Die 40. Alpinen Skiweltmeisterschaften fanden vom 2. Februar bis zum 15. Februar 2009 in Val-d’Isère statt.

Alle Rennen der Herren sowie die technischen Damenrennen (Riesenslalom, Slalom) fanden auf der spektakulären Strecke La face de Bellevarde statt, die anlässlich der Olympischen Winterspiele 1992 angelegt, seitdem jedoch nicht mehr für große internationale Ski-Wettkämpfe genutzt worden war. Schauplatz von Abfahrt, Super-G und Kombination der Damen war die neue, ebenfalls sehr anspruchsvolle Piste Solaise Rhône-Alpes.

Am 30. Juni 2007 trat Jean-Claude Killy als Präsident des Organisationskomitees zurück. Der dreifache Olympiasieger protestierte damit gegen die mangelnde Unterstützung der Politik sowie den schleppenden Fortschritt beim Bau eines neuen Medienzentrums und der Pisten. Die Leitung übernahm daraufhin Marc Bauer, der Bürgermeister von Val-d’Isère.

Wahl des Austragungsortes Der Wintersportort in Savoyen erhielt den Zuschlag beim 44. FIS-Kongress, in Miami am 3. Juni 2004 (im Hotel „Intercont“). Somit war Frankreich nach 1937, 1962 (jeweils in Chamonix) und 1968 (im Rahmen der Olympischen Winterspiele von Grenoble) zum vierten Mal Gastgeber von Alpinen Skiweltmeisterschaften. Bei der Selektionierung setzte sich Val d’Isère im entscheidenden zweiten Wahlgang mit 8 Stimmen gegen Schladming (4) und Vail (3) durch. Garmisch-Partenkirchen war im ersten Wahlgang mit nur 2 Stimmen ausgeschieden.

Programm Die Skiweltmeisterschaften begannen nicht wie ursprünglich geplant schon am 30. Januar: Der Zeitplan wurde gestrafft, die elf geplanten Bewerbe erstreckten sich somit über einen Zeitraum von nur 13 Tagen. Außerdem sollte der Mannschaftswettbewerb nicht wie 2007 und 2005 am letzten Tag, sondern bereits vor den technischen Bewerben stattfinden, musste aber wegen Schlechtwetters ersatzlos aus dem Programm genommen werden. Wie schon bei der WM 2007 gab es für den Riesenslalom und Slalom der Herren wegen der sehr hohen Teilnehmerzahl jeweils am Vortag Qualifikationsrennen. Neben 50 gesetzten Fahrern konnten sich jeweils 25 weitere qualifizieren. Erstmals durften in den technischen Disziplinen nur die besten 30 Läufer des ersten Durchgangs im zweiten Lauf starten, so wie dies auch im Weltcup gehandhabt wird. Datum Uhrzeit Herren Damen Mo, 2. Feb. 18:45 Eröffnungsfeier Di, 3. Feb. 13:00 Super-G Mi, 4. Feb. 11:00 Super-G Fr, 6. Feb. 11:00 / 14:00 Super-Kombination Sa, 7. Feb. 11:00 Abfahrt Mo, 9. Feb. 13:00 Abfahrt Mo, 9. Feb. 10:00 / 17:00 Super-Kombination Do, 12. Feb. 10:00 / 13:30 Riesenslalom Fr, 13. Feb. 10:00 / 13:30 Riesenslalom Sa, 14. Feb. 10:00 / 13:30 Slalom So, 15. Feb. 10:00 / 13:30 Slalom So, 15. Feb. 16:00 Schlussfeier

Erwähnenswert Sportliches Nach zwei Weltmeisterschaften (2005, 2007), in denen die Schweizer Damen medaillenlos geblieben waren, konnte Lara Gut gleich zwei Medaillen erringen. Lindsey Vonn siegte in beiden Speedrennen der Damen - avancierte als erste US-Läuferin seit Andrea Mead-Lawrence (Oslo 1952) zu einer Doppelgoldgewinnerin für ihr Land. Bislang war Gold in Abfahrt und Super-G nur Maria Walliser 1987 gelungen (außerdem bei Olympia 2006 noch Michaela Dorfmeister). John Kucera, als überhaupt „Überraschungssieger“, holte erstmals bei einem Großereignis Gold für Kanadas Herren. Bislang waren Silber von Jan Hudec und Bronze von Jim Hunter und Steve Podborski (dies gleichzeitig mit Olympiabronze - und auch Olympiabronze von Ed Podivinsky 1994) die einzigen Herrenmedaillen für die „Ahornblätter“ gewesen (und hier, 2009, gab es noch Slalombronze für Michael Janyk).

