Kläden ist ein Ortsteil der Gemeinde Dobbertin im Amt Goldberg-Mildenitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern am nordwestlichen Rand des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide.

mini|Blick auf Kläden von der Klädener Plage (2011) Geographie Das Dorf Kläden liegt drei Kilometer nördlich vom Klosterdorf Dobbertin. Südwestlich des Ortes befindet sich die Klädener Plage, ein trockengelegter See, der Bestandteil des Naturschutzgebiets Klädener Plage und Mildenitz-Durchbruchstal ist. Die einstige Seenfläche wird über Gräben in die am westlichen Rand fließende Mildenitz entwässert. Am Ufer des Woseriner Sees, zwei Kilometer nordwestlich des Ortes, befindet sich das Naturschutzgebiet Kläden.

Die Ortsbebauung liegt auf einer Geländehöhe von etwa 45 bis 50 m. ü. NHN. Der Klädener Berg östlich des Ortes erreicht eine Höhe von 63 Metern.

Einst führten wichtige, sich kreuzende Fernwege von Sternberg nach Goldberg sowie von Parchim nach Güstrow mit einem Übergang über die Mildenitz durch Kläden. Nordöstlich des Ortes verläuft heute die Bundesstraße 192 zwischen Sternberg und Goldberg.

Geschichte Im Umfeld des Ortes gibt es reichhaltige ur- und frühgeschichtliche Fundstellen, darunter eine Gruppe bronzezeitlicher Hügelgräber im Klädener Forst.

Slawische Scherben fand man up de Dörpstädt (auf der Dorfstätte) an der Mildenitz. Im Vermessungsregister von 1728 ist der Flurname Dorfstätte erwähnt. Die Ansiedlung lag 700 Meter westlich des heutigen Ortes Kläden auf einem spornähnlichen Hügelrücken im Mildenitzbogen. Auch 1275 beim Verkauf des Ortes Dobbin mit dem angrenzenden später wüst gewordenen Ort Devstorp durch Fürst Nicolaus von Werle an den Propst Volrad des Klosters Dobbertin wurde an der Belower Grenze zwischen dem Jawir See (Dobbertiner See) und dem Landweg nach Dobbertin der Acker dei Dörpstährt erwähnt.MUB II. (1864) Nr. 1368. Ob Kläden bei der Vergrößerung des nördlichen Klostergebietes von deutschen Siedlern bereits am heutigen Ort oder auf besagter Dörpstädt angelegt wurde, ist bisher ungeklärt.

Der Name Clodene ist altslawisch. Klada steht für Baumstamm oder (Holz-)Klotz, kann also als Baum- und Rodeort gedeutet werden.Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, , S. 3–168, hier S. 68. Er weist damit auf eine schon von den Slawen vorgenommene Rodung hin. Im Jahr 1237 beurkundete Nikolaus, Fürst von Rostock, die Grenzen des Dobbertiner Klostergebietes, wozu auch Clodene mit seinen schieden (Grenzen) gehörte.MUB II. (1864) Nr. 469. Zu den Klosterbesitzungen gehörten schon der Bach Milnitz (Mildenitz) und der Wotrowitz See. Dieser erstreckte sich südlich von Kläden und hieß bis zu seiner Trockenlegung Klädener See (Nordbecken) bzw. Dobbiner See (Südbecken). Welche Bedeutung diese Gewässer für den Fischfang hatten, zeigt die Schlichtung eines Streits des Klosters Dobbertin mit Conrad und Hermann von Cramon über den Aalfang in der Mildenitz bei Kläden am 19. Juli 1313.MUB VI. (1870) Nr. 3632

Kläden als strategisch wichtiger Ort gehörte damals mit Dobbin schon zur Pfarre des Klosters Dobbertin.

1402 verkaufte Balthasar zu Werle mit Zustimmung seiner Gemahlin Euphemia dem Propst Nicolaus, der Priorin Ludgard von Preen und dem ganzen Konvent des Klosters Dobbertin alle fürstlichen Rechte an den Dörfern Kleesten, Oldenstorf und Kläden.LHAS 1.5-4/3 Urkunden Kloster Dobbertin. Regesten Nr. 81.

1540 gab es in Kläden fünf Hufen und sechs Kossatenstellen, die alle besetzt waren. Infolge des mageren, für den Getreideanbau wenig geeigneten Bodens, traf die Verödung der Dörfer im Schwinzer Heidegebiet auch Kläden. Sie wurde durch die völlige Verwüstung im Dreißigjährigen Krieg verschärft, so dass die vorherige Ackerfläche meist mit Tannen bewachsen war. Man trennte den nördlichen Teil der Feldmark ab und legte darauf eine Schäferei namens de nie Hoff an; daraus wurde später der Ort Neuhof.

