Gorbitz ist ein Stadtteil am südwestlichen Stadtrand von Dresden im Stadtbezirk Cotta. Der 1206 erstmals erwähnte Ort bestand ursprünglich aus den beiden Gemeinden Ober- und Niedergorbitz sowie dem Kammergut Gorbitz. 1921 und 1924 erfolgte die Eingemeindung nach Dresden. In den 1980er Jahren entstand in Gorbitz und im nördlich angrenzenden Omsewitz das größte Neubaugebiet Dresdens, das aber wesentlich kleiner blieb als Großsiedlungen wie Leipzig-Grünau oder Halle-Neustadt.

Geographie Lage Gorbitz liegt in Hanglage mit beträchtlichem Höhenunterschied zwischen 213 und . Im Westen wird es von Altfranken und Gompitz begrenzt, im Norden von Omsewitz, Leutewitz und Cotta. Im Osten grenzen die Stadtteile Wölfnitz, Naußlitz und Löbtau, südlich der Stadtteil Roßthal und sonst nur die Stadt Freital an.

Gemarkung Die Gorbitzer Gemarkungsgrenze entspricht im Süden der Gemeindegrenze von Dresden zu Freital. Weiter in östlicher Richtung bilden die Straßen Beerenhut, Kuntschberg und Hofwiesenstraße sowie der Gorbitzbach die Grenze zur Gemarkung Roßthal. Die Grenze zu Wölfnitz verläuft vom Gorbitzbach zum Westende der Olbernhauer Straße, dann in nordöstlicher Richtung zwischen dieser und der Kesselsdorfer Straße; zwischen Kesselsdorfer Straße 109 und 111 macht sie einen Knick zur Nordseite der Kesselsdorfer Straße und folgt dieser bis zum Haus Nr. 118, dort macht sie wieder einen Knick nach Norden bis zur Abzweigung der Julius-Vahlteich-Straße, danach führt sie mitten durch die Gleisschleife Wölfnitz und die angrenzende Gartensparte zur Stollestraße, von dort aus im spitzen Winkel nach Südwesten. Die Grenze zu Naußlitz verläuft von hier aus erneut im spitzen Winkel nach Osten an der Südgrenze der Gartensparte entlang bis zur Hinterseite der westlich an der Williamstraße gelegenen Grundstücke; von dort verläuft sie nach Norden bis zur Stollestraße und folgt dann in nordöstlicher Richtung der Südgrenze der Gartensparte. Die Grenze nach Löbtau verläuft von hier aus weiter nach Nordosten an der Südseite der Sportstätte Malterstraße, verläuft dann ein Stück nach Süden entlang der Malterstraße (ohne jedoch die angrenzenden Grundstücke einzubeziehen), dann nach Norden bis zum Ende der Malterstraße, von dort aus zur Abzweigung der Braunsdorfer Straße, dann ein kurzes Stück nach Westen und auf Höhe des Bramschtunnels zur Nordseite der Coventrystraße. Von hier aus folgt die Grenze zu Cotta zunächst der Bramschstraße und der Weidentalstraße nach Westen, dann ab Höhe Chamissostraße zunächst der Hinterseite der südlichen Grundstücke an der Weidentalstraße und anschließend dem Nordufer des Weidigtbachs bis zum Westende der Weidentalstraße. Die Grenze zu Leutewitz führt von dort aus weiter am Weidigtbach entlang bis zur Gorbitzer Straße. Die Grenze zu Omsewitz folgt von hier aus der Südseite des Friedhofs Cotta, macht dann an dessen Westende einen Knick nach Süden und folgt der Südseite der Coventrystraße bis zur Straßenbahnhaltestelle Schlehenstraße; von hier aus führt sie nach Südwesten entlang der Hinterfront der Gebäude an der Tulpenstraße, macht dann einen leichten Knick nach Westsüdwesten zur Forsythienstraße und zur Nordseite des Betriebshofs Gorbitz und dann nach Norden zurück zur Coventrystraße. Von hier aus führt die Grenze zu Gompitz zunächst kurz nach Westen und dann in einer Kurve nach Süden und Südwesten, zunächst über unbebautes Gebiet und dann nordwestlich am Umspannwerk vorbei bis zur Kesselsdorfer Straße. Von hier aus verläuft die Grenze zu Altfranken zwischen der Straße Am Lucknerpark und dem Georginenweg, folgt dann dem Gorbitzbach und der Ostseite des Altfrankener Parks und verläuft dann nach Südosten über die A 17 und entlang einer Feldgrenze bis nach Freital.Gemarkungen. In: Themenstadtplan Dresden. Abgerufen am 19. Dezember 2020.

