Die Taylor, (DD-468) war ein Zerstörer der US Marine und gehörte zur Fletcher-Klasse. Sie nahm am Zweiten Weltkrieg teil und war der erste Zerstörer, der nach dem Kriegsende in japanischen Gewässern vor Anker ging. Nachdem sie zeitweilig außer Dienst gestellt worden war, nahm sie am Korea- und am Vietnamkrieg teil. 1969 wurde sie an die italienische Marine übergeben, die sie bis 1971 als NMM Lanciere (D-560) in Fahrt hielt. Anschließend wurde sie als Ersatzteilspender für ihre Schwesterschiffe ausgeschlachtet.

Namensgeber Rear Admiral William Rogers Taylor (1811–1889) war Offizier der United States Navy. Er nahm am Mexikanisch-Amerikanischen Krieg und am Amerikanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Union teil.

Technik

Rumpf und Antrieb Der Rumpf der Taylor war 114,7 m lang und 12,2 m breit. Der Tiefgang betrug 5,4 m, die Verdrängung 2.100 Tonnen. Der Antrieb des Schiffs erfolgte durch zwei Dampfturbinen von General Electric, der Dampf wurde in vier Kesseln von Babcock & Wilcox erzeugt. Die Leistung betrug 60.000 Wellen-PS, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 35 Knoten.

Bewaffnung und Elektronik Hauptbewaffnung der Taylor waren bei Indienststellung ihre fünf 5-Zoll/127-mm-Mark.30-Einzeltürme. Dazu kamen diverse Flugabwehrkanonen, die im Laufe des Krieges immer weiter verstärkt wurde. 1948/49 wurde das Schiff dann zum U-Jagdzerstörer umgebaut und erhielt verstärkte Anti-U-Boot-Bewaffnung, unter anderem einen Mk.108-U-Jagdraketenwerfer vor der Brücke.

Die Taylor war mit Radar ausgerüstet. Am Mast über der Brücke waren ein SG- und ein SC-Radar montiert, mit denen Flugzeuge auf Entfernungen zwischen 15 und 30 Seemeilen und Schiffe in Entfernungen zwischen 10 und 22 Seemeilen geortet werden konnten.

Geschichte Die Taylor wurde am 28. August 1941 bei Bath Iron Works auf Kiel gelegt und lief am 7. Juni 1942 vom Stapel. Taufpatin war H. A. Baldridge. Am 28. August 1942 wurde das Schiff unter dem Kommando von Lieutenant Commander Benjamin Katz in Dienst gestellt.

1942 Die Taylor wurde der Atlantikflotte zugeteilt. Nach ihrer Erprobungsfahrt fuhr sie bis Mitte November als Einheit des Destroyer Squadron (DesRon) 20 im Geleitdienst entlang der Ostküste. Anschließend eskortierte sie einen Konvoi nach Casablanca. Anfang Dezember kehrte sie nach Norfolk zurück und blieb dort bis Mitte Dezember. Am 17. Dezember verlegte der Zerstörer zusammen mit der Task Force (TF) 13 in den Pazifik.

1943 Am 20. Januar 1943 erreichte die Taylor Nouméa, Neukaledonien. Von Nouméa fuhr der Zerstörer weiter nach Efate, Neue Hebriden, wo sie am 26. Januar ankam. Die Taylor wurde der Destroyer Division (DesDiv) 41 des DesRon 21 zugeteilt. Diese stellte vier der acht Zerstörer, die zum Schutz der TF 18, einem aus drei Schweren Kreuzern, drei Leichten Kreuzern und zwei Geleitflugzeugträgern bestehenden Verbands, eingesetzt wurden. Am 27. Februar verließ Task Force 18 die Insel. TF 18 hatte die Aufgabe, einen Schiffsverband mit Nachschub und Verstärkungen für Guadalcanal zu treffen und zur Insel zu geleiten. Meldungen des Marinenachrichtendienstes, wonach die Japaner einen Verband mit großen Mengen an Nachschubgütern nach Guadalcanal brächten, erwiesen sich als falsch. Statt die Truppen zu verstärken, wurden die Schiffe zur Evakuierung der japanischen Soldaten eingesetzt.

Schlacht bei Rennell Island mini|Die Chicago liegt nach der Schlacht tief im Wasser Am 29. Januar befand sich TF 18 50 NM nördlich der Insel Rennell, als in der Abenddämmerung japanische Mitsubishi-G4M-„Betty“-Torpedobomber unbemerkt in niedriger Höhe von Osten her den Verband anflogen. Um 19:45 Uhr erhielt die Chicago einen Torpedotreffer im Vorschiff. Durch den Treffer fielen drei ihrer vier Antriebswellen aus. Durch einen zweiten Torpedotreffer liefen Kesselraum #3 und der vordere Maschinenraum voll Wasser. Die Chicago blieb antriebslos liegen. Die Taylor schützte die restlichen Schiffe des Verbandes, als diese aus der Reichweite der Flugzeuge liefen.

