Die Flyeralarm GmbH ist eine Onlinedruckerei mit Hauptsitz in Würzburg. Das mittelständische Unternehmen ist im Bereich des elektronischen Handels sowie in der Herstellung und dem Vertrieb von Marketing- und Druckprodukten tätig.Flyeralarm GmbH, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2021 bis zum 31.12.2021, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 31. März 2023, abgerufen am 23. Oktober 2023. Das Druckereiunternehmen gehört zu 100 % dem Gründer und Geschäftsführer Thorsten Fischer.Der Turbodrucker. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 1. August 2010. Flyeralarm unterhält in zwölf weiteren europäischen Ländern Niederlassungen.
Geschichte Gründung und Anfangsjahre Thorsten Fischer gründete Flyeralarm 2002 und wickelte Druckaufträge ab, die online eingingen; gedruckt wurde zunächst bei anderen Druckereien.Michael Deppisch, Daniel Staffen-Quandt: Zwei machen Druck. In: Main-Post. 18. Mai 2011. Mit drei Mitarbeitern erwirtschaftete Flyeralarm nach eigenen Angaben bereits im ersten Geschäftsjahr mehr als 250.000 Euro Umsatz. 2006 kaufte Fischer die ersten eigenen Druckmaschinen und arbeitete bis 2010 mit 20 Großformat- und 10 Mittelformatdruckmaschinen.Druck gemacht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. Dezember 2010. 2006 verschmolz Flyeralarm mit der Towergroup Besitz GmbH, Greußenheim, die zukünftig unter dem Namen Flyeralarm GmbH tätig war.Flyeralarm GmbH, Jahresabschluss zum 31. Dezember 2006, berichtigt am 19. Januar 2009, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 2. Mai 2008. Abgerufen am 24. Oktober 2023. Im selben Jahr gründeten Christoph Schleunung (Geschäftsführer der Schleunungdruck GmbH, Marktheidenfeld) und Fischer das Druckhaus Mainfranken GmbH.Druckhaus bei Bayerns Best 50. In: Main-Post. 30. Juli 2014.Andreas Brachs: Druckhaus Mainfranken zieht um. In: Schweinfurter Tagblatt. 9. Mai 2015. Von 2007 bis 2019 teilten sich Fischer und Tanja Hammerl die Geschäftsleitung bei Flyeralarm. 2009 verlegte das Unternehmen seinen Hauptsitz von Greußenheim nach Würzburg. Im Folgejahr begann Flyeralarm, gegen einen Aufpreis den Druck auf klimaneutralem Papier anzubieten.Druck und Nachhaltigkeit – das passt. In: Die Kitzinger. 22. Dezember 2020.
Ausweitung der Geschäftstätigkeit ab 2013 2013 begann das Unternehmen mit der Entwicklung und dem Vertrieb von Fotoprodukten, hauptsächlich individuell gestaltbare Fotobücher.Flyeralarm setzt auf Fotobücher. In: Main-Post. 12. Oktober 2013. Im Folgejahr weitete Flyeralarm seine Unternehmenstätigkeit auf weitere Länder, wie etwa die Schweiz und Belgien, aus. Zuvor war das Unternehmen bereits in Großbritannien, Italien, Frankreich, Spanien, Österreich und Polen tätig gewesen.Online-Druckerei Flyeralarm treibt Auslandsexpansion voran. In: Die Kitzinger. 24. Oktober 2014. 2014 startete Flyeralarm außerdem seine Geschäftstätigkeit im Bereich 3D-Druck. Hierfür wurde die Marke My3D, die lebensechte 3D-Druck-Figuren produziert, geschaffen.
Im Jahr 2015 erweiterte Flyeralarm sein Angebot für Großkunden (etwa Werbetechnik, Beratungsdienstleistungen, Druckdienstleistungen) und kündigte im Herbst an, zukünftig auch im Bereich Textildruck tätig zu sein. Im Zuge dessen erweiterte das Unternehmen sein Angebot um beispielsweise Fleecejacken, Bistroschürzen sowie T-Shirts.
