Matti Antero Hautamäki (* 14. Juli 1981 in Oulu) ist ein ehemaliger finnischer Skispringer. Er ist der Bruder der ehemaligen Skispringer Jussi und Hannu Hautamäki. Wie auch Jussi startete er für den Verein Puijon Hiihtoseura in Kuopio.
Werdegang Im Alter von sieben Jahren begann Matti Hautamäki, motiviert durch seinen älteren Bruder Jussi, mit dem Skispringen auf einer Schanze in der Nähe seiner Geburtsstadt Oulu. Im Alter von 16 Jahren zog er 1997 gemeinsam mit seinem Bruder und dessen Freund Lauri Hakola nach Kuopio, wo er die Sportschule besuchte und unter dem Trainer Pekka Niemelä bei den Junioren-Weltmeisterschaften im kanadischen Canmore im Jahr des Umzugs bereits Team-Silber holte. Im darauffolgenden Jahr holte er in Sankt Moritz, ebenfalls bei den Junioren-Weltmeisterschaften, Bronze im Einzel und mit der Mannschaft.
Am 29. November 1997 hatte der Finne im norwegischen Lillehammer seinen ersten Weltcupeinsatz und bereits bei seinem zweiten Einsatz am Folgetag holte er mit einem 17. Rang seine ersten Weltcuppunkte. Seinen ersten Podestplatz errang er am 27. November 1999 in Kuopio, als er Dritter wurde.
In den Folgejahren war der Finne stets festes Mitglied der Weltcupmannschaft. Seinen ersten Winter-Sieg holte er am 2. Dezember 2000 erneut in Kuopio, zuvor hatte er schon am 26. August desselben Jahres den Sommer-Grand Prix-Wettkampf im japanischen Hakuba für sich entscheiden können.
Insgesamt gewann er 16 Weltcup-Wettkämpfe im Einzel, davon drei im Skifliegen. Dazu kommen sieben Mannschaftssiege, hiervon drei im Fliegen. Sechs seiner Einzelsiege errang er in einer Rekordserie in der Saison 2004/2005, als er nacheinander den zweiten Wettkampf im italienischen Pragelato, alle vier Wettkämpfe des Nordic Tournament und den ersten Flugwettkampf in Planica gewann. Eine solche Siegesserie war zuvor – in derselben Saison – nur Hautamäkis Landsmann Janne Ahonen gelungen.
Mit dieser Siegesserie konnte er auch nach 2002 zum zweiten Mal die Gesamtwertung des Nordic Tournament gewinnen. Seine beste Platzierung bei der Vierschanzentournee erreichte er 2001/02, als er den zweiten Rang belegte.
Bei Olympischen Spielen konnte der Finne bisher vier Medaillen erringen. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City gewann er Silber mit der Mannschaft auf der Großschanze und Bronze im Einzel von derselben, vier Jahre später bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin gewann er erneut Mannschaftssilber und auch im Einzel von der Normalschanze gewann er die Silbermedaille hinter Lars Bystøl.
Bei Weltmeisterschaften gewann er mit der Mannschaft drei Medaillen, 2003 in Val di Fiemme Gold sowie Silber 2001 in Lahti und 2005 in Oberstdorf. Eine weitere Silbermedaillen holte er 2003 im Einzelspringen von der Großschanze.
Der Finne gilt als ein ausgezeichneter Skiflieger. Mit seiner aktuellen Bestweite von 235,5 Metern hielt er bis zum 13. Februar 2011, als Janne Happonen in Vikersund auf 240 Meter segelte, den finnischen Rekord. 2003 verbesserte er den damaligen Weltrekord in drei Schritten auf 231 Meter und hielt diesen bis zum 20. März 2005, als er ihn zuerst verlor, dann wiedererlangte und noch im selben Wettkampf wieder an den Norweger Bjørn Einar Romøren verlor, der 239 Meter stehen konnte. Skiflug-Weltmeister wurde er jedoch nie. Bisher gewann er einmal Bronze im Einzel (2002 in Harrachov) und dreimal Silber im Team (2004 in Planica, 2006 am Kulm sowie 2008 in Oberstdorf).
