mini|hochkant=0.9|Wappen derer von KlingspornKlingsporska Släktföreningen. 21. März 2016. Klingsporska adelsvapen (Adelswappen)
Klingsporn (auch Klingsporre, Klingspor oder Klingenspor) ist eine alte, teils adlige, deutsche und schwedische Familie, von der ein Zweig nach Kurland und Preußen kam. Die Familien wurden in Schweden Klingspor und in Deutschland Klingsporn genannt.Johann Christian von Hellbach: Adels-Lexikon, Handbuch über die historischen, genealogischen und diplomatischen Nachrichten vom hohen und niedern Adel: besonders in den deutschen Bundesstaaten, östreichischen, böhmischen, mährenschen, preußischen, schlesischen und lausitzischen Adel. Bernhard Friedrich Voigt, Ilmenau 1825. Digitalisat
Geschichte mini|Karte von Livland (Riga), Esthland und Kurland
Klingsporn ist der Name einer alten adeligen Familie, der bereits im 13. Jahrhundert erwähnt wird. Um 1210 lebte der Ritter Johann von Klingsporn in Franken. Dessen Enkel Johan Hermann von Klingsporn ging 1226 mit dem Schwertbrüderorden (unter Hermann von Salza zur Missionierung des Landes) nach Livland, wo er in der Pfarrei Uexküll an der Düna, ca. 30 km südöstlich von Riga den Klingsporhof aus Stein erbaute, von dem heute nur noch das Fundament übrig geblieben ist. Er war in zweiter Ehe mit Margareta von Tiesenhausen verheiratet.Die Quelle musste jahresmäßig korrigiert werden, da Hermann v. Salza 1260 bereits lange verstorben war., in: Gabriel Anrep, „Svenska adelns“ Ättar-Taflor, Band 2, Stockholm 1861, DigitalisatGenealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter 1877, Zweiter Jahrgang, Buschak & Irrgang, Brünn/Wien 1976.
1376 wird der Name Eghard Klinckesporre genannt, er zog mit seiner Familie nach Polen und Preußen und lebte in Danzig.
Johann von Klingsporn, Enkel des Johan von Klingsporn, lebte um 1377 in Starost bei Witepski, war mit Anna, geb. von Thiesenhausen verheiratet. Dessen Sohn, Hermann von Klingsporn, auf Tulekoff, gehörte dem Deutschordens-Ritter an († 1410 zu Tannenberg in Preußen), war mit Anna, geb. von Liewen verheiratet.
Dessen Sohn, Stephan Hermanson von Klingsporn gehörte dem Deutschordens-Ritter an, war 1440 bis 1460 Kriegsoberst des Deutschen Ordens in Preußen und Herr auf Klingsporshof (Woislawa) und Sallewitza (Siliaa) in Livland.dspace.utlib.ee, J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch. Bd. 3. Abth. 11, Der Adel der russischen Ostseeprovinzen. T. 2, Der nichtimmatrikulirte Adel. Er war mit Brigitta von Dönhoff verheiratet, in 2. Ehe mit Gödeke, geb. von Burhöwden., Släktforskningssajten Genvägar / Genealogie-Site Shortcut.storytailorlegends.blogspot.de, Storytailor, The Gormans - The Swedish Connection., Klingsporska Family Association Website.
Dessen Sohn, Georg von Klingsporn war mit Anna, geb. von Ungern-Sternberg verheiratet. Dessen Sohn, Matthias von Klingsporn (* 1460, † 22. Aug. 1538) kam von Livland nach Polen und wurde 1507 polnischer Rath und Senator. Im selben Jahr wurde er vom Erzbischof von Riga mit fünf Haken in Uexküll und mit acht Haken an der Jaegel, neben dem Klingsporshof (dem späteren Pröbstingshof) im Kirchspiel Uexküll belehnt. Er war mit Margaretha von Berg zu Carmel verheiratet (Tochter von Johan Caspersson von Bergen und Anna Margareta von Dönhoff). Sie hatten zwei Söhne, Georg und Stephan von Klingsporn.
Georg von Klingsporn auf Klingsporshof (1540 – 1580) war mit Barbara, geb. von Osthoff, genannt von Mengden verheiratet. (Sie sind die Stammeltern der preußischen Linie dieses Geschlechts, siehe deutsche Linie.)
Stephan von Klingsporn (* 1520, † 1568) war mit Margaret Zoege von Manteuffel (* 1522) verheiratet, war Statthalter des Deutschen Ordens auf Ambotten in Livland. Dessen Sohn, Johan von Klingsporn (* 1542) auf Bandemirshof, war mit Elisabeth Wunder aus Nermis verheiratet, er ging 1563 nach Schweden ("Vater des schwedischen Zweiges", siehe schwedische Linie).Ahnentafel Julie von Brunnow, Baltischer Adel Sie hatten zwei Kinder, Johann David (* 1578 in Livland, † August 1636) und Dorothea (* ca. 1575).
