mini|Steine der Erinnerung in Wien-Innere Stadt, Graben 12 Leopold Freund (* 5. April 1868 in Miskowitz, heute Miscovice/Okres Kutná Hora, bei Prag. Österreich-Ungarn; † 7. Januar 1943 in Brüssel) war ein österreichischer Radiologe.
Leben und Wirken Leopold Freund studierte in Wien Medizin, wurde dort 1895 promoviert. 1904 habilitierte er sich für medizinische Radiologie und wurde 1914 an der Universität Wien Titularprofessor für dieses Fach.Giovanni Maio: Freund, Leopold. In: Enzyklopädie Medizingeschichte. 2005, S. 439. Freund gilt als Begründer der Medizinischen Radiologie und Röntgentherapie.
Mit der Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen im Jahr 1895 sowie im folgenden Jahr der Entdeckung der Radioaktivität durch Antoine Henri Becquerel und der erstmaligen therapeutischen Anwendung beim Patienten (zur Behandlung von Hautkrankheiten 1896)Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 52. durch Leopold Freund in Wien wurde die Basis für die Strahlentherapie geschaffen.
Leopold Freund veröffentlichte darüber hinaus grundlegende Arbeiten auch über Lichtbehandlung von Berufskrankheiten und die Verwendung von Röntgenstrahlen zur Prüfung von Baumaterial.
Freund, der Jude war, emigrierte 1938 nach der Annexion Österreichs nach Belgien.
Schriften Mit diesem Beitrag begründet Freund die Strahlentherapie als neues wissenschaftliches Fachgebiet. Die Berufskrankheiten und ihre Verhütung mit besonderer Berücksichtigung der graphischen Gewerbe. Halle 1901. Grundriß der gesamten Radiotherapie für praktische Ärzte, das erste ausschließlich der Strahlentherapie gewidmete Lehrbuch der Welt. Urban & Schwarzenberg, Berlin und Wien 1903. Die elektrische Funkenbehandlung der Karzinome. Stuttgart 1908.
Literatur
Leopold Freund, in: Judith Bauer-Merinsky: Die Auswirkungen der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich auf die medizinische Fakultät der Universität Wien im Jahre 1938: Biographien entlassener Professoren und Dozenten. Wien: Diss., 1980, S. 59–61b. PDF Giovanni Maio: Freund, Leopold. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 439.
Weblinks Leopold FREUND (1868-1943): Vertrieben 1938 in: VAN SWIETEN blog vom 22. April 2008
Einzelnachweise
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