mini|hochkant|Lovis Corinth: Porträt des Malers Hans Olde, 1904 mini|hochkant|Hans Olde mit 17 Jahren mini|Meine alte Bude in Kiel – Zimmer in dem Olde während seiner Schulzeit wohnte Hans Olde, eigentlich Johannes Wilhelm Olde, (* 27. April 1855 in Süderau, Holstein; † 25. Oktober 1917 in Kassel) war ein impressionistischer deutscher Maler.

Leben Hans Oldes Vater Joachim Wilhelm Olde war Großbauer in Süderau, Hans Olde sein einziger Sohn. Er entschloss sich nach einer Ausbildung zum Landwirt 1879 gegen den Willen des Vaters zu einem Studium bei Ludwig Löfftz an der Münchner Kunstakademie.Otto zu Stolberg-Wernigerode: Neue deutsche Biographie, Bd.: 19, Neuwach–Pagel, Berlin, 1999, S. 503, Digitale Bibliothek, abgerufen am 17. Februar 2020. Er gehörte mit dem befreundeten Bildhauer Adolf Brütt (1855–1939) zu den Gründungsmitgliedern der Münchner Sezession, wo er sich mit Lovis Corinth anfreundete.

In den 1880er und 1890er Jahren bereiste Olde Dänemark, Schleswig und Holstein; hier entstanden zahlreiche realistische Bilder von Menschen und Tieren in teils farbenprächtig ausdrucksstarken, teils sachlich gehaltenen Landschaften, daneben auch Porträts und Genrebilder. Sein Werk wird mit dem des etwas jüngeren finnischen Malers Pekka Halonen verglichen. Olde malte schwungvoll, kontrastreich und machte immer wieder neue Anläufe in Richtung der Moderne. 1889 wurde Olde aufgefordert, ein Bild zur Pariser Weltausstellung einzureichen. Dass er dieser Aufforderung folgte wie Max Liebermann und etwa 40 andere Maler auch, galt als ein Affront gegen die Reichsregierung, die nicht wünschte, dass sich deutsche Künstler an der Ausstellung beteiligten.Hans Olde: Impressionist des Nordens, S. 178. Nach mehreren Aufenthalten in Paris experimentierte er auch mit dem Pointillismus.

Der Vater soll seinen Frieden mit dem Sohn gemacht haben, als er erfuhr, dass eines der Gemälde Oldes von 1896 mit 8000 Mark den zehnfachen Erlös brachte wie der darauf dargestellte Stier eines Schleswiger Bauern.Tilman Spreckselsen: Ein Bild, zehn Stiere Wert. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Juli 2019.

Olde gehörte 1894 als geborener Schleswig-Holsteiner gemeinsam mit Adolf Brütt zu den Gründungsmitgliedern der Schleswig-Holsteinischen Kunstgenossenschaft. 1898 gründete er die Berliner Sezession mit. Er führte von 1902 bis 1910 die Weimarer Kunstschule im Zusammenwirken mit Brütt (Weimarer Bildhauerschule) und Henry van de Velde (Kunstgewerbeschule Weimar) in einem der Sezessionsbewegung verbundenen Konzept weiter (Deutscher Künstlerbund) und etablierte sie als Hochschule. Dort erwirkte er die Zulassung von Frauen zum Studium, jedoch ohne anerkannten akademischen Berufsabschluss. mini|Hans Olde Olde stand in engem Kontakt mit Alfred Lichtwark in Hamburg, aber auch mit Dichtern wie Klaus Groth und Detlev von Liliencron. Häufig weilte er mit seinen Freunden auf Gut Seekamp. Er war Vorstandsmitglied im Deutschen Künstlerbund. und wurde 1911 zum Direktor der Königlichen Kunstakademie Kassel berufen, deren Modernisierung er bis zu seinem Tode 1917 betrieb. Hier entwickelte er eine pastose, fast expressionistische Malweise, die an die Emil Noldes erinnert.

Olde legte die Grundlagen für die Weiterentwicklung der Hochschulen in Weimar und Kassel zu den heutigen Universitäten.

Er heiratete 1888 die Bremer Fabrikantentochter Margarethe Schellhass, mit der er vier Kinder hatte. Seine letzte Ruhestätte fand er in Dänischenhagen. Sein Sohn Hans Olde der Jüngere wurde ebenfalls Maler.

Ehrungen In Kiel-Friedrichsort ist eine Straße nach Hans Olde benannt, ebenso in Dänischenhagen und Blankenfelde-Mahlow.

Werk Am 10. März 2019 wurde eine Folge der Sendung Lieb & Teuer des NDR ausgestrahlt, die von Janin Ullmann moderiert und im Schloss Reinbek gedreht wurde. Darin wurde mit der Gemälde-Expertin Ariane Skora ein Ölgemälde aus dem Jahre 1905 von Hans Olde mit dem Titel Waldinneres bei Tonndorf besprochen. Gemälde von Hans Olde auf ndr.de

Ausstellungen 2017: zum 100. Todestag in der Hans-Kock-Stiftung auf Gut Seekamp 2019: Impressionist des Nordens: Hans Olde d. Ä., eine umfassende Werkschau im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf

Schüler (Auswahl) Heinrich Dersch

Literatur Emma Müllenhoff: † Professor Hans Olde. In: Schleswig-Holsteinisches Jahrbuch, 1920, S. 165–167.

Gabriele Bremer, Heinz Spielmann: Hans Olde und die Freilichtmalerei in Norddeutschland. Bestandskatalog des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums Kloster Cismar. Schleswig 1991. Hildegard Gantner-Schlee: Das Nietzsche-Bildnis von Hans Olde, doi:10.5169/seals-117653#221, Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Bd. 70, 1970, S. 209–219 Hildegard Gantner-Schlee: Hans Olde : 1855–1917. Leben und Werk. Dissertation, Tübingen 1970. Hans Olde d.J: Gemälde und Aquarelle aus fünf Jahrzehnten.Katalog anläßlich einer Ausstellung der Galerie von Abercron. München-Köln 1979 Klaus Demuth, Thomas Niederreuther: Das Haus des Malers Olde. Ed. D, München 1989. Desirée Gudmundsson (Hrsg.): Hans Olde: 1895–1987 ; eine Werkschau zum 100. Geburtstag. Museum Langes Tannen, Uetersen, Wenzel Hablik-Museum, Itzehoe, Nordfriesisches Museum Nissenhaus, Husum. Nieswand, Kiel 1995 Ingrid von der Dollen: Hans Olde d. J.: 1895–1987. Von der Farbigkeit und Heiterkeit dieser Welt.KAT-Verlag, Bad Honneff 2012 Ulrich Schulte-Wülwer: Kieler Künstler. Band 2: Kunstleben in der Kaiserzeit 1871–1918. Boyens, Heide 2016, ISBN 978-3-8042-1442-2, S. 355–425. Kirsten Baumann, Christian Walda (Hrsg.): Hans Olde: Impressionist des Nordens. Ausstellungskatalog, Stiftung Landesmuseum Schloss Gottorf, 2019. Ulrich Schulte-Wülwer: Die Entdeckung der Natur. Landschaftsbilder der Weimarer Malerschule in der Sammlung Rasmus. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2025, ISBN 978-3-7319-1519-5, S. 188–198.

Weblinks

Werke von Hans Olde

Einzelnachweise

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