Die Eclipse-Klasse oder Talbot-KlasseMcBride: The Cruiser Family Talbot.Friedman: British Cruisers of the Victorian Age. war eine Klasse von neun Geschützten Kreuzern der Royal Navy, die aus den Geschützten Kreuzern der Astraea-KlasseConway's All the World's Fighting Ships, 1906–1921. S. 77. entwickelt wurde. Drei der Schiffe wurden auf verschiedenen Marinewerften gebaut, während die am Bau beteiligten drei Privatwerften je zwei Kreuzer bauten. Ab 1905 wurden die Kreuzer bis auf das Typschiff Eclipse auf eine einheitliche Hauptbewaffnung von elf 6-Zoll-(152-mm)-Schnellfeuergeschützen umgerüstet. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges bildeten acht Kreuzer der Eclipse-Klasse die bei der Mobilmachung aufgestellten 11. und 12. Kreuzergeschwader zur Sicherung der Seewege über den Atlantik. Ab Ende 1914 wurden die Kreuzer dort abgelöst und zum Teil auf andere Stationen der Royal Navy verteilt, wo sie bis zum Kriegsende in Dienst blieben. Sie wurden dann von 1919 bis 1921 zum Abbruch verkauft. Nur die Dido war schon 1912 zum Depotschiff für U-Boote umgebaut worden und diente von 1914 bis 1926 als Depotschiff für Zerstörer in Harwich.

Baugeschichte mini|links|Risse der Eclipse-Klasse aus Brassey's Naval Annual 1896

Die neun Kreuzer der Eclipse-Klasse wurden im Rahmen des Spencer Naval Programm von 1893 bestellt, das das britische Flottengesetz von 1889 fortschrieb, und stellten eine Weiterentwicklung der vorangegangenen Astraea-Klasse dar. Wie bei dieser verdrängten die neuen Schiffe mit 5.600 ts erheblich mehr als ihre Vorgänger, ohne dass sich die Kampfkraft wesentlich erhöhte. Die Hauptbatterie war um ein weiteres Geschütz am Heck auf elf Geschütze erhöht. Weiter wurde an einer Batterie aus gemischten Kalibern festgehalten, wobei jetzt fünf 6-Zoll-Geschütze eingebaut wurden. Zu dem Buggeschütz und den jetzt zwei Heckgeschützen kamen noch die beiden vorderen Geschütze der seitlich aufgestellten Waffen. Ihre Aufstellung in Schwalbennestern und der Einzug des Vorschiffes führten auch zu einer Verstärkung des Bugfeuers. Die Breitseite der Schiffe war allerdings kaum verstärkt.

Ab 1905 wurden acht der Kreuzer (alle außer der Eclipse) auf elf 6-Zoll-Geschütze umgerüstet. Dabei wurden die alten Waffen durch moderne Geschütze ersetzt.

Einsatzgeschichte Die Kiellegung der drei von den Staatswerften zu fertigenden Kreuzer erfolgte zwischen Dezember 1893 und März 1894 und die Eclipse lief am 19. Juli 1894 als erstes Schiff der Klasse in Portsmouth vom Stapel. Die in Devonport gebaute Talbot wurde am 15. September 1896 als erstes Schiff der Klasse für die North America and West Indies Station in Dienst gestellt. 1897 folgten sechs weitere Kreuzer und zuletzt die in Govan bei der London & Glasgow Shipbuilding gebauten Dido und Isis im Mai 1898. Vorkriegseinsätze Die Kreuzer der Eclipse-Klasse dienten vor allem als Flottenkreuzer. Die Konflikte der Jahrhundertwende führten allerdings sofort auch zu Auslandseinsätzen. mini|links|Die Doris -Kanone So wurde die HMS Doris unter Kapitän Reginald C. Prothero als Flaggschiff des Konteradmirals Sir Robert Harris 1899 bis 1900 im Zweiten Burenkrieg in Südafrika eingesetzt. Unter ihrem Kommandanten kämpfte die Mehrzahl der Besatzung ab November 1899 in einer Naval Brigade an Land.Denkmal für die elf Toten der Doris in Plymouth. Auch Suchscheinwerfer und zwei 120-mm-Geschütze wurden zur Unterstützung des Heeres an Land abgegeben. Einer der Befehlshaber der Buren, General Piet Cronjé, war nach seiner Kapitulation bei Paardeberg im Februar 1900 einige Wochen auf der Doris interniert, bevor er ins Exil nach St. Helena kam. Am 7. Oktober 1900 kehrte der Kreuzer nach Plymouth zurück. 1904 wurde zum Andenken an die Toten ein Denkmal errichtet. Die Dido unter Kapitän Philip Francis Tillard, Isis und Eclipse wurden nach der Jahrhundertwende wegen der Unruhen in China zeitweise zur China Station verlegt. Die Juno überführte im März 1900 die Leiche des in Algier verstorbenen britischen Feldmarschalls Sir Donald Stewart von dort nach Gibraltar. Von April bis September 1901 begleitete die von Kapitän H. O. Routh befehligte Juno zusammen mit der St George der Edgar-Klasse die königliche Yacht Ophir während einer Reise des Herzogs von Cornwall und York mit Gemahlin durch die Kolonien auf dem Abschnitt von Aden über Colombo und Singapur nach Melbourne, wo das Thronfolgerpaar an der Eröffnung des Parlaments der Australischen Föderation teilnahm. Uber Sydney, Auckland, Mauritius ging die Reise weiter nach Südafrika und schließlich auf dem Weg nach Kanada bis São Vicente (Kap Verde), wo die beiden Kreuzer die Sicherung der Yacht an Diadem und Niobe abgaben. Juno und St.George hatten Portsmouth acht Tage vor der Yacht verlassen und sie dann in Aden erwartet.Die Reise der Ophir

