Glücksrad (engl. Wheel of Fortune) ist eine Spielshow, die ursprünglich aus den Vereinigten Staaten stammt und in vielen Ländern der Erde ausgestrahlt wird oder wurde. In Deutschland lief die Sendung von Herbst 1988 bis Ende 2002 auf verschiedenen Sendern der ProSiebenSat.1-Gruppe und ist mit über 4000 produzierten Folgen die am häufigsten gesendete Spielshow im deutschen Fernsehen. Von September 2016 bis 2018 gab es ein Remake der Show auf RTLplus, eine weitere Neuauflage wird seit 2023 auf RTL Zwei ausgestrahlt.
Spielablauf Prinzip der Sendung ist es, ähnlich einem Kreuzworträtsel Wörter in einem Gitter zu erraten. Hierbei sind Satzzeichen und Ziffern bereits an der Ratewand vorgegeben. Um das Rätseln zu erleichtern, wird vorher eine Kategorie genannt. Die drei Kandidaten haben das Ziel, möglichst hohe Geldbeträge zu erspielen. Dazu drehen sie am Glücksrad, welches mehrere farblich unterlegte Felder besitzt. Die Felder sind überwiegend mit unterschiedlich hohen Geldbeträgen belegt, es gibt allerdings auch bestimmte Aktionsfelder, die den weiteren Spielverlauf beeinflussen: Geldbetrag: Der Kandidat kann durch Nennen eines Konsonanten einen Buchstaben an der Ratewand erraten. Ist der Konsonant im Rätsel enthalten, wird dem Kandidaten pro Buchstabe der erdrehte Betrag auf seinem Konto gutgeschrieben. Nach einem richtig gelösten Konsonanten darf der Kandidat entweder einen Vokal kaufen oder das Rätsel lösen (beides darf er auch, ohne das Glücksrad zu drehen), indem er den gesuchten Begriff laut vorliest. Hierbei ist die korrekte Aussprache ausschlaggebend. Rät der Kandidat einen Konsonanten oder kauft einen Vokal, der sich nicht mehr unter den verbleibenden Buchstaben befindet, ist der nächste Kandidat an der Reihe. Extradreh: Wann immer zum nächsten Kandidaten gewechselt werden soll, kann dies der Spieler mit dem Extradreh verhindern und erneut am Rad drehen oder den Begriff erneut lösen. Der Extradreh gilt bis zum Ende der Spielrunde, in welchem er erdreht wurde. Aussetzen: Der Kandidat darf keinen Konsonanten nennen oder das Rätsel lösen und übergibt sofort an den nächsten Kandidaten. Bankrott: Das bisher erspielte Guthaben des Kandidaten wird auf 0 gesetzt und der nächste Kandidat ist an der Reihe. Risiko (als Blitz): Der Kandidat setzt einen bestimmten Betrag von seinem Konto und der Moderator stellt eine Frage mit zwei vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Bei einer richtigen Antwort wird der gesetzte Betrag zum Konto des Kandidaten hinzu addiert und bei einer falschen Antwort abgezogen. Risiko: Das später neu eingeführte Risiko-Feld kann der Kandidat annehmen oder ablehnen. Dabei wird das Risiko-Feld, welches auf dem Glücksrad verdeckt ist, vom Moderator enthüllt. Hierbei kann der Kandidat unter anderem sein bisher erdrehtes Guthaben verdoppeln, komplett verlieren oder einen bestimmten Geldbetrag hinzu gewinnen. Sonderpreis und Überraschungspreis (als Fragezeichen): Bei Erdrehen dieses Feldes gewinnt der Kandidat sofort einen Sachpreis, welchen er nicht mehr verlieren kann. Vokal: Der Kandidat darf einen Vokal nennen, ohne diesen von seinem bisher erspielten Geld kaufen zu müssen.
Mit Ausnahme der Felder „Extradreh“, „Aussetzen“ und „Bankrott“ wurden im Laufe der Sendungsgeschichte die zusätzlichen Felder öfter geändert.
Die Kandidaten sind dazu angehalten, das Glücksrad mit ausreichend Schwung zu drehen, da sie ansonsten das erdrehte Feld zu leicht beeinflussen können. Der Moderator ermahnt die Kandidaten bei zu schwachen Drehs zunächst und kann diese bei wiederholtem Male auch annullieren, indem er den Kandidaten um einen erneuten Dreh bittet.