Johann David von Klingsporn war mit Margaretha, geb. von Buddenbrock (* 1587, † 1630) verheiratet, Tochter von John Caspersson von Buddenbrock und Margaret Elizabeth von Rosen zu Senorm. Er verkaufte um 1600 den Klingsporshof und einen Teil der anderen Güter in Uexküll, nachdem die Stände der Familie die Güter seit über 350 Jahren hatten.Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon, Band VI, Band 91 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1987. Generalkarte der russischen Ostseeprovinzen Liv- Est und Kurland: Uexküll und Pröbstingshof an der Düna (Kartenausschnitt 8 E). Sie hatten zwei Söhne, Johan Gustaf (* 4. Januar 1605 in Stockholm, † 1636) und Stephan III. (* 26. August 1611 im Ekolsund Schloss in Enköping, † 4. Mai 1676), die beide in Schweden geboren wurdenJohan von Klingsporn, Familysearch.Adel. ätten Klingspor, No. 195, Svenska adelns ättar-taflor. (siehe schwedische Linie).
Dorothea von Klingsporn war mit dem Kammerherrn und Rittmeister Ernst von Bondemir (auch „Bandemir“ geschrieben) (* ca. 1570) verheiratet, Erbherr von Neermis in Polnisch-Livland. Er übernahm diesen Teil der Güter von seinen Schwägern durch Erbkauf, der dann Bandemershof genannt wurde.pbc.gda.pl, Baltische Familiengeschichte –Mitteilungen, Oktober 1931. 1604 verpfändete er einen Teil des Gutes an den rigaschen Bürger Heinrich Pröbsting für 1300 polnische Gulden. Dieser Teil des Gutes hieß seitdem Pröbstingshof. 1625 erwarb der 20-jährige Kapitän Hans Klingsporn einen Teil des Gutes, den Pröbstingshof für die Familie zurück.Heinrich von Hagemeister: Materialien zu einer Geschichte der Landgüter Livlands. 1. Der Hof lag im Wald südlich der kleinen Jagel zwischen Oger und Duna. Zum Gut gehörten 17 große Gesinde und eine Mühle. Im Osten grenzte der Anrepshof an das Gut, im Süd-Osten die Flächen des Ringmundshofes.Generalkarte der russischen Ostseeprovinzen Liv- Est und Kurland - Pröbstingshof 8 E books.google.de, Gertrud Westermann, Baltisches historisches Ortslexikon, Lettland, Volume 2.August Wilhelm Hupel: Topographische Nachrichten von Lief- und Ehstland, Riga 1782, Volume 3 (Digitalisat).
Die schwedische Linie Klingspor Mehrere Mitglieder der schwedischen Linie Klingspor wurden während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) und später in die Adelsklasse des schwedischen Ritterstandes erhoben. Hierzu zählen die beiden Söhne von Johann David von K., Johan Gustav von Klingspor und Stephan III. von Klingspor.Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 5, Friedrich Voigt, Leipzig 1864 Digitalisat
Johan Gustaf von Klingspor diente als Major im schwedischen Heer unter Feldmarschall Johan Banér. Am 7. September 1636 wurde er in Dömitz, Mecklenburg durch einen Halsdurchschuss tödlich verletzt.Materialsammlung zum Dreißigjährigen Krieg - Klingspor Er war seit 1633 mit Anna Pedersdotter von Stiernfelt (* 1. Mai 1610, † 16. Juli 1678) verheiratet. Sie hatten zwei Töchter.Johan Gustaf Klingspor, RootsWeb.Johan Gustaf Klingspor, No. 195.Stiernfelt eller Grubbe nr 171, Anna Pedersdotter Stiernfelt
Stephan III. von Klingspor erhielt 1633 die Naturalisation als schwedischer Edelmann und wurde zum Rittmeister benannt, später schwedischer Generalmajor. 1639 heiratete er Sofia von Chemnitz (* 1611, † 1679), Tochter von Paul Chemnitz, Domherr in der Stiftskirche St. Blasius in Braunschweig, dessen Vater Martin Chemnitz (lutherischer Theologe und Reformator) war. Sie hatten 5 Kinder.Digitalisat, Hermann Hechfeld: Martin Chemnitz nach seinem Leben und Wirken.
Die Schweden besetzen 1630 unter König Gustav II. Adolf Teile von Pommern, das Schwedisch-Pommern genannt wurde und herrschen dort bis 1815.