Sonstiges Aus einer Vorschau ging hervor, dass das Fernsehen von den Weltmeisterschaften 600 Stunden für 450 Millionen Zuschauer weltweit produzieren werde. 230.000 Fans haben sich Karten reservieren lassen, wobei die meisten Franzosen den Herrenslalom wählten. Es waren 1800 Medienvertreter und 350 Athletinnen/Athleten aus 60 Nationen gemeldet. Österreich war am Athletensektor mit 10 Damen und 15 Herren vertreten.„Zahlenspiele vor der WM“ in «Kronenzeitung» vom 1. Februar 2009, Sonderbeilage „WM extra Nr. 1“ Seite 10, POS. rechts unten

Teilnehmer

Medaillenspiegel Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt 1 2 3 1 6 2 2 1 2 5 3 2 – 1 3 4 2 – – 2 5 1 – 1 2 1 – 1 2 7 – 3 – 3 8 – 1 1 29 – 1 – 1 – 1 – 1 11 – – 2 212 – – 1 1

Männer Abfahrt Platz Land Sportler Zeit 1 CAN John Kucera 2:07,01 min 2 SUI Didier Cuche 2:07,05 min 3 SUI Carlo Janka 2:07,18 min 4 LIE Marco Büchel 2:07,53 min 5 FRA Adrien Théaux 2:07,95 min 6 AUT Hermann Maier 2:08,19 min 7 ITA Werner Heel 2:08,21 min 8 USA Bode Miller 2:08,38 min 9 AUT Klaus Kröll 2:08,61 min 10 ITA Christof Innerhofer 2:08,62 min - - - - 12 AUT Michael Walchhofer* 2:08,85 min 14 ITA Peter Fill 2:09,13 min 15 GER Stephan Keppler 2:09,31 min 16 ITA Stefan Thanei 2:10,00 min 17 SUI Ambrosi Hoffmann 2:10,12 min

Datum: 7. Februar 2009 Titelverteidiger: Aksel Lund Svindal Strecke: La face de Bellevarde Starthöhe: 2807 m, Zielhöhe: 1848 m Länge: 2988 m, Höhenunterschied: 959 m Gefälle: 32 %, max. Gefälle: 70 % Kurssetzer: Helmuth Schmalzl (ITA), 48 Tore

Ausgeschieden u. a.: Didier Défago (SUI), Christoph Gruber (AUT), Erik Guay (CAN), Jan Hudec (CAN), Manuel Osborne-Paradis (CAN)

* Michael Walchhofer fuhr das Rennen zweimal. Renndirektor Günter Hujara hatte wegen zwischenzeitlich starken Nebels im oberen Teil eine kurze Unterbrechung angeordnet, der Startrichter gab Walchhofers Start aber frei, woraufhin dieser auf den zwölften Platz fuhr. Der österreichische Cheftrainer beantragte eine erneute Startmöglichkeit, die gewährt wurde. Bei wieder optimalen Bedingungen bewältigte Walchhofer als zweitletzter Fahrer die Strecke und verbesserte sich auf den neunten Platz. Nach dem Rennen wurde aber von der Jury festgestellt, dass der erste Lauf gültig war und Walchhofer behielt seinen zwölften Platz.Kucera erster kanadischer Weltmeister, Der Standard, 7. Februar 2009

Titelverteidiger Svindal belegte mit 1,70 s Rückstand Rang 11

Super-G Platz Land Sportler Zeit 1 SUI Didier Cuche 1:19,41 min 2 ITA Peter Fill 1:20,40 min 3 NOR Aksel Lund Svindal 1:20,43 min 4 ITA Christof Innerhofer 1:20,48 min 5 AUT Benjamin Raich 1:20,56 min 6 CAN John Kucera 1:21,07 min 7 LIE Marco Büchel 1:21,09 min 8 SUI Didier Défago 1:21,10 min 9 SUI Carlo Janka 1:21,19 min 10 AUT Klaus Kröll 1:21,20 min - - - - 13 AUT Michael Walchhofer 1:21,87 min 14 ITA Werner Heel 1:21,88 min 15 ITA Stefan Thanei 1:21,89 min 17 ITA Patrick Staudacher 1:22,02 min 18 AUT Hermann Maier 1:22,30 min 24 GER Stephan Keppler 1:23,11 min

