Steinbächlein (fränkisch: Schdah-bächlaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 176. Dort folgendermaßen transkribiert: „schdābéchla“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Steinbächlein liegt in der Gemarkung Erlbach.
Geografie Der Weiler liegt etwas nördlich des Steinbachs, eines linken Zuflusses des Erlbacher Mühlbachs, der wiederum ein rechter Zufluss der Altmühl ist. Im Nordwesten liegt das Kudelholz, 1,5 km südwestlich erhebt sich der Steinberg (). 1 km im Nordosten liegt das Waldgebiet Tränkenloh.
Die Staatsstraße 2246 führt nach Leutershausen (3,5 km östlich) bzw. nach Neureuth (2,5 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Steinberg (1,7 km südlich).
Ortsnamendeutung Der Ortsname wird gedeutet als „Siedlung am Steinbächlein“, am schmalen Oberlauf des Steinbachs.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 176.
Geschichte Der Ort wurde im Rothenburger Ächtbuch von 1330 als „Steinbachlin“ erstmals urkundlich erwähnt. Es finden sich auch Einträge in den Würzburger Lehenbüchern des 14. Jahrhunderts, die deutlich machen, dass das Hochstift Würzburg ursprünglich die Lehnsherrschaft innehatte.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 1, S. 162. Um 1400 waren die Herren von Seckendorff zu Jochsberg als Lehensträger im Ort begütert.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 1, S. 635.
Der 16-Punkte-Bericht des markgräflichen Amtes Brunst von 1608 bezeichnet Steinbächlein und Waizendorf als eine Realgemeinde von sieben Mannschaften (=Untertanen-Familien), die hinsichtlich aller Rechte dem markgräflichen Amt Brunst des Stadtvogteiamtes Leutershausen unterstanden.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 21/1, 20v. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 717. Im Dreißigjährigen Krieg heißt es von Steinbächlein in einem Hofverzeichnis von 1641: „2 Halbhöfe, öd, niemand vorhanden.“H. Schreiber: Leutershausen. S. 235. 1681 gehörten drei Mannschaften zum Ort Steinbächlein, die ins markgräfliche Amt Colmberg zinsten und nach wie vor dem Gericht Brunst des Stadtvogteiamtes Leutershausen unterstanden.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 22, 52. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 723 f.
Im Grenzvertrag bezüglich der Fraisch zwischen dem Haus Hohenlohe-Schillingsfürst und Brandenburg-Ansbach von 1710 wurde Steinbächlein dem Markgrafen zugesprochen.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 1, S. 626. 1732 heißt es, dass der Weiler aus vier Untertanen besteht, die mit allen Rechten dem brandenburg-ansbachischen Amt Brunst des Stadtvogteiamtes Leutershausen zugeordnet sind.H. Schreiber: Leutershausen. S. 360. Der Zehnt musste zu zwei Dritteln ins markgräfliche Kastenamt Colmberg und zu einem Drittel dem Stadtvogteiamt Eschenbach des Deutschen Ordens gegeben werden.H. Schreiber: Leutershausen. S. 361.
Am Ende des Alten Reiches gab es im Ort vier Anwesen, die alle dem Ansbachischen Stadtvogteiamt Leutershausen und grundherrschaftlich dem Kastenamt Colmberg untertan waren, nämlich zwei Höfe und zwei Halbhöfe (Schafhöfe).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 912.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Bd. 5, Sp. 429. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 986 f.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Steinbächlein dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Jochsberg und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Erlbach zugewiesen.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 964. 1846 (noch 1856) stellte Steinbächlein mit Johann Leonhard Stadler, der eine Pferdezucht betrieb, den Bürgermeister der Gemeinde Erlbach.H. Schreiber: Leutershausen. S. 359. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Erlbach und damit auch Steinbächlein am 1. Januar 1972 in die Stadt Leutershausen eingemeindet.H. Schreiber: Leutershausen. S. 363.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 21 30 27 28 27 26 24 41 22 16 25HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 4 4 5 5 5 4 5 7 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Wenzeslaus (Weißenkirchberg) gepfarrt,M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 1, S. 76. seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Peter (Leutershausen) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Leutershausen) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1330