Nach dem Ende des Angriffs nahm die Louisville den angeschlagenen Kreuzer in Schlepp und am frühen Morgen des 30. Januar 1943 war der Verband mit einer Geschwindigkeit von vier Knoten auf dem Weg nach Espiritu Santo. Kurz nachdem die Louisville die Schlepptrosse an den Schlepper Navajo übergeben hatte, wurden zwölf „Betties“ südlich New Georgia mit Kurs auf Rennell gemeldet. Die Chicago erhielt zwei weitere Torpedotreffer und wurde kurze Zeit später von der Besatzung verlassen. Um 16:44 Uhr sank sie über das Heck. Während des Angriffes wurde auch die La Vallette beschädigt und verließ im Schlepp der Navajo das Gebiet. Die Schlacht bei Rennell Island verzögerte den geordneten Rückzug der japanischen Truppen von Guadalcanal und erlaubte es, die amerikanischen Truppen zu verstärken und die letzte Phase der Schlacht um Guadalcanal einzuleiten.

Februar–September 1943 Die DesRon21 wurde am 4. Februar 1943 der TF 67 zugeteilt, die kurze Zeit später in TF 18 umbenannt wurde (aus der vorherigen TF 18 wurde TF 19). In der Nacht vom 15. auf den 16. März beschoss sie zusammen mit der Nicholas, der Radford und der Strong die Vila-Stanmore Plantage auf Kolombangara. Am 26. März verließ die Taylor Espiritu Santo, um die Kanawha, die Aloe und sechs Küstenschiffe nach Guadalcanal zu eskortieren. Während die Kanawha ihre Ladung löschte, stieß die Taylor zu den Kreuzern der TF 18, die im The Slot genannten New-Georgia-Sund zwischen den Inselketten der nördlichen und südlichen Salomonen operierten. Am 7. April wurde der Zerstörer zurückbeordert, um die Kanawha zu treffen. Kurz vor dem Eintreffen des Zerstörers in Tulagi griffen japanische Aichi D3A „Val“ die Kanawha an und erzielten mehrere Bombentreffer. Die Taylor verließ mit 30 Knoten Fahrt das Gebiet des Ironbottom Sound durch den Sealark Chanal und beanspruchte die Zerstörung von drei feindlichen Flugzeugen und die Beschädigung von zwei weiteren. Bis zum 20. April 1943 eskortierte die Taylor Konvois zwischen den Salomonen und Espiritu Santo und kehrte anschließend zur TF 18 zurück. Nach einer kurzen Überholung begleitete der Zerstörer die Kreuzer bei der Deckung der Verminung im Golf von Vella zwischen Vella Lavella und Kolombangara. Zwischen dem 11. und dem 14. Mai unterstützte das Schiff die Beschießung von Vila auf Kolombangara, Enogai Inlet und Bairoko Harbor.

Die Taylor verließ am 25. Mai zusammen mit der Munargo Espiritu Santo und eskortierte sie bis zum 180. Längengrad. Am 30. Mai kehrte sie wieder nach Espiritu Santo zurück. Am 10. Juni eskortierte sie einen Konvoi mit Truppentransportern nach Guadalcanal, als der Geleitzug südlich San Cristobal von japanischen Flugzeugen angegriffen wurde. Nach der Reparatur der erlittenen Beschädigungen gehörte die Taylor zum U-Boot-Abwehr-Schirms des Geleitflugzeugträgers Sangamon. Am 6. Juli nahm sie Kurs auf Tulagi und wurde der TF 31 zugeteilt. Am 11. und 12. Juli deckte der Zerstörer die Landungen bei Rice Anchorage am Kula-Golf. Am Morgen des 12. Juli griff sie ein japanisches U-Boot vom Typ RO an und beschädigte es, konnte aber keinen Beweis einer Versenkung finden. Am Nachmittag wurde die Taylor zeitweilig der TF 18 zugewiesen, um einen japanischen Verband abzufangen. Die Flottenverbände trafen am Abend in der Schlacht bei Kolombangara aufeinander. Die Taylor und die anderen Zerstörer schossen ihre Torpedos auf die feindlichen Schiffe und setzten anschließend ihre Artillerie ein. Der japanische Kreuzer Jintsū wurde von einem Torpedo getroffen und brach in zwei Teile. Der Kommandeur des japanischen Verbandes Konteradmiral Izaki Shunji ging mit seinem Flaggschiff unter.

