger Hochfläche und Fichtelgebirge zieht sich entlang der Fränkischen Linie von Sonneberg (Landkreis Sonneberg, Thüringen) nach Oberfranken über Stockheim den Norden Kronachs (beide Landkreis Kronach), Stadtsteinach (Landkreis Kulmbach), Bad Berneck und Goldkronach bis Weidenberg (alle drei Landkreis Bayreuth). Von dort aus folgt die Grenze zum naturräumlich ähnlichen Oberpfälzischen Hügelland über Seybothenreuth (ebenfalls Landkreis Bayreuth) bis südlich Creussens der vergleichsweise unspektakulären, maximal erreichenden Wasserscheide zwischen Main und Naab, einem Abschnitt der Europäischen Hauptwasserscheide.

Wieder etwas deutlicher, jedoch ohne ausgeprägte Schichtstufe, verläuft die Südwestgrenze zur Frankenalb von südlich über westlich von Creußen über Mistelgau wieder in den Landkreis Kulmbach mit Thurnau und schließlich in den Landkreis Lichtenfels mit Weismain und dort über eine etwas unregelmäßige Nordwestrichtung bis unmittelbar vor die Kreisstadt Lichtenfels. Dort bilden in Richtung Nordosten die Täler des Mains, der Rodach und ab Redwitz der unteren Steinach flussaufwärts eine Grenze zum Itz-Baunach-Hügelland, dem von den Flusstalabschnitten nur der des Mains zugerechnet wird.

Nördlich von Schneckenlohe (Landkreis Kronach) wird die flussaufwärts gesehen nunmehr in Richtung Nordwesten verlaufende Steinach westlich von den – als Grenzhöhenzug noch dem Obermainischen Hügelland zugerechneten – Mönchröden-Beikheimer Bruchschollen-Kuppen flankiert, die im äußersten Nordwesten, südwestlich von Neustadt (Landkreis Coburg) nur das schmale Durchbruchstal der Röden vom Schalkauer Plateau trennt, das dort dem Thüringer Schiefergebirge südlich vorgelagert ist.

Zwar stellen die letztgenannten Flusstalungen und Bruchschollenkuppen eine vergleichsweise scharfe Abgrenzung dar, jedoch trennen sie relativ ähnliche Landschaften voneinander.

Geologie Das Obermainische Hügelland wird aus verschiedenen Sedimentschichten aus der Trias (Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper) sowie dem Unteren und Mittleren Jura aufgebaut, die durch intensive tektonische Prozesse an der Nahtstelle zwischen Grundgebirge und Schichtstufenland in viele einzelne Schollen zerlegt sind (daher die Bezeichnung Bruchschollenland). Das bewegte und vielgestaltige Relief entstand dadurch, dass die Gewässerläufe des Obermains (Main, Weißer und Roter Main) und deren Nebenbäche (z. B. die Trebgast) sich zum Teil tief in das Gelände eingeschnitten haben.

Naturräumliche Gliederung Naturräumlich stellt das Obermainische Hügelland nach dem Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands eine Haupteinheit dar. Eine weitere Untergliederung in Untereinheiten existiert nur für den Nordwestteil, westlich der Länge 11°20'. Dieses hängt damit zusammen, dass von den Einzelblättern 1:200.000 zum Handbuch nur das Blatt 141 Coburg erschienen ist, während das sich östlich anschließende Blatt 142 Plauen (Süd) und das dem letztgenannten nach Süden folgende Blatt 154/155 Bayreuth nie über das Stadium der Planung hinaus kamen.

Folgende Unter-Naturräume sind ausgewiesen:Heinz Späth: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 141 Coburg – Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1987 → Online-Karte (zu 07 (=D62) Oberpfälzisch-Obermainisches Hügelland) 071 Obermainisches Hügelland 071.0 Nordöstliches Vorland der Nördlichen Frankenalb 071.00 Lichtenfels-Langheimer Albvorland 071.01 Altenkunstadt-Buchauer Albvorland mit Weismain-Taltrichter 071.1 Redwitz-Kulmbacher Obermaintal 071.10 Redwitzer Talgeflecht 071.11 Burgkunstadt – Kulmbach Maintal 071.2 Küps-Mainleuser Hügelland 071.20 Gärtenroth-Veitlahmer Hügelland 071.21 Burkersdorfer Rhätolias-Hügelland 071.22 Schmölzer Zwickel (Dreieck)' 071.3 Kronach-Kulmbacher Berg- und Hügelland 071.30 Kronach-Mitwitzer Plateau 071.31 Kirchleuser Platte 071.32 Kronach-Kulmbacher Buntsandstein-Rücken 071.4 Mönchröden-Beikheimer Bruchschollen-Kuppen 071.5 Neustadt-Sonneberger Becken 071.50 Einzugsgebiet der Röden 071.51 Der Muppberg (Singularität 5. Ordnung) 071.52 Linder Lösslehm-Ebene 071.53 Rotheuler Hügelland mit Burggruber Pforte

Einzelnachweise

Weblinks Landschaftssteckbriefe des BfN: Obermainisches Hügelland Obermaintal mit Steinach-Rodach-Talspinne Artenliste (Bayerisches Landesamt für Umwelt)

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