Datum: 4. Februar 2009 Titelverteidiger: Patrick Staudacher Strecke: La face de Bellevarde Starthöhe: 2498 m, Zielhöhe: 1848 m Länge: 1770 m, Höhenunterschied: 650 m Gefälle: 36 %, max. Gefälle: 56 % Kurssetzer: Gianluca Rulfi (ITA), 38 Tore

Nicht gestartet: Ivica Kostelić (CRO)

Ausgeschieden u. a.: Ambrosi Hoffmann (SUI), Ted Ligety (USA), Andreas Strodl (GER), Peter Strodl (GER), Manuel Osborne-Paradis (CAN), Marco Sullivan (USA), Kjetil Jansrud (NOR), Patrik Järbyn (SWE) Titelverteidiger Staudacher klassierte sich mit 2,61 s Rückstand auf Platz 17

Riesenslalom Platz Land Sportler Zeit 1. Lauf Zeit 2. Lauf Zeit 1 SUI Carlo Janka 1:08,25 (1.) 1:10,57 (12.) 2:18,82 min 2 AUT Benjamin Raich 1:08,73 (2.) 1:10,80 (14.) 2:19,53 min 3 USA Ted Ligety 1:09,96 (9.) 1:09,85 (1.) 2:19,81 min 4 AUT Marcel Hirscher 1:09,40 (5.) 1:10,48 (8.) 2:19,88 min 5 ITA Massimiliano Blardone 1:09,21 (3.) 1:11,28 (20.) 2:20,49 min 6 SUI Didier Cuche 1:09,38 (4.) 1:11,13 (18.) 2:20,51 min 7 FRA Jean-Baptiste Grange 1:09,90 (8.) 1:10,67 (13.) 2:20,57 min 8 ITA Alexander Ploner 1:10,24 (11.) 1:10,36 (7.) 2:20,60 min 9 NOR Aksel Lund Svindal 1:10,46 (12.) 1:10,15 (3.) 2:20,61 min 10 SUI Marc Berthod 1:10,55 (13.) 1:10,21 (4.) 2:20,76 min 11 ITA Davide Simoncelli 1:10,59 (14.) 1:10,27 (5.) 2:20,86 min 12 ITA Manfred Mölgg 1:09,44 (6.) 1:11,71 (24.) 2:21,15 min - - - - - - 14 AUT Philipp Schörghofer 1:09,84 (7.) 1:11,46 (22.) 2:21,30 min 19 GER Felix Neureuther 1:12,11 (23.) 1:10,55 (10.) 2:22,66 min 20 SUI Didier Défago 1:10,78 (15.) 1:11,92 (26.) 2:22,70 min

Datum: 13. Februar 2009 Titelverteidiger: Aksel Lund Svindal Strecke: La face de Bellevarde Starthöhe: 2292 m, Zielhöhe: 1848 m Länge: 1181 m, Höhenunterschied: 444 m Gefälle: 38,1 %, max. Gefälle: 70 % Kurssetzer 1. Lauf: Sepp Brunner (SUI), 53 Tore Kurssetzer 2. Lauf: Matteo Guadagnini (ITA), 52 Tore

Ausgeschieden im 1. Lauf u. a.: Kjetil Jansrud (NOR) Nicht für den 2. Lauf qualifiziert u. a.: Hannes Reichelt (AUT), John Kucera (CAN) Ausgeschieden im 2. Lauf u. a.: Bode Miller (USA)

Slalom Platz Land Sportler Zeit 1. Lauf Zeit 2. Lauf Zeit 1 AUT Manfred Pranger 52,49 (1.) 51,68 (7.) 1:44,17 min 2 FRA Julien Lizeroux 52,98 (4.) 51,50 (6.) 1:44,48 min 3 CAN Michael Janyk 54,37 (9.) 51,33 (5.) 1:45,70 min 4 GER Felix Neureuther 54,98 (14.) 50,91 (2.) 1:45,89 min 5 SWE Mattias Hargin 54,42 (11.) 51,81 (8.) 1:46,23 min 6 FRA Steve Missillier 55,18 (17.) 51,28 (4.) 1:46,46 min 7 ITA Patrick Thaler 55,46 (19.) 51,08 (3.) 1:46,54 min 8 CZE Kryštof Krýzl 54,37 (9.) 52,20 (11.) 1:46,57 min 9 MDA Urs Imboden 54,88 (13.) 51,84 (9.) 1:46,72 min 10 USA Jimmy Cochran 55,98 (22.) 50,85 (1.) 1:46,83 min - - - - - - 13 SUI Sandro Viletta 56,63 (23.) 52,32 (13.) 1:48,96 min

