Fretterans [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Fretteranais, resp. Fretteranaises genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im äußersten Nordosten des Arrondissement Louhans und stößt mit drei Seiten an das Département Jura. Sie liegt 4,15 Kilometer nordnordöstlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 32,7 Kilometer nordnordöstlich von Louhans-Châteaurenaud. Im Nordwesten grenzt sie an die jurassischen Gemeinden Annoire, im Nordosten an Petit-Noir und im Osten an Neublans-Abergement. Im Süden liegt Authumes, im Südwesten Pierre-de-Bresse und im Westen schließlich Lays-sur-le-Doubs.

Fretterans liegt in einer Flussschleife von Le DoubsLe Doubs, Länge 453,1 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Mouthe auf ca. 940 m, Mündung bei in Verdun-sur-le-Doubs auf ca. 175 m, Le Doubs auf sandre.eaufrance.fr und gehört zur Landschaft Vallée de la Saône.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zum allergrößten Teil im Bourg und nur etwa 4 % in vier angrenzenden Weilern. Die besiedelten Gebiete erstrecken sich lediglich über 0,5 km² um den Bourg. Außerhalb dieser Siedlungen, insbesondere südlich der Départementsstraße D118, finden sich keinerlei Bauten.

Die Gemeinde weist 101 Hektar bewaldete Flächen auf, was 9,7 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 98 % Laubwald und 2 % Rodungs- und Aufforstungsflächen. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Bereich nördlich des Doubs, vorwiegend als Auenwälder und im übrigen Gemeindegebiet vereinzelte Pappelplantagen.

In der Gemeinde werden 742,3 Hektar (etwa 72,3 % des Gemeindegebiets) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei 1,9 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 40 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 10 % wird Raps, auf 20 % wird Weichweizen und auf rund 13 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer An Stehenden Gewässern finden sich heute im Gemeindegebiet lediglich noch Weiher, jedoch keine echten Étangs. Möglicherweise handelt es sich dabei eher um Altwasser, denn der Doubs verändert seinen Lauf unablässig.

In der Gemeinde befinden sich zwei Fischweiher sowie ein Kiesabbaugebiet.

Bei den fließenden Gewässern ist für die Gemeinde der Doubs prägend. Er war gleichzeitig eine Quelle des Reichtums wie der Zerstörung. Das Schwemmland ist außerordentlich fruchtbar und die Bewohner von Fretterans hatten seit 1433 das Recht, im Doubs zu fischen. Der Doubs wurde zeitweise als Wasserstraße und als Transportweg genutzt, trieb Mühlen und Sägereien an.

Der Fluss konnte aber auch vernichtend sein, am 29. Mai 1729 ertranken sechs Frauen gleichzeitig, am 30. September 1784 ein Mann und fünf Frauen. Sie schienen den Fluss in einem Boot überquert und Vieh hinter sich hergezogen zu haben, um es auf den Flussinseln oder der anderen Flussseite zu weiden. Zudem war der Lauf des Flusses unstet, er konnte sein Bett wechseln und bedrohte oder zerstörte mehrmals das Dorf. Die Bewohner beklagten sich beim Generalrat und entsprechende Arbeiten wurden begonnen. Aber die Bewohner des gegenüberliegenden Petit-Noir zerstörten das begonnene Werk, schlugen die Arbeiter, verbrannten das Konstruktionsholz, eroberten die Werkstätten und stahlen die Werkzeuge. Seither wurden immer wieder Maßnahmen getroffen, um den Doubs zu beruhigen, ihn in seinem Bett zu halten und die gefährdeten Dörfer zu schützen.

Ein weiteres Gewässer zieht sich der Ostgrenze entlang, die Coursière de BrenaeCoursière de Brenae, Länge 4,6 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei in Authumes auf ca. 209 m, Mündung bei in Fretterans auf ca. 179 m, Coursière de Brenae auf sandre.eaufrance.fr, die in einen Altarm des Doubs mündet.

