Bimota ist ein italienischer Motorradhersteller mit Sitz in Rimini, der sich in der Vergangenheit auf den exklusiven Umbau und die Veredelung italienischer und japanischer Motorräder spezialisiert hatte. Das Unternehmen bestand zunächst von 1973Bereits 1965 wurde unter dem Namen Bi-Mo-Ta eine Firma für Heizungs- und Lüftungsanlagen gegründet. bis zur Insolvenz im Jahre 2000; seit 2005 gibt es das Unternehmen wieder. Im Oktober 2019 übernahm Kawasaki 49,9 Prozent von Bimota, der bisherige Eigentümer, der Schweizer Marco Chiancianesi, behält mit 50,1 Prozent die Mehrheitsanteile an Bimota. Zum 1. Januar 2025 waren in Deutschland 975 Bimota-Krafträder zum Straßenverkehr zugelassen.
Geschichte Rennsport Bimota wurde 1973 von Valerio Bianchi, Giuseppe Morri und Massimo Tamburini gegründet und stellte zu Beginn Zubehörteile für Motorräder her. Zunächst befassten sich die Inhaber mit der Entwicklung von Fahrwerkskits für die Yamaha TZ-Baureihe (TZ 250, TZ 350), die entweder als Komplettpaket oder in Teilen von Fahrern erworben werden konnte.Schrader-Motor-Chronik: Italo Klassiker. S. 66. 1975 wurde Johnny Cecotto Motorrad-Weltmeister in der Klasse bis 350 cm³ auf Bimota-Yamaha. Damit war der internationale Durchbruch für den Hersteller erreicht.S. Ewald, G. Murrer: Enzyklopädie des Motorrads. Novara 1996. (deutsche Auflage: Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-86047-142-2), S. 63. Für die Rennabteilungen von Harley-Davidson, Morbidelli und Paton entwickelte Bimota in den Jahren 1976 und 1977 spezielle Fahrwerke. Der Privatfahrer Jon Ekerold wurde 1980 Weltmeister in der Klasse bis 350 cm³ auf Bimota-Yamaha. 1987 gewann Bimota die Formula-TT-Weltmeisterschaft, der Vorläufer der Superbike-Weltmeisterschaft, mit Virginio Ferrari auf einer Bimota YB-4 R.
Serie 1975 stellte Bimota sein erstes Straßenmodell die HB-1 vor, die auf der Honda CB750 Four basierte. 1976 folgte ein Fahrwerk mit dem Motor der Suzuki GS 750 (SB-2); erfolgreich war die 1978 vorgestellte KB-1 mit dem Motor der Kawasaki Z1, die in 827 Exemplaren geliefert wurde. Der von Bimota entwickelte charakteristische Gitterrohrrahmen trug, neben der Vollverkleidung, wesentlich zum Erfolg von Bimota bei. 1985 wechselte Massimo Tamburini zu Cagiva, sein Nachfolger als Chefkonstrukteur wurde Pierluigi Marconi. 1988 wurde erstmals in der Modellreihe der Gitterrohrrahmen durch einen Brückenrahmen aus Leichtmetallprofilen ersetzt. 1990 erschien die unkonventionelle Bimota Tesi 1D, auf deren Radnabenlenkung Giuseppe Morri ein Patent hielt.Roger Hicks: Die internationale Enzyklopädie Motorräder. Motorbuch Verlag Stuttgart, 1. Auflage 2006, ISBN 978-3-613-02660-5, S. 74.
Bimota tat sich in den 1990er Jahren zunehmend schwerer, seine exklusiven Motorräder zu verkaufen. Der Grund lag, neben dem hohen Preis, auch an den immer perfekter werdenden Serienmaschinen aus Japan.