Datum: 15. Februar 2009 Titelverteidiger: Mario Matt Strecke: La face de Bellevarde Starthöhe: 2062 m, Zielhöhe: 1842 m Länge: 591 m, Höhenunterschied: 220 m Gefälle: 37 %, max. Gefälle: 70 % Kurssetzer 1. Lauf: Christian Höflehner (AUT), 64 Tore Kurssetzer 2. Lauf: Jacques Théolier (FRA), 64 Tore

Ausgeschieden im 1. Lauf u. a.: Marc Berthod (SUI), Marc Gini (SUI), Reinfried Herbst (AUT), Marcel Hirscher (AUT), Mario Matt (AUT), Giorgio Rocca (ITA), Bode Miller (USA), André Myhrer (SWE), Giuliano Razzoli (ITA)

Ausgeschieden im 2. Lauf u. a.: Johan Brolenius (SWE), Jens Byggmark (SWE), Jean-Baptiste Grange (FRA), Ted Ligety (USA), Manfred Mölgg (ITA), Benjamin Raich (AUT), Silvan Zurbriggen (SUI)

Das Rennen war von vielen Ausfällen geprägt. Von den gestarteten 75 Rennläufern kamen im ersten Lauf 39 nicht ins Ziel. Weitere 13 schieden im zweiten Lauf aus, so z. B. Johan Brolenius und Jean-Baptiste Grange, die auf dem zweiten und dritten Zwischenrang gelegen waren.

Super-Kombination Platz Land Sportler Zeit A Zeit S Gesamt 1 NOR Aksel Lund Svindal 1:30,99 (1.) 0:52,01 (8.) 2:23,00 min 2 FRA Julien Lizeroux 1:33,92 (22.) 0:49,98 (1.) 2:23,90 min 3 CRO Natko Zrnčić-Dim 1:32,59 (6.) 0:51,99 (7.) 2:24,58 min 4 SUI Silvan Zurbriggen 1:32,94 (14.) 0:51,65 (3.) 2:24,59 min 5 ITA Peter Fill 1:33,23 (16.) 0:51,73 (4.) 2:24,96 min 6 SUI Sandro Viletta 1:33,21 (15.) 0:51,86 (5.) 2:25,07 min FRA Thomas Mermillod Blondin 1:33,88 (21.) 0:51,19 (2.) 2:25,07 min 8 AUT Romed Baumann 1:32,74 (9.) 0:52,47 (9.) 2:25,21 min 9 NOR Kjetil Jansrud 1:32,70 (7.) 0:52,60 (10.) 2:25,30 min 10 RUS Alexander Choroschilow 1:33,94 (23.) 0:51,97 (6.) 2:25,91 min - - - - - 15 ITA Christof Innerhofer 1:32,73 (8.) 0:54,64 (20.) 2:27,37 min 18 ITA Patrick Staudacher 1:32,80 (10.) 0:54,68 (21.) 2:27,48 min 20 GER Stephan Keppler 1:34,11 (25.) 0:53,71 (16.) 2:27,82 min 21 ITA Stefan Thanei 1:34,90 (34.) 0:54,73 (22.) 2:29,63 min

Datum: 9. Februar 2009, 10:00 Uhr/17:00 Uhr

Titelverteidiger: Daniel Albrecht

Abfahrtsstrecke: La face de Bellevarde Starthöhe: 2550 m, Zielhöhe: 1848 m Länge: 2549 m, Höhenunterschied: 702 m Gefälle: 32 %, max. Gefälle: 70 % Kurssetzer: Helmuth Schmalzl (ITA), 30 Tore

Slalomstrecke: La face de Bellevarde Starthöhe: 2042 m, Zielhöhe: 1842 m Länge: 550 m, Höhenunterschied: 200 m Gefälle: 37 %, max. Gefälle: 70 % Kurssetzer: Greg Nedell (USA), 57 Tore

Ausgeschieden in der Abfahrt u. a.: Benjamin Raich (AUT) Nicht mehr zum Slalom angetreten u. a.: Carlo Janka (SUI), John Kucera (CAN) Ausgeschieden im Slalom u. a.: Bernhard Graf (AUT), Jean-Baptiste Grange (FRA), Marcel Hirscher (AUT), Bode Miller (USA)