2016 erwarb die Flyeralarm Menu Design GmbH, eine Tochtergesellschaft von Flyeralarm, die alleinigen Vertriebsrechte für Speisekarten und Hotelzimmermappen der amerikanischen Marke Boxerbrand in Europa. Im Folgejahr gründete Flyeralarm die Flyeralarm Packaging GmbH, Greußenheim für die Herstellung und den Vertrieb von Etiketten, Verpackungen sowie Portionspackungen. Seit 2017 besteht eine Kooperation zwischen Flyeralarm und der Deutschen Post AG; hierfür wurde ein gemeinsamer Onlineshop (seit 2021 unter dem Namen Flyeralarm Mailings) gegründet. Im Jahr 2020 gründete das Unternehmen Flyeralarm Global Soccer, dessen Leiter bis 2021 der ehemalige deutsche Nationalspieler Felix Magath war.„Der teuerste Rotwein meines Lebens“. Interview mit Thorsten Fischer. In: Die Kitzinger. 28. Januar 2023.
Neben der Beteiligung am Druckhaus Mainfranken unterhält Flyeralarm Anteile an weiteren Tochterunternehmen. Stand 2023 sind insgesamt rund 700 Mitarbeiter in der Verwaltung sowie circa 1800 Mitarbeiter in der Produktion tätig. Im Geschäftsjahr 2021 erwirtschaftete die Flyeralarm GmbH 287,4 Millionen Euro.
Das Unternehmen fertigt seine Produkte großteils in Deutschland an; hierfür nutzt Flyeralarm die 15 Produktionsstandorte in Mainfranken und dem Großraum Dresden. Weitere Niederlassungen des Unternehmens befinden sich in Österreich, Schweiz, Italien, Spanien, Belgien, Dänemark, Schweden, Rumänien, den Niederlanden, Frankreich und in Dubai.
Produkte Das Unternehmen druckt mit hohem Automatisierungsgrad Produkte wie Plakate, Flyer, Briefpapier, Kalender, Broschüren, Einladungskarten, Visitenkarten und Hochglanzmagazine. Außerdem bedruckt Flyeralarm beispielsweise Getränkedosen, Fahnen und Lkw-Planen.
Des Weiteren ist das Unternehmen im Vertrieb, der Vermittlung und Entwicklung von digitalen Marketingangeboten – etwa über das 2022 gegründete Tochterunternehmen Flyeralarm Digital GmbH – tätig. Flyeralarm Digital entwickelt und vertreibt Softwareprodukte, wie beispielsweise ein Computerprogramm für die Suchmaschinenoptimierung.
Sponsoring im Sportbereich Flyeralarm ist Partner von Sportvereinen, wie dem FC Bayern Basketball und FC Admira Wacker Mödling. Zudem ist das Unternehmen Bandenwerbepartner der deutschen Fußballnationalelf.
Im Frauenfußball war Flyeralarm von 2013 bis 2021 Partner der Frauen-Nationalmannschaft und Bandenwerbepartner der U-21-Nationalelf. Von 2019 bis 2023 fungierte man als Namenssponsor der Frauen-Bundesliga und der Flyeralarm-Ruder-Bundesliga. Des Weiteren unterstützte Flyeralarm den Weltmeister im Langstrecken-Freiwasserschwimmen Thomas Lurz sowie den Deutschen Squash-Meister Simon Rösner.Michael Deppisch, Daniel Staffen-Quandt: Zwei machen Druck. In: Main-Post. 18. Mai 2011.
Weitere Partnerschaften Partnerschaft mit dem Bundesverband Druck und Medien e. V. Partnerschaft mit BVMW e. V.