Bimota verwendete für die Straßenmotorräder stets Top-Modelle von Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha – mit eigenem Rahmen und Zubehörteilen. Bei der Modellbezeichnung steht der erste Buchstabe für den Hersteller des Motors, der zweite Buchstabe steht für Bimota, und die Zahl ist eine laufende Nummer, sie bezeichnet die Modellreihe. Demnach bedeutet beispielsweise HB-1: Honda-Motor (H), Bimota-Modell (B), das erste Modell (1). Die häufigsten Bezeichnungen sind:
BMW (BB) Ducati (DB) Honda (HB) Kawasaki (KB) Suzuki (SB) und Yamaha (YB)
Eine Ausnahme hinsichtlich der Modellbezeichnung bilden die VDue mit eigenem Zweizylinder-V-Zweitaktmotor sowie die Tesi-Modelle mit Ducati-Motor und einer ungewöhnlichen Radnabenlenkung – worauf das italienische Wort tesi (dt. These) anspielt.
1975 bis 2000 Bis 1999 stellte Bimota 49 verschiedene Modelle für die Straße und weitere für den Rennsport her. Baureihe Bauzeit Motor Stückzahlen Bild HB-1 1975–1976 Motor der Honda CB 750 Four 10 100px SB-1 1976–1980 Rennmotorrad, Motor der Suzuki TR 500, Gewicht etwa 120 kg. ~ 50 100px SB-2 1977–1979 Motor der Suzuki GS 750. Eine zweite Version, die SB2/80, folgte im Jahre 1980 mit 30 Stück. Sie hatte einen Stahlrohrrahmen, der auf Höhe des Zylinderkopfes geteilt war, und dort auf jeder Seite mit einer Kegelverbindung gehalten von nur drei 6-mm-Schrauben verbunden war. Eine weitere Besonderheit war die auf Kettenritzelhöhe positionierte Schwingenlagerung, die es erlaubte, den Kettendurchhang extrem zu minimieren, da es beim Einfedern keine Veränderung gab. Ihr Gewicht lag dank des Leichtbaus inklusive Magnesiumrädern bei etwa 180 kg. 140 100px KB-1 1978–1982 Motor der Kawasaki Z1 827 100px SB-3 1980–1983 Motor der Suzuki GS 1000 402 100px KB-2 1981–1984 Motor der Kawasaki 500/500 177 100px HB-2 1981–1984 Motor der Honda 900 193 100px SB-4 1983–1984 Motor der Suzuki GSX 1100 272 100px YB-4 E.I. 1988–1989 Motor der Yamaha FZR 750 303 100px YB-5 1987–1988 Motor der Yamaha 1200; das erste Serienmodell mit Yamaha-Motor. 208 100px Tesi 1D 1990–1991 Motor der Ducati 851 mit Radnabenlenkung 127 100px YB-10 1991–1994 Motor der Yamaha FZR 1000 Exup 3LE, war das letzte Modell der YB-Reihe mit GFK Verkleidungen 224 110px DB2 1993–1995 Motor der Ducati 900 SS 408 100px SB-6/R 1994–1998 Motor der Suzuki GSX 1100 W; Rahmenbrüche und auch Schäden am selbsttragenden Heck wurden gemeldet. Die 200 in den Jahren 1997–1998 gebauten SB-6 R waren im Grunde eine notwendige Reaktion auf die Kritik an der SB-6. In diesem Modell wurden die Schwachstellen überarbeitet. Der Rahmen wurde verstärkt und mit einem wesentlich stabilerem Lenkkopf versehen. Das GFK-Rahmenheck wurde in Carbon gebaut, und die Verkleidung ebenfalls verändert. Die Ansaug- und Auspuffteile wurden besser abgestimmt und die Leistung des 1100er nun optimal genutzt. Die 6R war das letzte von Bimota auf den Markt gebrachte Vierzylinder-Motorrad mit Suzukimotor. ~ 1144 100px SB-7 1994–1995 Motor der Suzuki GSXR 750 W SP Version 200 100px YB-9/SRi 1994–1998 Motor der Yamaha FZR 600. Der Vierzylinder-Reihenmotor mit 599 cm³ erzielt 74 kW bei 11.500/min, als Höchstgeschwindigkeit werden 250 km/h angegeben, als Trockenmasse 175 kg. An Vordergabel und Federbein werden Paioli-Elemente verwendet, vorne kommen 320-mm-Doppelscheiben- und hinten 230-mm-Einscheibenbremsen von Brembo zum Einsatz. 