Karl Eugen Schaub (* 25. November 1911 in Elberfeld; † 10. März 1980 in BerlinSterberegister Standesamt Steglitz von Berlin, Nr. 779/1980) war ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher und Theaterregisseur.

Leben Der gelernte Schauspieler Schaub verlagerte früh seinen künstlerischen Schwerpunkt auf die Regiearbeit. Von Beginn der 1950er Jahre an war er als Oberspielleiter der Schauspiels am Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz engagiert, wo er unter anderem Inszenierungen von Gerhart Hauptmanns Der weiße Heiland, Friedrich Schillers Wallenstein, Calderóns Der Richter von Zalamea und Marcel Pagnols Zum goldenen Anker vornahm.Kürschners biographisches Theater-Handbuch, S. 637. Im Herbst 1955 wechselte er als Schauspieldirektor an die Städtischen Bühnen Erfurt. Dort inszenierte Schaub 1956 Bertolt Brechts Der kaukasische Kreidekreis in enger Absprache mit dem Autor, der unter anderem eine von Schaub vorgesehene Streichung der Ludowika-Szene ablehnte.Werner Hecht: Brecht Chronik, Suhrkamp, 1997, S. 118. Schaub führte Der kaukasischen Kreidekreis wiederholt auf, so etwa als Gast 1971 am Elbe-Elster-Theater in Wittenberg.Die Schauspieltheater in der DDR und das Erbe, Band 38 von Literatur und Gesellschaft, Manfred Nössig (Hrsg.), Akademie-Verlag, 1976, S. 173. 1958 inszenierte er abermals Brecht in Erfurt: die DDR-Erstaufführung von Schweyk im Zweiten Weltkrieg.Theater in der Zeitenwende: zur Geschichte des Dramas und des Schauspieltheaters in der Deutschen Demokratischen Republik 1945–1968, Werner Mittenzwei, Manfred Berger (Hrsgg.), 1972, Band 2, S. 1818. Die Hauptrolle spielte hierbei Erhard Köster.Blätter der Städtischen Bühnen Erfurt, Heft 16, 1. März 1958

Als Schauspieler in Film und Fernsehen war Schaub indes ein seltener Gast. Hier konnte man ihn unter anderem als Kalifen in der Hebbel-Adaption Der Rubin, neben Fred Mahr und Gisela Büttner in Der Sohn des Cotopaxi sowie neben Klaus Bergatt in Rebell im Jägerrock sehen.

Als Synchronsprecher lieh Schaub unter anderem Vladímir Hlavaty in der Serie Die Frau hinter dem Ladentisch sowie Alec Guinness in Verzeihung, sind Sie der Mörder?, der DEFA-Synchronfassung von Eine Leiche zum Dessert, seine Stimme.

Filmografie (Auswahl) 1959: Weimarer Pitaval: Der Fall Harry Domela (Fernsehreihe) 1969: Der Rubin 1962: Blaulicht: Das Gitter (Fernsehserie) 1970: Der Sohn des Cotopaxi 1970: Rebell im Jägerrock

Theater (Auswahl) Regie Städtische Bühnen Erfurt 1955: Friedrich Schiller: Wallenstein 1956: Friedrich Genz: Liebe ist nicht immer blind 1956: Bertolt Brecht: Der kaukasische Kreidekreis 1956: George Bernard Shaw: Die Häuser des Herrn Sartorius 1956: William Shakespeare: Hamlet 1956: Wolfgang Martin Schede: Goldmarie und Pechmarie 1956: Friedrich Schiller: Maria Stuart 1957: Nordahl Grieg: Die Niederlage 1957: William Shakespeare: König Lear 1957: Boris S. Romaschow: Die feurige Brücke (deutsche Erstaufführung) 1958: Bertolt Brecht: Schweyk im Zweiten Weltkrieg (deutsche Erstaufführung) 1958: Heiner Müller: Der Lohndrücker 1958: Bertolt Brecht: Die Dreigroschenoper 1958: Johann Wolfgang von Goethe: Götz von Berlichingen 1958: Günter Felke: Narkose 1959; William Shakespeare: Julius Cäsar 1959: Hedda Zinner: Auf jeden Fall verdächtig 1959: William Shakespeare: Was ihr wollt 1959: Curt Goetz: Ein Abend bei Curt Goetz (Erstaufführung und Aufzeichnung für das Fernsehen) 1959: Friedrich Schiller: Wilhelm Tell 1959: Nikolai Gogol: Der Revisor 1960: Günther Weisenborn: Fünfzehn Schnüre Geld 1960: Johannes R. Becher: Winterschlacht 1960: Sophokles: Antigone (auf den Erfurter Domstufen) 1960: Joachim Wichmann: Eine kleine Traumfabrik 1960: Gerhard Fabian: Die Stärkeren 1961: William Shakespeare: Richard III. 1961: Friedrich Schiller: Die Jungfrau von Orleans (auf den Erfurter Domstufen)

Schauspieler Städtische Bühnen Erfurt 1957: Nordahl Grieg: Die Niederlage (Thiers, Präsident von Frankreich) – auch Regie 1957: George Bernard Shaw: Die Häuser des Herrn Sartorius (Sartorius) – auch Regie 1957: Boris S. Romaschow: Die feurige Brücke (Arkady Stepanowitsch Dubrawin) 1959: Hedda Zinner: Auf jeden Fall verdächtig (Kurzebach, Direktor der ERA) 1960: Günther Weisenborn: Fünfzehn Schnüre Geld (Kuo Yo-chih)

Hörspiele 1963: Rolf Schneider: Der Ankläger – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1963: Rolf Schneider: Die Unbewältigten – Regie: Edgar Kaufmann (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1965: Peter Weiss: Die Ermittlung – Regie: Wolfgang Schonendorf (Rundfunk der DDR) 1968: Michail Schatrow: Bolschewiki – Regie: Wolf-Dieter Panse (Rundfunk der DDR) 1969: Hans Siebe: Der Mitternachtslift (Direktor Hübner) – Regie: Fritz Göhler (Kriminalhörspiel – Rundfunk der DDR) 1971: Heinrich Mann: Die Vollendung des Königs Henri Quatre – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1973: Francoise Xenakis: Auf der Insel wollte sie ihm sagen... – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1975: Linda Teßmer: Der Fall Tina Bergemann (Dr. Feldmann) – Regie: Hannelore Solter (Rundfunk der DDR) 1976: Adolf Glaßbrenner: Antigone in Berlin (Schauspieler in der Antigone-Aufführung) – Regie: Werner Grunow (Hörspiel (Kunstkopf) – Rundfunk der DDR)

Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 637.

Weblinks

Eugen Schaub in der Synchrondatenbank von Arne Kaul

Anmerkungen

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