miniatur|hochkant=1.2|Papyrusfragment aus der Zeit Ibn Muqlas Ibn Muqla (; geboren 886; gestorben 20. Juli 940Ahmad Maher Rayef: Die ästhetischen Grundlagen der arabischen Schrift bei Ibn Muqlah S. 26. in Bagdad) war ein berühmter Kalligraf, der zur Zeit der AbbasidenM. Hazem Taha Hussein Abdalla: Analyse der arabischen Schriftformen, S. 179. eine wechselvolle Beamtenlaufbahn hatte. Rafik Schami widmete ihm eine einfühlsame Novelle.Rafik Schami: Was ich schaffe, überdauert die Zeit, München 2008.
Leben und Wirken Ibn Muqla wirkte für die drei abbasidischen Kalifen al-Muqtadir, al-Qahir und ar-Radi als Wesir. Alle drei Amtsperioden endeten damit, dass er in Ungnade fiel und erhebliche vermögensmäßige und sogar körperliche Strafen zu erleiden hatte; schließlich wurde ihm die rechte Hand abgeschlagen.Adolf Grohmann: Arabische Paläographie, I. Teil, S. 13. Danach bediente er sich seiner linken Hand oder befestigte die Schreibfeder an seinem Armstumpf und erreichte wieder die gewohnte kalligrafische Meisterschaft.Adolf Grohmann: Arabische Paläographie, I. Teil, S. 14. Der Kalligraf Er gilt als großer Standardisierer der arabischen Schrift,Walther Björkman: Beiträge zur Staatskanzlei im islamischen Ägypten, S. 10. die Zuweisung der Umwandlung der kufischen Schrift in die kursiven Stile ist allerdings umstritten. Er definierte einen Kanon von sechs kursiven Schreibstilen (al-aqlam as-sitta) und legte ihm ein auf Punkten als Grundeinheit beruhendes Maßsystem zugrunde, indem er den durch das Aufsetzen der Rohrfeder (Qalam) entstehenden rautenförmigen Punkt zum heute noch gültigen Maßstab machte.Ahmad Maher Rayef: Die ästhetischen Grundlagen der arabischen Schrift bei Ibn Muqlah, Kap. II, S. 46ff. Als Kunstwerk galt nur, was in dieser Hinsicht fehlerfrei war.Ahmad Maher Rayef: Die ästhetischen Grundlagen der arabischen Schrift bei Ibn Muqlah, Kap. III.
Die Entwicklung der heute üblichen kursiven Stile Naschī, Thuluth, Muhaqqaq, Reqa, Rihan und Tauqi wird von einigen Quellen Ibn Muqla zugeschrieben.Adolf Grohmann: Arabische Paläographie, I. Teil, Seite 15 Anm. 4.
Sendschreiben über die Schriftkunst und das Schreibrohr Von Ibn Muqla hat sich nur eine Schrift, das Sendschreiben über die Schriftkunst und das Schreibrohr, erhalten.Adolf Grohmann: Arabische Paläographie, I. Teil, S. 17. In den ersten Kapiteln wird das Handwerkliche des Schreibens geschildert, die Tinte, das Zuschneiden der Rohrfeder etc. Besonders interessant sind die folgenden Kapitel, in denen auf die richtigen Proportionen und die Schreibweise der einzelnen Buchstaben eingegangen wird.Ahmad Maher Rayef: Die ästhetischen Grundlagen der arabischen Schrift bei Ibn Muqlah, Kapitel III, IV.
Zwei Handschriften sind überliefert, in der ägyptischen Nationalbibliothek in Kairo und in der Tunis-Bibliothek.Ahmad Maher Rayef: Die ästhetischen Grundlagen der arabischen Schrift bei Ibn Muqlah, S. 30.
Literatur Walther Björkman: Beiträge zur Staatskanzlei im islamischen Ägypten, Hamburg 1928. Ahmad Maher Rayef: Die ästhetischen Grundlagen der arabischen Schrift bei Ibn Muqlah, Köln 1975. Adolf Grohmann: Arabische Paläographie, I. Teil, Wien 1967. M. Hazem Taha Hussein Abdalla: Analyse der arabischen Schriftformen, Wuppertal 1997.
Siehe auch Arabische Kalligrafie
Einzelnachweise
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