Die Taylor kehrte anschließend wieder zur TF 31 zurück und führte die Unterstützung der Landungen in den Salomonen fort. In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli nahm sie Überlebende des in der Schlacht im Kula-Golf versenkten Kreuzers Helena, die sich auf Vella Lavella gerettet hatten, auf. Die Taylor unterstützte die Landungen bei Enogai Inlet in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli und beschoss Ziele in Bairoko Harbor. Am nächsten Morgen setzte sie ihre Artillerie gegen japanische Stellungen in der Umgebung von Munda auf New Georgia ein. Die Taylor verließ Guadalcanal am 30. Juli, um einen aus Truppentransportern bestehenden Konvoi nach Neukaledonien zu begleiten. Während der Fahrt wurde sie nach Nouméa beordert und erhielt den Befehl, sich der TF 37 bei Efate anzuschließen.

mini|O'Bannon, Chevalier und Taylor (hinten) am 15. August 1943

Am 11. August wurde die Taylor zusammen mit ihren Schwesterschiffen Nicholas, O'Bannon und Chevalier zurück nach Guadalcanal befohlen. Die Zerstörer gehörten erneut der TF 31 an, welche die Landung von US Marines auf Vella Lavella am 15. August unterstützte. Zwei Tage später liefen die Zerstörer nach Horaniu, um einen aus insgesamt 20 Landungsbooten und Hilfsschiffen bestehenden japanischen Verband, der von vier Zerstörern begleitet wurde, abzufangen. In der Schlacht vor Horaniu, die auf große Entfernung geführt wurde, erzielten die amerikanischen Schiffe mehrere Treffer auf dem Zerstörer Hamakaze, die zu leichten Beschädigungen führten. Nach verschiedenen Einsätzen im Seegebiet um Vella Lavella verließ die Taylor am 28. August Guadalcanal und die Salomonen, um die Titania nach Nouméa zu eskortieren. Nach einem anschließenden zehntägigen Aufenthalt in Sydney eskortierte der Zerstörer Truppentransporter von Nouméa nach Guadalcanal.

Schlacht bei Vella Lavella In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 1943 erhielten Taylor, Ralph Talbot sowie die La Valette den Befehl, die O’Bannon, Selfridge und die Chevalier zu verstärken, die auf einen aus neun japanischen Zerstörern, einigen Lastkähnen und Versorgungsschiffen bestehenden Verband operierten. Gegen 22:30 Uhr wurde der Verband gesichtet. Ohne auf die Verstärkung zu warten, wurde das Feuer auf die japanischen Zerstörer eröffnet. Der japanische Zerstörer Yūgumo wurde von Torpedos getroffen und blieb manövrierunfähig liegen. Ein Torpedo der Yūgumo traf die Chevalier, wodurch ihre vordere Munitionskammer explodierte. Die O'Bannon konnte dem getroffenen Zerstörer nicht mehr ausweichen und rammte das Heck. Beide Schiffe bleiben eine Zeitlang ineinander verkeilt. Ein weiterer Torpedo traf die Selfridge und riss ihren Bug hinter dem ersten Geschützturm ab. Die Zerstörer der zweiten Gruppe waren noch 15 Minuten entfernt und die japanischen Schiffe entfernten sich. Taylor ging längsseits der Selfridge und übernahm einen Großteil der Besatzung. Eine Kernbesatzung blieb an Bord der Selfridge und konnte das Schiff schwimmfähig halten. Die beiden beschädigten Zerstörer wurden von der Taylor zurück nach Purvis Bay begleitet. Die Chavalier war nicht zu retten und wurde gegen 3:00 Uhr von der La Valette versenkt. Die Evakuierung japanischer Truppen von Vella Lavella konnte erfolgreich abgeschlossen werden, jedoch verloren die Japaner die Yūgumo durch einen weiteren Torpedotreffer. Die Schlacht bei Vella Lavella gilt als der letzte japanische Sieg in einer Seeschlacht des Zweiten Weltkrieges.

Oktober–Dezember Am 17. Oktober 1943 verließen die Taylor und die anderen Zerstörer der DesDiv 41 die Salomonen und eskortierten Truppentransporter nach Efate, wo die Zerstörer der TF 37 zugeteilt wurden. Zwischen dem 23. und dem 26. Oktober eskortierte die Taylor die Lassen nach Nouméa und die Aldebaran zurück nach Efate. DesDiv 41 wurde am 31. Oktober zur Vorbereitung der Eroberung der Gilbertinseln der Task Group (TG) 50.1, die im Kern aus den Flugzeugträgern Lexington, Yorktown und Cowpens bestand, zugewiesen.