Werner Hempel (* 1. November 1904 in Dresden; † 18. September 1980 ebenda) war ein deutscher Bildhauer und Restaurator.
Leben Hempel war der Sohn des Bildhauers Oskar Paul Hempel (1872–1954) und begann nach der Schulzeit seine Bildhauerlehre in der väterlichen Werkstatt auf der Wehlener Straße in Tolkewitz. Sein Vater widmete sich der Grabmalskunst und hatte neben seiner Werkstatt eine Schmiede und eine Tischlerei. Von 1927 bis 1930 studierte Hempel an der Kunsthochschule Dresden Bildhauerei und war Meisterschüler bei Karl Albiker. Ab 1930 arbeitete er als selbständiger Bildhauer in Dresden. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er 1946 aus der Kriegsgefangenschaft heim. Zunächst baute er die durch die Bombenangriffe 1945 zerstörte Werkstatt wieder auf. Bereits 1946 setzte er sich für den Wiederaufbau der in Trümmern liegenden Stadt Dresden ein und begann mit seinen Bildhauergesellen in der Zwingerbauhütte. Seine umfangreichen Kenntnisse und Erfahrungen halfen ihm bei der Sicherung und Bewahrung zerstörter oder verfallener Baudenkmäler aus der Barockzeit. So konnten viele Zeugnisse der Baudenkmale wieder im neuen Glanz entstehen. Hempel war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Sein Wirkungskreis umfasste nicht nur Dresden, sondern u. a. auch Görlitz, Torgau, Altenburg, Jena, Meißen, Weimar und Schwerin. Helmut Heinze erhielt von Hempel seine Ausbildung zum Steinbildhauer.
Hempel wurde auf dem Johannisfriedhof in Tolkewitz beigesetzt. Sein Nachlass befindet sich im Hauptstaatsarchiv Dresden. Sein Sohn Christian (1937–2015) lernte im väterlichen Betrieb Steinbildhauer und machte sich im Stadtteil Oberloschwitz selbständig, die Firma übernahmen dessen Sohn Julius Hempel (1971–2015) und nach dessen Tod der Zwillingsbruder Sebastian Hempel (* 1971), der das Unternehmen nunmehr in vierter Generation weiterführt.
Werkbeispiele
In Dresden mini|hochkant|Werner Hempel restaurierte den Brunnen des zerstörten Dinglingerhauses und setzte ihn 1966 an das Neue Gewandhaus.
aktives Mitwirken in Dresden beim Wiederaufbau von Zwinger, Katholischer Hofkirche sowie Freiplastiken im Großen Garten Geschichte der Altmarktecke, 1956, Relief an der Bebauung Altmarkt-Westseite Relief HO-Warenhaus Altmarkt Der Flugwille des Menschen (1956, Brunnen, Sandstein, Höhe 6,00 m; nach dem Entwurf von Max Lachnit; Dresden, Südseite des Studentenwohnheims Güntzstraße 28/28a)https://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0135000/df_hauptkatalog_0135094.jpgRuth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 5 Dresden, Cottbus, Frankfurt. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973, S. 26 Geschichte der Stadt Dresden (1956, 11 Relief-Felder und 8 Kapitelsteine, Sandstein, jedes Feld 0,80 × 2,40 m; nach dem Entwurf von Reinhold Langner; Südfront des Studentenwohnheims)Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 5 Dresden, Cottbus, Frankfurt. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973, S. 26/27 1966: Sanierung und Neuaufstellung des Dinglingerbrunnens in Dresden mit Walter Flemming
Außerhalb Dresdens Görlitz: Kopie von Teilen des Rathausaufgangs von 1583 mit Justitia-Skulptur, Säule, Kanzel und Treppenhausrelief (1950/1951) Görlitz: Kopie der antikischen Kriegerfigur des Georgsbrunnens auf dem heutigen Obermarkt (1957/1958)
Kopie der Bacchusfigur auf dem Jacobstein, Radebeul Schloss Moritzburg Schloss Hartenfels in Torgau Schloss Altenburg Marktbrunnen und Rathaus in Oschatz, Bad Muskau, Jena, Wismar und Schwerin Döbereiner-Denkmal in Jena (Umsetzung eines Entwurfs von Hans Steger) Barockschloss Rammenau Grabplatte für Gräfin Cosel auf der Burg Stolpen Freiplastiken im Barockgarten Großsedlitz Barockschloss Seußlitz Meißen: Relief nach einer Zeichnung Lea Grundigs an der Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus (1958) Tuchmachertor in Meißen Restaurierung bzw. Nachbildung von Kursächsischen PostmeilensäulenAutorenkollektiv, Forschungsgruppe Kursächsische Postmeilensäulen (Hrsg.), Lexikon Kursächsische Postmeilensäulen, transpress, Berlin 1989. Restaurierung des Armes der Hebe, eines Abgusses von Bertel ThorvaldsenDie Originalstatue schuf Thorvaldsen 1816. Er fertigte zwei Abgüsse davon an. von 1816 im Garten unter dem „Amititae“-Tempel des Göschenhauses in Grimma.Göschen & Seume in Grimma, Edition A.B. Fischer, 2. überarbeitete Aufl., Berlin, S. 31.
Literatur
Ernst-Heinz Lemper: Künstler schaffen am Antlitz und am geistigkulturellen Profil der Stadt Görlitz 1945-1965. Städtische Kunstsammlungen Görlitz, 1965 Hempel, Werner. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 343
Weblinks Webseite über Werner Hempel
Einzelnachweise Lebensdaten nach dem Eintrag in der Sächsischen Biografie.
Kategorie:Bildhauer (Dresden) Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1904 Kategorie:Gestorben 1980 Kategorie:Mann