Verkehrswege In Ost-West-Richtung verbindet die Départementsstraße D118 Lays-sur-le-Doubs mit Neublans-Abergement. Im Bourg zweigt die D373 nach Süden ab Richtung Authumes und schließlich Pierre-de-Bresse. Entlang der südöstlichen Gemeindegrenze folgt noch die D29, die Pierre-de-Bresse mit Neublans-Abergement verbindet. Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: La Corvée, Le Faubourg, Aux Îlets, L'Îliation, L'Îlon, La Motte, Le Pâquier, Le Pays-Neuf, La Roue. Höhenprofil mini|400pxFretterans liegt vollständig in der Landschaft Vallée de la Saône. Kleine Flächen der Gemeinde liegen nördlich des Doubs, wie die Prés du Doubs im Nordwesten. Der Doubs bildet eine Schleife, in der die Gemeinde liegt. Das Gelände ist im Norden nicht eben, da der Fluss seinen Lauf oft veränderte und Altwasser hinterließ. Der Doubs befindet sich auf 179,6 Meter. In der Gemeinde befinden sich zwei Fischweiher, das Profil verläuft durch den Lac de Fretterans. Der Bourg liegt auf 183 Metern, geschützt durch eine verhältnismäßig steile Terrasse. Kurz außerhalb des Ortes kreuzen sich die Départementsstraßen D118 und D373, anschließend zieht sich die Schwemmlandebene weiter gegen Süden bis zur Gemeindegrenze zu Authumes.

Klima Das Klima in Fretterans ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,8 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 20,9 °C, der kälteste der Januar mit 3,1 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1065 mm, dabei ist der November mit 110 mm der niederschlagsreichste, während Juli und August als trockenste Monate 78 mm aufweisen. Über das ganze Jahr werden etwa 2699 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Der Name geht möglicherweise schon auf die keltische Besiedlungszeit zurück, worauf die Endsilbe -ans hindeutetLucien Guillemaut: Histoire de la Bresse Louhannaise, Bd. 1, S. 191, Louhans 1897.. Denkbar ist aber auch, dass der Name auf freta, frecta zurückgeht, womit unbebautes Land bezeichnet wurde. Die Endsilbe -ans kann sich auch aus dem germanischen Suffix -inc, -ing entwickelt haben. Wahrscheinlich ist deshalb, dass die einwandernden germanischen Burgunden im 5. Jahrhundert dem Ort den Namen gabenLucien Guillemaut: Histoire de la Bresse Louhannaise, Bd. 1, S. 195 und 199, Louhans 1897.. Der Ortsname taucht erstmals als Freterens im Kartular von Baume auf, wonach der Ort ebenfalls zum Besitz dieses Klosters gehörte.

Geschichte Am äußersten Rand des Gemeindegebiets befindet sich la Motte mit einem Fachwerkhaus, das 1663 erbaut wurde. Auf dem Hügel war vom 14. bis 16. Jahrhundert ein befestigter Herrensitz, der als Verteidigungswerk gegen die angreifenden Gegner aus der Franche-Comté diente. An der Rue de l’église befindet sich ein Bauernhaus, das aus derselben Zeit stammt, heute renoviert und noch bewohnt ist.