Statistische Stadtteile und Bezirke Das Gebiet von Gorbitz ist seit 1991 fünf statistischen Stadtteilen zugewiesen. Das Gebiet südlich der Kesselsdorfer Straße – und damit der komplette historische Kern von Gorbitz – ist mit Dölzschen, Naußlitz, Roßthal und Wölfnitz zum statistischen Stadtteil Naußlitz (Nr. 94) zusammengefasst. Das Gebiet zwischen Kesselsdorfer Straße, Julius-Vahlteich-Straße, Straßenbahntrasse sowie nordwestlicher und westlicher Gemarkungsgrenze bildet den statistischen Stadtteil Gorbitz-Süd (Nr. 95). Die Grenze des statistischen Stadtteils Gorbitz-Ost (Nr. 96) verläuft entlang der Straßenbahntrasse, der Julius-Vahlteich-Straße und der Kesselsdorfer Straße, folgt dann der südlichen Gemarkungsgrenze, führt dann an der Ostseite der Sportstätte Malterstraße und der Gartensparte nach Norden, folgt dann im Wesentlichen der nördlichen Gemarkungsgrenze bis zur Gorbitzer Straße und führt schließlich über diese, den Leutewitzer Ring und den Merianplatz wieder zur Straßenbahntrasse. Das Gebiet zwischen Gorbitzer Straße/Leutewitzer Ring/Merianplatz, Straßenbahntrasse und nördlicher Gemarkungsgrenze ist mit den zu Omsewitz gehörenden Neubauten nördlich und südlich der Coventrystraße zum statistischen Stadtteil Gorbitz-Nord/Neuomsewitz (Nr. 97) zusammengefasst. Ganz im Osten von Gorbitz ist ein kleineres Gebiet an der Braunsdorfer Straße und der Malterstraße dem statistischen Stadtteil Löbtau-Nord (Nr. 92) zugeordnet.Stadtteile. In: Themenstadtplan Dresden. Abgerufen am 19. Dezember 2020.

Innerhalb des Statistischen Stadtteils Naußlitz bildet der historische Kern von Gorbitz zusammen mit Roßthal den statistischen Bezirk 946 Niedergorbitz/Roßthal. Gorbitz-Süd gliedert sich in die acht Bezirke 951 Gorbitz-Süd (Amalie-Dietrich-Platz), 952 Gorbitz-Süd (Wölfnitzer Ring-Ost), 953 Gorbitz-Süd (Wölfnitzer Ring-West), 954 Gorbitz-Süd (Altgorbitzer Ring-Ost), 955 Gorbitz-Süd (Altgorbitzer Ring-Mitte), 956 Gorbitz-Süd (Wilsdruffer Ring-Ost), 957 Gorbitz-Süd (Wilsdruffer Ring-West) und 958 Gorbitz-Süd (Schreberstr.). Gorbitz-Ost ist in die sieben Bezirke 961 Gorbitz-Ost (Am Gorbitzbach), 962 Gorbitz-Ost (Dahlienweg-Süd), 963 Gorbitz-Ost (Asternweg), 964 Gorbitz-Ost (Höhenpromenade), 965 Gorbitz-Ost (Leutewitzer Ring-Ost), 966 Gorbitz-Ost (Leutewitzer Ring-Mitte) und 967 Gorbitz-Ost (Leutewitzer Ring-West) unterteilt. Gorbitz-Nord/Neuomsewitz gliedert sich in acht Bezirke, von denen 971 Gorbitz-Nord (Omsewitzer Ring-Südost) und 972 Gorbitz-Nord (Omsewitzer Ring-Nordwest) zu Gorbitz gehören. Der östlichste Teil von Gorbitz an der Braunsdorfer Straße und der Malterstraße bildet innerhalb von Löbtau-Nord einen Teil des Bezirks 924 Löbtau-Nord (Conertplatz).Statistische Bezirke. In: Themenstadtplan Dresden. Abgerufen am 30. Oktober 2021.Stadtbezirke und Ortschaften mit Stadtteilen und Statistischen Bezirken. In: dresden.de. Abgerufen am 31. Oktober 2021.

Geschichte Altgorbitz mini|Blick über das Elbtal von den Gorbitzer Höhen zu Anfang des 19. Jh. mini|Das Kammergut Gorbitz um 1800; Aquarell von Johann Friedrich Wizani mini|links|„Hexenhaus“ im Niedergorbitzer Dorfkern mini|Häuser an der Hirtenstraße, errichtet in den 1930er Jahren Das Ortsbild von Altgorbitz ist gekennzeichnet durch enge Gassen mit Altbauten und gehört zu den historischen Dorfkernen in Dresden. Vom Neubaugebiet Gorbitz wird es durch die Kesselsdorfer Straße getrennt und liegt damit südlich der Großsiedlung. Altgorbitz gehört damit heute administrativ zum statistischen Stadtteil Naußlitz.

Altgorbitz entstand aus einer sorbischen Siedlung und wurde erstmals 1206 als Gurbewiz urkundlich erwähnt. Passend zur Lage halten Eichler und Walther eine Ableitung des sorbischen Ortsnamens von *Gorbovica (zu *gorb, „Hügel, Buckel, Bergrücken“; vgl. obersorbisch horb) für wahrscheinlich.Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Band I, Berlin 2001, S. 332

Das Dorf erstreckt sich im Tal des „Gorbitzbachs“, der in Gorbitz-Ost an der Grenze zu Cotta in den Weidigtbach mündet. Letzterer ist seit der Verlegung seines Bachbetts im 19. Jahrhundert ein Weißeritz-Zufluss. Die Ortschaft teilte sich in Ober- und Niedergorbitz, die bis zur Eingemeindung nach Dresden 1921 zwei Gemeinden bildeten. Seit der Zugehörigkeit zu Dresden wird nur noch von (Alt-)Gorbitz gesprochen.