In den letzten Jahren hatte der Finne vermehrt mit Knieproblemen zu kämpfen, die ihn auch schon mehrfach laut überlegen ließen, seine Karriere zu beenden, so besonders nach der Saison 2009/2010, die eine der schlechtesten seiner Karriere war. Doch aufgrund der Ideen des neuen finnischen Cheftrainers Pekka Niemelä, entschied er sich zu Fortsetzung seiner Skispringerkarriere. In der Saison 2010/2011 war er der beste und beständigste Finne.„Sonderlob für Pekka Niemelä - Hautamäki dachte an das Ende“ auf www.berkutschi.com (2. Dezember 2010)
Am 16. März 2012 gab er bekannt, nach dem Teamskifliegen am Folgetag im slowenischen Planica seine Karriere zu beenden.„Hautamäki beendet Karriere“ auf www.berkutschi.com, abgerufen am 16. März 2012.
Nur wenige Monate nach seinem Karriereende im Skispringen begann Hautamäki eine Ausbildung zum Lokführer."Matti Hautamäki startet neue Karriere" auf www.berkutschi.com abgerufen am 5. Juli 2013.
Trivia Über die Hautamäki-Brüder gibt es ein Lied auf der „Mehr Schispringerlieder“-CD von Christoph & Lollo.
Erfolge Weltcupsiege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 2. Dezember 2000 Großschanze 2. 19. Januar 2002 Großschanze 3. 13. März 2002 Großschanze 4. 15. März 2002 Großschanze 5. 22. März 2003 Flugschanze 6. 23. März 2003 Flugschanze 7. 28. November 2003 Großschanze 8. 23. Januar 2004 Großschanze 9. 11. Februar 2005 Großschanze 10. 6. März 2005 Großschanze 11. 9. März 2005 Großschanze 12. 11. März 2005 Großschanze 13. 13. März 2005 Großschanze 14. 19. März 2005 Flugschanze 15. 28. Januar 2006 Großschanze 16. 29. Januar 2006 Großschanze
Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 1997/98 39. 104 1998/99 101. 1 1999/00 17. 341 2000/01 6. 648 2001/02 3. 1048 2002/03 8. 797 2003/04 7. 673 2004/05 3. 1275 2005/06 11. 563 2006/07 9. 526 2007/08 19. 273 2008/09 12. 558 2009/10 27. 154 2010/11 8. 764 2011/12 49. 51
Grand-Prix-Platzierungen Saison Platz Punkte 2000 2. 480 2001 33. 42 2002 9. 152 2003 37. 16 2004 6. 255 2005 21. 84 2006 19. 114 2007 43. 47 2010 26. 74 2011 64. 16
Weltrekorde # Schanze Ort Land Weite aufgestellt am Rekord bis97 Velikanka bratov Gorišek (K185) Planica 227,5 m 20. März 2003 22. März 2003 98 Velikanka bratov Gorišek (K185) Planica 228,5 m 22. März 2003 23. März 2003 99 Velikanka bratov Gorišek (K185) Planica 231,0 m 23. März 2003 20. März 2005 102 Letalnica bratov Gorišek (HS215) Planica 235,5 m 20. März 2005 20. März 2005
Schanzenrekorde Schanze Ort Land Weite aufgestellt am Rekord bis Puijo-Schanze (K120) Kuopio 123,0 m 4. März 1998 4. März 1998 Villacher Alpenarena (K90) Villach 99,5 m 14. August 1999 14. Juli 2001 Čerťák (K185) Harrachov 214,5 m 9. März 2002 aktuell Lugnet-Schanzen (K115) Falun 130,5 m 13. März 2002 25. Februar 2014 Granåsen skisenter (HS131) Trondheim 139,0 m 5. Dezember 2008 6. Dezember 2008
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