Tiefenthal (fränkisch: Diefa-dohlE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 181. Dort folgendermaßen transkribiert: „dīfɘdṓl“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Tiefenthal liegt in der Gemarkung Neunkirchen bei Leutershausen.

Geografie Unmittelbar südlich des Dorfes entspringt der Krämleinsbach, ein linker Zufluss der Altmühl. 1 km nordwestlich liegt das Zobelholz, 1 km südöstlich erhebt sich der Rote Berg. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Neunkirchen (1 km südwestlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Lengenfeld zur Staatsstraße 2246 (2 km südlich) bzw. zu einer Gemeindeverbindungsstraße (0,5 km westlich), die nach Hinterholz (1,1 km nördlich) bzw. ebenfalls nach Neunkirchen verläuft (1,1 km südlich).

Ortsnamendeutung Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Flurnamen ab, der vermutlich die Talsenke des Krämleinsbaches bezeichnete.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 181.

Geschichte Als Lehen des Hochstifts Würzburg hatte Ende des 13. Jahrhunderts Wolfram von Geißendorf als Ministeriale der Truhedinger Besitz in Tiefenthal.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 601. Im Jahr 1303 wurde der Ort in den Würzburger Lehenbüchern als „Tieffental“ erstmals urkundlich erwähnt. Anfang des 14. Jahrhunderts hatten die Herren von Heideck als Erben der Herren von Dornberg ganz Tiefenthal in ihrem Besitz.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 162 f., 189. Im Ansbacher 16-Punkte-Bericht von 1684 waren für Tiefenthal 18 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Kastenamt Ansbach (2 Güter, 4 Häuslein), das Stiftsamt Ansbach (3 Anwesen) und das Rittergut Rügland der Herren von Crailsheim (9 Anwesen). Die Gemeinde verfügte über ein Hirtenhaus. Alle Rechte lagen beim Ober- und Kastenamt Ansbach.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbücher 129, 3582. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 692. Diese Verhältnisse werden durch die Vetterschen Oberamtsbeschreibungen von 1732 bestätigt.H. Schreiber: Leutershausen, S. 390. Der Ort war zehntfrei.H. Schreiber: Leutershausen, S. 392. Gegen Ende des Alten Reiches bestand das Dorf aus 19 Anwesen, von denen neun den beiden Ansbacher Ämtern (zwei Köblergüter und vier Leerhäuser dem Kastenamt, drei Köblergüter dem Stiftsamt) und neun den Crailsheimern untertan waren (1 Hof, 1 Halbhof, 6 Güter, 1 Gütlein, 1 Leerhaus). Die Gemeinde verfügte über das Hirtenhaus und das Brechhaus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 916. (= J. K. Bundschuh, Bd. 5, Sp. 555). Hiernach gab es nur 18 Untertansfamilien, von denen 9 ansbachisch waren. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1003.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Tiefenthal dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Neunkirchen zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Neunkirchen an.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Die Bewohner unterstanden dem Landgericht Ansbach. Von 1820 bis 1848 hatten allerdings die Herren von Crailsheim für ihre Grundholden – in Tiefenthal waren dies zunächst zehn, 1848 zwölf Güter – eine Patrimonialgerichtsbarkeit I. Klasse mit Sitz in Rügland inne.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 957 f.

Am 1. Januar 1972 wurde Tiefenthal im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Leutershausen eingemeindet. Der letzte Bürgermeister der Gemeinde Neunkirchen war ab 1968 Fritz Aumann aus Tiefenthal.H. Schreiber: Leutershausen, S. 390.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 70 105 96 111 99 93 102 152 101 96 81HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 20 23 22 23 21 23 23 22Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Neunkirchen bei Leutershausen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Leutershausen) Kategorie:Ersterwähnung 1303