mini|Berglandschaft um die Talsperre Landštejn (2012)

Česká Kanada (deutsch etwa Böhmisch Kanada) ist eine Mittelgebirgslandschaft in Tschechien. Sie liegt im Grenzgebiet zwischen Böhmen und Mähren und grenzt an Österreich. Dieses „Kanada“ mit seiner Bewaldung bildet die landschaftliche Fortsetzung des Waldviertels.

Gebirge Den nordwestlichen Teil bildet das Gebirgsland von Jindřichův Hradec (Neuhaus). Südlich davon schließt sich das Wittingauer Becken an. Die Landschaft ist hügelig und stark bewaldet. Das Bergland erstreckt sich von Nová Bystřice (Neubistritz) bis an den nördlichen Böhmisch-Mährischen Höhenzug. Den östlichsten Teil bildet die Hügellandschaft Dačice (Datschitz) in der Form einer langgezogenen Bodensenke. Bizarre Felsengebilde findet man in der Nähe von Theresienstein (Terezín) und Kunžak. Die höchste Erhebung ist der Berg Vysoký kámen 738 Meter ü. M. Prägnant sind Šibeník (732 m), Kunějovský vrch (725 m), Studnice (722 m), Bukový vrch (721 m), Větrov (714 m) und Čihadlo (700 m). Die Berge sind überwiegend flach mit zerstreuten Felsbrocken, Felsbecken, Wackelsteinen und großformatigen Steinen auf den Gipfeln.

Gewässer mini|Teich bei Chlum u Třeboně (2006) Zwei Flüsse mit zahlreichen Zuflüssen leiten die zahlreichen Niederschläge ab: die Nežárka über Moldau und Elbe zur Nordsee sowie die Mährische Thaya (Moravská Dyje) über Thaya, March und Donau ins Schwarze Meer. Von einzelnen Bächen werden zahlreiche Teiche gespeist. Zu den größten und wichtigsten Teichen gehören der Kačležský (176 ha), Krvavý (127 ha), Ratmírovský (78 ha) und andere, vor allem im westlichen Bereich der Region. Die Teiche dienen der Fischzucht und der Bewässerung, sind aber auch Nestorte, Brut- und Sammelplätze für zahlreiche Wasservögel. Zudem sind sie beliebte Badeziele.

Klima Das Klima hier ist mit seinen niedrigeren Durchschnittstemperaturen und ausgiebigen Niederschlägen relativ rau.

Geschichte Historisch hatte die Region als Fortsetzung des niederösterreichischen Waldviertels keinen eigenen Namen. Die Benennung Česká Kanada scheint erstmals in den 1950er Jahren auf. Heute ist sie etabliert.

Sehenswürdigkeiten mini|Burg Landštejn Burg Landštejn Grenzbefestigungen aus den Jahren 1937 bis 1938. Ein Naturlehrpfad führt von der Burg Landštejn nach Slavonice entlang der ersten Verteidigungslinie gegen Deutschland. Die zweite Linie wurde von den Nationalsozialisten im Krieg zerstört. Lediglich in der Nähe von Hejlíček und Střmilov sind noch Trümmerreste erhalten. Stadt Nová Bystřice Das Tal der erloschenen Dörfer, die aufgrund der Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945–1946 und ihrer Grenzlage am Eisernen Vorhang in den 1950er Jahren zerstört wurden. Heute ist es eine unbesiedelte Wildnis. Schmalspurbahn Jindřichův Hradec–Nová Bystřice

Weblinks Geschichte der Region

Ceska Kanada