Im 13. Jahrhundert gehörte ein Teil des Ortsgebietes einer der einflussreichsten burgundischen Familien, den de Vienne. Ihre Besitzungen erstreckten sich von Seurre bis zur Franche-Comté und die südliche Bresse. Die Familie gab aber nach und nach ihre Macht an die Klöster ab. Am Ende des 14. Jahrhunderts war Mathey de Rye Herr über einen Teil Fretterans, jedoch als Vasall von Jacques de Vienne, dem Bruder seiner Ehefrau. Aus einer Urkunde von 1433 ging hervor, dass sein Sohn, Guy de Rye, für die Geschenke und Dienste, die ihm durch die Einwohner Fretterans' geleistet wurden, diesen die Freiheit und das Recht zustand, alle Tiere und Raubvögel auf dem ganzen Gebiet zu jagen, sowohl im Fluss, als auch anderswo und gar im Wald von Neublans, mit Fangnetzen oder anderen Geräten, wobei sie dem Herrn lediglich ein Viertel des Wildbrets zu bezahlen hätten.Lucien Guillemaut: Histoire de la Bresse Louhannaise, Bd. 1, S. 409, Louhans 1897. Als Folge der Heirat der Tochter von Guy de Rye, wurde ihr Ehegatte, Pierre de Goux Herr über Fretterans. Er wurde durch Philipp den Guten nach der Schlacht an der Schelde zum Ritter geschlagen. 1465 wurde er Nachfolger von Nicolas Rolin als Großkanzler von Philipp dem Guten und Karls des Kühnen. 1467 erwarb Pierre de Goux die Hälfte von Louhans. Er starb in Belgien, wo er über ausgedehnte Besitzungen verfügte. Er war ein direkter Vorfahre von König Baudouin I. von Belgien.

1503 war ein Nachkomme der Goux Herr über Fretterans, als zweiter Besitzer des Gebietes wurde N. Longvy de Givry erwähntClaude Courtépée: Description Générale et Particulière du Duché de Bourgogne, Dijon 1775. 1540 verkaufte Françoise de Longvy ihre Herrschaft an Ray Fernandez Dalmata, den spanischen Botschafter am Hof des französischen Königs.

1534 erwarb Philippe Chabot, Admiral von Frankreich, die Herrschaft Authumes, sein Sohn Léonor war ebenfalls Herr über Fretterans und anerkannte dieses als Allod. 1676 wurden die Leute von Fretterans gar vom Rübsenzehnten befreit. Später gehörte die Herrschaft Fretterans Pierre Belin, der sie 1685 an Louis de Lorraine verkaufte. Bereits im folgenden Jahr wurde sie durch Claude de Thiard de Bissy erworben und verblieb schließlich im Besitz der Thiards bis zur Französischen Revolution.

Im Laufe der Revolutionswirren erwarb Jean Cordelier, Arzt in Fretterans, als Départemensverwalter großflächig Land in den Ortschaften Fretterans, Authumes und Neublans. Die Kirche diente als Gemeindeverwaltung. Im Jahr VII der Revolution (1800) ließ der Gemeindebevollmächtigte die Einwohner erfassen und zählte 120 Haushaltungen mit 440 Einwohnern. Die Einwohner erlitten – wie alle Bewohner der Region – mancherlei Rückschläge. Im ersten Drittel des 11. Jahrhunderts plagten drei große Hungersnöte die Bevölkerung, die dritte von 1030 noch verstärkt durch eine Pestepidemie. Das Ende des Jahrhunderts brachte mit den heimkehrenden Kreuzfahrern die Lepra, die während dreier Jahrhunderte grassierte.

Im 14. Jahrhundert litt die Bevölkerung unter den gnadenlosen Kriegen zwischen dem Herzogtum Burgund und der Franche-Comté und dem Hundertjährigen Krieg. Die Felder wurden nicht mehr bestellt, Hungersnöte quälten die Bevölkerung und 1348 grassierte die Pest, die ein Drittel der Bevölkerung auslöschte. 1390 und 1399 brachten erneute Pestepidemien. Zudem litt die Bevölkerung unter den Plünderzügen der Grandes Compagnies. Die Bauern gruben sich unterirdische Verstecke und arbeiteten bis zur Erschöpfung, um ihre Familien durchzubringen und nicht Hungers zu sterben. 1356 erschütterte zu alledem ein schweres Erdbeben die Gegend, begleitet von starken Stürmen, die Brücken der Saône wurden weggeschwemmt und zahlreiche Dörfer zerstört.