mini|Luftbild des Ortes Laasdorf ist eine Gemeinde des Saale-Holzland-Kreises in Thüringen. Sie ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal.
Geografie Die Gemeinde liegt im Tal der unteren Roda. Laasdorf ist somit eines der Tälerdörfer. Die benachbarten Ortschaften sind Zöllnitz und Rutha im Westen, Gröben und Schlöben im Norden, Podelsatz im Nordosten, Gernewitz, Hainbücht und Stadtroda im Osten und Rausdorf und Großbockedra im Süden. Im Nordwesten grenzt Laasdorf an den Ortsteil Ilmnitz der kreisfreien Stadt Jena. In Ost-West-Richtung verläuft die Landesstraße L 1077 als Nordtangente am Ort vorbei, die im Westen den Anschluss an die AS Jena-Zentrum (ehemals Jena-Lobeda) der A 4 schafft, und im Osten bei Stadtroda die AS Stadtroda der A 4. Nördlich von Laasdorf verläuft die Bahnstrecke Weimar–Gera.
Geschichte Erste Spuren menschlicher Besiedelung reichen bis in die Bronzezeit zurück, aus der sich ein Brandgräberfeld in Laasdorf erhalten hat.Horst, Fritz (Hrsg.): Mitteleuropäische Bronzezeit. Beiträge zur Archäologie und Geschichte. Berlin, Boston: De Gruyter. 1981. S. 99
Die erste Erwähnung Laasdorfs im Jahr 1323 steht im Zusammenhang mit dem Kloster Roda. Daneben hatten auch Grundherren und das fürstliche Amt Burgau im Dorf Besitzungen. Die Burgauer Amtsuntertanen sind 1421–1425 erstmals erwähnt.Andrei Zahn: Die Einwohner der Ämter Burgau, Camburg und Dornburg. Ein Beteregister aus der Zeit um 1421–1425 (= Schriftenreihe der AMF. 55, ). Als Manuskript gedruckt. Arbeitsgemeinschaft für Mitteldeutsche Familienforschung, Mannheim 1998. Nach Aufhebung des Klosters Roda in der Reformation im 16. Jahrhundert kam dieser Anteil an das Amt Roda.
Laasdorf gehörte zeitweilig mit Ilmnitz und Zöllnitz zum Gut Drackendorf, das sich im Besitz der Familie von Ziegesar befand. Um 1867 wies Laasdorf 215 Einwohner auf, im Ort befanden sich eine Schule, eine Mühle sowie eine Ziegelbrennerei. Im Umland wurde vor allem Hirse angebaut.Töpfer, Johannes: Landeskunde des Herzogthums Sachsen-Altenburg. Gera: Amthor und Ißleib. 1867, S. 113.
Laasdorf gehörte zur Markgrafschaft Meißen und seit der Leipziger Teilung von 1485 zum Gesamtbesitz der Ernestiner. Das Dorf war zunächst Teil des Herzogtums Sachsen-Weimar, bevor es 1603 an das Herzogtum Sachsen-Altenburg überging, das 1672 zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg erweitert wurde und 1826 erneut zum Herzogtum Sachsen-Altenburg umstrukturiert wurde. Das Land erhielt 1831 eine Verfassung und trat 1871 dem Deutschen Reich bei. Mit dem Ende der Monarchie in Deutschland im Jahr 1918 gründete sich der Freistaat Sachsen-Altenburg, der 1920 im Freistaat Thüringen aufging. Von 1952 bis 1990 gehörte Laasdorf zum Bezirk Gera der DDR, bevor dieser im neu gegründeten Land Thüringen aufging.
Laasdorf war bzw. ist Teil der folgenden Verwaltungseinheiten: 1876–1922: Verwaltungsbezirk Roda (ab 1900: Landratsamt Roda) 1922: Landkreis Jena-Roda 1922–1950: Landkreis Roda (ab 1939: Landkreis Stadtroda) 1950–1952: Landkreis Jena 1952–1990: Kreis Stadtroda 1990–1994: Landkreis Stadtroda seit 1994: Saale-Holzland-Kreis
Politik Die folgenden Personen bekleideten das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters von Laasdorf: 1994–1999: Manfred Proppe 1999–2004: Monika Liebau (SPD) 2004–2008: Monika Fiedler (BV Laasdorf, im Amt verstorben) 2009–2021: Jürgen Bösemann (BV Laasdorf) 2021–2022: Viktor Erdlei (parteilos) seit 2022: Jens Conrad (BV Laasdorf)
Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche Laasdorf () Die evangelische Kirche Laasdorf ist die wichtigste Sehenswürdigkeit des Ortes. Sie gehört als Filialkirche mit Gernewitz zum Kirchspiel Stadtroda im Kirchenkreis Eisenberg. 1554 war die Pfarrstelle Lehn des Stiftsdechanten zu Naumburg.
Die Bauausrichtung (Turm im Osten), typisch für die christlichen vorreformatorischen Kirchen, lässt vermuten, dass die Kirche auf den Fundamenten der Vorgängerkirche errichtet wurde. So wurde die Saalkirche mit Dachturm (Turm und Schiff bilden eine überdachte Einheit) unter Einbeziehung von Teilen des Vorgängerbaus 1770/71 gebaut. Der schieferbekleidete und auch -gedeckte Turm trägt eine Schweifkuppel mit einer aufgesetzten Laterne, die von Turmknopf und Wetterfahne gekrönt ist.
Fast vollständig erhalten ist die aus dem 18. Jahrhundert stammende Ausstattung. Der freistehende Kanzelaltar ist das dominierende Element des Chors. Zwei spätgotische Schnitzfiguren flankieren den Kanzelkorb, die vermutlich ehemals Teile eines mittelalterlichen Flügelaltars. Das Gemälde am Sockel des Altartischs („Predella“) von 1912 ist ein Werk des Geraer Malers Paul Neidhardt und zeigt die Darstellung Jesu als guten Hirten.
Das Langhaus hat eine dreiseitige Empore („Hufeisenempore“), deren lange Seiten bemalte Brüstungsfelder tragen. Die kurze Seite der Empore ist durch eine durchbrochene Holzbalustrade begrenzt. Die zweite Empore wurde 1972/73 erheblich verkürzt. Die deckenhohe Orgel auf der Empore ist ein Werk von Christian Sigismund Voigt aus Uhlstädt aus dem Jahre 1773.
1885 goss Karl Friedrich Ulrich die beiden Glocken der Kirche. Nachdem die große Glocke für Kriegszwecke abgeliefert werden musste, ruft heute die kleine mit der Inschrift „Meine Töne rufen zu den Stufen des Tempels“ zum Gottesdienst.
Persönlichkeiten Johann Paul Friedel (* 17. April 1694 in Laasdorf; † 5. Mai 1776 in Königsee), evangelischer Theologe
Weblinks
Website der Gemeinde Laasdorf Gemeinde Laasdorf bei der Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal Website des Kirchenkreises Eisenberg
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Saale-Holzland-Kreis Kategorie:Ersterwähnung 1323