Obergorbitz trägt bis in die Gegenwart die typische Form eines Rundlings, während sich Niedergorbitz um den „Altgorbitz“ genannten Platz verteilt, aber durch die Tallage eher einem Straßendorf gleicht.

Die Großsiedlung Neu-Gorbitz mini|Gorbitz 1987 Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es auch in Gorbitz einschneidende Veränderungen. Bereits 1945 wurde in der ehemaligen Gaststätte Zum Reichsschmied an der Kesselsdorfer Straße das erste Dresdner Rundfunkstudio nach dem Kriege eingerichtet. Am gleichen Standort entstand 1955 das DEFA-Studio für Trickfilme. Die früheren Felder des Kammergutes fielen 1946 unter die Bodenreform und wurden ab 1952 von der LPG „Einheit“ (Niedergorbitz) bzw. der LPG „Bergland“ (Obergorbitz) bearbeitet. Die Bauerngüter im Dorf wurden nun meist gewerblich genutzt und dabei oft erheblich umgebaut. Trotzdem blieben einige Baudenkmale, vor allem an der Uthmannstraße, bis heute erhalten. In: dresdner-stadtteile.de.

Auf Beschluss des Rates der Stadt Dresden begannen 1979 die Vorbereitungen zum Bau des größten Dresdner Neubaugebietes auf den Fluren des früheren Kammergutes Gorbitz. Die Planungen der Architektengruppe um Jörg Bösche, Udo Fehrmann und Wolfgang Henke sahen eine zentrale Mittelachse mit Straßenbahntrasse vor, an der sich die öffentlichen Einrichtungen konzentrieren sollten. Die Wohngebäude wurden gestaffelt und unter Berücksichtigung der Hanglage angeordnet, um günstige Blickbeziehungen ins Elbtal herzustellen. Am 21. August 1981 wurde an der späteren Gaststätte Grüner Heinrich der Grundstein zum ersten Bauabschnitt bzw. Wohnkomplex gelegt. Bereits Anfang 1982 konnten die ersten neuerrichteten Wohnungen an ihre künftigen Mieter übergeben werden. Ein weiterer Meilenstein war die Übergabe der 100.000. nach 1945 in Dresden erbauten Wohnung am 19. Juli 1984 auf dem Wölfnitzer Ring 96.

Der sichtbarste und größte Teil von Gorbitz ist daher überwiegend mit Plattenbauten bebaut, die in den frühen 1980er Jahren entstanden. Zu Beginn der 1990er Jahre lebten hier circa 38.000 Menschen, heute sind es wesentlich weniger. Das Haushaltsnettoeinkommen liegt deutlich unter dem Durchschnitt, die Sozialstruktur hingegen ist gemischt. In den oberen Lagen wurden inzwischen in größerem Maße Plattenbauten abgerissen (zum Beispiel an der Haltestelle Schlehenstraße) und stark umgebaut (zum Beispiel unmittelbar unterhalb des Straßenbahn-Betriebshofs).

mini|Gorbitz 2012 Unter Federführung der Architekten Latz&Böttcher und Grohmann&Kilian wurden von 1995 bis 1997 Lücken und Ecken bestehender Bauten in Neu-Gorbitz mit modernen Gebäuden überbaut und dadurch die Siedlung aufgewertet. So errichteten Latz und Böttcher am Wölfnitzer Ring 2 in Neu-Gorbitz ein Glashaus, das mit seiner plastischen Gestaltung und dem Wechsel von offenen und geschlossenen Wandflächen der klassischen Moderne verpflichtet ist., woba-dresden.de Das Wohn- und Bürohochhaus am Tanneberger Weg 44 in Neu-Gorbitz wurde von Ludger Kilian als siebengeschossiger Kubus mit zurückgesetztem DachgeschossGilbert Lupfer, Bernhard Sterra, Martin Wörner (Hrsg.): Architekturführer Dresden. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1997, Nr. 125 (Eckbebauungen, Wölfnitzer Ring 2/Tanneberger Weg 44) im Stil der Klassischen Moderne errichtet.zum Wohn- und Bürohochhaus am Tanneberger Weg 44 in Dresden-Gorbitz von Kilian ein Artikel von Torsten Birne vom 22. September 2001 in der Sächsischen Zeitung, Dresden: Wohn- und Bürohochhaus, Dresden-Gorbitz »Kräftige Farben statt säuselndes Pastell«

In der Kräutersiedlung wurden einzelne Eingänge in langen Plattenbaublöcken vollständig abgerissen, andere Eingänge wurden auf drei Stockwerke zurückgebaut und innen umgebaut. Die unteren und mittleren Lagen wurden teilweise saniert, 2005 wurde auch im zweiten Bauabschnitt abgerissen sowie das Gymnasium geschlossen.