mini|Margarete Lanner auf einer handsignierten Porträt-Postkarte des Verlags Hermann Leiser, fotografiert von Wilhelm Willinger, Berlin Margarete Lanner (auch Marga Lanner und Margrit Lanner; * 17. Februar 1896 als Margarethe Helene Langlotz in Hamburg; † 8. April 1981 in Wien) war eine deutsche Stummfilm- und Theater-Schauspielerin.

Leben und Wirken Die Tochter des Schlachters Karl Langlotz und seiner Frau Bertha, geb. Völcker,Staatsarchiv Hamburg, Geburtsregister Standesamt Hamburg 1, Nr. 458/1896 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). begann ihre Bühnenlaufbahn 1917 in Hanau. Nach einer weiteren Verpflichtung – in Frankfurt am Main spielte sie am Neuen Theater und den Kammerspielen – kehrte sie 1919 in ihre Geburtsstadt Hamburg zurück, wo sie von der dort ansässigen Produktionsfirma Vera-Filmwerke GmbH ihren ersten Filmvertrag erhielt und noch im selben Jahr in Brutal vor der Kamera debütierte.

In der Folgezeit wurde Margarete Lanner häufig besetzt; allein 1920/21 sah man sie in nahezu einem Dutzend Filmen an der Seite von nach Hamburg gereisten Stars wie Emil Jannings und Conrad Veidt. Es waren durchgehend Produktionen von künstlerisch minderer Bedeutung, in denen Margarete Lanner meist die weibliche Hauptrolle erhielt. In Sklaven der Rache spielte sie sogar eine Doppelrolle.

Inzwischen in Berlin eingetroffen, setzte sie dort 1924 ihre Filmkarriere mit Hauptrollen in weiterhin unspektakulären Produktionen fort. Ihre Mitwirkung in Fritz Langs legendärer Inszenierung Metropolis beschränkte sich auf eine bis dahin seltene Nebenrolle. Kurz vor Ende des Stummfilmzeitalters, nach einer weiteren Reihe von Neben- und seltener werdenden Hauptrollen, beendete Margarete Lanner ihre Arbeit für das Kino weitgehend. Im Tonfilm war sie lediglich 1936 mit Nebenrollen in zwei Produktionen der Euphono-Film zu sehen gewesen.

Danach verschwand sie weitgehend aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit und kehrte unter der Namenskurzform Marga Lanner als Schauspielerin und Sängerin zum Theater zurück. Festengagements erhielt sie jedoch kaum mehr, belegt ist eine Verpflichtung an die Städtische Bühne von Innsbruck in der Spielzeit 1938/39. Nachdem sie zwischenzeitlich mit Othmar Graf Aichelburg verheiratet gewesen war, ging sie nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit dem österreichischen Komponisten Josef Wenzl-Traunfels ihre zweite Ehe ein und zog sich ins Privatleben zurück. Sie starb 1981 in der Krankenanstalt RudolfstiftungMagistrat der Stadt Wien, Sterberegister Standesamt Wien-Landstraße, Nr. 606/1981. und wurde im Grab der Familie Wenzl auf dem Hietzinger Friedhof beigesetzt..

Filmografie 1919: Brutal 1920: Liebestaumel 1920: Der Staatsanwalt 1920: Colombine. Die Braut des Apachen 1920: Ebbe und Flut 1920: Die schwarze Rose von Cruska 1921: Sklaven der Rache 1921: Strandgut der Leidenschaft 1921: Das Geheimnis der grünen Villa 1922: Don Juan 1922: Heinrich Heines erste Liebe 1922: Die Schuhe einer schönen Frau 1922: Die kleine Stenotypistin 1922: Jimmy, ein Schicksal von Mensch und Tier 1922: Die letzte Maske 1924: Übers Meer gehetzt 1925: Die zweite Mutter 1925: Des Lebens Würfelspiel 1925: Der Herr ohne Wohnung 1926: Kampf der Geschlechter 1926: Die Frauen von Folies Bergères 1926: Metropolis 1926: In Treue stark 1926: Der Pfarrer von Kirchfeld 1926: Der Jüngling aus der Konfektion 1927: Die Hochstaplerin 1927: Primanerliebe 1927: Ein Mädel aus dem Volke 1927: Der Mann mit der falschen Banknote 1927: Ich habe im Mai von der Liebe geträumt 1927: Das Heiratsnest 1927: Höhere Töchter 1927: Das Fräulein von Kasse 12 1927: Wenn Menschen reif zur Liebe werden 1936: Ein Lied klagt an 1936: Die Stunde der Versuchung

Literatur Hans Richter (Hrsg.): Filmstern. Richters Handbuch der Schauspieler, Regisseure und Schriftsteller des Films (= Kinojahrbuch. Band 4). Hans Hermann Richter Verlag, Berlin-Wilmersdorf 1921/1922, , S. 50.

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