mini|Oberschöna im Herbst 2022
Oberschöna ist eine seit dem 1. Januar 1997 zusammengeschlossene Gemeinde im Landkreis Mittelsachsen in SachsenStBA: Änderungen bei den Gemeinden, bestehend aus fünf Dörfern und einer Eisenbahnsiedlung. Hervorgegangen ist der Gemeindeverbund aus einem kommunalen landwirtschaftlichen Rat, beziehungsweise ab 1973 aus dem Gemeindeverwaltungsverband „An der Striegis“, dem neben Bräunsdorf, Kleinschirma, Langhennersdorf, Oberschöna und Wegefarth auch der heute zu Freiberg gehörige Stadtteil Kleinwaltersdorf angehörte.
Ortsgliederung Oberschöna besteht aus folgenden Gemeindeteilen:
Ortsteile: Bräunsdorf (mit Zechendorf) Kleinschirma Langhennersdorf Oberschöna Wegefarth
Eisenbahnsiedlung Bahnhof Frankenstein (in Gemarkung Wegefarth)
Geographie Lage Das Waldhufendorf Oberschöna liegt im Osterzgebirge, 6 km westlich von Freiberg, 6 km nördlich von Brand-Erbisdorf und 30 km östlich von Chemnitz in einer Höhenlage von 350 m bis 390 m über NN. Die Gemeinde befindet sich im Tal der Großen Striegis. Durch den Ort führt die Bundesstraße 173, eine Staatsstraße führt nach Brand-Erbisdorf.
Nachbarorte
Der Ortsteil Oberschöna grenzt im Westen an die Siedlung Bahnhof Frankenstein, im Norden an den Ortsteil Wegefarth, im Osten an den Ortsteil Kleinschirma, im Südwesten an die Brand-Erbisdorfer Ortsteile St. Michaelis und Linda und im Südosten an den Oederaner Ortsteil Kirchbach.
Geschichte mini|Rittergut Oberschöna (um 1860) mini|Rittergut Oberschöna. Wohnhaus auf den Grundmauern des ehem. Schlosses mini|Gemeindeamt Oberschöna, ehemaliges Erbgericht Oberschöna wurde 1183 erstmals urkundlich erwähnt. In einer Urkunde von 1185, in der die Grenzen der östlich gelegenen Besitzungen des Klosters Altzella beschrieben werden, wird auch der vier Eckhardschen Dörfer gedacht. Diese waren Lehen des hessischen Klosters Hersfeld. Später schlussfolgerte man sicher, dass Oberschöna, Linda, aber auch Wegefarth und vermutlich St. Michaelis zu diesen Dörfern gehörten.
Seit 1445/1447 war in Oberschöna ein Rittersitz bzw. Vorwerk vorhanden, das seit 1551 als Rittergut bezeichnet wurde. Dieses war vom 14. Jahrhundert bis 1761 im Besitz der Familie von Schönberg, danach besaß es bis 1771 der Amtshauptmann von Gersdorff, danach bis mindestens 1860 die Familie von Carlowitz. Zur Grundherrschaft Oberschöna gehörten neben Oberschöna die Orte Oberreichenbach und Kirchbach. Bis ins 16. Jahrhundert unterstanden auch die Stadt Hainichen und die Dörfer Wingendorf und Frankenstein dem Rittergut Oberschöna, sie kamen aber später unter die Grundherrschaft des Ritterguts Wingendorf.
Oberschöna lag nach der Säkularisation des Klosters Altzella im 16. JahrhundertOberschöna auf www.burgen-und-schloesser.net bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Kreisamt Freiberg.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 72 f. Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Freiberg und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Freiberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Herrenhaus des Ritterguts Oberschöna abgerissen. Ein Wirtschaftsgebäude ist bis heute erhalten geblieben.
Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam Oberschöna im Jahr 1952 zum Kreis Freiberg im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Freiberg fortgeführt wurde und 2008 im Landkreis Mittelsachsen aufging.
Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung BräunsdorfStatistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen 01.03.1994 Zusammenschluss mit Langhennersdorf zu Bräunsdorf-Langhennersdorf Bräunsdorf-Langhennersdorf 01.01.1997 Kleinschirma 01.01.1994 Langhennersdorf 01.03.1994 Zusammenschluss mit Bräunsdorf zu Bräunsdorf-Langhennersdorf Oberschöna, Gutsbezirk um 1922 WegefarthGemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches BundesamtVerzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen 01.07.1950
Einwohnerentwicklung Folgende Einwohnerzahlen der Gemeinde Oberschöna beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007: 1982 bis 1988 1982 – 3.843 1983 – 3.833 1984 – 3.808 1985 – 3.737 1986 – 3.664 1987 – 3.565 1988 – 3.5741989 bis 1995 1989 – 3.503 1990 – 3.437 1991 – 3.401 1992 – 3.415 1993 – 3.543 1994 – 3.688 1995 – 3.7751996 bis 2002 1996 – 3.844 1997 – 3.868 1998 – 3.915 1999 – 3.903 2000 – 3.864 2001 – 3.836 2002 – 3.8032003 bis 2013 2003 – 3.784 2004 – 3.773 2005 – 3.711 2006 – 3.679 2007 – 3.665 2012 – 3.397 2013 – 3.347 Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Politik
Gemeinderat Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:
+letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Freie Wähler Mittelsachsen e. V.843,5526,0737,0AfD125,8118,6––CDU424,8841,41052,6Linke15,816,518,5Grüne––17,6––SPD–––––1,9Wahlbeteiligung77,3 %74,8 %63,0 %
Bürgermeister Rico Gerhardt (CDU) wurde im Juni 2015 zum Nachfolger von Helmut Zönnchen (CDU) gewählt und im Juni 2022 mit 94,2 % im Amt bestätigt.Ergebnis Bürgermeisterwahl 2022 +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2022Rico GerhardtCDU94,2201595,82008Helmut ZönnchenCDU90,2200192,4199490,8 Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Kirche Oberschöna
Verkehr Flugplatz Langhennersdorf in Langhennersdorf Bahnstrecke Dresden–Werdau mit Haltepunkten in Frankenstein (Sachs) und Kleinschirma (Teil der Sachsen-Franken-Magistrale) Die Bahnstrecke Nossen–Moldau durchläuft mit 1,5 km die Gemarkung Langhennersdorf, nächster Anschluss besteht am Bahnhof Kleinwaltersdorf über Großschirma besteht Anschluss an die Bundesstraße 101 Bundesstraße 173 durchquert Oberschöna Staatsstraße 203 durchquert Bahnhof Frankenstein und endet in Oberschöna Staatsstraße 205 durchquert Bräunsdorf Staatsstraße 206 beginnt in Oberschöna der nächste Autobahnanschluss, an die Bundesautobahn 4, besteht in Berbersdorf (5,5 km)
Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes Eduard Stein (1818–1864), Dirigent und fürstlicher Hofkapellmeister von Schwarzburg-Sondershausen Wilhelm Poller (1860–1935), Polizeipräsident und Politiker Christian Ehrenfried Seifert von Tennecker (1770–1839), Offizier, Tierarzt, Hippologe und Schriftsteller Hermann Teistler (1867–1937), sozialistischer Publizist und Verleger Philipp von Wegefarth, Gutsherr, historisch belegbare Sagengestalt Günter Hellwig (1926–2006), Mathematiker und Lehrstuhlinhaber in Aachen Herbert Ehrlich (1932–2019), Ingenieur und Professor für Regelungstechnik Bernd Silbermann (1941–2025), Mathematiker, geboren in Langhennersdorf Lothar Rausch (* 1952), Sportpädagoge
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben Adolf Gottlieb Fiedler (1771–1850), Unternehmer in Sachsen und Polen Romanus Teller (1703–1750), Theologe und Hochschullehrer Elsa Asenijeff (1867–1941), Schriftstellerin
Ehemalige Ehrenbürger Martin Mutschmann (1879–1947), NSDAP-Gauleiter und Reichsstatthalter von Sachsen, 1933 zum Ehrenbürger von Oberschöna ernanntSächsische Städte ehren den Reichsstatthalter. In: Erzgebirgischer Volksfreund vom 9. Juni 1933, S. 5.Sächsische Orte ehren den Reichsstatthalter. In: Eibenstocker Tageblatt vom 12. Juni 1933, S. 3.
Siehe auch Wäschberg Burg und Berg Gleichenstein
Literatur Georg Dehio (Hrsg.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd. Sachsen II Regierungsbezirk Leipzig und Chemnitz; 2. Auflage; Deutscher Kunstbuchverlag; Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 755f
M. Koch (Hrsg.): 777 Jahre Kleinschirma 1224–2001; Medienzentrum der TU Bergakademie; Freiberg 2001; 66 S. A. H. Königsdörffer: Verwüstung der Kirchfahrt Langhennerdorf bei Freiberg im dreißigjährigen Kriege und ihre Wiederherstellung; Freiberg 1879 G. A. Poenicke, F. Heise: Album der Schlösser und Rittergüter im Kgr. Sachsen. Bd. IV Erzgebirgischer Kreis; Ritterschaftlicher Album Verein; Leipzig 1856; 224 S. J. G. Preußer, M. Kaupisch: Langhennersdorf mit Bräunsdorf, Reichenbach und Seifersdorf. in: Sachsens Kirchengalerie. 1 Bd.; Schmidt Verlag; Dresden 1838; S. 197–202 A. Sauer, A. Rothpletz: Erläuterungen zur geologischen Specialkarte des Kgr. Sachsen – Section Freiberg-Langhennersdorf Blatt 79; Engelmann Verlag; Leipzig 1887; 60 S. 6 O. Voigt: Die Parochie Langhennersdorf. in: G. Buchwald (Hrsg.): Neue Sächsische Kirchengalerie. Ephorie Freiberg; Strauch Verlag; Leipzig 1900; S. 299–324 Richard Witzsch: Zwischen Chemnitz und Freiberg. Bd. II Die Dörfer an der Striegis; Roßberg Verlag; Frankenberg 1929; Striegistal 2012
Einzelnachweise
Weblinks
Atlas Mittelsachsen offizielle Internetpräsenz der Gemeinde Oberschöna
Natura2000 Schutzgebiet Striegistäler
Kategorie:Ort im Landkreis Mittelsachsen Kategorie:Ort im Erzgebirge Kategorie:Waldhufendorf