Weitere in den schwedischen Ritterstand erhobene Personen sind Christian Fredrik Klingspor (25. Oktober 1771, Urenkel des Stephan III.), dessen Sohn, Wilhelm Mauritz Freiherr von Klingspor (16. Nov. 1799) und dessen Sohn, Gustav Freiherr von Klingspor.
Wilhelm Mauritz Freiherr von Klingspor (* 7. Dez. 1744) wurde 1788 Generalkommissar der schwedischen Armee und 1799 Mitglied des königlichen Rats und Präsident des Kriegskollegiums. Als Feldmarschall führte er 1808 die Armee in Finnland gegen die russischen Truppen. Er siegte bei Sikajoki und Rowolar, eroberte Bothnien und Karelien, bis ihn die Übermacht des russischen Heers unter dem Kommandeur Barclay de Tolly zum Rückzug zwang.Heinrich August Pierer: Universal-Lexikon, oder Vollständiges encyclopädisches Wörterbuch. Band 20 Digitalisat
Am 13. März 1809 kam es in Stockholm zu einer Verschwörung gegen den König Gustav IV. Adolf, der sich weigerte, die sinnlosen Kämpfe gegen Norwegen und Russland zu beenden, welche dem Land bereits zwei wesentliche Provinzen, Pommern und Finnland, gekostet hatten. Feldmarschall von Klingsporn und General Adlerkreuz, der das zweite schwedische Heer gegen Norwegen führte, schlossen sich dem Aufstand an, der zur Verhaftung und Absetzung des Königs führte.Digitalisat, Georg Friedrich Wiedemann (Hrsg.): Die allgemeine Menschen-Geschichte für die studierende Jugend. Vierther Theil, (Die neueste Geschichte), 3. Band, Ignaz Joseph Lentner, München 1840. Leipzig bey Friedrich Volkmar.Digitalisat, Karl Friedrich Becker: Weltgeschichte. neu bearbeitet und bis auf die Gegenwart fortgeführt von Wilhelm Müller, Bände 9–10, Union Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart / Berlin / Leipzig 1892, S. 211. Reprint 2016. ISBN 978-3-7434-5333-3.
Carl Arvid von Klingspor (* 30. März 1829), ein Nachkomme in der 7. Generation von Klingspor, er war bis 1881 im schwedischen Militärdienst, danach Autor und Herausgeber mehrerer genealogischer Bücher, insbesondere das Baltische Wappenbuch (Stockholm, 1882). Es enthält die Wappen der Ritterschaften von Livland, Estland, Kurland und Oesel zugehöriger Adelsgeschlechter.Carl Arvid von Klingspor: Baltisches Wappenbuch. Wappen sämtlicher, den Ritterschaften von Livland, Estland, Kurland und Oesel zugehöriger Adelsgeschlechter. Stockholm 1882, Digitalisat, Svenskt biografiskt handlexikon / I. 595.
(Der Stammbaum der schwedischen Familie Klingspor ist in aufgezeigt.)
Die preußische Linie Klingsporn Johann (Gustav) von Klingsporn (* 1605, † 1685), Erbherr auf Groß- und Klein Blaustein (Erbherr auf Blankenstein), nördlich von Rastenburg,Digitalisat Bildarchiv-Ostpreussen, Kreis Rastenburg wurde am 18. Mai 1655 von Kurfürst Friedrich Wilhelm zu Brandenburg zum Oberst der Infanterie und Regimentskommandeur des Regiments zu Fuß von Klingsporn bestellt.George Adalbert von Mülverstedt: Die brandenburgische Kriegsmacht unter dem Großen Kurfürsten, Baensch, Magdeburg 1888, S. 301–302. DigitalisatAnton Balthasar König: Biographisches Lexikon aller Helden und Militärpersonen, Band 2, Berlin 1789, S. 294. Digitalisat (Die meisten Regimenter der preußischen Armee führten den Namen des Chefs.) Er nahm an der Schlacht bei Warschau teil, als die Brandenburger an der Seite der Schweden gegen die Polen Krieg führten, der im Jahr 1655 ausbrach (diese Aussage in wird in angezweifelt). 1655 heiratete er Margarethe, geborene von Lehndorff(Vater: Meinhard von Lehndorff, * 1590, † 1639, Oberstleutnant und preußischer Landrat von Rastenburg).Digitalisat, CERL Thesaurus, Das Tor zum gedruckten europäischen Kulturerbe.Digitalisat, Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz. Johann von Klingsporn regierte 23 Jahre als Landesobrist, starb im Jahr 1685 und hinterließ eine zahlreiche Familie.