Niederense ist ein Ortsteil der Gemeinde Ense im Kreis Soest in Nordrhein-Westfalen. Mit 3368 Einwohnern (Stand: 31. Juli 2024) ist Niederense nach Bremen der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde Ense. Der Ort liegt an der Möhne am Übergang zwischen dem Haarstrang und dem Arnsberger Wald.
Geschichte
Die Geschichte Niederenses ist eng mit dem Kloster Himmelpforten verbunden. Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster wurde 1246 von Gräfin Adelheid von Arnsberg gegründet. Nach der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgehoben.
Das Gebiet um das Kloster Himmelpforten bildete im 19. Jahrhundert eine eigene Gemeinde. Diese gehörte zunächst zum Amt Körbecke und ab 1890 zum Amt Bremen. Am 1. April 1901 wurde die Gemeinde Himmelpforten nach Niederense eingemeindet.
In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 wurde die Möhnetalsperre bei einem britischen Luftangriff zerstört. Die dadurch ausgelöste Flutwelle erreichte auch das Kloster Himmelpforten und zerstörte die dortige Klosteranlage. Die Gebäude wurden nicht wieder aufgebaut. An der Stelle des ehemaligen Klosters erinnert heute ein Mahnmal an die Opfer der Möhnekatastrophe.
Nach der Zerstörung der Klosterkirche entstand in Niederense die St.-Bernhardus-Kirche. Die Geschichte des Klosters Himmelpforten und erhaltene Gegenstände aus der ehemaligen Klosteranlage werden unter anderem im Heimatmuseum Niederense dokumentiert.
Mit dem Inkrafttreten des Soest/Beckum-Gesetzes wurde Niederense zum 1. Juli 1969 Bestandteil der neu gebildeten Gemeinde Ense.
Name
Der Name Ense ist seit 1207 überliefert. Nach Angaben der Gemeinde Ense geht der Gemeindename auf ein im heutigen Niederense ansässiges Rittergeschlecht zurück.
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Zu den ortsbildprägenden Bauwerken in Niederense gehört die St.-Anna-Kapelle am Bernhardusplatz. 2015 teilte die Gemeinde Ense mit, dass nach einem Bescheid des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe die Voraussetzungen für eine Eintragung der Kapelle in die Denkmalliste der Gemeinde vorlagen.
Das Heimatmuseum Niederense befindet sich am Bernhardusplatz. Träger ist der Verein für Geschichte und Heimatpflege Niederense-Himmelpforten e. V. Die Sammlung umfasst unter anderem bäuerliche Geräte und Gebrauchsgegenstände sowie Zeugnisse zur Geschichte des Klosters Himmelpforten und der Möhnekatastrophe.
Das Vereinsleben umfasst nach Angaben der Gemeinde Ense rund 20 Vereine aus den Bereichen Sport, Musik, Tradition, Heimatpflege, Kirche und Geselligkeit.
Bildung
In Niederense befindet sich die Bernhardusschule, eine Gemeinschaftsgrundschule der Gemeinde Ense. Sie wird hauptsächlich von Schülerinnen und Schülern aus Niederense und den umliegenden Ortsteilen besucht.
An der Bernhardusschule befindet sich auch das Heimatmuseum Niederense.
Natur und Landschaft
Südlich von Niederense liegt das Naturschutzgebiet Enser See. Das Schutzgebiet umfasst einen Abschnitt der Möhne südlich des Ortes sowie weitere Flussbereiche. Es hat eine Größe von 23 Hektar und liegt in den Gemarkungen Niederense und Höingen.
Infrastruktur
Die Gemeinde Ense führt in Niederense 16 Brücken. Zu den größeren Brückenbauwerken gehören die Brücke am Himmelpfortner Weg mit einer Spannweite von 35 Metern sowie die Brücke Steetsberg mit einer Spannweite von 42 Metern.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Soest) Kategorie:Ortsteil von Ense Kategorie:Gemeindeauflösung 1969