Clonsbach (fränkisch: GlohnschbaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 61. Dort folgendermaßen transkribiert: „glōⁿschba“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Clonsbach liegt in der Gemarkung Jochsberg.
Geografie Der Weiler liegt am Hagenbach, einem rechten Zufluss der Altmühl. Im Norden liegt das Waldgebiet Waidlach, im Süden das Kudelholz, 0,5 km südöstlich die Tränkenloh. 0,75 km östlich befindet sich die Sommerleite. Die Staatsstraße 2249 verläuft nach Hagenau (3 km westlich) bzw. an Lenzersdorf vorbei nach Leutershausen (3,5 km östlich).
Geschichte und Ortsnamendeutung Der Ort wurde erstmals in einer Wildbannurkunde von Kaiser Otto III. für den Bischof Heinrich von Würzburg, ausgestellt am 1. Mai 1000, als „Cnonoldesbah“ und sechster Grenzpunkt genannt.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 139.http://www.regesta-imperii.de/regesten/2-3-0-otto-iii/nr/1000-05-01_1_0_2_3_0_1111_1360.html (MGD O III. Nr. 358) Urkunde vom 1. Mai 1000 Bild mit Übersetzung Die Bedeutung des Bestimmungswortes Cnonold kann nicht sicher geklärt werden. Die Endung -walt/-old gibt es aber in vielen germanischen PersonennamenZ. B. Berthold, Reinhold, deswegen könnte auch Cnonold ein Personenname sein. Jedoch gibt es für einen solchen Personennamen keine Belege.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 61.
Um 1300 besaßen die Grafen von Oettingen in Clonsbach eine Hube.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 191. Der Ort erscheint auch in den beiden ältesten Lehenbücher des Hochstifts Würzburg (1303–1345 bzw. 1345–1372); wahrscheinlich stammte der bischöfliche Besitz aus dem ehemaligen Besitz des Klosters Ansbach, als dieses im 11. Jahrhundert in ein Kanonikerstift umgewandelt wurde.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 160. In brandenburg-ansbachischen Lehenbriefen des 15. Jahrhunderts für die Burg Jochsberg, so 1423 und 1459, ist ein Gut in Clonsbach als markgräflich verzeichnet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 636. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts besaß Sigmund von Hoppingen genannt Sorge zu Sachsen Güter in Clonsbach; diese erwarben 1540 die brandenburg-ansbachischen Markgrafen Georg und Albrecht.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 592 f. Entsprechend ist in einem markgräflichen Lehenbrief von 1544 für die Burg Jochsberg von einem Gut und einem Söldengütlein in Clonsbach als markgräflicher Besitz die Rede.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 636. Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Stadtvogteiamtes Leutershausen von 1608 heißt es, dass Clonsbach aus neun Mannschaften, d. h. Untertansfamilien, besteht, von denen sechs brandenburgisch und drei „edelmännisch“, nämlich den Herren von Eyb zu Wiedersbach zugehörig seien.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2. S. 714. Im 16-Punkte-Bericht des gleichen Amtes von 1681 ist wiederum von neun Untertanen die Rede, wobei nur noch zwei Anwesen den Herren von Eyb gehören, ein Hof dagegen dem Vogtamt Jochsberg zugehörig ist.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 719. Im Vertrag von 1710, der den Streit des hohenlohischen Hauses mit dem Fürstentum Brandenburg-Ansbach um hochfraischliche Angelegenheiten beendete, wurde Clonsbach Ansbach zugesprochen.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 626 und 801.
Gegen Ende des Alten Reiches bestand Clonsbach aus neun Anwesen. Sechs Güter zinsten an das brandenburg-ansbachische Kastenamt Colmberg, ein Gut an das brandenburg-ansbachische Vogtamt Jochsberg und zwei Güter an die Herren von Eyb in Wiedersbach; die Hochgerichtsbarkeit und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Stadtvogteiamt Leutershausen aus. Das Niedergericht lag für die colmbergschen Anwesen und für das jochsbergsche Anwesen beim Richteramt Brunst des Stadtvogteiamtes Leutershausen, für die beiden eybschen Anwesen bei deren Rittergut in Wiedersbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 846.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 534. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Clonsbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Jochsberg zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Jochsberg an.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Der Ort war in der Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen unterstellt außer den beiden ehemaligen Eybschen Güter (Haus Nr. 5 und 10), die von 1820 bis zum Tod des Gerichtshalters im Jahr 1839 dem Eybschen Patrimonialgericht I. Klasse Wiedersbach-Rammersdorf unterstellt waren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 959 und 997.
Am 1. Januar 1972 wurde Clonsbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Leutershausen eingemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 997.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 48 47 58 54 57 45 51 60 36 39 40 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 11 11 10 9 9 9 8 9 Quelle
Religion Der Ort ist seit Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Peter (Leutershausen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Leutershausen) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1000