Bei der Begleitung der Yacht im Mittelmeer kam auch die dort im Einsatz befindliche Diana zwischen Gibraltar und Malta zum Einsatz. Die bis 1913 immer wieder im Mittelmeer eingesetzte Diana kontrollierte im Februar 1906 türkische Positionen am Golf von Akaba auf eine mögliche Verletzung der Grenze zu Ägypten.

Die Talbot beobachtete in Chemulpo am 9. Februar 1904 beim Ausbruch des Russisch-Japanischen Krieges das Gefecht zwischen japanischen Einheiten und dem russischen Kreuzer Warjag sowie dem Kanonenboot Korejez und evakuierte nach deren Selbstversenkung mit einem französischen und einem italienischen Kreuzer die russischen Überlebenden nach Hongkong.

1906 waren HMS Dido und Juno der Channel Fleet, HMS Diana, Minerva und Venus der Mediterranean Fleet sowie die Isis dem 4. Kreuzergeschwader auf der North America & West Indies Station zugeteilt. Die Eclipse, Doris und Talbot befanden sich in der Reserve in Portsmouth, Devonport bzw. Sheerness. Die Minerva war an den Hilfsmaßnahmen nach dem Erdbeben in Messina am 28. Dezember 1908 beteiligt und wurde deshalb vom italienischen König Viktor Emanuel III. ausgezeichnet. Die Diana war 1909 vor Kreta zur Überwachung des internationalen Status der Insel im Einsatz.

Kriegseinsatz Bei Kriegsbeginn bildeten Juno, Doris, Isis, Minerva und Venus das in Queenstown, Irland, stationierte 11. Kreuzergeschwader (Cruiser Force E), das den Südeingang der Irischen See kontrollierte. Die Eclipse, Diana und Talbot kamen zum 12. Kreuzergeschwader unter Konteradmiral Sir Rosslyn Wemyss, dem auch noch die Charybdis der Astraea-Klasse angehörte und das auch als Cruiser Force G bezeichnet wurde. Dieses kontrollierte den Kanaleingang zusammen mit französischen Kräften, die auch mit der „Force E“ kooperierten und deren Kern sechs Panzerkreuzer des französischen 2. Leichten Geschwaders, wie die Dupetit-Thouars, waren.Halpern, S. 24 Beide Geschwader brachten einige deutsche Handelsschiffe auf dem Weg in die Heimat auf. mini|links|Florizel Das 12. Kreuzergeschwader erhielt dann die Aufgabe, die Überführung der ersten kanadischen Division nach Europa zu sichern. Konteradmiral Wemyss lief mit seinen vier alten Kreuzern (Charybdis als Flaggschiff) nach Kanada und begann am 3. Oktober 1914 die Rückfahrt mit einem Konvoi von 32 Schiffen, von denen die Lapland, Red Star Line, 18.694 GRT, das größte und die Florizel, Red Cross Line, 3081 GRT, mit dem Beitrag Neufundlands an Bord, die sich als letztes Schiff vor Kap Race anschloss, wohl das kleinste war. Insgesamt hatten die Schiffe 30.617 Soldaten, 7.679 Pferde, 70 Kanonen, 110 Automobile und erhebliche Ausrüstungsteile an Bord. Dem in drei Reihen laufenden Geleitzug schloss sich noch das Linienschiff Glory an, das seit August in Halifax (Nova Scotia) als Wachschiff und Flaggschiff der North America and West Indies Station diente. Weitere Kreuzer gab die Station, anders als geplant, nicht ab, da der Befehlshaber sie zur Bewachung der in amerikanischen Häfen liegenden deutschen Schiffe benötigte.Burt, S. 156 Mitten im Atlantik warteten das Linienschiff Magnificent, zuletzt Wachschiff in Scapa Flow, und der Schlachtkreuzer Princess Royal auf den drei Tage verspätet und langsamer gestarteten Geleitzug. Der geplante Marsch bis Portsmouth unterblieb wegen der U-Boot-Gefahr und die Ausladung erfolgte in Plymouth. Die Deutschen hatten Informationen zu einem großen Truppentransport erhalten und zwei U-Boote (U 8, U 20) in den Kanal entsandt. Allerdings hielten sie das Anlaufen eines französischen Hafens für wahrscheinlicher, da sie von einer sofortigen Einsatzfähigkeit der kanadischen Truppen ausgingen. So erreichte das Kontingent fast unbehelligt Europa.