1996 kam die SRi heraus, die u. a. eine Einspritzung statt Vergaser sowie breitere 180er Reifen gegenüber den 160ern der Vorgängerin verwendet. Von der YB-9 Sri wurden 225 Exemplare gefertigt. 651 100px BB-1 1995–1997 Motor der BMW F 650 376 100px YB-11 1996–1998 Motor der Yamaha 1000. Dieses Modell der YB-Reihe war die letzte Baustufe mit den Fünfventilern von Yamaha. Im Unterschied zu den Vormodellen wie YB 6/8/10 hatte die YB 11 den Motor der Yamaha Thunderace mit der Bezeichnung YZF 1000R 4SV. Der 1000R hat den Nockenwellenantrieb wie die FZR Motoren in der Mitte zwischen den Zylindern, während der R1 diesen an der Seite hat. Die YB 11 ist mit zwei Sitzplätzen ausgestattet 650 100px Vdue 1997–2005 Der kurzhubige (Bohrung 72 mm, Hub 61,25 mm) Zweizylinder-Zweitaktmotor hat etwa 500 cm³ Hubvolumen mit 90°-V-Stellung der Zylinder. Jeder Kolben arbeitet auf eine eigene Kurbelwelle, die über Zahnräder gekoppelt sind. Die in der ersten Entwicklungsphase eingesetzte Direkteinspritzung wurde zugunsten von 39-mm-Dell’Orto-Vergasern aufgegeben. Die Einlaßsteuerung übernehmen Membranen, die Auslässe werden von Schiebern gesteuert. Auch der Primärantrieb zum 6-Gang-Getriebe erfolgt per Zahnrad, die Mehrscheiben-Trockenkupplung wird hydraulisch betätigt. Die Leistung von Testmaschinen gibt Bimota mit 110 PS an. 150 100px SB-8K 2000 Motor der Suzuki TL1000. Dieses Motorrad war schon vor der Neugründung im Programm von Bimota, damals allerdings mit dem Zusatzbuchstaben R. Es gab wie heute zwei unterschiedliche Modelle, zum einen die Standardversion SB8 R, sowie die SB8 R Speziale, bei der die gesamte Verkleidung aus CFK besteht. Das Heck war selbsttragend, benötigte also keinen zusätzlichen Heckrahmen. Das Modell wurde für den Einsatz in der Superbike-Weltmeisterschaft entwickelt und in der für die Teilnahme an dieser Meisterschaft benötigten Stückzahl produziert. Die heutige Version der SB8 gibt es wieder in zwei Varianten. Zum einen in der Variante Santamonica und zum anderen in der Variante Gobert, die an den Einsatz der SB8 im Jahre 2000 in der Superbike-Weltmeisterschaft mit dem Fahrer Anthony Gobert erinnern soll. Dieser hatte beim dritten Renneinsatz der SB8 überhaupt auf Phillip Island in Australien den Sieg im ersten Lauf errungen. Die SB8 zeichnet sich durch eine Besonderheit aus: Der Rahmen besteht aus einem Verbund aus Aluminium und CFK. Die beiden Komponenten sind verklebt und verschraubt und bilden einen Brückenrahmen. Eine weitere Besonderheit sitzt im Verborgenen. Die Einspritzdüsen sind bei der SB8 K radial angeordnet. Diese Anordnung hat sich Bimota patentieren lassen. Auch dieses Modell folgt wieder der Bimota-Philosophie für den Leichtbau; die SB8 K wiegt lediglich 175 kg. ~ 150 100px
Seit 2005