Sobald alle Konsonanten an der Ratewand gefunden wurden, ertönt ein akustisches Signal und es können nur noch Vokale gekauft oder das Rätsel gelöst werden. Erraten die Kandidaten in einer Spielrunde das Rätsel nicht innerhalb einer bestimmten Zeit, ertönt ebenfalls ein akustisches Signal, woraufhin der Moderator der Sendung letztmals für diese Runde einen Geldbetrag erdreht. Ab diesem Zeitpunkt dürfen die Kandidaten dann nur noch je einen Konsonanten raten oder einen Vokal kaufen und müssen dann einen Lösungsversuch unternehmen. Sind sie dazu nicht in der Lage oder lösen das Rätsel falsch, ist der nachfolgende Spieler an der Reihe.
Gewinner einer Spielrunde ist derjenige, der das Rätsel auflöst – was die Spieler natürlich möglichst weit hinauszögern wollen, um möglichst hohe Beträge erspielen zu können. Von dem erspielten Betrag kann der Kandidat aus einer Palette von Sachpreisen „kaufen“. Da der Vorstellung dieser Preise viel Sendezeit eingeräumt wurde, unterlag Glücksrad der Richtlinie für Dauerwerbesendungen.
Mit jeder weiteren Spielrunde erhöhte sich zudem der sogenannte „Höchstbetrag“, der größte erdrehbare Geldbetrag.
Superspiel Im Superspiel treten alle Kandidaten gemeinsam an, um den Superpreis zu gewinnen. Sie müssen hierzu fünf Begriffe aus vorgegebenen Kategorien erraten. Zur Lösung dieser Begriffe dürfen die Kandidaten fünf Konsonanten und einen Vokal nennen. Im Laufe der Zeit hat sich hier das „ERNSTL“ unter den Kandidaten etabliert. Zum Lösen aller fünf Begriffe haben die Kandidaten insgesamt 90 Sekunden Zeit, worauf je 30 Sekunden auf einen Kandidaten entfallen, die sich jedoch weiterhin untereinander absprechen können. Nur wenn der jeweilige Kandidat das gesuchte Wort laut sagt, gilt dieses auch als Rateversuch. Die Kandidaten haben das Superspiel gewonnen, wenn sie alle Begriffe vor Ablauf der Zeit lösen konnten. Der Gewinn ist ein Jackpot, der an alle Kandidaten gleichmäßig ausgeschüttet wird.
Turborunde In der Turborunde (später auch Quickie-Runde genannt) treten die Kandidaten gegeneinander an und müssen einen vorgegebenen Begriff an der Ratewand lösen. Mit fortschreitender Zeit decken sich immer mehr Buchstaben auf, wodurch die Lösung des Rätsels vereinfacht wird. Gewinner dieser Runde ist der Kandidat, der als erster den Buzzer drückt und die Lösung korrekt vorliest.
Temporunde Die Temporunde ist ähnlich aufgebaut wie die Turborunde. Durch Dreh des Moderators wird bestimmt, welcher Kandidat das Rätsel lösen darf. Hierzu darf er zunächst einen Konsonanten raten und nach Aufdecken im Rätsel einen Lösungsversuch unternehmen. Liegt er dabei falsch, ist der nächste Kandidat an der Reihe. Gewinner der Temporunde ist, wer als erster das Rätsel korrekt vorliest.
Zuschauerspiel Das Zuschauerspiel ist in eine reguläre Spielrunde eingebettet. Im regulären Rätsel sind allerdings manche Buchstaben farblich hervorgehoben. Diese ergeben in der richtigen Reihenfolge ein weiteres Lösungswort, das der Zuschauer bei Telefonanruf nennen muss. Später wurde das Zuschauerspiel so umgestaltet, dass der Zuschauer bei jeder Spielrunde die Lösung des gesuchten Rätsels nennen konnte.
Bonusrunde In der Bonusrunde tritt der Tagessieger der Sendung an. Tagessieger ist der Kandidat, der am meisten Geld innerhalb aller Runden erspielen konnte. Auch in der Bonusrunde wird eine Kategorie vorgegeben, die der Kandidat innerhalb von 15 Sekunden erraten muss. Während in früheren Ausgaben der Sendung vom Kandidaten in der Bonusrunde „nur“ fünf Konsonanten und ein Vokal genannt werden konnten, wurden in den späteren Ausgaben bereits der erwähnte „ERNSTL“ vorgegeben, welches vom Kandidaten durch zwei weitere Konsonanten und einen Vokal ergänzt werden musste. Der Kandidat gewinnt die Bonusrunde, wenn er die Lösung vor Ablauf der 15 Sekunden korrekt vorliest.