Im Klagebuch des Dobbertiner Klosteramtsgerichts ist 1591 zu lesen, dass die Klädener Kossaten als Kleinbauern mit geringem Landanteil Streit wegen der Ungleichheit an Acker hatten. Sie gelobten danach gleichmäßig zu teilen. Nach Unzucht mit dem Krüger Marcus Gluder und Claw Stockflet kam die Magd Grete Hanne 1592 vor das Klosteramtsgericht und 1597 gab es durch den Dorfschulzen Jürgen Frohkost und seinem Bruder Chim wilde Beschimpfungen gegen die Magd Diennes Dolge.LHAS 10.63-1 Verein für mecklenburgischeGeschichte und Altertumskunde. Nr. 275.

Im Jahr 1652, nach dem Dreißigjährigen Krieg, wollten die in Kläden verbliebenen Kossaten Jürgen Duncker, Jacob Schmidt und Jacob Wendt ihren Acker im Kläder Holtz abgeben, weil sie sich kaum noch davon ernähren konnten. 1662 sollen von elf früheren Wirtschaften acht wüst gelegen haben. 1674 war Jacob Wendt noch anwesend, doch 1699 verließen die letzten Kleinbauern mit Bauknecht Cheel Duncker das Dorf. Am 26. November 1699 konnte sich die Landtags-Kommission mit den anwesenden Klosterprovisoren Philipp Cuno von Bassewitz und Magnus Friedrich von Barner selbst vom schlechten Zustand auf den Bauernhöfen, in den Katen und in den Ställen überzeugen. Das Korn war verbraucht, neue Saat war nicht angeschafft und ein Pferd sogar verstorben. Das restliche Vieh hatte man an den Klädener Müller verkauft.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 3286. Noch bis 1700 konnten sich die Klädener Kossaten mühsam auf ihren Stellen halten.

Dorf mini|Scheune (2011) mini|Katen (2011)

Nach 1700 unterschied man nur zwischen Kläden Schäferei und Kläden Mühle. Im Beichtkinderverzeichnis von 1704 waren vier Bewohner und ein Rademachergeselle eingeschrieben. Doch es gab noch eine selbstständige Klädener Feldmark. 1718 wurde im Klosteramtsgericht das Urteil gegen Esther Sophia von Wrangel und dem Holzvogt Joachim Neelsen zu Kläden wegen Unzucht bestätigt.LHAS 2.12-3/2 Klöster und Ritterorden. Nr. 176 Zum Waldbestand heißt es im Vermessungsregister von 1728: „Die Holzung besteht in Dannen. Die übrige Hölzung, worin Viehweide ist, gehört ans Kloster-Amt.“ Mit dem Schäfer Coord Bohnhoff, dem Müller Helmuth Plahn, dem Jäger Jochen Jacobs, dem Rademacher Caspar Havemann, dem Schulzen Hanß Duncker, Reiner Klevenow, Jochen Wendt und Hinrich Dantzer hatte Kläden 1751 insgesamt 24 Bewohner.Franz Schubert: Mecklenburgische Beichtkinderverzeichnisse aus dem Jahre 1751. S. 57. 1786 wurde Prüsing der Schäfer.

Die Klädener Fischer befischten neben dem Klädener, noch den Dobbiner, den Nienhäger, den Schwarzen und Teile des Woseriner Sees, wie die Pachtkontrakte von 1737 und 1774 belegen. 1791 hatten die Klosterprovisoren von Blücher und von Meerheimb mit dem Fischer Christopher Buck einen neuen Pachtkontrakt abgeschlossen. Mit der nach 1798 begonnenen Absenkung des Klädener Sees gingen die Erträge bei der Fischereinutzung erheblich zurück.

Nach 1790 war der Ort dann dreigeteilt. An der Mildenitz stand die Wassermühle mit einer Scheune und dem Pferdestall. An den sich kreuzenden Landwegen von Parchim nach Güstrow und von Sternberg nach Dobbertin standen das alte Forsthaus mit dem Krug. Zum Klädener See hin, der heutigen Klädener Plage, befand sich die Schäferei mit dem Schäferhaus für zwei Hirten, der Scheune und dem Schafstall.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 4092 Meierei Kläden 1705–1767. 1804 gab es in Kläden schon fünf Katen für Forst- und Waldarbeiter.

Da der Fischer Jantzen 1834 Pachtschulden hatte, wurde die Fischerei bis 1881 an Fischer Fründ weiterverpachtet. 1883 übernahm der Klädener Fischer Engel auch die Schilfernte auf den Gewässern. Am Nienhäger See forderte er einen Platz für geschnittenes Rohr und zum Trocknen der Netze. 1901 übergab er hochbetagt die Fischerei an seinen Schwiegersohn Schultz.LHAS 5.11-2 Landtagsprotokolle. 1901. Nach den letzten Absenkungen von 1840 und der Trockenlegung des Dobbiner und Klädener Sees bis 1871 zur Grünlandgewinnung verlor der Fischfang in Kläden an Bedeutung.

Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1876 hatte Kläden 105 Einwohner, 1939 sollen es nur 99 Einwohner gewesen sein.

1904 wurde ein neuer Katen mit drei vollen und zwei Altenteilwohnungen für 8.245,53 Mark nach Abbruch des alten baufälligen Katens fertiggestellt. 1905 kam für zwei Wohnungen noch ein Stallgebäude hinzu. 1921 erhielt die Brunnenanlage eine zweite Pumpe und 1927 wohnten in Kläden noch 60 Menschen.

1952 wurde das Dorf an das Energienetz und 1971 an die Zentrale Wasserversorgung angeschlossen. 1984 hatte Kläden noch 15 Einwohner.

Eingemeindung Seit dem 1. April 1921 ist das zuvor noch zum Klosteramt Dobbertin gehörende Kläden ein Ortsteil der politischen Gemeinde Dobbertin. Am 30. August 1921 hatte der Gemeindevorstand für Kläden-Neuhof eine Ortssatzung erlassen. Ab 1. Oktober 1922 wurde Spendin von Dobbertin getrennt und mit der Landgemeinde Kläden-Neuhof vereinigt.LHAS 5.12-3/1 Mecklenburg-Schwerinsches Ministerium des Innern Nr. 6788/1–4 Landgemeinde Kläden 1921–1943.

Forsthof mini|Forsthof (2011)

Bereits 1728 ließ die Dobbertiner Klosterverwaltung in Kläden einen Forsthof errichten. Dieser lag verkehrsmäßig günstig an den sich kreuzenden Fernwegen. So existierte dort auch ein Krug. Mit der Einrichtung des ersten Forsthofes im Klostergebiet und der Nutzung der nordwestlich gelegenen Waldflächen ergab sich eine sichere Einnahmequelle für das Kloster. Der Dobbertiner Provisor und Klosterhauptmann Jobst Hinrich von Bülow aus Woserin hatte neben der Errichtung einer Glashütte auch die forstwirtschaftliche Nutzung der sandigen Heideflächen angeordnet.

Im Beichtkinderverzeichnis von 1751 nennt der Dobbertiner Pastor Christian Hintzmann im Dorfe Cläden den Jäger und Förster Jochen Jacobs mit Ehefrau Marie Liese und Sohn Rudolf.

1773 war Sohn Rudolf als Förster mit seiner Frau auch als Gastwirt tätig. Am 2. Januar 1773 wurde Jacobs auf die Amtsstube des Neuen Amtshauses zu Dobbertin zur Vernehmung vor das Klosteramtsgericht wegen unterlassender Meldung geladen. Der aus dem Goldberger Stadtgefängnis ausgebrochene Schneider Guthmei hätte bei ihm im Krug übernachtet. Da er aber nicht aus dem Klostergefängnis entwichen sei, wurde durch den Klosterhauptmann August Friedrich von Strahlendorff das Verfahren eingestellt.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 3211.Horst Alsleben: Flucht aus dem Goldberger Gefängnis. SVZ Lübz - Goldberg - Plau, 15. Januar 2007. 1784 gab es ein weiteres Gerichtsverfahren gegen den Dobbertiner Klosterbäcker Podolph, der den Klädener Försterwagen geklaut hatte.

1770 hatte die Klädener Forst 610 Hektar Wald. 1777 kamen zum Bau des Jägerhauses die Mauerziegel aus der klostereigenen Ziegelei in Lähnwitz. Der Pferdestall auf dem Forsthof war 1852 vollendet, die neue Scheune 1865.LHAS 5.11-2 Landtagsprotokoll. 17. November 1864, Nr. 16.

Förster des Dobbertiner Forstamtes: 1751 Jochen Jacobsen 1773 Rudolf Jacobsen 1813–1826 Förster Jacobs 1830–1877 Förster C. Wendland 1857–1871 Förster Zebuhr, nach Sietow versetzt 1871–1909 Ludwig Kobow, Amtsjäger, Förster 1910–1937 Robert Mahncke, Stationsjäger, Förster, Revierförster, Oberförster 1939–1945 Karl Konrad Ernst Evers, Revierförster, Oberförster (danach im Lager Fünfeichen) 1946–1950 Hans Spillert 1951–1953 Hans Möller 1953–1955 Walter Götz, vorher Revierförster in Sandhof 1956–1968 Herbert Krull, abgelöst wegen Äußerungen zum Prager Frühling 1968–1969 Hubertus Richter 1969–2006 Holger Westphal, vorher Revierförster in Kleesten.