Lengenfeld (fränkisch: LängefeldE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 123. Dort folgendermaßen transkribiert: „léngefęld“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Lengenfeld liegt in der Gemarkung Neunkirchen bei Leutershausen.

Geografie Südwestlich des Dorfes liegen die Eckertshölzer, im Norden das Burgholz, 1 km östlich der Schönfeldwald. 0,75 km südlich liegt das Flurgebiet Hohbühl. Die Staatsstraße 2246 führt nach Schalkhausen (4 km östlich) bzw. an Straßenwirtshaus vorbei nach Hannenbach (2 km westlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Tiefenthal (2 km nördlich) und über Höfen zur Staatsstraße 1066 (2,5 km südlich).

Ortsnamendeutung Der Ortsname wird gedeutet als Siedlung „beim langen Feld“. Das Dativ-„n“ im Adjektiv ist in manchen Schreibungen (1314, 1351, 1434 und 1504) und in der mundartlichen Aussprache verloren gegangen.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 123.

Geschichte Bei Lengenfeld wurden Siedlungsspuren aus dem Neolithikum gefunden.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 17.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1132; dort hatte Graf Wolfram von Wertheim Besitz.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 177. Noch im Spätmittelalter hatten die Grafen von Wertheim Würzburger Lehenbesitz in Lengenfeld.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 165, 523. 1288 erschien im Testament von Wolfram, dem letzten Dornberger († 9. Juni 1288), Lengenfeld als Besitz dieses Geschlechts.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 186 f. 1391 gab Burggraf Friedrich [VI.] von Nürnberg Lengenfeld als Lehen an Wilhelm von Seckendorff zu Jochsberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 633. 1409 übertrug der Burggraf einen Hof und die Schäferei in Lengenfeld der Stadt Ansbach, um eine Bürgschaft der Stadt abzusichern.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 245. Nach dem 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 bestand Lengenfeld aus 15 markgräflichen Mannschaften, die dem Hofkastenamt Ansbach unterstanden, im Einzelnen ein Hof mit Wirtschaft und Brauhaus, drei Höfe, die Haagmühle, sechs Güter, drei Drittel des 1600 aufgeteilten, nun öden (Schaf-)Hofes und ein 1597 neu aufgerichtetes Haus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 687. Nach der Vetterschen Oberamtsbeschreibung von 1732 bestand der Weiler aus vier Höfen und neun Gütlein des Ansbachischen Hofkastenamtes sowie einem Gemeindehirtenhaus und hatte den Zehnt ins Hofkastenamt zu geben. Dieses nahm auch die Dorf- und Gemeindeherrschaft, die Vogtei und die Fraisch wahr.H. Schreiber: Leutershausen, S. 391. Auch am Ende des Alten Reiches übte das Hofkastenamt alle Rechte über Lengenfeld mit Hohenmühle, nunmehr 19 Untertanen, aus. Es bestand aus vier Halbhöfen, einem Viertelhof, acht Köblergütern, zwei Gütlein, einem Dreiviertelgut, der Hohenmühle, einem Leerhaus und einem Schmiedgut. Gemeindlicher abgabenfreier Besitz waren das Hirtenhaus und das Brechhaus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 804, 882.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 323. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1003.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Lengenfeld dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Neunkirchen zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Neunkirchen an.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Am 1. Januar 1972 wurde Lengenfeld im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Leutershausen eingemeindet.H. Schreiber: Leutershausen, S. 395.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 99 121 119 115 116 127 115 182 149 152 137 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 18 23 22 22 22 21 24 35 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Neunkirchen bei Leutershausen) gepfarrt.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 882. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Leutershausen) Kategorie:Ersterwähnung 1132