US-amerikanisches Original „Wheel of Fortune“ mini|Spielshow Wheel of Fortune mit Pat Sajak in den Vereinigten Staaten (2006) Wheel of Fortune ist eine der ältesten Gameshows der USA. Sie wurde 1971 von Merv Griffin erfunden. Die Legende behauptet, dass dies während einer sehr langen Autofahrt mit seinen Kindern geschah, die Hangman spielten.
Am 6. Januar 1975 hatte die Sendung bei NBC ihre Premiere in den USA.Galina Mavricheva: Die vergleichende Analyse der gleichen Quiz-Formate im deutschen und russischen Fernsehen. Dissertation. Osnabrück 2009 (PDF; 3,8 MB), abgefragt am 5. Januar 2009 Sie wurde zunächst von Chuck Woolery (1941–2024) moderiert, 1981 löste Pat Sajak Woolery als Moderator ab und führte bis 2024 durch die Sendung. Im September 2024 übernahm dann Ryan Seacrest die Moderation der Sendung. Als Komoderatorin fungierte anfangs Susan Stafford, seit 1982 Vanna White. Die Sendung wird zentral von King World Productions produziert und dann an die zahlreichen amerikanischen TV-Stationen lizenziert. Kingworld produziert auch mehrfach im Jahr lokal, zum Beispiel auf Hawaii, in Florida oder Las Vegas, Nevada. Aufgrund der starken Popularität des Formats und der Lizenzeinnahmen sind die Gewinnsummen sehr hoch und die Sachpreise attraktiv. Dadurch hat diese Sendung nach wie vor einen enormen Zulauf.
Internationale Lizenzierung und Ausgaben mini|Länder mit einer eigenen Version von Wheel of Fortune Die internationale Lizenzierung der Sendung liegt derzeit bei CBS International. Dabei unterliegen die Lizenznehmer engen Restriktionen seitens Kingworld. Es werden aber lokale Eigenheiten berücksichtigt: In der Türkei ist Glücksrad eine mehrstündige Live-Sendung mit einem populären Spaßvogel als Gastgeber, in Litauen ist die Ratewand („puzzle board“) aus Kostengründen aus Karton, auf den Philippinen ist das Rad so angebracht, dass auch verschleierte Frauen es drehen können, ohne gegen die guten Sitten zu verstoßen.
In Brasilien wird es von Silvio Santos moderiert, dem Senderinhaber des Kanals SBT. Das markante Markenzeichen ist ein größeres Mikrofon, welches im Ausschnitt des Kragens sehr auffällig wirkt. Er tauscht gelegentlich auch die Rolle und dreht die erratenen Buchstaben selbst um, während die Glücksfee die Moderation übernimmt.
Deutsche Adaption als „Glücksrad“ Personen Moderatoren Peter Bond (1988–1998) Frederic Meisner (1988–2001, 2004–2005) Thomas Ohrner (2002) Jan Hahn (2016–2018)
Assistentinnen der Moderatoren Maren Gilzer (1988–1998) Gundis Zámbó (1993–1996; nur in „Glücksrad-Gala“) Sonya Kraus (1998–2002) Katrin Wrobel (2002) Ramona Drews (2004–2005) Isabel Edvardsson (2016–2018)
Moderationsduo Thomas Hermanns / Sonya Kraus (2023) Guido Cantz / Sonya Kraus (ab 2024)
Off-Sprecher Hans-Eckart Eckhardt (1988–1989, 1990: 500. Ausgabe, 1992: Muttertags-Ausgabe, 1995–2001) Holger Wolgast (1989–1994) Ingo Albrecht (Sommer 1994) Wolfgang Jürgen (Februar – Sommer 1994) Thomas Koch (teilweise 1991–1992) Sven Blümel (teilweise 1992–1993) Stephan Buchheim (teilweise 1995, 1997)
Geschichte Erfolgsformat bei Sat.1 mini|Filmstudios an der Havelchaussee (1992) In Deutschland ging die Sendung unter dem Titel Glücksrad am 7. November 1988 bei dem Privatsender Sat.1 auf Sendung. Moderiert wurde die Ratesendung damals von Frederic Meisner und dem Schauspieler Peter Bond, die sich wöchentlich abwechselten. „Buchstabenfee“ (die Frau, die die Buchstaben der Ratewand umdreht) war Maren Gilzer. Komponist und Produzent der Glücksrad-Musik war Klaus-Peter Sattler. 1991, im dritten Jahr des Glücksrad, sang Joy Fleming das Glücksrad-Lied zur Intromusik.