mini|Kleineutersdorf mit der Leuchtenburg im Hintergrund
Kleineutersdorf ist eine Gemeinde im Süden des Saale-Holzland-Kreises und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal.
Geografie Kleineutersdorf liegt rechtsseits der Saale im Mittleren Saaletal gegenüber von Großeutersdorf etwa 2 km flussaufwärts von Kahla entfernt.
Geschichte Kleineutersdorf wurde 1349/50 erstmals als Windischen-Eudisdorf erwähnt, was so viel bedeutet wie wendisches (= sorbisches) Eutersdorf, denn wendische Siedler waren im 12. und 13. Jahrhundert am Rodungs- und Kultivierungsprozess in der späteren Kleineutersdorfer Flur beteiligt. Nach der Niederlage der Bauern unter Thomas Müntzer bei Frankenhausen 1525 blieben die Täufer noch lange den Überzeugungen ihres Führers verbunden. Der aus Hessen stammende Täufer Melchior Rinck trat 1527 in den Saaledörfern gegen die neue kirchliche Ordnung auf und taufte unter anderem den Müller Hans Peißker.GAMEO.org: Peisker, Hans (d. 1536); eingesehen am 17. Februar 2022 Bis 1535 war im Ort ein Zentrum der Täuferbewegung. Am 20. November des Jahres wurden 16 Täufer verhaftet. Drei von ihnen haben in den Verhören, bei denen auch Philipp Melanchthon zugegen war, ihre Überzeugungen nicht widerrufen. Unter ihnen war auch der Kleineutersdorfer Müller. Sie wurden am 26. Januar 1536 in Jena enthauptet.
Einwohnerentwicklung 1806 - 228 1842 - 409 1890 - 421 1933 - 489 1991 - 417 1994 - 429 1995 - 422 1996 - 423 1997 - 429 1998 - 428 1999 - 432 2000 - 426 2001 - 414 2002 - 417 2003 - 405 2004 - 394 2005 - 394 2006 - 395 2007 - 391 2008 - 391 2009 - 379 2010 - 385 2011 - 372 2012 - 367 2013 - 357 2014 - 359 2015 - 361 2016 - 369 2017 - 370 2018 - 365 2019 - 355 2020 - 353 2021 - 340 2022 - 334 2023 - 328 2024 - 321 Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik
Wappen Wappenbeschreibung: „Gespalten von Rot und Silber; vorn ein gestürzter silberner Schlüssel mit dem Bart zum Spalt, hinten ein rotes, nach oben zeigendes Schwert.“
Sehenswürdigkeiten historische Hängebrücke über die Saale (erbaut 1908, Architekt/Ingenieur: Paul Moser) () Dorfkirche St. Peter und St. Paul, erbaut 1831 (); Filialkirche von Großeutersdorf mit Poppe-Orgel aus dem Jahr 1834 Oberhalb des Ortes auf halbem Wege nach Hummelshain befindet sich die in ihrer heutigen Form aus dem 18. Jahrhundert stammende Jagdanlage Rieseneck (); 2009 einer der Drehorte des Kinofilms Ein russischer Sommer, der das letzte Lebensjahr Leo Tolstois erzählt.Cindy Heinkel: . In: Freies Wort, 15. Januar 2010. Ein anderes schönes Wanderziel ist der Leubengrund mit seinen Mühlen und Fischteichen. Die Linzmühle () etwa 6 km von Kleineutersdorf entfernt ist zu einem beliebten Hotel ausgebaut.
Weblinks
Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal Kirche St. Peter und Paul in Kleineutersdorf
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Saale-Holzland-Kreis
Kategorie:Ersterwähnung 1349