Auszeichnungen 2014–2023: Deutscher Fairness-Preis 2018–2020: Druck & Medien Awards: 2018 – Ausbildungsbetrieb des Jahres, 2019 – Kunden- & Verkaufsteam des Jahres, 2020 – Innovative Online-Druckerei des Jahres 2018–2019: Top Ausbildungsbetrieb, zertifiziert durch das unabhängige Deutsche Institut für Qualitätsstandards und -prüfung e. V. (DIQP)Flyeralarm ist „Top Ausbildungsbetrieb“. In: Main-Post. 8. Juni 2018. 2018: Bayerischer PrintpreisBayerischer Printpreis für Freistunde. In: Allgemeine Laber Zeitung. 27. Oktober 2018. 2018: GC Management Award 2017: Aufnahme in die „Top 100 Wachstums- und Ertragsstars aus dem Mittelstand“ 2017, 2012: Bayerns Best 50va-Q-tec gehört zu „Bayerns Best 50“. In: Main-Post. 29. Juli 2017. 2016: Hidden Champion, Kategorie „Change“ 2016: Digital Champion Award 2014: Aufnahme in die 50 innovativsten Mittelständler (Auszeichnung der Munich Strategy Group)Jürgen Salz: Storz ist innovativster Mittelständler Deutschlands. In: Wirtschaftswoche. 5. April 2014. 2012: Aufnahme in die 100 besten Mittelständler in Deutschland (Auszeichnung der Munich Strategy Group)Beckhoff unter den Top Ten. Ranking: Die besten Mittelständler Deutschlands mit einem Umsatz von bis zu 350 Millionen Euro. In: Neue Westfälische. 23. Oktober 2012. 2008: Bayerischer Gründerpreis, Kategorie „Aufsteiger“
Kritik 2010 wurde Flyeralarm wegen der Behinderung einer Betriebsratswahl von Verdi angezeigt. Nachdem das Unternehmen einen eigenen Betriebsrat gegründet hatte, wurde das Verfahren vom Arbeitsgericht eingestellt. Darüber hinaus wurde vonseiten der Gewerkschaft kritisiert, dass die Löhne für Angestellte weit unter dem üblichen Tariflohn lägen.Uwe Ritzer: Falscher Alarm. In: Süddeutsche Zeitung. 13. April 2021. Diesbezüglich legte ein Sprecher des Unternehmens dar, dass sich die Bezahlung der Produktionsmitarbeiter am Tarifvertrag orientiere, wohingegen vonseiten der Gewerkschaft das Fehlen jedweder Tarifbindung bemängelt wurde. Nach Aussage von Flyeralarm entlohne das Unternehmen die Angestellten im Druckereibereich (Druckhaus Mainfranken) nach Tarif. Das Unternehmen Flyeralarm sei jedoch kein Druck-, sondern ein Medienunternehmen, wodurch der Tarifvertrag für Drucker in diesem Unternehmensbereich nicht gelte.
Personelle Verbindungen zur neureligiösen Bewegung Universelles Leben sorgten für Gerüchte über mögliche Verbindungen des Unternehmens, da die ehemalige Co-Geschäftsführerin Tanja Hammerl vor ihrer Tätigkeit im Unternehmen von 2002 bis 2003 Prokuristin der Gabriele-Stiftung gewesen war. Dieser Stiftung wurde nachgesagt, aufgrund der Namensgebung (nach Gabriele Wittek, der Gründerin des Universellen Lebens) mit dem Universellen Leben in Verbindung zu stehen.Jesus und Sascha Rösler. In: Süddeutsche Zeitung. 15. Dezember 2008. Der Vorwurf einer möglichen Verbindung von Flyeralarm zu der Bewegung wurde von der Geschäftsführung verneint, da weder Hammerl noch Fischer oder das gesamte Unternehmen der Glaubensgemeinschaft angehören würden.
Literatur Unternehmer Thorsten Fischer: Der Überflyer. In: Die Zeit. Nr. 36/2013.
Weblinks Offizielle Website Flyeralarm Mailings Flyeralarm Digital Werksbesuche bei Flyeralarm und Onlineprinters: „Die Krisengewinner“. brand eins, 12/2011
Einzelnachweise Udo Lemke: „Wir bedrucken fast alles“. In: Sächsische Zeitung. 13. Juli 2017.
Kategorie:Druckerei (Deutschland) Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Würzburg) Kategorie:Unternehmensgründung 2002