Köhra ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Belgershain im Landkreis Leipzig.
mini|Köhra, Luftaufnahme (2017)
Geografie mini|Köhra (rechts) auf einer Karte von Hermann Oberreit (1836–39) Lage Köhra liegt etwa 17 Kilometer südöstlich der sächsischen Großstadt Leipzig in der Leipziger Tieflandsbucht.
Durch den Ort verläuft die Staatsstraße 38 Probstheida–Grimma. Über Kreisstraßen besteht zudem Anschluss an Lindhardt und Belgershain.
Nachbarorte
Geschichte mini|Jungenteich und Kirche aus dem 13. Jahrhundert mini|Mädchenteich mini|Kirche mini|Fachwerkhäuser des ehemaligen Pfarrhofes Die erste belegte Ortsnamenform datiert von 1335 als KorenVgl. .
1515 besaß Amtssasse Friedrich von Zehmen das Dorf, 1524 kamen die Dörfer Rohrbach und Lindhardt zur hiesigen Pfarre. Bis 1681 war Köhra ein geteiltes Dorf: ein Teil gehörte zur Gutsherrenschaft Pomßen, der andere zur Gutsherrenschaft Belgershain. 1534 verkaufte Moritz Pflug Pomßen mit Köhra an die von Minckwitz, zwei Jahre darauf erhielt es Hand von Ponickau. 1556 erhielt Dippold von Schönfeld die Grundherrschaft Belgershain. In einem Visitationsbericht von 1580 erfolgt die Ersterwähnung der Kirche, das Baujahr ist unbekannt. 1719 wurde die Windmühle Belgershain als Köhraer Mühle neu errichtet.Auszüge aus der Chronik von Köhra, abgerufen am 16. August 2011.
August Schumann nennt 1817 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Threna betreffend u. a.:
1860 wurde die hiesige Schule selbstständig, und 8 Jahre später erfolgte ein Schulneubau.
Weiterhin heißt es im Werk „Neue Sächsische Kirchengalerie“ von 1911 den Ort betreffend u. a.:
Infolge der Bodenreform nach dem Ende des II. Weltkrieges wurden die Rittergüter Belgershain mit Köhra enteignet, in der Folge gab es 45 Neubauern, 8 landarme Bauern und 86 Kleinsiedler im Ort.Am 1. Mai 1949 wurde die Kirchgemeinde Köhra Schwesterkirche von Belgershain – dies war bereits 1931 geplant. Am 29. Juli 1952 erfolgte die Gründung der LPG „Freundschaft“ Köhra als erste LPG im damaligen Landkreis Grimma. Ein Gründungsmitglied war der damalige Neubauer Erich Wippich. 1974 wurde Köhra nach Belgershain eingemeindet. 1979 wurde die LPG „Tierproduktion“ Köhra. Am 16. Mai 1983 fegte ein Sturm über den Ort, es entstand Sachschaden.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1548/51 31 besessene Mann, 41 Inwohner, 15 Hufen1764 34 besessene Mann, 10 Gärtner, 3 Häusler, 18 Hufen1834 3151871 452 Jahr Einwohnerzahl1890 4571910 3471925 3761939 404 Jahr Einwohnerzahl1946 6121950 6291964 537
Infrastruktur Öffentlicher Nahverkehr Durch Köhra verkehren die Buslinien 690 (Leipzig-Grimma, wochentags im Stundentakt), 641 (Kitzscher-Grimma, wochentags im Stundentakt), sowie die Linie 645.
Der nächste Bahnhof befindet sich im Nachbarort Belgershain ca. 3 km entfernt (Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig).
Bildung In Köhra befindet sich die Kindertagesstätte „Märchenland“ mit einer Kapazität von 26 Krippenplätzen und 36 Plätzen für Kindergartenkinder.
Die nächste Grundschule befindet sich in Belgershain, die nächste Oberschule in Naunhof (ca. 5 km entfernt) und das nächste Gymnasium ebenfalls in Naunhof (freies Gymnasium).
Wirtschaft Der größte Arbeitgeber ist die KÖHRA - Frische GmbH (Produzent und Händler für Obst- und Gemüseprodukte) mit ca. 190 Mitarbeitern.
Weitere Unternehmen sind eine Niederlassung der Vierlande Food-Service GmbH, die Kugellager Fiedler GmbH & Co. KG, das Hotel Goldene Krone, ein Eiskaffee, ein Brennholzhandel, eine Autowerkstatt mit Handel und ein Friseursalon.
Literatur Die Parochie Köhra mit Lindhardt und Rohrbach. In: Neue Sächsische Kirchengalerie, Die Ephorie Grimma links der Mulde. Strauch Verlag, Leipzig 1911, Sp. 447–480 (Digitalisat)
Weblinks
Chronik der Kirche zu Köhra
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Leipzig Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Leipzig) Kategorie:Belgershain Kategorie:Ersterwähnung 1335 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974