Vom 11. Kreuzergeschwader gingen Minerva schon im August zum 9. Kreuzergeschwader und im September weiter ins Mittelmeer, der die Doris folgte. Im November 1914 standen beide gegen den neuen Gegner Türkei im östlichen Mittelmeer zur Verfügung. Im Juli 1915 gingen dann Juno und Venus zum Persischen Golf. Die Isis blieb im Einsatzgebiet und gehörte seit 1916 zur North America and West Indies Station. Vom 12. Kreuzergeschwader verlegten Talbot im April 1915 zu den Dardanellen, Diana im November 1915 zur China Station und Eclipse wurde 1915 zu einem Wohnschiff für U-Boot-Besatzungen hergerichtet.

Einsatz im Mittelmeer und an den Dardanellen Doris und Minerva gelangten durch Geleitschutzaufgaben 1914 ins östliche Mittelmeer. Die Doris unter Kapitän Frank Larken klärte die Küste Palästinas und Syriens auf und störte türkische Verbindungswege. Minerva erkundete den Golf von Akaba, beschoss türkische Truppen und blieb dann als Sicherung am Sueskanal, wo sie im Februar 1915 an der Abwehr des fast gelungenen türkischen Angriffs beteiligt war. Beide Kreuzer verlegten dann zu den Dardanellen. Auf dem Anmarsch waren sie am 17. April an der Vernichtung des türkischen Torpedoboots Demir Hissar (1906, 97 t, 3 TR) beteiligt. Das Boot mit einer deutsch-türkischen Besatzung versuchte in die Ägäis zu laufen, nachdem es erfolglos Transporter angegriffen hatte. Es wurde südlich von Chios durch die britischen Zerstörer Jed, Kennet und Wear der River-Klasse entdeckt und verfolgt. Der deutsche Kommandant setzte sein Boot schließlich auf die Felsen, um es nicht den überlegenen britischen Einheiten in die Hände fallen zu lassen.

Am 27. März 1915 traf die Talbot in Tenedos ein. Sie wurde mit der Minerva dem ersten Geschwader unterstellt, das am 25. April die britischen Haupt-Landungen an der Spitze der Halbinsel Gallipoli unterstützte. Die Doris gehörte zum 3. Geschwader, das mit Canopus, Dartmouth und zwei Zerstörern einen Scheinangriff auf Bolayır unterstützte. Im Juni wurde die Talbot Flaggschiff des Marine-Befehlshaber bei Gaba Tepe und war dann am 6. August bei den Landungen bei Suvla Flaggschiff des 3. Geschwaders. Die Talbot blieb während des gesamten Gallipoli-Feldzuges vor der Halbinsel und unterstützte zuletzt im Dezember 1915 die Räumung des ANZAC-Abschnittes und im Januar 1916 den letzten Rückzug von Kap Helles. Im Mai 1916 verließ sie dann die Mittelmeerstation verlegte zum Kap-Geschwader nach Südafrika, wo sie bis zum Kriegsende blieb und meist vor Deutsch-Ostafrika eingesetzt war, wo die Deutsche Schutztruppe sich immer noch gegen die britischen Truppen behauptete und die Alliierten im Mai eine neue Offensive begannen.