miniatur|Abbildungen der beiden Plaketten in der Beilage zur Amtsblatt-Nummer 1334/1952 Die Heinrich-von-Stephan-Plakette (ursprünglich Heinrich-von-Stephan-Plakette der Deutschen Bundespost) ist eine 1952 gestiftete Auszeichnung für besondere Verdienste im Postwesen und Fernmeldewesen. Sie wurde am 26. Oktober 1952 vom Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen Hans Schuberth gemeinsam mit der Philipp-Reis-Plakette gestiftet.Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen, Jahrgang 1952, Ausgabe A, Frankfurt am Main, 26. Oktober 1952, Nr. 98, S. 491.

Die Auszeichnung wurde zunächst durch die Deutsche Bundespost beziehungsweise den Bundespostminister verliehen. Nach der Auflösung des Bundesministeriums für das Post- und Fernmeldewesen im Zuge der Postreformen ging die Zuständigkeit auf das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie über, das die Plakette auch nach der Privatisierung des deutschen Post- und Telekommunikationswesens weiterhin verlieh. Nachweise über Verleihungen liegen bislang bis 2003 vor.

Benannt ist die Plakette nach Heinrich von Stephan, dem Generalpostmeister des Deutschen Reiches und Mitbegründer des Weltpostvereins, der als eine der prägenden Persönlichkeiten des modernen Post- und Nachrichtenwesens gilt. Die Heinrich-von-Stephan-Plakette steht damit zugleich in der Tradition weiterer nach Stephan benannter Einrichtungen und Ehrungen im Bereich des deutschen Postwesens, darunter der Heinrich-von-Stephan-Stiftung.

Anlass

Die Heinrich-von-Stephan-Plakette wurde zur Ehrung von Persönlichkeiten gestiftet, die sich um das Postwesen und Fernmeldewesen besonders verdient gemacht haben.

Der Verleihungstag am 26. Oktober wurde gewählt, weil Philipp Reis am 26. Oktober 1861 im Physikalischen Verein in Frankfurt am Main erstmals öffentlich seinen erfundenen Fernsprecher vorstellte. Ebenfalls am 26. Oktober bestimmte Heinrich von Stephan im Jahr 1877 den Fernsprecher zum staatlichen Nachrichtenmittel.

Plakette und Urkunde Die Plakette ist 52 × 52 Millimeter groß und zeigt auf der Vorderseite das Bild von Heinrich von Stephan im Profil und am Rande die umlaufende Schrift „Heinrich von Stephan 1831–1897“, auf der Rückseite befindet sich das Zitat „Ziel erkannt, Kraft gespannt“, das ebenfalls von Stephan stammt. Eingerahmt wird es durch die umlaufende Schrift „Für hervorragende Verdienste“. Der Entwurf für die Plakette stammt von Gottfried Kappen aus Kirchhellen.

Die Preisträger erhielten eine Verleihungsurkunde mit der Unterschrift des Bundespostministers und wurden im Amtsblatt der Bundespostministeriums bekannt gegeben. Die Plakette geht in das Eigentum des Preisträgers über.

Preisträger

Die Heinrich-von-Stephan-Plakette wurde nicht regelmäßig jährlich verliehen. Insbesondere seit den 1970er Jahren erfolgten die Verleihungen zunehmend unregelmäßig. Nachweise über Verleihungen liegen bislang bis 2003 vor; eine spätere Verleihung fand nicht statt.

1952: Staatssekretär a. D. Karl SautterZPF Heft-Nr. 1/1965; S. 2 1953: Ministerialdirektor a. D. Hans RackowZPF Heft-Nr. 23/1953; S. 877 1954: Geheimer Postrat Präsident a. D. Walter Schenk 1955: Ministerialdirektor a. D. Friedrich HubrigZPF Heft-Nr. 2/1956; S. 47 1956: Abteilungspräsident a. D. Hans Schwaighofer 1958: Ministerialdirigent a. D. Heinrich Thomas 1959: Präsident a. D. Adolf Stenz 1961: Generaldirektor Marcel Faucon (Frankreich)ZPF Heft-Nr. 1/1962; S. 1 1962: Generaldirektor Emil Raus (Luxemburg) 1964: Generaldirektor Edmond Struyf (Belgien) und Ministerialrat a. D. Robert PoeverleinZPF Heft-Nr. 1/1965; S. 1 1965: Ministerialdirektor a. D. Ferdinand ZaubitzerZPF Heft-Nr. 2/1966; S. 41 1966: Generaldirektor Edouard Weber (Internationales Büro des Weltpostvereins)ZPF Heft-Nr. 2/1967; S. 41 1968: Karl Herz 1969: Vicente Tuason (Bern)ZPF Heft-Nr. 3/1970; S. 81 1970: Katsumi Soyama, japanischer Vizeminister für Post- und FernmeldewesenZPF Heft-Nr. 5/1971; S. 147 1971: Oiva Johannes Saloila (Finnland)ZPF Heft-Nr. 4/1972; S. 105 1972: Hendrik ReinoudZPF Heft-Nr. 3/1973; S. 81 1973: Generaldirektor Rudolf Pabeschitz (Österreich)ZPF Heft-Nr. 2/1974; S. 41 1974: Markus Redli, Präsident der schweizerischen PTT-GeneraldirektionZPF Heft-Nr. 2/1975; S. 12 1975: René Joder (Frankreich)ZPF Heft-Nr. 1/1976; S. 10 1980/1981: Philippus Leenman, Generaldirektor der niederländischen Post- und Fernmeldeverwaltung. In: Computerwoche, 9. Januar 1981. 1995: Christian Schwarz-Schilling 2001: Eberhard Witte 2003: Klaus Zumwinkel

Literatur Handwörterbuch des Postwesens; Herausgegeben vom Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen: 2. völlig überarbeitete Auflage, Frankfurt am Main, 1953; S. 70 und 352 3. Auflage, ‚1. Band A – F‘, Berlin, Juli 1971; S. 559 (»Ehrungen und Auszeichnungen« – V. Auszeichnungen der Deutschen Bundespost) Zeitschrift für das Post- und Fernmeldewesen (ZPF) mit Unterstützung des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen herausgegeben und verlegt im Josef Keller Verlag Hans Hübner: Ausgezeichnet! Anerkennung für besondere Verdienste und Treue bei Reichspost, Bundespost und Deutscher Post; in: Das Archiv Heft 2/2013; S. 70–76

Einzelnachweise

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